Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenBauleistung (VOB) für die Errichtung einer Reinstgas-Versorgungsanlage im Neubau des Biophotonik-Gebäudes des Leibniz-IPHT in Jena. Die Anlage versorgt Laborflächen (S2/S3), Büros und Konferenzbereiche über mehrere Geschosse mit Stickstoff, Argon und Kohlendioxid (Reinheit bis 6.0). Umfasst Druckminderstationen, Edelstahl-Rohrleitungen mit Orbitalschweißung, Entnahmestellen, Magnetventile, Gaswarnanlage, Gasmangelsignalisierung, Inbetriebnahme, Probebetrieb und Dokumentation. Einziges Los (LOT-0000).
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel, Instandhaltungsangeboten.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenRohrleitungssystem und Verbindungstechnik
Ca. 1.800 m Edelstahlrohr 8/10 × 1 mm (1.4404/316L), spezialgereinigt und elektropoliert (Ra ≤ 0,2 µm). Verbindungstechnik überwiegend Orbitalschweißung unter Schutzgas; Klemmringverschraubungen und VCR-Verschraubungen in unzugänglichen Bereichen.
Zusätzlich ca. 30 m Edelstahlrohr 28 × 1,5 mm als Abblaseleitung über Dach (Schwanenhals), inkl. 1 Dachdurchdringung/Haube.
Verlegung horizontal unter Decke auf Rohrtrasse und auf Wand; Anschluss an Laboreinrichtungen von oben. Kennzeichnung mit farbigen Aufklebern nach DIN 2403 (Gasart + Fließrichtung) am Raumeingang, vor Absperrventil und alle 3 m im Raum.
Druckminderstationen und Gasflaschenlager
3 Flaschen-Druckminderer-Batterien (je 4 Flaschen) für Standardgase bis Reinheit 6.0 (N₂, Ar, CO₂).
3 Zweiflaschenstationen im Gaslager im Erdgeschoss mit einstufiger Druckreduzierung von 200 bar auf ca. 12 bar und automatischer Umschaltung.
12 Wandflaschenhalterungen für 12 Gasflaschen. Halteschienen und Ketten (4-fach und 10-fach) sowie 2 Gasflaschenwaagen (ATEX, 0–140 kg) für CO₂.
Die Druckgasflaschen selbst werden vom Nutzer beigestellt.
Entnahmestellen und Armaturen
Ca. 95 Entnahmestellen aus Messing für Standardgase bis Reinheit 6.0 (N₂, Ar, CO₂) – als Labortisch-/Ampeleinbau, Wandanbau oder Laborabzugseinbau (teflonbeschichtet). PN 40, Leckrate max. 1 × 10⁻⁷ mbar·l/s. Jede Entnahmestelle mit Vorabsperrventil, Entnahmedruckminderer und Regelventil.
Ca. 85 Absperrarmaturen für manuelle Absperrungen an Entnahmearmatur, Zuleitung Laboreinrichtung (ca. 2,00 m über OKF) und Flaschenanschlüssen.
Ca. 40 Wanddurchführungen (Trockenbau, Massivwände) inkl. brandschutzgerechtem Verschluss sowie Deckendurchführungen (Kernbohrung F90).
Magnetventile, Gaswarn- und Gasmangelsignalisierung
3 Magnetventile (230 V, IP 65) für Reinstgase bis Reinheit 6.0 inkl. 1 Schaltkasten. Automatische Abschaltung bei Brandmeldung, Lüftungsausfall, Gasalarm oder Raum-Not-Aus.
1 Gaswarnanlage im Gaslager mit Atemluftüberwachung (Sensoren in Tischhöhe), 4-Kanal-Gasmesscomputer (USV ≥ 1 h), Blitzleuchten innen/außen und Hupe. Automatische Abschaltung via Magnetventil bei Alarmstufe 2.
1 Gasmangelsignalisierung mit Kontaktmanometer (vordruckseitig), optisch/akustisch quittierbarer Meldung, Signalkästen und Meldeleuchte.
Elektroverkabelung
Verkabelung der Gaswarnanlage und Gasmangelsignalisierung mit NYM 5×1,5 mm² und NYM-J 3×1,5 mm² inkl. Kabelkanal.
Nicht im Leistungsumfang enthalten: Stromversorgung der Schaltkästen Not-Aus, Gasmangelsignalisierung und Gaswarnanlage sowie Not-Aus-Taster – diese werden durch das Elektrogewerk erbracht.
Prüfungen, Inbetriebnahme, Probebetrieb und Erhaltung
Druck- und Dichtheitsprüfung mit Helium (1,2-facher Arbeitsdruck, ≥ 12 Stunden) inkl. Protokoll.
Spülung, Gasfeuchtespuren-Test mit AlOx-Sensor (Zielwert < 5 ppmv Wasser) und Schweißnahtkontrolle.
Vorfunktionsprüfung nach Montageabschluss und Inbetriebnahme inkl. Einregulierung, Drehrichtungsprüfung, Schaltfunktionen, GLT-Anbindung und einmalige Einweisung des Bedienpersonals.
Gewerkeübergreifender Probebetrieb über 12 zusammenhängende Kalenderwochen (inkl. Black-Building-Test, Brandfallsteuermatrix-Test); Voraussetzung sind 14 zusammenhängende Kalendertage störungsfreier Betrieb.
Erhaltungsbetrieb 10 Wochen nach Inbetriebnahme bis VOB-Abnahme (Kontrollgänge, Prüfung, Wartung, Störungsbeseitigung, Rufbereitschaft).
Schulung, Dokumentation und digitale Zusammenarbeit
Mindestens 2 Einweisungs-/Schulungstermine (Theorie + Praxis), Agenda 30 Tage vor dem ersten Termin, Protokoll unterschrieben.
Vollständige Dokumentation mind. 2 Wochen vor Abnahme digital via PKM: Inhaltsverzeichnis, Nachweise (CE, ÜZ, abP, abZ, ZiE, ETA), Berechnungen, Statik, Produktdatenblätter, Sicherheitsdatenblätter, Wartungs-/Bedienungsanleitungen, Prüfprotokolle, Werkzeichnungen (1:100/1:50), Fotodokumentation, VOB-Abnahmeniederschrift, Fachunternehmerbescheinigung.
Projektkommunikation zwingend über die projekteigene Plattform PKM; Rechnungen ebenfalls digital via PKM und E-Mail mit Referenznummer 192507.
Baustellenlogistik und allgemeine Pflichten
Arbeitszeiten werktags 07:00–20:00 Uhr, samstags 07:00–13:00 Uhr; Baufeld-Zutritt ab 06:30 Uhr. Wöchentliche Baubesprechungen mit verpflichtender Teilnahme eines bevollmächtigten Vertreters.
Werktägliche Baustellenreinigung und Müllentsorgung; ggf. Winterdienst.
Vorlage Bauzeitenplan 2 Wochen nach Beauftragung; Werkstatt- und Montagepläne etagenweise (3 Wochen Prüfzeit pro Etage).
Abfallentsorgung gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) – Trennung, Erfassung und Nachweisführung.
Nicht im Leistungsumfang
Druckgasflaschen (Beistellung Nutzer), Stromversorgung Schaltkästen/Not-Aus/Gaswarnanlage/Gasmangelsignalisierung (Elektrogewerk), Druckgasflaschenschränke inkl. Montageschienen (Labortechnik), Zuleitungen zu Analysegeräten/Anschlussadapter.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenAllgemeine Teilnahmebedingungen
Offenes Verfahren nach VOB/A Abschnitt 2; grundsätzliche Teilnahme aller geeigneten Unternehmen.
