Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenÖffentliche Ausschreibung (offenes Verfahren, EU-weit) des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen für das Bundeskriminalamt in Wiesbaden, Thaerstraße 11. Auf dem Gelände W1 werden im 2. Bauabschnitt des Rückbaus der KT-Räume in Gebäude H (Ebene H500, denkmalgeschützter Bestand) umfangreiche Innenausbauarbeiten vergeben: Abdichtungsarbeiten, Estricharbeiten sowie Fliesen- und Plattenarbeiten in der Relaisküche (Nass- und Nebenbereiche), Sanitärräumen und angrenzenden Flächen.
Die Arbeiten sind an strenge BNB-Nachhaltigkeitsanforderungen gebunden (Baustoffdeklaration, Schadstoffarmut, Dokumentation). Vor Baubeginn muss das gesamte eingesetzte Personal eine Sicherheitsüberprüfung (SÜ 1) durch das BKA durchlaufen.
Das Angebot muss bis 17.09.2026, 09:00 Uhr elektronisch über die Vergabeplattform vergabe.hessen.de eingereicht werden. Zuschlag erhalten soll das wirtschaftlichste Angebot (niedrigster Preis). Nebenangebote sind nicht zugelassen. Ausführungszeitraum: 02.11.2026 bis 31.05.2027.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGeltungsbereich und Besonderheiten der Baustelle
Die Arbeiten erfolgen auf dem BKA-Gelände in Wiesbaden (Thaerstraße 11, Liegenschaft W1) im denkmalgeschützten Bestand aus den 1950er Jahren. Das Gebäude steht in einem Wohngebiet mit beengten Zufahrtsbedingungen.
Vor Baubeginn ist eine Sicherheitsüberprüfung (SÜ 1) des gesamten eingesetzten Personals durch das BKA erforderlich (Dauer 3–6 Monate). Arbeitszeiten auf dem BKA-Gelände: Mo–Fr 07:00–18:00 Uhr. Schweiß- und ähnliche Arbeiten müssen mindestens 2 Stunden vor Arbeitsende abgeschlossen sein. Großtransporte sind mindestens 2 Wochen im Voraus bei Bauüberwachung und BKA anzumelden.
Alle Materialien müssen den strengen BNB-Anforderungen genügen (REACH, EMICODE EC1/EC1Plus, Schadstoffarmut, Holzprodukte mit FSC-/PEFC-CoC).
Baustelleneinrichtung und Nachhaltigkeitsdokumentation
Einmalige allgemeine Baustelleneinrichtung für die gesamte Bauzeit inklusive Vorhalten und Beräumung. Ein verantwortlicher Polier/Bauleiter ist vor Ort zu stellen und nimmt an den wöchentlichen Bauberatungen teil.
Erstellung der BNB-Baustoffdeklaration (Bemusterungsliste und prüfbare Baustoffdeklaration aller bewertungsrelevanten Materialien) innerhalb von 14 Tagen nach der BNB-Bauanlaufbesprechung; Nachreichung bei fehlenden Produkten innerhalb von 3 Arbeitstagen. Vorlage technischer Datenblätter, Sicherheitsdatenblätter (DGUV, nicht älter als 1 Jahr), Prüfzeugnisse, EPDs, allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassungen, Gütesiegel-Nachweise und FSC-/PEFC-Zertifikate inkl. Chain-of-Custody – digital über die Projektcloud, je Einzel-PDF.
Wöchentliche Vorlage der Kapazitäts- und Einsatzplanung an die Bauüberwachung, wöchentliche Tagesberichte an die örtliche Bauleitung.
Abdichtungsarbeiten
Vorbereitung des Untergrunds (Reinigung, Höhenausgleich 5–10 mm). Lieferung und Einbau einer 1,5 mm PVC-P-Kunststoff-Abdichtungsbahn (110 m²) mit Heißluftverschweißung, einschließlich Aufkantungen (110–260 mm), Wandanschlüsse mit Edelstahl-Verbundblechprofilen (Zuschnitte 150–450 mm), Formteile/Eckausbildungen, Dichtbänder, Vliesbänder, Anschlüsse an Bodenabläufe (DN 160), Rohrdurchführungen (DN 60, DN 180) und Elektrodurchführungen. Verlegung von Schutz-, Gleit- und Trennlagen (Vlies + PE-Folie).
