Neubau Wasserwerk Jülich / Bauabschnitt 1 : Errichtung neues Absetzbecken Verfahrenstechnik
Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenErrichtung einer neuen Absetzbeckenanlage für das Wasserwerk Jülich bei laufendem Betrieb der Bestandsanlage.
Der Auftrag umfasst Tiefbau und erdverlegte Rohrleitungen, die verfahrens-, elektro- und automatisierungstechnische Installation, den Umschluss der bestehenden Aufbereitungsanlage mit Übergangsbetrieb sowie die Außerbetriebnahme und den Rückbau des alten Absetzbeckens. Anschließend erfolgt die schlüsselfertige Inbetriebnahme, Abnahme und ein vierjähriger Wartungsvertrag.
Der Neubau der Filterhalle ist ausdrücklich nicht Teil dieser Ausschreibung.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preiskriterium100%
Preis
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenAnlagenumfang
Die neue Anlage umfasst zwei Absetzbecken sowie zwei Klarwasserpumpen und eine Pumpensumpfpumpe. Das Verfahrensschema weist für die Becken ein Nutzvolumen von jeweils 350 m³ und Abmessungen von jeweils 17 m × 6,5 m × 3,5 m aus; das Leistungsverzeichnis nennt für die Absetzbecken jeweils 330 m³ Nutzinhalt.
Die Anlage umfasst außerdem Armaturen, Mess-, Steuer- und Überwachungstechnik, Dosier- und Instrumentierungseinrichtungen sowie die zugehörigen Rohrleitungen.
Bauablauf und Betriebsübergang
Die Arbeiten erfolgen bei laufendem Betrieb der Bestandsanlage. Der Tiefbau beginnt ab 2026, die technische Installation der Verfahrens-, Elektro- und Automatisierungstechnik ab KW 31/2027, der Umschluss mit Übergangsbetrieb ab KW 37/2027.
Der planmäßige Ausführungszeitraum des Loses reicht vom 02.07.2027 bis 30.09.2027.
Baustelleneinrichtung und Nebenarbeiten
Aufbau, Unterhalt und Räumung der Baustelleneinrichtung sowie regelmäßige Reinigung von Baustelle und Bauwerk. Bereitzustellen sind unter anderem Abfallcontainer mit getrennten Abfallfraktionen, mobile Schweißrauchabsauganlage, Schutzabdeckungen, Überfahrplatten, Hebezeuge, Arbeits- und Schutzgerüste, Baustrom, Bauwasser, Betriebsmittel und Beleuchtung.
Erforderlich sind außerdem Vermessung und Aufmaß, ein Hygiene- und Hygienekonzept sowie die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination.
Demontage, Rückbau und Abdichtung
Bestehende Rohrinstallationen und Anlagenteile sind ohne Brennschnitt zu demontieren; Rückbau- und Abbruchmaterial ist zu zerschneiden, zu transportieren und zu entsorgen. Für wiedereinbaubare Rohre und Armaturen sind Reinigung und Sprühdesinfektion vorgesehen.
Kernbohrungen in Stahlbetonwände und -decken sind einschließlich Sicherung der Bohrkerne auszuführen. Kernbohröffnungen erhalten eine wasserdichte Epoxidharz-Innenabdichtung; Ringraumabdichtungen sind für Kernbohrungen und Rohrdurchführungen vorgesehen.
Rohrleitungen und Tiefbau
Für erdverlegte Leitungen sieht der Lageplan unter anderem eine Schlammwasserleitung PE DA 450/DN 400, eine Reinwasserleitung PE DA 560/DN 500, eine Überlauf- und Entwässerungsleitung DN 200 PE/DA 225, eine Betriebswasserleitung PE DA 90/DN 80, eine Klarwasserleitung DA 90/DN 80 sowie zwei Schutzrohre PVC DA 110/DN 100 vor.
Die verfahrenstechnische Installation umfasst Edelstahlrohre DN 50 bis DN 1000, Formstücke, Flansche, Systemrohre mit Pressfittingen, HT-Abflussleitungen sowie Rohrhalterungen mit statischer Auslegung und Verankerungsnachweis. Die Rohrleitungsbereiche reichen laut Leistungsverzeichnis von DN 50 bis DN 400.
Schweiß-, Sicht- und zerstörungsfreie Prüfungen sowie Rohrdruckproben sind durchzuführen. Der Prüfdruck beträgt das 1,5-fache des Nenndrucks, die Haltezeit 30 Minuten und das Prüfmedium Trinkwasser.
Armaturen, Messtechnik und Aggregate
Zu liefern und zu installieren sind Handarmaturen, Klappen, Kugelhähne, Probeentnahmeventile, Rückflusssperren, Be- und Entlüftungsventile, Kupplungen sowie elektrische Absperrklappen und Absperrschieber.
