Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Gemeinde Münster (Hessen) sucht ein Architektur-/Planungsbüro für die Erstellung eines Sanierungs- und Nutzungskonzeptes für das denkmalgeschützte Gustav-Schoeltzke-Haus in Altheim.
Das dreigeschossige, unterkellerte Bestandsgebäude (Baujahre 1905–1999) weist erhebliche Mängel auf: Feuchtigkeits- und Schimmelschäden, Brandschutzdefizite, veraltete Elektrotechnik und fehlende Barrierefreiheit. Es soll langfristig als Standort für Gemeindebibliothek, Vereine und Organisationen gesichert und weiterentwickelt werden.
Das Verfahren läuft als Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb (UVgO) in mehreren Phasen:
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Honorar30%
Honorarangebot inkl. besondere Leistungen, Stundenlohnansätze und Nebenkostenpauschale. Niedrigstes Angebot erhält volle Punktzahl, ab 50% über dem niedrigsten = 0 Punkte, Zwischenwerte interpoliert.
- Projektteam / Projektorganisation35%
Bewertung des Projektteams, Personaleinsatzkonzepts, Qualifikation, interner Organisation und Vertretungsregelung. Ebenfalls: Maßnahmen zur qualitäts-, termin- und kostengerechten Leistungserbringung sowie Zusammenarbeit mit Planungsbeteiligten und örtliche Präsenz.
- Projektanalyse / Herangehensweise35%
Herangehensweise, Umgang und Einschätzungen besonderer Anforderungen bei Aufgabenstellung, Planung/Bestandsbewertung/Sanierungskonzept und Baubetrieb. Bei Bewertung schlechter als 'ausreichend' (< 4 Punkte) erfolgt Ausschluss des Angebots.
Honnorarkriterium: Das niedrigste Angebot erhält 40 Punkte (bzw. volle 30% Gewichtung), Angebote größer gleich 50% über dem niedrigsten Angebot erhalten 0 Punkte. Zwischenwerte werden interpoliert auf bis zu zwei Stellen hinter dem Komma.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenBestandsanalyse und Grundlagenbewertung
Sichtung und Bewertung der Bestandsunterlagen sowie Abgleich vor Ort durch eine Bestandsbegehung. Ermittlung des Untersuchungsbedarfs, Bewertung wesentlicher Risiken (Auswirkungen auf Sanierungsumfang, Kosten und Termine) sowie Abstimmung mit dem Auftraggeber zu ergänzenden Gutachten. Erfassung und Dokumentation des Sanierungsbedarfs.
Zu untersuchende Bereiche:
Nutzungskonzept und funktionale Anforderungen
Entwicklung eines künftigen Raum- und Nutzungskonzeptes unter Prüfung des Erhalts der bestehenden Raumstruktur. Berücksichtigung von Rückbau-, Umbau- und Wiederherstellungsarbeiten. Untersuchung und Vergleich von Nutzungsvarianten einschließlich der Auswirkungen auf Kosten und Termine.
Bestehende Nutzungen: Gemeindebibliothek, Vereine (Vereinsräume im UG), Versammlungsraum im EG, Räume im OG, Mobilfunkmasten auf Dach.
Zukünftige Erweiterungsmöglichkeit: Prüfung der Nutzung des Dachgeschosses (ca. 161 m²) als zusätzliche Fläche (z.B. Büros, Besprechungsraum).
Bauordnungs-, genehmigungs- und denkmalrechtliche Anforderungen
Prüfung der Genehmigungsfähigkeit der vorgesehenen Maßnahmen. Bewertung der Eingriffe in den Denkmalschutz (Gebäude in denkmalrechtlicher Gesamtanlage). Ermittlung der notwendigen Genehmigungen, Zustimmungen und Befreiungen, frühzeitige Information des Auftraggebers sowie fachliche Begleitung der Abstimmungen mit der Denkmalbehörde.
Sanierungs- und Nutzungskonzept (Gesamtkonzept)
Ermittlung und Bewertung der Sanierungs-, Instandsetzungs-, Umbau- und Anpassungsmaßnahmen. Festlegung von Reihenfolge und Priorität. Darstellung von Zusammenhängen und Abhängigkeiten. Untersuchung von Varianten zu Bauabschnitten und zur Weiterführung der Nutzungen während der Sanierung. Zusammenführung zu einem Gesamtkonzept, das als Entscheidungsgrundlage mit klarer Handlungsempfehlung aufbereitet wird.
Kosten, Wirtschaftlichkeit und Terminplanung
Kostenschätzung nach DIN 276 inkl. Darstellung von Kostenannahmen, Unsicherheiten und Risiken sowie Abstimmung der Kostendarstellung mit dem Auftraggeber. Erstellung eines Terminplans für die weiteren Planungs- und Umsetzungsschritte. Prüfung der Förderfähigkeit und relevanter Förderprogramme (z.B. LUKIF).
