DBT - SHEZ Energiezentrale - Elektrische Anlagen nach DIN 18 382 - Leittechnik - 3 Lose - Vergabe 1470/2026
Zusammenfassung
Worum geht's?
Der Deutsche Bundestag (vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, BBR) baut in Berlin eine neue unterirdische Energiezentrale (SHEZ) und ein neues Verwaltungsgebäude (SH04). Gleichzeitig wird die bestehende Leittechnik im Jakob-Kaiser-Haus (JKH) modernisiert.
Was ist zu tun?
Es geht um die Lieferung, Montage, Programmierung und Inbetriebnahme der Leittechnik – also des Steuerungs- und Überwachungssystems für die Mittelspannungsanlagen, die die Liegenschaften des Bundestages mit Strom versorgen. Kernstück ist ein georedundantes MicroSCADA-System mit zwei Leitrechnern (einer in SHEZ, einer in JKH).
Wie ist das Ganze aufgeteilt?
- Los 1 – SH04: Neue Leittechnik für das Verwaltungsgebäude (Neubau Schadowstraße 4)
- Los 2 – SHEZ: Neue Leittechnik für die Energiezentrale (Schadowstr. 4 / Dorotheenstr.)
- Los 3 – JKH: Modernisierung der bestehenden Leittechnik im Jakob-Kaiser-Haus
Wichtig zu wissen:
- Alle 3 Lose müssen zwingend gemeinsam angeboten werden.
- Zusätzlich ist eine Instandhaltung (Wartung, Inspektion, Instandsetzung nach AMEV 2018) für die gesamte Leittechnik über 4 Jahre Vertragslaufzeit mitanzubieten.
- Die Angebotsabgabe erfolgt elektronisch über die Vergabeplattform des Bundes.
- Zuschlag erhält das preisgünstigste Angebot.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiert
Details
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiert
Zuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen
Details
Zuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen
- Preis100%
Wertungssumme des Angebotes unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten. Werkstätten für Behinderte erhalten 15% Bonus auf die Wertungssumme.
Leistungsumfang
Aus den Vergabeunterlagen
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Leistungsumfang
Aus den Vergabeunterlagen
Georedundantes MicroSCADA-Leitsystem (gilt für alle 3 Lose)
Aufbau eines georedundanten MicroSCADA-Leitsystems mit zwei Leitrechnern:
- Ein Leitrechner in der Energiezentrale SHEZ (Los 2)
- Ein Leitrechner im Jakob-Kaiser-Haus JKH (Los 3, Migration Bestand)
Das System dient der Steuerung und Überwachung der Mittelspannungsanlagen (NEA – Netzersatzanlagen) zur Versorgung der Liegenschaften des Deutschen Bundestages. Es übernimmt die Einleitung der Ersatzversorgung und die Rücksynchronisierung auf die Allgemeinstromversorgung. Die komplette Energieversorgung wird ständig aus der Leitstelle überwacht.
