Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Landeshauptstadt Potsdam sucht einen erfahrenen Projektsteuerer für den Ersatzneubau des Brückenzugs „Lange Brücke" (Bauwerke 11 und 12) über die Havel. Die Lange Brücke führt die Bundesstraßen B1/B2 sowie Straßenbahn-, Fuß- und Radverkehr und ist mit ca. 40.000 Kfz/24h eine der wichtigsten innerstädtischen Verbindungen. Geplant ist der Rückbau der vier Bestandsbrücken (Bau 1958/61, für Schwerlast >40t gesperrt) und ein Neubau in Anlehnung an die 2009 fertiggestellten Trambrücken.
Die Projektsteuerung erfolgt nach AHO Heft Nr. 9 (6. Auflage März 2025) und ist in 5 Stufen aufgeteilt (Vorbereitung, Planung, Ausführungsvorbereitung, Ausführung, Projektabschluss). Zunächst wird nur Stufe 1 beauftragt - ein Anspruch auf die weiteren Stufen besteht nicht. Die Gesamtlaufzeit kann bis ca. 2035/2036 reichen, die Baukosten sind mit rund 33,6 Mio. € netto veranschlagt. Es werden ca. 40 Einzelvergaben begleitet.
Das Verfahren ist ein Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb: Erst Teilnahmeantrag (mit Referenzen und Eignungsnachweisen), dann Aufforderung zur Angebotsabgabe für 3-5 geeignete Bewerber. Zuschlagskriterien sind Preis, Projektorganisation, Präsentation der Herangehensweise und persönliche Leistungsfähigkeit des Projektleiters.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Angebotspreis (Gesamtangebotssumme brutto)30%
Bewertet wird die Höhe der angebotenen Gesamtangebotssumme (brutto). Niedrigster Preis erhält 30 Leistungspunkte, lineare Interpolation bis zum 2-fachen des niedrigsten Preises.
- Projektorganisation10%
Bewertet werden Vollständigkeit, Strukturiertheit, Plausibilität, Nachvollziehbarkeit, fachliche Vertretbarkeit und Detailtiefe des Erläuterungsberichts und Organigramms. Acht Einzelkriterien (Projektteamzusammensetzung, Zuständigkeiten/Hierarchien, Handlungs-/Arbeitsprozesse, Letztentscheidungskompetenz, Kommunikationsprozesse, Abstimmung mit UAN, Schnittstellen zu Planern, Ersatzkräfte/Reaktionszeiten). Drei Bewerter, 0–5 BP je Einzelkriterium, Addition und Durchschnittsbildung, max. 40 Punkte je Bewerter.
- Präsentation der Herangehensweise30%
Bewertung des eingereichten Konzepts (Präsentation, max. 10 Seiten) und der mündlichen Präsentation (max. 30 Min). Acht Leistungsmerkmale (u.a. Öffentlichkeitsbezug, Leistungsumfang, örtliche Situation, Verkehrsführung, Stakeholder-Management, Projektteamstruktur, Projektplattform, Kosten-/Zeitmanagement). Bewertung in drei Schritten: Konzept, Darstellungskompetenz, Problembewusstsein/Problemlösungsfähigkeit. Drei Bewerter, 0–5 BP je Leistungsmerkmal, Summenbildung der drei Schritte.
- Persönliche Leistungsfähigkeit des Projektleiters30%
Persönliche Referenzen des benannten Gesamtprojektleiters für Projektsteuerungsleistungen Brücke. Max. 3 Referenzen, je max. 10 BP (Rück-/Neubau Brücke, Projektvolumen, Aufrechterhaltung Verkehr, Medienumverlegung, Leistungs-/Vertragst Abstimmung) + 1 BP für mind. 5 Jahre Berufserfahrung. Mindestpunktzahl 8 BP (sonst Ausschluss). Max. 31 BP, lineare Interpolation auf max. 30 LP.
Preis: Niedrigster Preis = 30 Leistungspunkte, lineare Interpolation bis zum 2-fachen des niedrigsten Preises (= 0 Punkte). Qualitätskriterien: Bestes Angebot erhält die maximale Leistungspunktzahl (10, 30 bzw. 30 LP), übrige Angebote werden linear interpoliert.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenAuftragsgegenstand und Projektkontext
Projekt: Ersatzneubau (ENB) des Straßenbrückenzugs „Lange Brücke" über die Havelarme „Alte Fahrt" und „Neue Fahrt" in Potsdam.
Betroffene Teilbauwerke (Bestand, Bau 1958/61):
Die Tram-Brücken BW 11.3 und 12.3 (2009 errichtet) sind NICHT Bestandteil dieser Maßnahme.
