Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenWorum geht's?
Der Markt Berchtesgaden saniert eine ehemalige Hausmülldeponie am Lettengraben im Ortsteil Oberau. Der gesamte Müllkörper (ca. 9.100 Tonnen) wird ausgehoben, auf einer Bereitstellungsfläche sortiert und fachgerecht entsorgt. Anschließend wird das Gelände rekultiviert und als Bergwald aufgeforstet.
Was ist zu tun?
Rahmenbedingungen:
Die Ausschreibung erfolgt als öffentliche Ausschreibung nach VOB/A, ohne Losteilung, als teilfunktionale Leistungsbeschreibung. Wertung: 70 % Preis, 30 % Qualität (Konzepte, Personal, Referenzen).
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis70%
Angebotspreis; Preispunkte werden nach Formel aus dem niedrigsten wertbaren Angebotspreis ermittelt
- Qualität30%
Qualitätswertung anhand eines abzugebenden Konzeptes mit den Teilbereichen Technisches Ausführungs- und Logistikkonzept, Termin- und Bauablaufkonzept, Erfahrung Personal, Umwelt-/Sicherheits-/Emissionsschutzkonzept und Konzept Restverwertung/Feinfraktion
Preispunkte = (niedrigster wertbarer Angebotspreis / Angebotspreis Bieter) × 70; Zuschlagspunkte Qualität = (erreichte Punkte Bieter / max. erreichbare Punkte) × 30
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenBaustelleneinrichtung und Verkehrswege
Baustelleneinrichtung: Aufstellung sämtlicher Baucontainer, Baustrom, Bauwasser, Sanitär, Bauzaun (rund 325 m), Beleuchtung, Erste-Hilfe-Station, Abfallmanagement, Lärmminderung, Kampfmittelüberwachung.
Verkehrswege: Herstellung und Vorhaltung der Zufahrt (Forstweg ca. 225–280 m, gebunden, Breite stark schwankend), der Arbeits- und Rangierflächen sowie des Umschlagsplatzes (mit Geogitter, Vliesstoff, Schottertragschicht). Herstellung von mind. 2 befestigten Parkplätzen für den Auftraggeber. Verkehrssicherung nach RSA 21, Reifenwaschanlage bzw. gebundene Oberflächen zur Vermeidung von Schmutzeintrag. Rodung der Hecken und Bäume (Hecken ca. 10 Stück, Bäume unterschiedlicher Stammdurchmesser 10–70 cm, rund 50 Stück) im Bereich der BE-Flächen und Zufahrt. Rückbau und Neumontage einer bestehenden Wegesperre.
Zusätzliche Anforderungen: Biologisch abbaubare Hydrauliköle (Bioöl) für Maschinen, Tropfschutz für Baumaschinen, Schutzbelüftungsanlagen für Maschinisten, Biberkontrolle 1x wöchentlich während der Vegetationsperiode.
Rückbau und Bergung der Altablagerung
Abtragsvolumen gesamt: ca. 9.100 Tonnen auf einer Ablagerungsfläche von ca. 1.600 m² und einer mittleren Aushubtiefe von ca. 3,0 m (zzgl. randliche Nebenfläche ca. 950 m² / 480 m³).
Vorgehensweise: Vollständiger Abtrag des Müllkörpers aus dem Steilhang (35–45° Hangneigung). Materialtransport im Hang wahlweise mittels Schreitbagger + Turmdrehkran, Schreitbagger + Seilkrananlage (Vorzugsvariante gemäß Sanierungsplan) oder Raupenmulde. Transport in dichten LKW-Mulden mit wasserdichten Planen zur Bereitstellungsfläche.
Sicherung: Temporäre Bautreppe (ca. 80 m, 45° Hangneigung) mit mind. 3 Anschlagpunkten für gesicherten Abstieg, Hangsicherung/Rutschungsschutz, Wintersicherung, Brand- und Explosionsschutzmaßnahmen, Suchschlitze (75 m³), monatliche UAV-Vermessung mit GNSS/RTK (Genauigkeit ±5 cm).
Bachsicherung Lettengraben: Temporäre Sicherung auf der bestehenden Berme (35 m) und neben der Berme (55 m) während der gesamten Bauzeit (Trägerbohlwand oder Fangzaun) – kein Materialeintrag in den Wildbach.
Bereitstellungsfläche an der Kläranlage
Standort: Kläranlage Berchtesgaden, Salzburger Straße 48; ca. 4,5 km von der Altablagerung entfernt. Fläche: ca. 80×10 m befestigt + 30×12 m unbefestigt.
Funktion: Annahme, Verwiegung, Sichtkontrolle, maschinelle Vorsortierung, Beprobung/Deklaration, Verladung, Ausgangsverwiegung und stoffstrombezogene Übergabe aller Materialien.
