Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenBeim Projekt „Brückenschlag für Hamburg" geht es um den schnellen Ersatz der durch einen Schiffsanprall am 28.10.2025 beschädigten Freihafenelbbrücke. Dazu werden zwei Design-&-Build-Verträge vergeben – einer für den eigentlichen Behelfsbrückenzug und einer für die landseitigen Anschlüsse und Rampen.
Die ReGe Hamburg (im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Verkehr und Mobilitätswende) sucht nun ein unabhängiges Projektkostencontrolling (PKC). Diese Stelle überwacht die Kosten- und Terminentwicklung der beiden Bauvorhaben, prüft Abschlags- und Schlussrechnungen (Cost-plus-Fee-Modell), erstellt Kostenberichte und Prognosen und entwickelt Frühwarnindikatoren, damit der Auftraggeber bei Abweichungen schnell reagieren kann.
Bieter müssen ihre Eignung nachweisen (Mindestumsatz 3 Mio. €, mind. 10 festangestellte Ingenieure, Berufshaftpflichtversicherung, 3 vergleichbare Referenzprojekte mit ≥ 20 Mio. € Baukosten) und für das Zuschlagskriterium Personalkonzept je zwei personenbezogene Referenzen für Projektleiter und Stellvertretung vorlegen. Die Angebotsabgabe erfolgt elektronisch über das Vergabeportal DTVP bis zum 03.09.2026 um 12:00 Uhr.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Honorar / Preis40%
Wertungssumme auf Basis von Stundensätzen für Projektleiter, Projektingenieure und kaufmännisch-technisches Personal. Geringste Wertungssumme erhält 40 Punkte, ab dem 2-fachen der günstigsten Wertungssumme 0 Punkte, dazwischen lineare Interpolation.
- Bearbeitungskonzept30%
Darstellung der Organisation und Erbringung der Leistungen des Technischen Projektcontrolling. Bewertet werden: Projektverständnis und Besonderheiten Design-Build mit Open-Book-Vergütung, methodische Herangehensweise (Kosten-, Termincontrolling, Plausibilisierung von Cost Reports, Abschlagsrechnungen, Mengenentwicklungen, Nachträgen), Kommunikation und Schnittstellenmanagement, Frühwarnindikatoren, Qualitätssicherung. Bewertung 1-5 Punkte multipliziert mit Faktor 6.
- Personaleinsatzkonzept30%
Darstellung des geplanten Personaleinsatzes mit namentlicher Benennung von Projektleiter und Stellvertreter. Bewertet werden: Verfügbarkeit über gesamten Leistungszeitraum, fachliche Qualifikation und persönliche Erfahrung anhand personenbezogener Referenzen (mind. 2 Referenzen je Person aus den letzten 8 Jahren) aus vergleichbaren Infrastruktur-/Ingenieurbauprojekten, Erfahrungen mit Design&Build-/Cost+Fee-Verträgen, Vertretungsregelung. Bewertung 1-5 Punkte multipliziert mit Faktor 6.
Horrnar/Preis: Geringste Wertungssumme = 40 Punkte, ab 2-facher Wertungssumme = 0 Punkte, dazwischen lineare Interpolation (auf 2 Nachkommastellen gerundet). Bearbeitungskonzept: Bewertung 1-5 Punkte multipliziert mit Faktor 6 (max. 30 Punkte). Personaleinsatzkonzept: Bewertung 1-5 Punkte multipliziert mit Faktor 6 (max. 30 Punkte).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenRolle und Auftrag
Das PKC unterstützt den Auftraggeber bei der Durchführung der zwei Design-&-Build-Verträge als unabhängige Beratungs- und Controllinginstanz. Es überwacht die Kosten- und Terminentwicklung, führt projektbegleitende Plausibilitätsprüfungen der vom Auftragnehmer vorgelegten Kostenunterlagen und Rechnungen durch, beurteilt den Projektfortschritt mit geeigneten Controllinginstrumenten, entwickelt Frühwarnindikatoren für Kosten- und Terminabweichungen und gibt fachliche Handlungsempfehlungen gegenüber dem Auftraggeber.
Vergütet wird das PKC nach Aufwand auf Basis von Stundensätzen (Zeithonorar) für Projektleitung, Projektingenieure und kaufmännisch-technisches Personal; die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ist zu beachten.
Phase 1 – Organisation und Installation der Kostenverfolgung
Prüfung der vertraglichen Grundlagen (Bauverträge, Vergütungsregelungen, Budgetunterlagen), Einrichtung einer Kostenstruktur nach DIN 276:2018-12 (insbesondere Kostengruppe 5.3 – ausführungsorientierte Gliederung) sowie Aufbau eines Prüf- und Belegsystems, eines Kostenprognosesystems und der Prüf- und Berichtsprozesse. Im Ergebnis wird das Kosten- und Prüfkonzept erstellt.
