Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenÖffentliche Ausschreibung der Stadt Frankfurt am Main für Erschließungsarbeiten rund um den Friedhof Griesheim (Waldschulstraße 79).
Gefragt ist ein Bauunternehmen für eine gebündelte Tiefbau-Maßnahme: Schmutzwasserkanal wird neu an das öffentliche Netz angeschlossen, eine alte Schmutzwassergrube abgebrochen, Regenwasser über eine Füllkörperrigole versickert, der Vorplatz der Trauerhalle neu gepflastert, Erd- und Verbauarbeiten inklusive eines kurzen Tunnel-/Stollenabschnitts ausgeführt sowie Verkehrssicherung und Kampfmittelräumung übernommen.
Einzureichen sind u.a. das Angebotsformblatt (VHB 211), die Eigenerklärung zur Eignung (VHB 124) mit 3 vergleichbaren Referenzen, Angaben zu Nachunternehmern, technischer Ausrüstung, deutschsprachigem Personal sowie Qualifikationsnachweise für Kanalbau (RAL-GZ 961), Kampfmittelräumung (RAL-GZ 901), Verkehrssicherung (MVAS 99) und ein SIGE-Koordinator. Zuschlag allein nach Preis (100 %).
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt, basierend auf nachgerechneten Angebotssummen unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbeträgen aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenKanal- und Entwässerungsarbeiten
Verlegung des Schmutzwasserkanals in offener Bauweise, überwiegend als PP-Vollwandrohr DN 150 (ca. 196 m), ein kurzer Abschnitt DN 100 (ca. 8 m) sowie ein Teilstück DN 150 STZ im Stollen (ca. 11 m). Lieferung und Einbau von 9 Stahlbetonfertigteilschächten DN 1000, 1 Reinigungsschacht DN 1000 sowie der Anschluss an die bestehende Sickergrube. Regenwasser wird über eine Füllkörperrigole (V ≈ 3,4 m³) versickert, einschließlich Kontrollschacht, Reinigungsschacht RW 2, Rohrleitungen DN 150 PP (Gefälle 6,7 ‰), Schächten DN 1000 PP, Schachtabdeckungen Klasse D 400 mit Lüftungsöffnungen, Sauberkeitsschicht (10 cm Splitt 2/8), Magerbeton, Betonfertigteilen und Geovlies.
Erd-, Verbau- und Tunnelbauarbeiten
Aushub, Bodenabfuhr und Verfüllmaterial für alle Gräben. Verbauarbeiten zur Sicherung der Baugruben. Zusätzlich Tunnel-/Stollenbauarbeiten für den Hausanschluss-Stollen (Steinzeug DN 150). Grundwasserhaltung über mindestens 7 Tage nach Betoneinbau: Pumpensumpf, Elektro-Pumpenanlage 10 l/s (90 Tage Vorhaltung, 50 h Betrieb), Baudrainage D 160 mm (10 m), Drainage-Kiesbett (10 m³). In Wohngebieten ausschließlich elektrisch betriebene Pumpenaggregate; Betriebsbuch/Dokumentation ist Pflicht. Keine Recyclingbaustoffe zugelassen.
Bauwerke und Schachtzubehör
Stahlbetonfertigteilschächte DN 1000 (9 Stück) inkl. Schachtzubehör und -einbauteilen. Reinigungsschacht als PP-Bauwerk DN 1000. Alle Schachtabdeckungen Klasse D 400 mit Lüftungsöffnungen. Stahlbauteile in Edelstahl (Werkstoff 1.4571 oder 1.4301) für Regenwassersysteme.