Angebote sind in deutscher Sprache abzufassen; fremdsprachige Bescheinigungen benötigen eine deutsche Übersetzung.
Formale Anforderungen: vorgegebene Vordrucke verwenden, Preise in Euro ohne USt. mit max. 3 Nachkommastellen, keine Mischkalkulationen, elektronische Angebotsabgabe in Textform über die Vergabeplattform.
Unternehmerische Eignung
Nachweis der Eignung entweder durch Eintrag im Präqualifikationsverzeichnis des Vereins für Präqualifikation von Bauunternehmen e.V. (ggf. ergänzt durch auftragsspezifische Einzelnachweise) oder durch Eigenerklärung zur Eignung (Form 124) bzw. Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE).
Auf Verlangen: Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug, Eintragung Handwerksrolle/IHK; Erklärung jahresdurchschnittliche Arbeitskräfte der letzten 3 Jahre nach Lohngruppen inkl. Leitungspersonal; ggf. rechtskräftig bestätigter Insolvenzplan.
Wirtschaftliche und finanzielle Zuverlässigkeit
Auf Verlangen vorzulegen: Unbedenklichkeitsbescheinigung der tariflichen Sozialkasse, Unbedenklichkeitsbescheinigung Finanzamt bzw. Bescheinigung in Steuersachen, Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG sowie Unbedenklichkeitsbescheinigung der Berufsgenossenschaft (inkl. Lohnsummen).
Fachliche/Technische Eignung
Auf Verlangen vorzulegen: Referenznachweise gemäß Formblatt Eigenerklärung zur Eignung sowie Produktdatenblätter benannter Fabrikate.
Aus dem Leistungsverzeichnis ergeben sich zwingende fachliche Anforderungen: Nachweis der Qualifikation für Orbitalschweißen (im Schweißnahtbuch zu dokumentieren), ständige Anwesenheit von deutschsprachigem, weisungsbefugtem Fachpersonal (AG kann Qualifikation prüfen und Austausch verlangen), nur fachlich geeignete Personen für Gerüstbau (DIN 4420-1/DIN EN 12810).
Urkalkulation wird zur Preisprüfung geöffnet und danach wieder verschlossen.
Nachunternehmer, Bietergemeinschaften und Eignungsleihe
Bei Einsatz anderer Unternehmen: Benennung der Leistungen/Kapazitäten (Form 235); Verpflichtungserklärung (Form 236) auf gesondertes Verlangen.
Bei Eignungsleihe gemeinsame Haftung; Präqualifikation oder Erfüllung der Präqualifikationsvoraussetzungen nachzuweisen.
Bietergemeinschaften benötigen eine Erklärung aller Mitglieder in Textform mit bevollmächtigtem Vertreter; gesamtschuldnerische Haftung aller Mitglieder.
Compliance: ThürVgG und Russland-Sanktionen
Pflicht-Eigenerklärung nach § 8 Abs. 1 S. 1 ThürVgG (auf Verlangen vorzulegen) zu Tariftreue, Leiharbeit, Entgeltgleichheit, Nachunternehmereinsatz, Pflichtweitergabe und Dokumentation.
Eigenerklärung zu Sanktionen gemäß VO (EU) 2022/576 (Russland) – zwingend mit dem Angebot abzugeben. Ausschluss bei Bezug zu Russland: russische Staatsangehörigkeit, Niederlassung in Russland, >50 % Beteiligung durch russische Personen/Unternehmen oder Handeln im Auftrag solcher Stellen. Auch beteiligte Unternehmen (Unterauftragnehmer, Lieferanten, Kapazitätsgeber) mit >10 % des Auftragswerts dürfen keinen solchen Bezug aufweisen.
Referenznachweise gemäß Formblatt Eigenerklärung zur Eignung (auf Verlangen der Vergabestelle vorzulegen)
konkrete Vergleichbarkeitskriterien nicht in den vorliegenden Unterlagen definiert