Integration und Koordination:
- Abstimmung mit Drittleistungen (BOS-Funkanlagen, WLAN, Mittelspannungsanlagen AV1/AV2)
- Anbindung Brandmeldeanlage (BMA) über Schnittstellenkonzept, MicroSCADA-Programmierung mit Freigabeprozess im Vieraugenprinzip, RTU560-Programmierung (potentialfreier Kontakt), Prüfung der Kompatibilität nach DIN 14675
- Grundlage für spätere Einbindung weiterer Mittelspannungsstationen weiterer Liegenschaften
Schutz- und Feldsteuertechnik (in allen Losen):
- Schutzgeräte REF650 (Überstromzeitschutz) und RED650 (Überstromzeitschutz + Differentialschutz)
- Funktionsinbetriebnahme und Bit-Inbetriebnahme je Datenpunkt
- Vollständige Prüfprotokolle für Schutzgeräte
Netzwerk-Infrastruktur (in allen Losen):
- Prozess-LAN und Stations-LAN mit Managed Switches (Layer 2, VLAN, SNMP, redundante Spannungsversorgung)
- Parametrierung, Montage, Funktionsinbetriebnahme
- IEC 61850-spezifische Konfiguration (GOOSE/NTP/PTP, PRP/RSTP) im Stations-LAN
- Netzwerksegmentierung und IT-Sicherheit gemäß projektspezifischen Vorgaben
Systemhärtung:
- Ganztägiger Workshop zur Systemhärtung gemäß BDEW-Whitepaper 2.0 (Ergebnisse gelten für SHEZ, SH04 und JKH)
- Schriftliche Ergebnisdokumentation
Kommunikationsstandards:
- Anbindung an zentrale Leittechnik über IEC 61850 und IEC 60870-5-104
- Modbus RTU für NEA, Tankanlage, USV
Instandhaltung über 4 Jahre (gilt für alle 3 Lose)
Für die gesamte Leittechnik ist eine Instandhaltung über die Vertragslaufzeit von 4 Jahren (48 Monate) ab Vertragsbeginn mitanzubieten:
- Inspektion, Wartung und Instandsetzung nach AMEV 2018
- Das ausgefüllte Vertragsformular Instandhaltung (mit Preisen) ist zwingend mit dem Angebot einzureichen
- Statische Berechnung der Instandhaltungskosten: Kosten/Jahr × Laufzeit; bei mehr als 5 Jahren Laufzeit würde eine Barwertfaktor-Berechnung angewandt (hier 4 Jahre, daher statisch)
- Vor jedem Eingriff in Bestandssysteme: Systemstände sichern, Rückfallkonzept vorsehen
- Migration im abgestimmten Umstellfenster
Dokumentation & Projektabwicklung (gilt für alle 3 Lose)
Dokumentationspflichten (baubegleitend und Enddokumentation):
- Ausführungs- und Detailpläne (Maßstäbe 1:20 für Geräteeinbauten, 1:50 für Trassenführungen, 1:100 für Raumübersichten) – vor Beginn der Fertigung zur Einsicht und Genehmigung
- Werk- und Montageplanung mit übergreifender Abstimmung der Auslegungsparameter
- Fortlaufende (mindestens wöchentliche) Koordinierung des Montageablaufs mit Bauüberwachung, Baulogistik und anderen Gewerken
- Ergebnisprotokolle und Dokumentation je Datenpunkt (bei Bit-Inbetriebnahme)
- Schaltpläne, Klemmenpläne, Stücklisten, Stromlaufpläne
- Technische Datenblätter, Produktschriften, Betriebsanleitungen
- Prüfbescheinigungen, Prüfprotokolle, Messprotokolle, Konformitätserklärungen
- As-Built-Pläne, Werksprüfprotokoll, Seriennummernblatt, Schnittstellenübersicht
- Parametrierungs- und Konfigurationsunterlagen, Programmcodes, Einstellwerte
- Dokumentation der Konfigurationsparameter (Datei und Ausdruck)
- Übergabe der Konfigurationsdatei und Inbetriebnahmedokumentation
Abgabeformate:
- Alle Unterlagen in deutscher Sprache
- Dokumentation als PDF im Format A4
- Schlussrevision zusätzlich auf Datenträgern (pdf, dxf, dwg etc.)
