Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenÖffentliche Ausschreibung des Landesbetriebs Straßenwesen Brandenburg für Tiefbauarbeiten im Rahmen des Neubaus einer Soleanlage (Salzsoleanlage) an der Straßenmeisterei Angermünde.
Los 1 umfasst alle Gründungs- und Außenanlagenarbeiten:
Verfahren: Öffentliche Ausschreibung nach VOB/A, Zuschlag nach Preis (niedrigster Preis). Nebenangebote sind nicht zugelassen. Elektronische Angebotsabgabe über das AI Bietercockpit des Landesbetriebs Straßenwesen Brandenburg. Ausführung erfolgt außerhalb der Wintersperre (Dezember bis März).
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssumme wird ermittelt aus der nachgerechneten Angebotssumme, unter Berücksichtigung preislich günstigerer Grund- oder Wahlpositionen, ggf. monetarisierter Zuschlagskriterien sowie eines eventuellen Nachlasses ohne Bedingungen. Werkstätten für Behinderte erhalten einen Bonus von 15 v.H.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGeltungsbereich und Rahmenbedingungen
Los 1 umfasst die kompletten Gründungs- und Außenanlagenarbeiten für die neue Soleanlage. Der Auftraggeber ist der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg (Standort Hoppegarten). Ausführungsort: Straßenmeisterei Angermünde, Sternfelder Straße 1a.
Die Baumaßnahme ist mit dem laufenden Winterdienstbetrieb der Straßenmeisterei zu koordinieren; die Baustelle ist gegen unbefugtes Betreten zu sichern. Der Abbruch der alten Soleanlage darf erst nach Inbetriebnahme der neuen Anlage erfolgen. Baumaßnahmen dürfen ausschließlich außerhalb der Wintersperre (Dezember bis März) stattfinden. Arbeitszeitfenster: Mo–Do 07:00–15:30 Uhr, Fr 07:00–13:00 Uhr.
Vom Bieter ist ein qualifizierter Bauleiter schriftlich zu benennen. Das eingesetzte Fachpersonal muss die jeweils erforderlichen Qualifikationen nachweisen (z. B. DVGW GW 301, DVS 2212-1). Auf Verlangen des Auftraggebers kann bei mangelnder Qualifikation eine Umbesetzung oder Verstärkung verlangt werden. Über die Lage bestehender Leitungen, Kabel und Kanäle hat sich der Auftragnehmer selbst zu informieren und ggf. Aufgrabgenehmigungen einzuholen.
Bauvorbereitende Leistungen (LV-Kapitel 00)
Einrichten und Vorhalten der Baustelleneinrichtung für die gesamte vertragliche Ausführungsfrist, einschließlich Baustromverteiler (Vorhaltezeit 4 Monate), Wasser- und Energieversorgung sowie erforderlicher Container (Vorhaltezeit bis 1 Woche). Vermessungsarbeiten mit Anlage eines Lage- und Höhenfestpunktfeldes sowie Absteckung der Bauteile. Aufbau und Vorhaltung eines Schutzzauns (geschätzte Bauzeit max. 3 Monate). Beweissicherung / Fotodokumentation vor Baubeginn (mind. 12 Megapixel, JPEG + PDF, in 2-facher Ausfertigung auf CD/DVD).
Abbruch, Demontage und Entsorgung (LV-Kapitel 01)
Rückbau und Demontage der bestehenden Soleanlage (Sole-Lagertanks, Mix-Station) sowie eines 42 m hohen Stahlgittermastes samt Fundament. Rückbau von Containern, Schutzplanken und Anfahrschutzpollern. Aufbrucharbeiten an Verkehrsflächen (Beton, Asphalt, Pflaster) im Bereich des neuen Anlagenstandorts und der Medienheranführung. Aufnehmen und lagern bzw. wieder verwenden von Pflaster- und Kleinpflasterflächen (z. B. ca. 30 m² Pflaster wiederverlegen, ca. 10 m² Kleinpflaster zwischenlagern).
Fachgerechte Verwertung und Entsorgung der anfallenden Baurestmassen (u. a. Beton, Asphalt, Kunststoff, Metall, Dämmmaterial, Leuchtstoffröhren, Boden) gemäß KrWG/NachwV. Nachweispflichten: Wiegescheine und elektronische Nachweisführung für alle Abfallfraktionen. Die Gesamtfläche (GrBl 106) beträgt ca. 7.730 m².