Ausgangslage: Die Bestandsbrücken sind seit 2004 für Schwerlastverkehr >40t gesperrt. Die Lange Brücke ist Bestandteil des innerstädtischen Straßennetzes und überführt die Bundesstraßen B1 und B2 mit ca. 40.000 Kfz/24h sowie Geh-/Rad- und Straßenbahnverkehr.
Geschätzte Baukosten: ca. 33,6 Mio. € netto (rund 40 Mio. € brutto).
Einschlägige Leistungsbilder (HOAI): Ingenieurbauwerke, Tragwerksplanung, Verkehrsanlagen, Freianlagen.
Besondere örtliche Rahmenbedingungen: Die Brücke liegt in einem sensiblen Umfeld (Freundschaftsinsel, Nuthepark, Bundeswasserstraße) mit eingeschränkten Flächen für die Baustelleneinrichtung. Während der Bauzeit ist die teilweise Aufrechterhaltung des Verkehrs gefordert.
Projektstufen und Beauftragungsumfang
Die Projektsteuerung erfolgt stufenweise in fünf Projektstufen nach AHO-Heft Nr. 9 (6. Auflage 2025). Zunächst wird nur Projektstufe 1 (Projektvorbereitung) beauftragt. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Beauftragung der weiteren Stufen.
| Stufe | Bezeichnung | Zeitraum (grobe Orientierung) |
|-------|-------------|------------------------------|
| 1 | Projektvorbereitung | 2026 (zunächst beauftragt) |
| 2 | Planung | 2027–2029 (optional) |
| 3 | Ausführungsvorbereitung | 2030 (optional) |
| 4 | Ausführung | 2031–2034 (optional) |
| 5 | Projektabschluss | ab 2034 (optional) |
Bei Vertragsschluss beauftragt: Projektstufe 1 sowie die Besonderen Leistungen A1 und B1. Weitere Leistungen werden vom Auftraggeber stufenweise optional abgerufen.
Bearbeitungszeitraum Projektstufen 1–3: ca. 5 Jahre. Bauausführung inkl. Projektabschluss (Stufen 4–5): ca. 4 Jahre. Nachbearbeitungszeit: 1–2 Jahre. Gesamtprojektlaufzeit (alle Stufen): ca. 9–10 Jahre ab Vertragsbeginn (bis ca. 2035/2036).
Grundleistungen der Projektsteuerung (alle 5 Stufen)
Die Grundleistungen umfassen in allen fünf Projektstufen (Projektvorbereitung, Planung, Ausführungsvorbereitung, Ausführung, Projektabschluss) folgende fünf Handlungsbereiche:
Wesentliche Aufgaben (Auswahl, gilt über alle Stufen):
Besondere Leistungen
Zusätzlich zu den Grundleistungen sind folgende Besondere Leistungen zu erbringen:
Rahmenbedingungen und Schnittstellen
Vergabeverfahren: Die Projektsteuerung wird in einem Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb vergeben. Erst Teilnahmeantrag, dann Aufforderung zur Angebotsabgabe für 3–5 geeignete Bewerber.
Abstimmung mit gesamtstädtischen Zielen: Der Auftragnehmer soll die Projektziele mit den gesamtstädtischen Zielen der Landeshauptstadt Potsdam abstimmen (vgl. Anlage 5), u.a. umweltgerechte Mobilität, generationengerechter Haushalt, bürgerschaftliches Engagement.
Stakeholder: Träger öffentlicher Belange (Stadtwerke, Denkmalamt etc.), Medien-/Versorgungsunternehmen, Eigentümer, Nutzer (Verkehrsteilnehmer, Anwohner), Bund (Bundeswasserstraße, B1/B2).
Mindeststandards Personal: Anlage „Mindeststandards Personal" ist Vertragsbestandteil; benannte Mitarbeiter müssen diese erfüllen; Personalwechsel nur aus wichtigem Grund und mit mindestens gleich geeignetem Ersatz.
Honorar: Vergütung pauschal gemäß Preisblatt; Nebenkosten 5% der Grundleistungen. Honorarermittlung nach Projektklasse IV gemäß AHO-Heft 9.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenVerfahrensrahmen und Bieterkreis
Verfahrensart: Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb (zweistufig).
Bieterkreis: Es werden mindestens 3 und maximal 5 geeignete Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert. Die Auswahl erfolgt anhand der erreichten Punktzahl aus den Referenzen.
Keine Beschränkung auf KMU - das Verfahren ist auch für größere Unternehmen offen.
Nebenangebote sind nicht zugelassen.
Eignungsleihe / Nachunternehmer: Uneingeschränkt zulässig. Bei Eignungsleihe sind die Formulare 4.3 EU, 4.4 EU und 4.1 EU beizufügen (§ 47 VgV). Bei Nachunternehmereinsatz sind die Leistungsteile im Teilnahmeantrag (Formblatt 4.3 EU) anzugeben.
Sprache: Angebote sind in deutscher Sprache abzufassen.
Elektronische Einreichung: Pflicht über den Vergabemarktplatz Brandenburg.
Ausschlussgründe (zwingend)
Bewerber dürfen nicht von der Teilnahme ausgeschlossen sein aufgrund:
Nachweise: Eigenerklärung 4.1 EU (von jedem Mitglied der Bietergemeinschaft), Erklärung 4.12 EU zu restriktiven Maßnahmen, Kartellerklärung.
Eignung des Unternehmens - Referenzen (Mindestanforderungen)
Mindestens 3 Referenzen des Unternehmens über früher ausgeführte Aufträge (§ 46 Abs. 3 VgV).
Jede Referenz muss folgende Mindestanforderungen kumulativ erfüllen:
| Kriterium | Mindestanforderung |
|-----------|---------------------|
| Art des Projekts | Ingenieurbauwerk Brücke: Rück- und Neubau innerorts ODER Rück- und Neubau außerorts ODER Neubau innerorts |
| Projektvolumen | Mindestens 5 Mio. € netto (Kostengruppen 200–700) |
| Projektphase/-alter | Mindestens in Ausführungsphase gemäß AHO-Projektstufe 4 ODER maximal seit 7 Jahren abgeschlossen (bezogen auf Frist zur Abgabe des Teilnahmeantrags 29.09.2026) |
| Trägerkoordinierung | Nachweis der Koordinierung mehrerer Träger öffentlicher Belange (z.B. Stadtwerke, Kommune, Denkmalamt) |
| Technische Regelwerke | Planung/Realisierung nach deutschen/europäischen Brückenbau-Normen (RAB-ING, Eurocodes, DIN) oder gleichwertig |
Bewertung (Punktesystem, max. 21 Punkte aus 3 besten Referenzen):
Auswahl der Bewerber: Anhand der Gesamtpunktzahl der 3 besten Referenzen wird eine Rangfolge gebildet; die besten 3–5 werden zur Angebotsabgabe aufgefordert.
Eignung der Person - Gesamtprojektleiter (Mindestanforderungen)
Berufserfahrung: Mindestens 5 Jahre in Projektleitungsfunktion (rückwirkend ab Frist zur Abgabe des Teilnahmeantrags, nachzuweisen per Vita/Lebenslauf).
Persönliche Referenzen: Mindestens 1 persönliche Referenz des benannten Gesamtprojektleiters (max. 3 werden gewertet). Die kumulierten Referenzen müssen nachweisen, dass alle AHO-Leistungsbereiche A bis E über alle Projektstufen 1 bis 5 beauftragt wurden.
Mindestpunktzahl: 8 Bewertungspunkte aus der Summe der max. 3 bewerteten Referenzen - sonst Ausschluss.
Bewertungskriterien pro Referenz (max. 10 BP je Referenz):
Anforderung an Auftraggeber der Referenz: Muss öffentlicher Auftraggeber gemäß § 98 GWB sein.
Formale Anforderungen und Nachweise
Anzugeben sind zudem:
Einreichungswege:
Nachforderung: Fehlende Unterlagen können nach § 56 VgV nachgefordert werden - es gilt keine Nachfrist bei unvollständigen Teilnahmeanträgen.
Mindeststandards Personal sind Vertragsbestandteil (Anlage zum Projektsteuerungsvertrag).
Mindestens 3 Referenzen über früher ausgeführte Aufträge des Unternehmens im Bereich Projektsteuerung für Ingenieurbauwerke (Brückenbau) - Rück- und Neubau innerorts oder außerorts oder Neubau innerorts; mit Mindestvolumen 5 Mio. € netto (KG 200-700); mindestens in AHO-Ausführungsphase (Stufe 4) oder max. 7 Jahre abgeschlossen; mit Nachweis der Koordinierung mehrerer Träger öffentlicher Belange; nach deutschen/europäischen Brückenbau-Normen (RAB-ING, Eurocodes, DIN) oder gleichwertig
Nachweis durch Vordrucke; kumulierte Betrachtung möglich; je Referenz Punkte für Art (innerorts Rück-/Neubau = 3 P) und Verkehrsführung unter Aufrechterhaltung (1 P)
Mindestens 1 persönliche Referenz des als Gesamtprojektleiter benannten Person für vergleichbare Aufträge zur Durchführung der Herstellung eines Ingenieurbauwerks Brücke als Projektleiter; kumuliert müssen alle AHO-Leistungsbereiche A bis E über alle Projektstufen 1 bis 5 nachgewiesen sein
Nachweis per Referenzvordruck; Vita mit mind. 5 Jahren Berufserfahrung in Projektleitungsfunktion; Auftraggeber muss öffentlicher Auftraggeber gemäß § 98 GWB sein