Abbrucharbeiten
Abbrechen und Entsorgen der bestehenden Schmutzwassergrube aus Beton. Rodung der Pflanzflächen auf dem Friedhofsvorplatz (ca. 3,5 m²). Aufnehmen und Entsorgen von ca. 240 m² Betonplatten, ca. 330 m² wassergebundener Decke, ca. 130 m² Asphaltdecke sowie ca. 2 m² Pflaster inkl. Unterbau am Bankstandort. Ausbauen vorhandener Schachtdeckel (60×60 cm und 70×70 cm), Absperrpoller inkl. Bodenhülsen (3 Stück) und eines Feststellers; diese werden zur Wiederverwendung gelagert bzw. im Rahmen der Pflasterarbeiten neu eingebaut.
Oberflächenarbeiten Vorplatz Trauerhalle
Rückbau und Wiederherstellung der befestigten Flächen auf dem Vorplatz der Trauerhalle:
Baustelleneinrichtung und Verkehrssicherung
Baustelleneinrichtung mit zwei Lagerflächen von je ca. 80 m², inkl. Baustrom und Bauwasser. Verkehrssicherung nach MVAS 99: verkehrsrechtliche Anordnungen, Aufbruchgenehmigungen, Behelfsbrücken und -wege. Arbeitszeiten Mo–Fr 07:00–20:00 Uhr (lärmintensive Arbeiten nur 08:00–19:00 Uhr). Rücksichtnahme auf Friedhofsordnung: Arbeitsunterbrechungen bei Beerdigungen sind einzuhalten. Abstimmung mit der Stadtentwässerung Frankfurt ca. 2 Wochen Vorlauf. Vor Baubeginn Beweissicherung (Bilderdokumentation).
Kampfmitteluntersuchung
Flächensondierung ca. 950 m² sowie baubegleitende Aushubüberwachung ca. 120 h – jeweils vor Aufgrabungsarbeiten und nur durch ein nach § 7 / § 20 Sprengstoffgesetz zugelassenes Unternehmen. Behördliche Vorlaufzeit ca. 2 Wochen. Bescheinigung über Sondierarbeiten nach neuestem Stand der Technik inkl. Lageplan und Detektionsverfahren ist vorzulegen.
Baum-, Umwelt- und Lärmschutz
Baumschutz über Wurzelsuchgräben, Stammschutz und Wurzelbereichsschutz. Einhaltung der Umwelt-, Lärm- und Baumschutzvorschriften. Sämtliche Höhen- und Winkelangaben sind vom Auftragnehmer zwingend in der Örtlichkeit zu überprüfen; über verlegte Versorgungs- und Entsorgungsleitungen ist vor Beginn der Arbeiten Erkundigung einzuholen; Suchschlitze nur in Abstimmung mit der örtlichen Bauüberwachung.
Prüfungen, Dokumentation und Abnahme
Dichtheitsprüfungen und optische Inspektion (TV-Befahrung) aller neu verlegten Haltungen und Schächte, in Abstimmung mit Stadtentwässerung Frankfurt (ca. 2 Wochen Vorlaufzeit). Dokumentation der Wasserhaltung im Betriebsbuch. Nach Verlangen hat der Auftraggeber binnen 12 Werktagen, im Regelfall binnen 7 Werktagen, die Abnahme durchzuführen. Verjährungsfrist für Mängelansprüche 4 Jahre.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenBerufliche und rechtliche Eignung
Eintragung in Handelsregister oder Handwerksrolle (soweit pflichtig); Mitgliedschaft in der zuständigen Berufsgenossenschaft. Keine zwingenden oder fakultativen Ausschlussgründe nach § 123 und § 124 GWB, kein wirksames Berufsverbot (§ 70 StGB), kein vorläufiges Berufsverbot (§ 132a StPO), keine Gewerbeuntersagung (§ 35 GewO); kein anhängiges Insolvenzverfahren. Ordnungsgemäße Abführung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Nachweis über jahresdurchschnittliche Beschäftigtenzahl, gegliedert nach Lohngruppen, mit separat ausgewiesenem Leitungspersonal.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Umsatz der letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahre (Bauleistungen und vergleichbare Leistungen). Testierte Jahresabschlüsse bzw. G&V-Rechnungen oder Bestätigung eines Wirtschaftsprüfers/Steuerberaters. Auf Verlangen: Bescheinigung in Steuersachen, Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG. Gewerbezentralregisterauszug wird ab Auftragssumme ≥ 30.000 € durch den Auftraggeber eingeholt.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Mindestens 3 vergleichbare Referenzen aus den letzten 5 Kalenderjahren (Kanalverlegung, Bauwerke, Erd- und Verbauarbeiten, Abbrucharbeiten) mit Referenzbescheinigung nach VHB-Formblatt 444. Nachweis der technischen Ausrüstung, die dem Bieter für die Ausführung zur Verfügung steht. Ausreichende Anzahl von Arbeitskräften für die Leistungsausführung.
