Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Alte Hansestadt Lemgo schreibt die Architektenleistungen (Objektplanung Gebäude und Innenräume gemäß § 34 HOAI, Leistungsphasen 1–9) für die energetische Sanierung der 1977 erbauten Einfachsporthalle des Engelbert-Kaempfer-Gymnasiums aus.
Ziel ist die Reduktion des Primärenergiebedarfs um 57,8 % und der CO₂-Emissionen um 44,4 %. Die Sanierung umfasst Gebäudehülle (Wände, Fenster, Dach), eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Wärmeversorgung über Fernwärme mit Deckenstrahlplatten, LED-Beleuchtung mit Bewegungsmeldern sowie die Herstellung der Barrierefreiheit. Das bestehende PV-Dachsystem wird temporär zurückgebaut und wieder aufgebaut.
Die Vergabe erfolgt stufenweise: zunächst werden nur die Leistungsphasen 1–4 (Grundlagenermittlung bis Genehmigungsplanung) beauftragt; die Phasen 5–9 werden optional abgerufen. Die Baumaßnahme muss bis 30.09.2028 baulich fertiggestellt und bis 31.12.2028 vollständig abgerechnet sein (Förderauflage EFRE/Land NRW).
Angebotsfrist: 08.09.2026, 12:00 Uhr – ausschließlich elektronisch über die Vergabeplattform Deutsche eVergabe. Es werden u. a. zwei Referenzprojekte (Hochbau + Bauen im Bestand, je mind. 1 Mio. € anrechenbare Kosten, LPH 3–8, Abschluss nach 01.01.2021) sowie der Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung (je 2 Mio. € für Personen-/Sach-/Vermögensschäden) gefordert.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Kriterium 1 – Honorarangebot40%
Höhe des Honorarangebotes. Bewertung über lineare Interpolation zwischen niedrigstem Preis (160 Punkte) und dem 2,0-fachen des Niedrigstpreises (0 Punkte).
- Kriterium 2 – Qualifikation des Projektteams20%
Benennung und Vorstellung der vorgesehenen Personen (insb. Projektleitung, stellv. Projektleitung, Bauleitung) mit Qualifikation (Dauer der Berufserfahrung und vergleichbare Referenzprojekte). Besonderer Fokus auf Turnhallen, Bauen im Bestand und Sanierungsprojekte im Zusammenhang mit dem GEG.
- Kriterium 3 – Organisation der Projektabwicklung20%
Darstellung der Projektkoordination, der Verfügbarkeit der Mitglieder des Projektteams, Regelungen zur Urlaubs-/Krankheitsvertretung sowie Sicherstellung der örtlichen Präsenz des Projektteams in Lemgo während Planungs- und Bauzeit.
- Kriterium 4 – Maßnahmen zur Sicherstellung der Kosten- und Termineinhaltung20%
Konzept zur Sicherstellung der Einhaltung des Kostenziels/der Baukostenobergrenze sowie des Fertigstellungstermins (bauliche Fertigstellung und vollständige Abrechnung der energetischen Sanierung). Darstellung von Methoden, Terminplan, Maßnahmen zur Absicherung von Kosten und Terminen sowie Strategien im Umgang mit Terminverzögerungen und Kostenüberschreitungen.
Kriterium 1 (Preis): Lineare Interpolation. Niedrigster Preis = 160 Punkte (= 4 × 40). Ein fiktives Angebot mit dem 2,0-fachen Preis (oder darüber) erhält 0 Punkte. Dazwischen wird linear interpoliert: 160 Pkt. × (2,0 × Niedrigstpreis − Angebotspreis) / (2,0 × Niedrigstpreis − Niedrigstpreis). Kriterien 2–4: Qualitative Bewertung mit 0–4 Punkten, multipliziert mit Gewichtung (20%). Maximal 400 gewichtete Punkte.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGegenstand und Geltungsbereich
Ausgeschrieben sind ausschließlich Planungsleistungen (Architektenleistungen des Leistungsbildes Gebäude und Innenräume gemäß § 34 HOAI), keine Bauausführung.
Gegenstand des Auftrags ist die Objektplanung für die energetische Sanierung der Einfachsporthalle am Engelbert-Kaempfer-Gymnasium (Baujahr 1977), Rampendal 63, 32657 Lemgo. Anrechenbare Baukosten (Berechnungsgrundlage, Stand 26.07.2024): 1.150.178,57 € netto (KG 300 brutto 1.045.220 €, KG 400 brutto 385.680 €). Gesamtkostenziel KG 300–700: 1.795.000 € brutto.
Leistungsphasen und stufenweise Beauftragung
Die Beauftragung erfolgt stufenweise:
Der Auftraggeber ist nicht verpflichtet, die Leistungsstufe 2 abzurufen; er kann die Leistungen auch gar nicht oder anderweitig vergeben. Abruf weiterer Stufen spätestens 4 Wochen nach Fertigstellung der Vorstufe.
Grundleistungen gemäß § 34 Abs. 3 HOAI (LPH 1–9)
Inhalt der einzelnen Leistungsphasen: Grundlagenermittlung, Vorplanung, Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung, Ausführungsplanung, Vorbereitung der Vergabe, Mitwirkung bei der Vergabe, Objektüberwachung (Bauleitung) und Objektbetreuung – jeweils für das Leistungsbild Gebäude und Innenräume.
Inhaltliche Schwerpunkte der Sanierung
Gebäudehülle:
Technische Anlagen:
Barrierefreiheit: Herstellung eines DIN 18044-1-konformen barrierefreien WCs (inkl. Raumgrößenanpassung, Sanitärobjekte, Lichtrufanlage); Umbau des zweiten barrierefreien WCs zu einem Wickelraum für Kleinstkinder.
Photovoltaik: Temporärer Rückbau der bestehenden PV-Anlage während der Dachertüchtigung (kostenfrei durch den Betreiber) und Wiederinbetriebnahme nach Abschluss der Arbeiten. Koordination mit dem PV-Betreiber durch den Objektplaner.
Besondere Leistungen und Optionen
Folgende Besondere Leistungen sind im Preisblatt zu kalkulieren:
Zusätzlich optional anzubieten:
Projektmanagement, Termine und Förderauflagen
Planungs- und Baumanagement:
Terminziele (Förderauflagen):
Energieziele: Reduktion Primärenergiebedarf 57,8 %, CO₂-Emissionen 44,4 %.
Bereits vorliegende Planungsunterlagen
Vom Auftraggeber auf der Vergabeplattform bereitgestellt:
Stundenleistungen und Preisblatt
Für nicht vorhersehbare Zusatzleistungen sind im Preisblatt Stundensätze vorzusehen für: Architekt/in, Mitarbeiter (techn./wirtsch.), Technische/r Zeichner/in.
Im Preisblatt (B-1.1) auszufüllen:
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenBefähigung zur Berufsausübung (§ 15 VgV)
Persönliche Lage – Ausschlussgründe
Keine Ausschlussgründe nach §§ 123 und 124 GWB (Eigenerklärung Anlage B-5, Formular 521 EU). Keine unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen. Jedes Mitglied einer Bietergemeinschaft sowie ggf. Unterauftragnehmer/Eignungsleiher müssen die Erklärung separat abgeben.
Handelsregister / Partnerschaftsregister
Juristische Personen, oHG, KG und Partnerschaftsgesellschaften müssen einen aktuellen Auszug aus dem Handels- oder Partnerschaftsregister (oder vergleichbares Register des Herkunftslandes) vorlegen.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit – Haftpflichtversicherung
Nachweis einer Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung mit folgenden Mindestdeckungen (jeweils pro Versicherungsfall):
Versicherer muss in der EU zugelassen sein oder es ist eine Bestätigung vorzulegen, dass im Auftragsfall die genannten Deckungssummen gelten. Im Architektenvertrag ist zudem geregelt, dass die Berufshaftpflichtversicherung lückenlos während der gesamten Vertragslaufzeit bestehen muss (jeweils zweifach je Versicherungsjahr).
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit – Referenzen
Es sind mindestens 2 Referenzprojekte nachzuweisen (Abschluss LPH 8 nach 01.01.2021, max. 5 Jahre alt). Davon muss mindestens eines für einen öffentlichen Auftraggeber gem. § 99 GWB erbracht worden sein.
Referenz 1 – Hochbau (Anlage B-13):
Referenz 2 – Bauen im Bestand (Anlage B-14):
Bei Bietergemeinschaften muss jedes Mitglied die Referenzanforderungen im Umfang der von ihm übernommenen Leistungsphasen erfüllen. Empfohlen werden persönliche Referenzen zu Turnhallen, Bauen im Bestand und GEG-Sanierungen.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit – Personal
Mindestens 2 Berufsträger (Architekten, Ingenieure, Bachelor/Master of Science/Engineering/Arts) in den letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahren (Inhaber und angestellte Mitarbeiter zählen). Nachweis über Formular B-15.
Im Angebot ist das vorgesehene Projektteam mit Projektleitung, stellv. Projektleitung und Bauleitung namentlich zu benennen, inkl. Qualifikation, Lebensläufen und persönlichen Referenzprojekten (auf Anforderung auch Aufklärungsgespräche in KW 38/2026).
Sanktionspaket EU (Russland-Sanktionen)
Abgabe der Eigenerklärung nach Artikel 5k der Verordnung (EU) Nr. 833/2014 (Fassung Art. 1 Ziff. 15 der Verordnung (EU) 2022/1269). Bieter dürfen keinen Bezug zu Russland aufweisen (Staatsangehörigkeit, Niederlassung, Anteil > 50 %, Vertretung). Auch Unterauftragnehmer/Lieferanten mit über 10 % des Auftragswerts sowie Unternehmen, deren Kapazitäten für die Eignung genutzt werden, müssen sanktionskonform sein. Formular B-9 (523 EU).
Präqualifikation und Eignungsleihe
Optionale Nutzung der Präqualifikation (z. B. amtliches-verzeichnis.ihk.de, pq-verein.de). Ohne Präqualifikation ist die Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE) abzugeben. Eignungsleihe über andere Unternehmen ist nach § 47 VgV zulässig (Formulare B-7/532 EU und B-8/533 EU).
Zuschlagskriterien (Wertung)
Die Angebotswertung erfolgt nach folgenden Kriterien (Bewertungsmatrix Anlage E):
Mindestens 1 Referenzprojekt Hochbau (Neubau, Erweiterung oder Kernsanierung eines Hochbauprojekts) – Planung und Objektüberwachung gemäß § 34 HOAI
Vorzugsweise Turnhallen / Sporthallen; mind. LPH 3–8 erbracht; Formular B-13 mit Projektbeschreibung und Referenzschreiben des Auftraggebers; Nachweis ob öffentlicher Auftraggeber gem. § 99 GWB
Mindestens 1 Referenzprojekt Bauen im Bestand / energetische Sanierung eines Bestandsgebäudes (Kernsanierung oder energetische Sanierung) – Planung und Objektüberwachung gemäß § 34 HOAI
Vorzugsweise GEG-bezogene Sanierungsprojekte; mind. LPH 3–8 erbracht; Formular B-14 mit Projektbeschreibung und Referenzschreiben; Nachweis ob öffentlicher Auftraggeber gem. § 99 GWB
Mindestens eines der beiden Referenzprojekte (Hochbau ODER Bauen im Bestand) muss für einen öffentlichen Auftraggeber gem. § 99 GWB erbracht worden sein
Kontaktdaten und Ansprechpartner des Bauherrn/Auftraggebers zwingend angeben