Die Messtechnik umfasst Grenzstandserfassung, zwei Radar-Füllstandsmessumformer, einen Überflutungssensor, zwei Druckmanometer mit Dreiwegehänen und ein magnetisch-induktives Durchflussmessgerät DN 125.
Vorgesehen sind zwei Klarwasser-Kreiselpumpen als Blockpumpen und eine vertikale Tauchmotorpumpe für den Pumpensumpf einschließlich Pumpenrahmen, Werkseinstellung, Abnahme, Inbetriebnahme und Leistungsprüfung.
Becken, Stahlbau und Kennzeichnung
Die Becken erhalten schwimmende Klarwasserabzugsvorrichtungen, Insektenschutzgitter, Spülanschluss, Entleerung sowie Schlammwasser-, Filtrat- und Betriebswasseranschlüsse. Ergänzend sind Wandwaschbecken, Bühnen, Podeste und Zugänge aus Stahl sowie ein Hydrant DN80 vorgesehen.
Stahlbau- und Edelstahlbauteile sind zu kennzeichnen. Vorgesehen sind Schilder für Armaturen, Messtechnik, Pumpen und Aggregate, Rohrleitungskennzeichnungen sowie Barcode-, QR-Code- oder NFC-Optionen nach Vorgabe des Auftraggebers.
Planung, Berechnung und Dokumentation
Erforderlich sind ein Terminplan in MS Project, die fortlaufende Pflege der Messstellen- und Antriebsliste, Fundament- und Aussparungspläne, Werkstatt- und Montagepläne, Werkpläne, Rohrhalterungspläne sowie isometrische Darstellungen der Rohrinstallation mit Werkteil- und Schweißnummern.
Statische Nachweise für Tragkonstruktionen und Befestigungen sind aufzustellen und durch eine unabhängigen Sachverständigen prüfen zu lassen. Anlagendokumentation, Funktionsbeschreibung, Verfahrensschema, Inbetriebnahmeplan, As-Built-Unterlagen und Betriebsanleitungen sind in deutscher Sprache zu erstellen und zu übergeben.
Prüfung und Abnahme
Nach der Montage sind Erstprüfungen nach DIN VDE 0100-600 sowie kalte und warme Erst-Inbetriebnahmen der Aggregate durchzuführen. Die Einfahrphase umfasst Störfalltests, Sonderbetriebsfälle, Leistungstests und Prüfungen der übergeordneten Gesamtsteuerung.
Das Betriebspersonal des Auftraggebers ist im Umgang mit den Anlagenkomponenten zu schulen. Nach erfolgreichem Probebetrieb ist die Abnahme schriftlich zu beantragen; sie erfolgt innerhalb von zwölf Werktagen bei vollständigem Antrag. Abnahmeprotokoll und Gefahrübergang gehören zum Leistungsumfang.
Wartung und Störungsdienst
Nach der Abnahme ist ein vierjähriger Wartungsvertrag für die aufgeführten Komponenten zu erbringen. Er umfasst Wartungskarten, Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten, die Erhaltung der Betriebsbereitschaft, die Dokumentation von Anlagenzustand, Verschleiß und getauschten Teilen sowie den Einsatz qualifizierter Fachkräfte.
Ein 24-Stunden-Stördienst mit Bereitschaftsnotrufnummer ist vorzuhalten. Störungen sind innerhalb von 24 Stunden nach Eingang der Meldung vor Ort zu beheben. Optional kann eine Fachkraft während der Optimierungsphase mit 50 Stunden Bedarfsmenge eingesetzt werden.
Abschlussreinigung
Nach Abschluss der Bauleistungen und vor der Gesamtabnahme ist das Gebäude des Neubau-Absetzbeckens grundreinigen zu lassen. Erfasst werden Böden, Fundamente, Treppen, Außentür, Brüstungs- und Treppengeländer, Rohrüberstieg, Pumpensumpf, Lampen, Kabelträger, Kabelbühnen und Krananlagen.
Ebenfalls zu reinigen sind die Rohrinstallationen DN 50 bis DN 400 einschließlich Formteilen, Armaturen und Messgeräten, die zwei Klarwasserpumpen, die Pumpensumpfpumpe und die Rohrhalterungen. Wasser und Strom werden bauseitig bereitgestellt.
Stundenlohn- und Maschinenarbeiten
Bedarfspositionen umfassen Stunden für Techniker und Ingenieure, Facharbeiter, Monteure und Schweißer sowie Maschinenstunden für Schweißaggregat, Schweißrauchabzugsanlage, Elektrohammer und Schmutzwasserpumpe einschließlich Bedienpersonal.