Gründungsarbeiten (LV-Kapitel 02)
Baugrubenaushub, Einbau von Betonrecycling, Verdichtung. Herstellung der Blockfundamente für den Soleerzeuger und die Lagerbehälter in Stahlbeton (mind. C30/37, für den Solebehälter C35/45 FD mit Expositionsklassen XC4, XD3, XF4, XA1, XM1). Bewehrung mit Betonstahl BSt 500 M/S, Betonüberdeckung 6 cm (Oberseite) bzw. 5,5 cm. Mindesteinbindetiefe 80 cm unter OK Gelände, frostfrei auf gewachsenem Boden; Bodenpressung ≥ 120 kN/m² (örtlich zu prüfen). Ausgleichsestriche, Verlegung von Kabelschutz- und Leerrohren (DA 63, 110, 160) sowie Raumfugen. Liefernachweis nach DIN EN 10204 mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1 ist zu erbringen.
Kanalbau Regenwasser (LV-Kapitel 03)
Regenwasser-Entwässerung wahlweise als Speicherbehälter oder als Rückhaltung mit Versickerung:
RW-Kanäle DN 150–800, Schächte, Dichtheitsprüfungen, Wasserhaltung (offene und geschlossene Wasserhaltung; GWA-Einsatz ca. 14 Tage, Notstromaggregat-Vorhaltung 14 Tage, Notstromaggregat-Betrieb 336 h). Der Auftraggeber behält sich die Wahl zwischen den Alternativen vor.
Trinkwasserleitungen (LV-Kapitel 04)
Rückbau und Neuverlegung der Trinkwasserleitung DN 50/63 in PE100 (SDR11), DVGW-zertifizierte Ausführung gemäß DIN EN 805 und DVGW W 400-2. Rohrleitungsgraben, Armaturen, Unterflurhydrant und Anschluss an die Soleanlage inkl. Druckprüfung, Spülung und Desinfektion. Ausführung nur durch Fachunternehmen mit DVGW-Zertifizierung; Schweißer benötigen eine Schweißerprüfung nach DVS 2212-1 (Heizelement-Stumpf- und Heizwendelschweißen von PE-HD). Liefernachweis PE-Rohre mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach DIN EN 10204. Prüfprotokoll Innendruckprüfung DN 32–100.
Flüssigkeitsdichte (FD) Abfüllfläche (LV-Kapitel 05)
Erdarbeiten, Entwässerung, Tragschichten und FD-Betonplatte C30/37, Dicke 24 cm, mit Gefälle 0,63 %. Schichtaufbau: 2-lagige PE-Gleitschicht (je 0,5 mm), Sauberkeitsschicht aus Brechsand 0/2–0/5 mm, 30 cm Schottertragschicht 0/45 mm (EV2 = 150 MPa), Gesamtaufbau Bk1,8 (SLW30). Randeinfassung, Schein- und Raumfugen mit Polysulfid-Kaltverguss Klasse 25 inkl. PE-Rundschnur und PLEXBAND-Dehnscheibe gemäß ZTV Fug-StB 15. Fugenschnitt frühestens 7 Tage nach Betonierarbeiten. Lagebezug ETRS89, Höhenbezug DHHN2016.
Verkehrsflächen und Landschaftsbau (LV-Kapitel 06)
Wiederherstellung der Verkehrsflächen: Erd- und Frostschutz-/Schottertragschichten, Pflaster- und Bordarbeiten (u. a. Betonsteinpflasterdecke Öko, Granit- und Betonpflaster). Oberbodenabtrag in Teilflächen (z. B. ca. 90 m², ca. 50 m², ca. 240 m²). Landschaftsgärtnerische Arbeiten: Bodenprofilierung, Mulden, Oberbodenandeckung und Rasenansaat. Anfahrschutzpoller und Kanaleinlaufschutzabdeckung als baukonstruktive Einbauten. Fertigstellungspflege Rasen über 1 Jahr nach Abnahme der Pflanzung in der Vegetationsperiode (April–Oktober).
Erdarbeiten, Elektro, Erdung und Blitzschutz (LV-Kapitel 07 und 08)
Kabelgräben, Einsanden, Trassenmarkierung und Fundamentrohre für Masten als Erdarbeiten für ELT/Erdung.
Elektroinstallation: Hauptverteilung Soletankanlage (Kabelverteilerschrank, Schalter, FI-Schutz), Netzersatz-Einspeisung mit Notstrom-Vorrüstung bis 30 kVA, Verlegung von Kabeln (NYY-J, NYM), Installationsrohre, AP-FR-Schalter/Steckdosen IP66, Außenbeleuchtung mit 2× LED-Mastleuchte 6 m inkl. PIR-Bewegungsmelder, Klemm- und Anschlussarbeiten, Potentialausgleich. Erdung Gründung mit Fundamenterder V4A, Blitzschutz nach DIN VDE 0100-600, Mess- und Dokumentationsarbeiten. Verfahrensdaten Schweißarbeiten sind nach Abschluss zu übergeben.