Fachübergreifende Koordination und Qualitätssicherung
Koordination der beteiligten Fachdisziplinen, Abstimmung der Schnittstellen, Klärung von Widersprüchen und Zielkonflikten sowie fachübergreifende Bewertung. Sicherstellung einer widerspruchsfreien Gesamtdarstellung.
Dokumentation und Präsentation
Strukturierte Dokumentation der Ergebnisse mit planerischer Darstellung (Grundrisse, Schnitte, Ansichten, schematische Darstellungen). Aufbereitung als Entscheidungsgrundlage. Vorstellung und Erläuterung der Ergebnisse in Abstimmungsterminen mit dem Auftraggeber.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFormale Ausschlussgründe und Zuverlässigkeit
Keine Ausschlussgründe gemäß §§ 123, 124 GWB i.V.m. § 31 UVgO sowie keine schweren Verfehlungen gemäß § 17 HVTG. Kein eröffnetes oder beantragtes Insolvenzverfahren, keine Ablehnung mangels Masse, keine Liquidation. Zuverlässigkeit: keine Verurteilung zu Freiheitsstrafe > 3 Monate oder Geldstrafe > 90 Tagessätze in den letzten zwei Jahren, keine Geldbuße > 2.500 € wegen Verstößen, die zu einem Eintrag im Gewerbezentralregister führten. Ordnungsgemäße Erfüllung der Steuer-, Abgaben- und Sozialversicherungspflichten.
Berufliche Befähigung
Versicherung
Berufs-/Betriebshaftpflichtversicherung mit Mindestdeckung:
Die Deckung muss über die gesamte Vertragslaufzeit uneingeschränkt erhalten bleiben.
Tariftreue und Mindestentgelt
Verpflichtungserklärung Tariftreue und Mindestentgelt gemäß Hessischem Vergabe- und Tariftreuegesetz (HVTG).
Fachliche Eignung – Referenzen (105 von 145 Punkten)
3 vergleichbare Referenzprojekte (Sanierungs-/Nutzungskonzepte für Bestandsgebäude o.ä.) aus den letzten 8 Jahren, davon mindestens 1 abgeschlossenes Projekt nicht älter als 3 Jahre (max. 45 Punkte).
2 vergleichbare Referenzprojekte der öffentlichen Hand (Projektleitung + Bauleitung), davon mindestens 1 abgeschlossenes Projekt nicht älter als 3 Jahre (max. 30 Punkte).
0 Referenzen = Ausschluss. Nachreichen oder inhaltliche Korrektur nach Bewerbungsfrist nicht möglich; Nachforderung ausgeschlossen.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit (40 von 145 Punkten)
Anzahl fachlich qualifizierter Mitarbeiter:innen im Jahresdurchschnitt 2023–2025 (max. 25 Punkte).
Durchschnittlicher Jahresumsatz der letzten 3 Geschäftsjahre für vergleichbare Architektenleistungen (Umbau, Modernisierung, Sanierung) (max. 15 Punkte).
Auswahlverfahren
Maximal 5 geeignete Bewerber werden zur Angebotsabgabe (Phase 2) aufgefordert. Auswahl anhand der Bewertungsmatrix Eignungskriterien. Bei Punktgleichheit entscheidet das Los.
Zuschlagskriterien Phase 2: Projektteam/Projektorganisation (45 Pkt.), Projektanalyse/Herangehensweise (45 Pkt., Ausschluss bei < 4 Pkt.), Honorar (40 Pkt.).
Vergleichbare Sanierungs- oder Nutzungskonzepte bzw. vergleichbare Untersuchungen für öffentliche Auftraggeber; Planung von Umbau-/Modernisierungs-/Sanierungsmaßnahmen vergleichbarer Gebäude mit Mehrfachnutzungen; Bearbeitung von Bestandsgebäuden hinsichtlich Bausubstanz, Brandschutz, Denkmalschutz, Barrierefreiheit, technischer Gebäudeausrüstung, Tragwerk
Referenzbogen mit: Projektbezeichnung, Auftraggeber (öffentlich ja/nein), Anschrift, Ansprechpartner, vertragliche Bindung, Honorarsumme, Ort, Ausführungszeitraum, bearbeitete HOAI-Leistungsphasen 1–9, Angaben zu Planungsmodulen, bis zu 3 federführende Mitarbeiter, Projektbeschreibung. Einwilligung Referenzgeber erforderlich. Nachreichen/Nachforderung ausgeschlossen.