- Enddokumentation: 2-fach Papier, 4-fach Datenträger, 1-fach im Projektkommunikations-Managementsystem
- Abgabe über BSCW-Server bzw. Plattform thinkprojekt tp
- Enddokumentation 31 Tage vor (Teil-)Abnahme
- Technische Projektdokumentation gemäß BBR-Dokumentationsrichtlinie, DIN EN ISO 82045, AMEV, IEC 60617, EN 81346
IT-Sicherheit / Cloud:
- Nutzung von Cloud-Diensten ist nicht zulässig
Stundenlohnarbeiten (gilt für alle 3 Lose)
In allen 3 Losen sind Stundenlohnarbeiten vorzusehen (jeweils bis 10.000 Stunden pro Rolle):
- Arbeiter/in
- Techniker/in
- Programmierer/in
- Projektleiter/in
Vergütung erfolgt nur bei Anordnung durch die Bauleitung. In den Preisblättern (EFB Preis 2) ist zudem der Stundenverrechnungssatz unter Beachtung der preisrechtlichen Vorschriften offenzulegen; abweichende Verrechnungslöhne sind gegenüber den Formblättern 221/222 offenzulegen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut Vergabeunterlagen
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Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut Vergabeunterlagen
Ausschlussgründe (für alle Lose gleichermaßen)
Der Bieter darf nicht von der Teilnahme ausgeschlossen sein:
- Kein laufendes Insolvenzverfahren, kein ablehnender Insolvenzantrag mangels Masse, keine Liquidation
- Keine schweren Verfehlungen, die die Zuverlässigkeit in Frage stellen
- Keine Selbstreinigungsmaßnahmen erforderlich (bzw. nachgewiesen)
- Keine rechtskräftige Verurteilung zu Geld-/Freiheitsstrafe > 3 Monate oder Geldbuße > 2.500 € in den letzten 2 Jahren wegen eines gewerberechtlichen Verstoßes
Wirtschaftliche und finanzielle Eignung (für alle Lose)
- Ordnungsgemäße Zahlung von Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen
- Sicherheit für Vertragserfüllung (5 % der Auftragssumme inkl. USt), sobald die Auftragssumme ≥ 250.000 € ist
- Gewerbezentralregister-Auszug wird angefordert, sobald die Auftragssumme ≥ 30.000 € ist
- Auf Verlangen der Vergabestelle vorzulegen:
- Unbedenklichkeitsbescheinigungen (Sozialkasse, Finanzamt, Berufsgenossenschaft)
- Freistellungsbescheinigung § 48b EStG
Technische und leistungsbezogene Eignung (für alle Lose)
- Ausreichende Arbeitskräfte und Kapazitäten zur termingerechten Ausführung
- Auf Verlangen: Nachweis der durchschnittlichen Anzahl der Arbeitskräfte der letzten 3 Jahre, gegliedert nach Lohngruppen; Leitungspersonal gesondert ausweisen
- Eintragung im Handelsregister, in der Handwerksrolle oder bei der IHK (soweit für die Leistung erforderlich)
- Referenzen (auf Verlangen bei Engere Wahl): 3 Referenznachweise über vergleichbare Leistungen – Elektrische Anlagen / Leittechnik nach DIN 18 382 (oder vergleichbar) aus den letzten 5 Kalenderjahren, mit Ansprechpartner, Leistungsart, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Leistungsumfang mit Mengen, Arbeitnehmerzahl, technischen Anforderungen, Art der Baumaßnahme und Bestätigung des Auftraggebers
Zulassung von Nebenangeboten und Präqualifikation
- Präqualifikation ist möglich: PQ-Nummer aus dem Präqualifikationsverzeichnis kann angegeben werden (dann entfällt die Vorlage einzelner Eignungsnachweise)
- Nebenangebote sind zugelassen – jedoch nur mit folgenden Unterlagen: Urkalkulation sowie Zertifikat nach FB 248 (Verwendung von Holzprodukten)
- Mehrere Hauptangebote sind zugelassen, jedoch muss jedes für sich zuschlagsfähig sein
- Werkstätten für Behinderte erhalten einen Bonus von 15 % auf die Wertungssumme
Vergleichbare Leistungen: Elektrische Anlagen / Leittechnik nach DIN 18 382 (oder vergleichbar)
Nicht mit dem Angebot, nur auf gesondertes Verlangen bei Engere Wahl. Angaben: Ansprechpartner, Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, maßgeblicher Leistungsumfang mit Mengen, Zahl eingesetzter Arbeitnehmer, technische/gerätespezifische Anforderungen, Art der Baumaßnahme (Neubau/Umbau/Denkmal), vertragliche Bindung (Hauptauftragnehmer/ARGE/Nachunternehmer), ggf. koordinierte Gewerke, Bestätigung des Auftraggebers über vertragsgemäße Ausführung.