Werkplanung Abdichtung Bodenaufbau in Maßstab 1:1 und 1:5 vor Fertigungsbeginn. Ausführung gemäß DIN 18 353.
Estricharbeiten
Vorarbeiten inklusive Untergrundreinigung und Höhenausgleich (5–15 mm, erdfeucht). Lieferung und Einbau von Randdämmstreifen, Wärmedämmung (EPS 40/60 mm), Trittschalldämmung (EPS 20 mm) und PE-Folie als Trennlage.
Zementestrich CT-C35-F5 als schwimmender Estrich auf Dämmschicht, 65 mm Nenndicke (Hauptfläche ca. 135 m²), einschließlich Estrich-Podeste (Höhe ca. 15 cm) für Küchengeräte. Aussparungen für Bodenabläufe und Schlitzrinnen mit Verguss aus Epoxidharz-Reaktionsmörtel, Estrichfugenprofile und Randabstellungen. Auf Wunsch Calciumsulfat-Fließestrich CAF-C35-F7-S45 in Teilbereichen.
Vermessung/Feinnivellement, Schutzabdeckung und Estrichprüfung: Biegezug- und Druckfestigkeitsprüfung, Haftzugfestigkeitsprüfung, Feuchtigkeitsmessung (CM-Verfahren), Güteprüfung je 1.000 m² oder alle 7 Arbeitstage. Belegereife nach 14 Tagen (mit Beschleuniger). Ausführung gemäß DIN 18 353.
Fliesen- und Plattenarbeiten
Vorbereitende Arbeiten: Reinigung der Untergründe (Boden/Wand), Entfernen der Randdämmstreifen, Herstellung von Scheinfugen, Rissverschluss, Feuchtigkeitsmessung.
Sanitärräume (Boden, ca. 20 m²): Grundierung Calciumsulfatestrich, AIV-F Verbundabdichtung innen W1-I Polymerdispersion 0,5 mm, Anschlüsse an aufgehende Bauteile mit Dichtband, Rohrdurchführungs-Abdichtung Finor. Bodenbelag Feinsteinzeug 300×600 mm, R10/A, mittelgrau, inkl. Sockelfliesen 100×600 mm.
Relaisküche Nassbereich (Boden, ca. 90 m² + 12 m² Podeste): AIV-B Verbundabdichtung W3-I, vollflächig verklebte Kunststoffbahn profiliert vlieskaschiert 0,2 mm, Bewegungsfugen, Anschlüsse an Bodenabläufe, Schlitzrinne, Rohrdurchführungen DN 60 und DN 160–180 mit Bahnenflansch Edelstahl. Bodenbelag Feinsteinzeug 200×200 mm, R12 V4 (Podeste R10/A), mittelgrau, mit Anarbeitungen an Stützen, Bodenabläufen, Schlitzrinne und Rohrdurchführungen. Hohlkehl-Sockelfliesen 100×200 mm.
Relaisküche Nebenräume (Boden, ca. 28 m²): AIV-F Verbundabdichtung innen W2-I mineralische rissüberbrückende Schlämme 2 mm. Bodenbelag Feinsteinzeug 200×200 mm, R11/B, mittelgrau, Sockelfliesen 100×200 mm gefast.
Relaisküche Nassbereich (Wand, ca. 155 m²): Untergrundausgleich 2–5 mm, Grundierung, AIV-B Wandabdichtung W3-I vollflächig verklebt (inkl. Stützen, Trennwände, Fensterbänke, Brüstungen, Durchgänge). Wandbelag Steinzeug glasiert 125×500 mm, seidenmatt, weiß. Aussparungen für Sanitär (10 St.) und Elektro (25 St.).
Relaisküche Nebenräume (Wand): AIV-F Polymerdispersion 0,5 mm auf Kleinflächen WC, Wandbelag Steinzeug glasiert 125×500 mm.
Einbauteile/Profile: 2 Edelstahl-Durchgangszargen V4A, Bautrennfugenprofile Aluminium (Höhe 15/20 mm), Eckprofile Edelstahl V4A (ca. 200 m plus Formteile und Aufklebe-Eckprofile), dauerelastische Silikonfugen (ca. 200 m inkl. Bodenabläufe). Grundreinigung, Schutzabdeckung Boden. Musterplatten (3 Stück je Sorte) und Reserveplatten (5–10 Stück je Sorte). Ausführung gemäß DIN 18 352.