Prüfungen, Vermessung, Dokumentation und Stundenlohnarbeiten (LV-Kapitel 09)
Beweissicherung/Fotodokumentation, dynamische Fallplattenversuche (10 St) und statische Lastplattendruckversuche (2 St) durch öffentlich bestellten Baugrundgutachter; Gegengewicht > 5 t bauseits. Vermessung der Kanal- und Medienleitungen (ca. 30 m RW, ca. 100 m Medien) im amtlichen System ETRS89/DHHN92 durch Ingenieur-/Vermessungsbüro. Bestandspläne, topografische Aufnahme Baufeld (ca. 1.000 m²) und Lage-/Höhenplan als 1× Papierplot + digital (DXF, DWG, PDF).
Schlussdokumentation in 1× Papier (Ordner mit Inhaltsverzeichnis) und 2× digital (PDF, Zeichnungen DWG/DXF) auf CD/DVD/USB-Stick, bestehend aus Fachunternehmererklärung, Zulassungen/Zertifikate, Prüfberichten Eigen- und Fremdüberwachung, Verdichtungs- und Materialprüfbescheiden, revidierten Ausführungszeichnungen, Bestandsplänen, Entsorgungsnachweisen, Begleit-/Übernahme-/Lieferscheinen mit Wiegescheinen sowie Bautagebuchberichten.
Stundenlohnarbeiten für unvorhergesehene Leistungen: Meister/Polier, Facharbeiter, Helfer; Bagger bis 0,4 cbm, Flachrüttler bis 0,75 t, LKW-Kipper ca. 12 t, Radlader 45–75 kW, Container 12 t. Tagesnachweis noch am selben Tag zur Anerkennung vorzulegen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenPersönliche und wirtschaftliche Eignung (Ausschlussgründe und Befähigung)
Der Bieter darf keine schweren Verfehlungen begangen haben, die seine Zuverlässigkeit in Frage stellen. In den letzten 2 Jahren darf keine Verurteilung zu > 3 Monaten Freiheitsstrafe, > 90 Tagessätzen Geldstrafe oder > 2.500 € Geldbuße wegen Verstößen nach dem Gewerbezentralregister erfolgt sein. Es dürfen keine offenen Steuer- oder Sozialversicherungspflichten bestehen; kein Insolvenzverfahren/Liquidation.
Befähigung und Erlaubnis: Eintragung im Handelsregister (oder vergleichbar), ggf. Eintragung in Handwerksrolle oder IHK, Mitgliedschaft in der zuständigen Berufsgenossenschaft.
Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit: geforderter Mindestjahresumsatz (Betrag in der Eigenerklärung nicht beziffert) sowie Umsatz der letzten 3 Jahre im Tätigkeitsbereich; Nachweis durch testierte Jahresabschlüsse oder Wirtschaftsprüfer-/Steuerberaterbestätigung.
Kein Eintrag in den EU-Finanzsanktionslisten (Embargo-Erklärung Bieter/NU).
Fachliche und technische Eignung
Referenzen über vergleichbare Bauleistungen aus den letzten 5 Kalenderjahren (mindestens 3) mit Angabe von Leistungsbezeichnung, Auftragswert (Eigenanteil), Ausführungszeitraum und Auftraggeber (Kontaktdaten). Ältere Referenzen können grundsätzlich anerkannt werden.
Verfügbarkeit technischer Fachkräfte mit Studiennachweis/Berufserfahrung und qualifiziertem Leitungspersonal; Nachweis der erforderlichen Geräte und technischen Ausrüstung; ggf. Nachweise zu Qualitäts-, Umwelt- und Lieferkettenmanagement.
Ausführungsbezogene Qualifikationen (in den LV-Texten verankert):
Mindestentgelt und Tariftreue (BbgVergG)
Verpflichtung zur Zahlung des Mindestentgelts nach § 6 Abs. 2 BbgVergG (aktuelles Mindestentgelt lt. https://vergabe.brandenburg.de/) an alle eingesetzten Beschäftigten – auch für im Ausland ansässige Beschäftigte und über monatliche Lohnzahlungen auf Gehaltskonten.
Pflicht zur Vorlage anonymisierter/pseudonymisierter Lohn- und Gehaltszahlungsunterlagen bei Stichprobenkontrollen; Duldung von Kontrollen mit Betretens- und Befragungsrecht durch den Auftraggeber; Führung deutschsprachiger, prüffähiger Unterlagen über die Beschäftigungsverhältnisse. Weitergabe dieser Pflichten an Nachunternehmer/Verleiher (Kaskadierung). Bei schuldhaften Verstößen: Vertragsstrafe 1 % der Auftragssumme je Fall, maximal 5 % der Auftragssumme; Kündigungsrecht des Auftraggebers; Möglichkeit der Aufnahme in eine Sperrliste bis zu 3 Jahren.
Vergleichbare Bauleistungen (Gründung / Außenanlagen / Tiefbau), die in den letzten 5 Kalenderjahren ausgeführt wurden
Pflichtangaben je Referenz: Bezeichnung der Leistung, