Erdarbeiten
Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenWas wird hier beschafft?
Im Diepholzer Müntepark (Postdamm 9) entsteht ein neues Allwetterbad als Ersatz für das alte Freibad. Dafür muss das alte Bad teilweise zurückgebaut und das Gelände für den Neubau vorbereitet werden – das ist der Umfang dieser Ausschreibung.
Was muss der Auftragnehmer tun?
Wie läuft das Verfahren?
Offenes Verfahren nach VOB/A (EU-weit). Ein einziges Los. Angebote ausschließlich elektronisch über das Vergabeportal DTVP.
Wann?
Leistungszeitraum ca. 01.02.2027 bis 31.05.2027 (4 Monate). Angebotsfrist: 12.11.2026.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Zuschlagskriterium Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt (nachgerechnete Angebotssumme unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten). Werkstätten für Behinderte erhalten bei der Wertungssumme einen Bonus von 15 Prozent; bei gleicher Wirtschaftlichkeit erhält die Werkstatt den Zuschlag.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenVorbemerkungen und Kalkulationsgrundlagen
Alle kalkulationsrelevanten Hinweise der Vorbemerkungen sind zu beachten. Die Maßnahme betrifft den Neubau des Allwetterbades Diepholz mit Hallenbad (u.a. 6 × 25-m-Bahnen, Sprunganlage, Kurs-/Erlebnisbecken, Kinderbecken, Rutschenturm) und Freibad auf einem ca. 17.500 m² großen Grundstück im Müntepark. Maßgebend sind die Vorgaben des geotechnischen Berichts (Dr. Joachim Lübbe), die einschlägigen DIN-Normen (u.a. DIN 18300, DIN 18299, DIN EN 1610, DIN 18134, ATV-Regelwerk) sowie die ZTV Erdarbeiten.
Allgemeine Ausführungsbedingungen
Die Bieterleistung umfasst auch: Anlieferung und Vorhaltung der Baustelleneinrichtung über 4 Monate, Teilnahme an wöchentlichen Baubesprechungen durch einen Fachbauleiter, tägliche Führung des Bautagebuchs mit wöchentlicher Übergabe, Anfertigung der Werkplanung innerhalb von 3 Kalenderwochen nach Auftragserhalt (2-fach Papier plus PDF/DWG/DXF), gemeinsame Erstellung des Baustelleneinrichtungsplans mit Bauleitung und SiGe-Koordinator sowie eigenständige Einholung der für die Baustelleneinrichtung erforderlichen Genehmigungen (Verkehrszeichen, Sondernutzung, Schutzmaßnahmen). Bauschutträumungs-Vollzugsmeldungen sind jeden Donnerstag um 15:00 Uhr vorzulegen; während der Ausführungszeit ist Winterdienst ohne gesonderte Berechnung einzurechnen. Anschluss von Baustrom und Bauwasser sowie die Baustellenreinigung sind über die Kostenumlage des 214-Beiblatts abgedeckt.
Baufeld und Bestandsgebäude
Vor Baubeginn sind alle für den späteren Neubau hinderlichen Bestandteile zu beräumen: das bestehende Nichtschwimmer- und Springerbecken des alten Freibads werden vollständig zurückgebaut, das Schwimmerbecken teilrückgebaut. Hinzu kommen Beräumung von Pflasterflächen, Abbruch von Betonschächten und Fundamenten sowie die Rodung von 45 Bäumen unterschiedlicher Stammdurchmesser und Strauchrodung. Erforderlich sind ebenfalls der Rückbau erdverlegter Leitungen und die Entsorgung dieser Materialien.
Erdbau und Baugrube
Auszuheben sind ca. 8.000 m³ Boden in den Homogenbereichen B1 (1.200 m³), B2 (4.500 + 3.200 + 600 m³) und B3 (250 m³); teilweise Abtransport, teilweise Lagerung und Wiedereinbau. Die Baugrubensohle liegt bei −6,50 m. Zur Sicherung kommt eine Trägerbohlwand HEA 260 (ca. 85 m²) mit vorgebohrten Trägern, gekürzten und im Boden verbleibenden Bohlen sowie Absturzsicherung zum Einsatz. Für die Schachtgruben ist zusätzlich ein Verbau bis 2,50 m Tiefe (ca. 100 m²) vorzuhalten. Die Oberflächen sind als Grob- und Feinplanum zu profilieren; in den Verkehrsflächen sind Tragfähigkeitsmessungen nachzuweisen.
Wasserhaltung und Dränage
Es ist eine geschlossene Wasserhaltung mit Drängräben, Filtervlies, Bettungsmaterial, Dränrohren DN 100/150 und vier Kontrollschächten herzustellen. Vier Schmutzwassertauchpumpen (10 m³/h) sind zu installieren, in Betrieb zu nehmen und über 10 Monate zu warten.
Kanalbau und Schächte
Verlegt werden ca. 600 lfdm Rohrleitungen in unterschiedlichen Dimensionen DN 150–400 aus PP inklusive Bögen, Abzweige, Reduzierstücke, Muffen und Stopfen. Hinzu kommen je 5 Kontrollschächte für Schmutzwasser (DN 800, T 1,40–2,10 m) und Regenwasser (DN 800/1000, T 1,20–1,75 m) – insgesamt 10 Schächte – mit geruchsdichten Abdeckungen Klasse D. Die Kontrollprüfungen umfassen Dichtheitsprüfung (Luft/Wasser), Spülen, Kamerabefahrung und Abnahme; durchzuführen durch ein zertifiziertes Unternehmen (Güteschutz Kanalbau Beurteilungsgruppe D bzw. D-GE) mit vorher vorzulegenden Sachkundenachweisen. Rohrgräben sind nach Homogenbereichen O, B1, B2, B3 auszuheben und wieder zu verfüllen.
Tragschichten und Baustraßen
Auf ca. 2.870 m² ist eine Frostschutzschicht (D = 30 cm) und auf ca. 2.800 m² eine ungebundene Tragschicht aus gebrochenem Mineralgemisch 0–32 mm herzustellen (davon 1.100 m² Bk 1,0 und 1.770 m² Bk 0,3). Für Baustraße und Lagerplatz sind ca. 3.500 m² Schotter (30 cm Stärke) mit Geoflies einzubauen.
Oberboden- und Bodeneinbau
Rund 2.500 m² bewachsene Fläche sind zu fräsen, ca. 950 m³ Oberboden abzutragen, fachgerecht zu lagern und die Mieten einzusäen. Für den Wiedereinbau sind ca. 1.000 m³ HKS 0–45 mm, Füllsand und Grobschotter am Böschungsfuß auf Trennvlies einzubauen.
Entsorgung und Nachweisführung
Aushubmaterial ist zu beproben (Deklarationsanalysen durch akkreditiertes Labor nach EBV/LAGA, BBodSchV, DepV) und entsprechend seiner Belastung (RC-3, BM-F0*, BM-F1, BM-F2, BM-F3, >BM-F3/DK II) nachweispflichtig zu entsorgen. Verwertungs- und Entsorgungsnachweise inklusive Wiegescheine sind vorzulegen.
Schürfgruben und Suchschlitze
Auf Wunsch/bei Bedarf sind ca. 200 m³ Maschinenaushub für Schürfgruben, Suchschlitze und Sicherungen auszuführen, das Material zu lagern und fachgerecht zu verfüllen.
Sonstiges und Stundenlohnarbeiten
Stammschutz, Schutzplane für Böschungen, zusätzliche Tragfähigkeitsmessungen, Stillstandszeiten und die Gesamtdokumentation (Entsorgungsnachweise, Bautagesberichte, Prüfzeugnisse, Revisionspläne, Kamerabefahrung, 2-fach Ordner) sind Bestandteil der Leistung. Für nicht vorhersehbare Zusatzleistungen sind Stundenlohnarbeiten für Vorarbeiter, Facharbeiter, Helfer sowie diverse Lkw und Baugeräte in den Angebotspreis einzurechnen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenAllgemeine Formalnachweise und Zuverlässigkeit
Gefordert sind entweder die PQ-Nummer oder das Formblatt 124 (Eigenerklärung zur Eignung) bzw. die Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE). Auf Verlangen sind Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug, Handwerksrolleneintrag/IHK-Eintragung nachzureichen. Der Bieter darf sich nicht in einem Insolvenzverfahren oder einer Liquidation befinden; ein ggf. bestätigter Insolvenzplan ist vorzulegen. Es dürfen keine schweren Verfehlungen gem. § 6e EU VOB/A vorliegen: keine Verurteilungen zu Freiheitsstrafe > 3 Monate, Geldstrafe > 90 Tagessätze oder Geldbuße > 2.500 Euro in den letzten 2 Jahren.
Steuerliche, sozialversicherungs- und beitragsrechtliche Zuverlässigkeit
Die ordnungsgemäße Erfüllung der steuerlichen Pflichten ist nachzuweisen (Freistellungsbescheinigung des Finanzamtes nach § 48b EStG, Unbedenklichkeitsbescheinigung Finanzamt/Steuersachen). Für beitragspflichtige Unternehmen: Unbedenklichkeitsbescheinigung der tariflichen Sozialkasse. Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft mit qualifizierter Unbedenklichkeitsbescheinigung und Angabe der Lohnsummen.
Fachliche Leistungsfähigkeit – Referenzen
Vergleichbare Leistungen aus den letzten 5 Kalenderjahren sind nachzuweisen. Bei engerer Wahl sind 3 Referenznachweise vorzulegen, die Erdbau, Kanal-/Rohrleitungsbau, Wasserhaltung oder Baugrubenverbau abdecken. Maßgeblich sind u.a. Art und Umfang der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, eingesetzte Mitarbeiter und die vertragliche Rolle (Hauptauftragnehmer/ARGE/Nachunternehmer), sowie die Bestätigung der vertragsgemäßen Ausführung.
Personelle Leistungsfähigkeit und Kapazität
Auf Verlangen ist die Zahl der jahresdurchschnittlich beschäftigten Arbeitskräfte der letzten 3 Kalenderjahre, gegliedert nach Lohngruppen mit extra ausgewiesenem Leitungspersonal, anzugeben. Für die Ausführung notwendige Kapazitäten anderer Unternehmen (Nachunternehmer oder Eignungsleihe) sind über die Formblätter 233, 235 und 236 offenzulegen; bei Eignungsleihe ist eine gemeinsame Haftungserklärung erforderlich. Eine bestehende Haftpflichtversicherung ist nachzuweisen.
Rechtliche Ausschlusskriterien und sonstige Erklärungen
Erklärung zu § 4 Abs. 1 NTVergG (Mindestlohn) sowie die Selbstauskunft zu Russlandsanktionen gem. Art. 5k VO (EU) 833/2014 (kein Russlandbezug des Bieters, der Bieter-/Arbeitsgemeinschaft und sämtlicher Unterauftragnehmer/Lieferanten mit >10 % Auftragswert). Bietergemeinschaften benennen einen Bevollmächtigten und haften gesamtschuldnerisch. Preisnachlässe sind nur als unbedingte Vomhundertsätze auf die Abrechnungssumme zulässig.
Verfahrens- und abgabebezogene Vorgaben
Verfahren: Offenes Verfahren nach VOB/A Abschnitt 2 (EU). Nebenangebote sind nicht zugelassen. Angebote sind ausschließlich elektronisch über das Vergabeportal DTVP einzureichen; die Kommunikation erfolgt ebenfalls ausschließlich über das Portal. Angebote sind frist- und formgerecht einzureichen; Sprache ist Deutsch. Formular der Vergabestelle sind zu verwenden, Eintragungen dokumentenecht. Bindefrist des Angebots: 5 Wochen ab Angebotsabgabe.
Vergleichbare Leistungen – Erdarbeiten, Kanal-/Rohrleitungsbau, Wasserhaltung und/oder Baugrubenverbau
Vorlage nur bei engerer Wahl. Gefordert: Ansprechpartner, Art der ausgeführten Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, maßgeblicher Leistungsumfang mit eigenen Mengen, durchschnittlich eingesetzte Arbeitnehmer, technische/gerätespezifische Besonderheiten, Art der Baumaßnahme (Neubau/Umbau/Denkmal), vertragliche Bindung (Haupt-/ARGE-/Nachunternehmer), koordinierte Gewerke, Bestätigung des Auftraggebers über vertragsgemäße Ausführung
Wettbewerb & Angebotsprognose
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