Bodenbelagarbeiten außerhalb der Fliesenflächen
In Teilbereichen (Treppenhaus, Flure, Speisesaal, Schaltwarte) sind gemäß DIN 18 365 Calciumsulfat-Fließestrich-Aufbauten (CAF-C35-F7-S45) und Linoleum- bzw. Naturstein-Bodenbeläge auf der Remy-Decke bzw. Bodenplatte Neu vorgesehen. Die genauen Flächenanteile und Rutschhemmklassen (R9 bis R12) ergeben sich aus dem Grundriss Ebene H500 (Anlage 04).
Abfallwirtschaft und Entsorgung
Vermeidung, getrennte Erfassung und sortenreine Trennung der Bau- und Abbruchabfälle gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und Nachweisverordnung (NachwV). Es gilt eine Bemühenspflicht zur Abfallvermeidung; mindestens 70 % der nicht gefährlichen Bauabfälle sind zu verwerten oder zu recyceln. Vorlage ordnungsgemäßer Entsorgungsnachweise (Erklärungen, Bestätigungen, Belege) mit Massen und Zertifikaten des Entsorgungsfachbetriebes. Auf Anforderung sind Verwertungs- bzw. Beseitigungsträger zu benennen und deren Berechtigung nachzuweisen (§ 53/§ 54 KrWG).
Dokumentation, Stundenlohn und Aufmaß
Erstellung der vollständigen Dokumentation in 1-facher Papierform und 1-fach digital (Nachweisliste, Produktdatenblätter, allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen, Prüfzeugnisse, Fachunternehmererklärung, Übereinstimmungserklärung, Abnahmebescheinigungen, Pflege- und Wartungshinweise).
Stundenlohnarbeiten nur nach schriftlicher Anordnung des Auftraggebers unter Verwendung der Formblätter FB Stundenlohnzettel und FB Vereinbarung von Stundenlohnarbeiten.
Prüfbare, farbige, fortlaufend nummerierte und unterschriebene Aufmaßunterlagen. E-Rechnung im XML-Format gemäß hessischer E-Rechnungsverordnung an e-rechnung@ekrw.hessen.de.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenPersönliche Voraussetzungen und Zuverlässigkeit
Keine Eintragungspflichtverletzung: Nachweis durch Handelsregistereintragung, Handwerksrolleneintragung, IHK-Eintrag oder entsprechende Begründung der Nicht-Eintragungspflicht.
Kein Insolvenzverfahren, kein Antrag mangels Masse, keine Liquidation (alternativ: rechtskräftig bestätigter Insolvenzplan auf Verlangen).
Keine Ausschlussgründe nach § 6e EU VOB/A sowie keine einschlägigen Verurteilungen (Freiheitsstrafe > 3 Monate / Geldstrafe > 90 Tagessätze / Geldbuße > 2.500 €) in den letzten 2 Jahren. Selbstreinigungsmaßnahmen sind anzugeben.
Ordnungsgemäße Erfüllung der Verpflichtungen zur Zahlung von Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen.
Mitgliedschaft in der zuständigen Berufsgenossenschaft.
Sicherheitsüberprüfung und BKA-Zutritt
Das gesamte eingesetzte Personal muss eine einfache Sicherheitsüberprüfung (SÜ 1) nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz bestehen – in der Regel mit 3–6 Monaten Vorlaufzeit. Personenbezogene Daten, Einverständniserklärung und Ausweiskopie sind einzureichen; bei Personal ohne deutschen Personalausweis ist eine Bestätigung des Einwohnermeldeamtes erforderlich. Ausländische Arbeitskräfte sind nur einsetzbar, wenn keine sicherheitsrelevanten Erkenntnisse vorliegen und Überprüfbarkeit gegeben ist. Änderungen in der Personalzusammensetzung sind dem BKA unverzüglich mitzuteilen; Sozialversicherungsnachweise sind ständig mitzuführen.
Fachliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Nachweis vergleichbarer Leistungen in den letzten 5 Kalenderjahren (3 Referenzen mit Ansprechpartner, Leistungsart, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Mengenangaben, durchschnittlicher Mitarbeiterzahl, technischen Anforderungen, Baumaßnahmentyp, Vertragsbindung, Koordinationsangaben und Auftraggeberbestätigung – vorzulegen nur bei Angebot in engerer Wahl).