Die angegebenen Mengen sind absolute Obergrenzen. Stundenlohn- und Maschinenarbeiten dürfen nur nach vorheriger ausdrücklicher Genehmigung ausgeführt und müssen vorher schriftlich angekündigt werden. Ein Anspruch auf Ausführung oder Abrechnung besteht nicht.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenUnternehmensform und Angebotsvollständigkeit
Die in den Vergabeunterlagen aufgeführte Unternehmensform ist einzuhalten und nachzuweisen. Geforderte Nachweise und Erklärungen müssen vollständig mit dem Angebot eingereicht werden. Für die Ausführung geltende Bedingungen und Zahlungsbedingungen sind zu beachten.
Verfahrensweise
Das Los ist ausdrücklich nicht für KMU geeignet. Es handelt sich um ein beschränktes Verfahren, in dessen Stufe 2 maximal fünf Teilnehmer aufgenommen werden können; minimal ist ein Teilnehmer zugelassen. Eine Zulassung und Reduzierung in Stufe 2 sind vorgesehen. Zuschlagskriterium ist der Preis.
Fachliche Qualifikation
Das Unternehmen muss ein qualifiziertes Fachunternehmen sein. Die vollständige, inhaltlich mangelfreie und realisierbare Ausführung ist durch örtliches Aufmaß nachzuweisen. Bedenken gegen die Realisierbarkeit oder Funktion der schlüsselfertigen Anlage sowie gegen die vorgesehene Ausführung der Pumpen sind schriftlich anzuzeigen.
Schweiß- und Werkstoffkompetenz
Für Schweißarbeiten ist geeignetes Personal mit gültiger Prüfbescheinigung nach DIN EN ISO 9606-1 einzusetzen. Vor Fertigungsbeginn sind gültige Schweißverfahrensprüfungen nach DIN EN ISO 15614-1 und Schweißanweisungen nach DIN EN ISO 15609-1 vorzulegen. Mediumberührte Produkte und Bauteile müssen die aktuellen Bewertungsgrundlagen der Trinkwasserverordnung erfüllen; einschlägige Nachweise nach KTW-BWGL, DVGW W 270 und UBA sind vorzulegen.
Qualitäts- und Produktnachweise
Pumpenlieferanten müssen ein eingeführtes Qualitätsmanagementsystem besitzen und über eine gültige Zertifizierung nach DIN EN ISO 9906 verfügen. Stahlbauarbeiten dürfen nur von Fachfirmen ausgeführt werden, die die erforderlichen Zertifikate nach DIN EN 1090 besitzen. Bauprodukte und Komponenten müssen über CE-Kennzeichnung und Leistungserklärung mit Begleitdokumentation verfügen.
Planung, Dokumentation und Betrieb
Verfahrens- und Dokumentationsqualität wird über M&A-Liste, technische Datenblätter, Werkstatt- und Montagepläne, Werkstoffnachweise, Prüfprotokolle und As-Built-Unterlagen nachzuweisen. Der Auftragnehmer muss in der Lage sein, Termin- und Arbeitspläne zu erstellen und fortlaufend zu aktualisieren sowie die M&A-Liste über die gesamte Projektlaufzeit zu pflegen.
Sicherheit und Qualifikation der eingesetzten Kräfte
Ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkonzept einschließlich Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsablaufplan, Unterweisung und SiGe-Unterlagen ist vorzulegen. Die Leistungen sind mit entsprechend qualifizierten Fachkräften zu erbringen. Ein unabhängiger Sachverständiger oder Prüfingenieur muss für die Prüfung der Statik verfügbar sein.
Eigene Leistungserbringung und Störungsdienst
Die Leistung ist durch den Betrieb des Auftragnehmers und grundsätzlich nur mit Zustimmung des Auftraggebers an Nachunternehmer zu erbringen. Der Auftragnehmer stellt die benötigten Hilfsmittel, Messgeräte, Werkzeuge, Schmier- und Reinigungsmittel sowie sonstige Hilfsstoffe selbst bereit. Für Störungen muss ein 24-Stunden-Stördienst mit Bereitschaftsnotrufnummer bereitstehen; die Betriebsbereitschaft ist während der Wartung, soweit technisch möglich, zu gewährleisten.
Rechtliche und betriebliche Pflichten
Bei der Ausführung sind die gesetzlichen Bestimmnungen, Unfallverhütungsvorschriften und die allgemein anerkannten Regeln der Technik einzuhalten. Der Auftragnehmer muss dem Betreiber schriftlich mitteilen, welche Tätigkeiten und Wartungsleistungen dem Personal des Auftraggebers oder Dritten untersagt sind.
Wettbewerb & Angebotsprognose
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