Qualitätsnachweise Kanalbau und Kampfmittelräumung
RAL-Gütezeichen Kanalbau GZ 961 oder gleichwertiges Prüfzeugnis gemäß Abschnitt 4.1 (Erstprüfung) mit Verpflichtung zur RAL-Gütesicherung (Fremd- und Eigenüberwachung) für die Dauer der Werkleistung. Für die Kampfmittelräumung: RAL-GZ 901 oder gleichwertiger Nachweis gemäß Abschnitt 6.1 mit Verpflichtung zur Fremd- und Eigenüberwachung. Gütesicherungsnachweis bestehend aus Fremd- und Eigenüberwachung.
Personal- und Baustellenanforderungen
Deutsch sprechender Bauleiter / Fachbauleiter ist bei Vertragsabschluss zu benennen. Deutsch sprechender weisungsberechtigter Mitarbeiter (z. B. Polier) ist während der gesamten Bauausführung jederzeit auf der Baustelle anwesend. Benennung eines SIGE-Koordinators. Qualifikationsnachweis für Verkehrssicherung gemäß MVAS 99. Nachunternehmer (ab 10.000 € Auftragssumme) müssen eine gleichlautende Eigenerklärung vorlegen; Kalkulationsangaben der NU sind offenzulegen.
Verpflichtungserklärungen und Tariftreue
Verpflichtungserklärung zur Tariftreue und Mindestentgelt nach Hessischem Vergabe- und Tariftreuegesetz (HVTG). Auskunfts- und Prüfungsrecht nach § 7 Abs. 1 HVTG ist einzuräumen und an Nachunternehmen sowie Verleihunternehmen vertraglich weiterzugeben. Pflicht zur Führung täglicher Anwesenheitslisten, Mitführung von Identitätsnachweisen der eingesetzten Arbeitskräfte sowie vertragliche Weitergabe aller WBVB-Verpflichtungen an Nachunternehmer. Keine Gleitklausel für Lohn- und Materialkosten.
Sicherheitsleistungen und Bürgschaften
Sicherheit für Vertragserfüllung: 5 % der Auftragssumme (inkl. USt) per Vertragserfüllungsbürgschaft, sofern die Auftragssumme ≥ 250.000 € ohne USt beträgt. Sicherheit für Mängelansprüche: 3 % der Summe der Abschlagszahlungen zum Zeitpunkt der Abnahme per Mängelansprüchebürgschaft. Vorauszahlungs- bzw. Abschlagszahlungsbürgschaft nach § 16 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 VOB/B, sofern Abschlags- oder Vorauszahlungen beansprucht werden.
Vergleichbare Referenzen über Kanalverlegung, Bauwerke, Erd- und Verbauarbeiten sowie Abbrucharbeiten (Kanalbau- und Erschließungsprojekte, möglichst mit Schmutzwasserkanälen, Tunnel-/Stollenbau und Rigolenbau). Je Referenz: Auftraggeber mit Anschrift, Ansprechpartner und Telefonnummer sowie Bausumme.
Referenzbescheinigung nach VHB-Formblatt 444. Gilt für die Gesamtleistung (keine Losaufteilung).