Jahresdurchschnitt der in den letzten 3 Kalenderjahren beschäftigten Arbeitskräfte, gegliedert nach Lohngruppen mit extra ausgewiesenem Leitungspersonal.
Umsatz in den letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahren aus vergleichbaren Bauleistungen.
Eigenleistungsquote und Nachunternehmer
Mindestens ein Drittel (1/3) der Gesamtleistung ist im eigenen Betrieb zu erbringen.
Der Einsatz von Nachunternehmern ist nur unter Beachtung von Nr. 7 der Teilnahmebedingungen (Formblatt 212 EU) zulässig; ausgeschlossene Nachunternehmer dürfen nicht eingesetzt werden. Für Eignungsleihe und Kapazitäten Dritter sind Verpflichtungserklärungen (Formblatt 236) und ggf. das Verzeichnis nach Formblatt 235 vorzulegen. Bei Inanspruchnahme wirtschaftlicher/finanzieller Leistungsfähigkeit Dritter ist eine gemeinsame Haftungserklärung erforderlich.
Sanktions-Compliance (EU-Russland)
Bestätigung, dass das anbietende Unternehmen keinen Bezug zu Russland im Sinne von Art. 5k EU-VO 2022/576 hat (Staatsangehörigkeit/Niederlassung, Mehrheitsanteile > 50 %, Vertretungsverhältnisse). Gleiches gilt für Nachunternehmer, Lieferanten und in Anspruch genommene Kapazitäten. Deren Leistungsanteil darf jeweils 10 % des Auftragswerts nicht überschreiten. Verstöße führen zur Nichtigkeit des Angebots.
BNB- und Nachhaltigkeitsanforderungen
Verpflichtende BNB-Baustoffdeklaration mit Bemusterungsliste und allen bewertungsrelevanten Nachweisen (technische Datenblätter, Sicherheitsdatenblätter, EPDs, allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen, Gütesiegel, FSC-/PEFC-CoC für Holzprodukte).
Einsatz schadstoffarmer, geruchsarmer und emissionsarmer Bauprodukte; keine gefährlichen Stoffe gemäß CLP-Verordnung, TRGS 905, SVHC-Liste, POP- und Biozid-Verordnung. Vorlage eines Staubschutzkonzepts und einer Gefährdungsbeurteilung für staubbelastete Tätigkeiten vor Arbeitsbeginn. Einhaltung der Grenzwerte für die Innenraumlufthygiene; Messung spätestens 4 Wochen nach Fertigstellung.
Auftragsbezogene Formalitäten und Vergabeverfahren
Verbindliche Ausführungsfristen: Baubeginn 02.11.2026, abnahmereife Fertigstellung 31.05.2027 (Vertragsstrafe 0,10 % der Abrechnungssumme ohne USt pro Werktag, max. 5 %).
Sprache des Angebots: Deutsch. Preisangaben in Euro mit max. 3 Nachkommastellen ohne Umsatzsteuer; Mischkalkulationen sind verboten (Ausschlussgrund). Preisnachlässe nur als unbedingter Vomhundertsatz auf die Abrechnungssumme.
Nebenangebote sind nicht zugelassen; mehrere Hauptangebote sind zulässig. Zuschlag erfolgt auf das wirtschaftlichste Angebot (niedrigster Preis).
Bindefrist des Angebots: bis 26.10.2026 (33 Tage). GAEB-Leistungsverzeichnisse sind zwingend im Format X84 (oder P84/D84) einzureichen, andernfalls erfolgt Ausschluss.
Unternehmen ohne PQ-Eintrag reichen das Formblatt 124 (Eigenerklärung zur Eignung) oder die Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE) ein.
Vergleichbare Bauleistungen (Estrich-, Fliesen- und Plattenarbeiten, Bodenbelagarbeiten, Abdichtungsarbeiten) – Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Leistungsumfang mit Mengenangaben, durchschnittliche Mitarbeiterzahl, besondere technische und gerätespezifische Anforderungen, Baumaßnahmentyp (Neubau/Umbau/Denkmal), Vertragsbindung (Hauptauftragnehmer/ARGE/Nachunternehmer), Koordination mit eigenem Leitungspersonal
Auftraggeberbestätigung über vertragsgemäße Ausführung; Nachweise nur vorzulegen, wenn das Angebot in die engere Wahl kommt