Phase 2 – Laufende Baumaßnahme und Prüfung der Abschlagszahlungen
Laufende Kostenverfolgung und Finanzreporting; Prüfung der Abschlagszahlungen (formale Prüfung, Prüfung des tatsächlichen Leistungsstands, Erstattungsfähigkeit); Prüfung von Nachunternehmer- und Lieferantenkosten, Eigenleistungen, Material und Vorauszahlungen/Anzahlungen (optional) sowie der Fee; Erstellung von Prüfvermerken und Zahlungsfreigabeempfehlungen. Laufende Kostenberichte (inkl. Exekutiv-Summary als Dashboard) und fortgeschriebene Kostenprognosen gehören dazu.
Phase 3 – Prüfung der Schlussrechnung
Vorbereitung der Schlussrechnungsprüfung, Vollständigkeitsprüfung, Prüfung der Schlusskosten, der endgültigen Fee, der Schlusszahlung und der abschließenden Kostenposition; Erstellung eines Schlussrechnungsprüfberichts.
Phase 4 – Dokumentation und Prüfunterstützung
Abschlussdokumentation, Dokumentation für den Bedarfsträger, Unterstützung bei Prüfungen durch Dritte sowie Bereitstellung prüffähiger und revisionssicherer Unterlagen für Bedarfsträger und externe Prüfinstanzen; abschließend Erstellung der endgültigen Kostenfeststellung.
Ergänzende Leistungen
Termincontrolling (Prüfung und Plausibilisierung der Terminplanung, Bewertung von Terminabweichungen, Frühwarnindikatoren); Teilnahme an Projektsteuerungs-, Kosten-/Termin- und Nachtragsbesprechungen sowie Baustellenbegehungen. Eine dauerhafte Baustellenpräsenz ist nicht erforderlich.
Abgrenzung – nicht im Leistungsumfang
Nicht enthalten sind: Bauoberleitung/örtliche Bauüberwachung nach HOAI/ZTV-ING, Prüfung der Ausführungsplanung, Abnahme von Bauleistungen, Aufmaßprüfung, Mängelverfolgung, SiGeKo, Übernahme des Risikomanagements, rechtsgeschäftliche Vertretung und Weisungsbefugnisse gegenüber Auftragnehmern.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenWirtschaftliche Leistungsfähigkeit
Durchschnittlicher Jahresumsatz von mindestens 3 Mio. € netto im Mittel der letzten drei Geschäftsjahre (2023–2025).
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Mindestens 10 festangestellte Ingenieurinnen und Ingenieure im Durchschnitt pro Kalenderjahr in jedem der vergangenen drei Kalenderjahre (2023–2025).
Berufshaftpflichtversicherung
Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung mit:
Nach Zuschlag: schriftliche Erklärung des Versicherers innerhalb von 4 Wochen nach Vertragsabschluss.
Referenzen des Unternehmens
Drei vergleichbare Referenzprojekte:
Persönliche Zuverlässigkeit und Ausschlussgründe
Personenbezogene Referenzen (Zuschlagskriterium III)
Für Projektleitung und Stellvertretung sind jeweils mindestens zwei personenbezogene Referenzen (keine Unternehmensreferenzen) einzureichen:
Tariftreue, Mindestlohn und Wettbewerbsrecht
Sanktions- und Russland-Erklärung
Keine Beteiligung von russischen Staatsangehörigen oder in Russland niedergelassenen Personen/Organisationen am Angebot.
3 vergleichbare Referenzprojekte des Bieters: Ingenieur-/Infrastrukturbauprojekte, anrechenbare Baukosten ≥ 20 Mio. €, Leistungen in den letzten 8 Jahren, Dauer mind. 12 Monate, öffentlicher Auftraggeber; mind. eine Referenz in kooperativem Vertragsmodell (z. B. IPA). Pro Referenz müssen mehrere der genannten Einzelleistungen nachgewiesen werden (Kostenverfolgung, Kostenberichte, Budget-/Mittelabflusskontrolle, Kostenprognosen, Entscheidungsvorlagen, Nachtragskostenprüfung, Abschlags-/Schlussrechnungsprüfung, Prüfung in Selbstkostenerstattungsmodell cost+fee).
Infrastruktur-/Ingenieurbauprojekt, kein Hochbau; öffentlicher Auftraggeber; mind. 1 Referenz in kooperativem Vertragsmodell
Personenbezogene Referenzen für Zuschlagskriterium III: je 2 Referenzen für Projektleitung und Stellvertretung (nicht Unternehmensreferenzen).
Technisches Projektcontrolling, projektbegleitende Kosten-/Rechnungsprüfung in Infrastruktur-/Ingenieurbauprojekten mit vergleichbarer Komplexität; Prüfung von Cost Reports, Abschlagsrechnungen, Nachträgen, offenen Kalkulationen; je max. 1 DIN-A4-Seite