Ausstattung: Mobile geeichte Waage (mind. 60 t, Gesamtverwiegung – Achs- oder Laderwägung unzulässig), Zwischenlagerboxen, Container für Holz, Metall, Boden, Steine/Bauschutt, Restmüll, Glas, Reifen, Big-Bags sowie gefährliche/gesonderte Abfälle (u.a. asbesthaltige Materialien nach TRGS 519).
Hochwassergefährdung: Lage im HQ100-Überschwemmungsgebiet der Berchtesgadener Ache. Max. Räumungszeit der Fläche: 12 Stunden ab Krisenstabsentscheidung. Ausweichfläche ca. 250 m nordöstlich.
Externe Zwischenlagerfläche (optional): Vom AN zu stellen, genehmigt, Haufwerke max. 500 m³, Vorhaltezeit je Haufwerk bis zu 5 Wochen, Kameraüberwachung, Zugang für AG jederzeit.
Rückbau: Reinigung und Rückgabe nach gemeinsamer Abschlussbegehung.
Sortierung, Aufbereitung und Entsorgung
Sortierung: Grobsortierung und Störstoffausscheidung von ca. 9.120 t, konzeptabhängige Aufbereitung von ca. 7.296 t.
Entsorgungsfraktionen und -mengen:
Nachweisverfahren: Begleitschein-/Übernahmeverfahren, eANV-Nachweisführung, Deklarationsanalytik nach LAGA PN 98 und Deponie Info 3 des LfU. Grenzüberschreitende Entsorgung zulässig (EU-Abfallverbringungsverordnung).
Erforderliche Konzepte: Entsorgungskonzept mit Massen-/Stoffstrombilanz, Abfallschlüssel (AVV), Trenn-/Sortier-/Logistikkonzept (vom Bieter zu erstellen und mit Angebotsabgabe vorzulegen).
Rekultivierung und Aufforstung
Oberbodenandeckung: ca. 480 m³ (ca. 20 cm stark, bindig, gut durchwurzelbar, leicht durchlässig, mineralstoffreich).
Böschungssicherung: Lebendfaschinen (Ø 25–30 cm, Weidenmaterial, quer zur Falllinie, vertikaler Abstand ca. 1,2 m, horizontal ca. 0,8–1,0 m, Fixierung mit Holzpflöcken).
Erosionsschutz: Biologisch abbaubare Kokosmatten (≥700 g/m², Überlappung ≥20 cm, 3–5 Befestigungspunkte/m²) auf ca. 2.400 m² zzgl. weiterer ca. 1.200 m.
Aufforstungsflächen (Ausgleichsmaßnahmen):
Verwendung gebietseigener Pflanzen autochthoner Herkunft gemäß LBP. Erstherstellung des Wildverbissschutzes enthalten; Folgepflege nicht enthalten (separate Vergabe).
Artenschutz (Vegetationsfreihaltung): Flächen im Bereich Gelbringfalter vom 01.05.–31.08. durchgehend vegetationsfrei halten.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFachliche Eignung / Sachkunde
Unternehmensbezogene Eignung
Referenzen (Mindestkriterien)
Drei Referenznachweise zu vergleichbaren Leistungen aus den letzten 5 Kalenderjahren, jeweils mit: Ansprechpartner, Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Leistungsumfang mit Mengen, eingesetzte Arbeitnehmer, besondere technische und gerätespezifische Anforderungen, Art der Baumaßnahme, vertragliche Bindung (Hauptauftragnehmer/ARGE-Partner/Nachunternehmer), ggf. koordinierte Gewerke, Bestätigung des Auftraggebers über vertragsgemäße Ausführung.
Referenz 1: Altablagerung (ehemalige Deponie)
Referenz 2: Sortierung/Aufbereitung/Entsorgung/Verwertung
Referenz 3: Steilhang
Mindestkriterien Ausführungskonzept und Geräte
Ausführungskonzept (Pflicht-Konzepte gemäß Wertungsmatrix):
Geräte/Baumaschinen: Mindestkriterien an Geräte und Baumaschinen (z.B. Seilkrananlage, Schreitbagger, mobile eichfähige Waage) gemäß Bewertungsmatrix.
Qualitätsbewertung (30 %): Technisches Ausführungs- und Logistikkonzept, Termin- und Bauablaufkonzept, Erfahrung Personal, Umwelt-/Sicherheits-/Emissionsschutzkonzept, Konzept Restverwertung/Feinfraktion.
Altablagerung (ehemalige Deponie)
Vergleichbare Leistung mit Beschreibung des Leistungsumfangs, Mengen, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Ansprechpartner, Bestätigung des Auftraggebers über vertragsgemäße Ausführung
Sortierung/Aufbereitung/Entsorgung/Verwertung
Vergleichbare Leistung mit Beschreibung des Leistungsumfangs, Mengen, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Ansprechpartner, Bestätigung des Auftraggebers
Steilhang
Vergleichbare Leistung im Steilhang, Beschreibung des Leistungsumfangs, Mengen, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Ansprechpartner, Bestätigung des Auftraggebers