Wettbewerb & Angebotsprognose
Erwartete Konkurrenz auf Basis vergleichbarer Vergaben
Details
Wettbewerb & Angebotsprognose
Erwartete Konkurrenz auf Basis vergleichbarer Vergaben
Median rund 6 Angebote.
Unternehmen, die ähnliche Ausschreibungen gewonnen haben
Aus vergleichbaren bereits vergebenen Vergaben (KI-Ähnlichkeit)
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Unternehmen, die ähnliche Ausschreibungen gewonnen haben
Aus vergleichbaren bereits vergebenen Vergaben (KI-Ähnlichkeit)
- 1SysKom Kommunikationstechnik GmbH2 ähnliche Ausschreibungen gewonnen
- 2eluh Anlagen GmbH2 ähnliche Ausschreibungen gewonnen
- 3Kieback&Peter GmbH & Co. KG2 ähnliche Ausschreibungen gewonnen
- 4Lindner SE1 ähnliche Ausschreibung gewonnen
- 5WISAG Elektrotechnik Berlin-Brandenburg GmbH & Co.KG1 ähnliche Ausschreibung gewonnen
Checkliste zur Angebotsabgabe
Konkrete Schritte laut Vergabeunterlagen
Details
Checkliste zur Angebotsabgabe
Konkrete Schritte laut Vergabeunterlagen
- Angebotsschreiben (FB 213) ausfüllen und unterschreibenPflichtBei mehreren Hauptangeboten für jedes einzelne einreichen
- Leistungsverzeichnis (LV) mit Einheits- und Gesamtpreisen ausfüllenPflichtLV Kurz- oder Langfassung; Preise für alle 3 Lose angeben
- Formblatt 225a – Stoffpreisgleitklausel ohne BasiswertPflichtBei mehreren Hauptangeboten für jedes einzeln
- EFB Preis 2 (FB 223) – Aufgliederung der Einheitspreise je LosPflichtZeitansatz und Teilkosten (Löhne, Stoffe, Geräte, Sonstige) pro Position angeben
- Vertragsformular Instandhaltung mit Preisen und geforderten AngabenPflichtGilt für die 4-jährige Instandhaltung der Leittechnik
- UrkalkulationPflichtWird für die Preisprüfung geöffnet
- Eigenerklärung zur Eignung (FB 124) oder Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE)PflichtUnternehmensbezogene Unterlage zur Eignung
- Eigenerklärung zur Verordnung EU 2022-576 (Russland-Sanktionen)Pflicht
- Erklärung Bieter-/Arbeitsgemeinschaft (FB 234)optionalNur bei Bietergemeinschaft erforderlich
- Verzeichnis der Nachunternehmerleistungen (FB 233)optionalNur falls Nachunternehmer eingesetzt werden
- Verzeichnis Leistungen/Kapazitäten anderer Unternehmen (FB 235)optionalNur bei Kapazitätsleihe
- FB 221 oder 222 – Angaben zur PreisermittlungoptionalVom Auftraggeber bei Bedarf nachgefordert
- FB 224 – Angebot LohngleitklauseloptionalNur wenn ein Änderungssatz angeboten wird
- Erklärung zur Verwendung von Holzprodukten (FB 248)optional
- Umsetzungsbestätigung InformationssicherheitoptionalNur relevant, wenn Bieter Bundeswehr ist
- Referenznachweise (3 Stück)optionalBei Engere Wahl nachgefordert – vergleichbare Leittechnik-Projekte der letzten 5 Jahre
- Sicherheitsauskunft und Verpflichtungserklärung (FB 126) bzw. FB 236optional
- Aufgliederung der Einheitspreise (FB 223)optional
- Erklärung zur durchschnittlichen Anzahl der Arbeitskräfte (letzte 3 Jahre)optional
- Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug, Handwerksrolleneintragoptional
- Unbedenklichkeitsbescheinigungen (Sozialkasse, Finanzamt, Berufsgenossenschaft)optional
- Freistellungsbescheinigung § 48b EStGoptional
- Produktdatenblätter benannter Fabrikateoptional
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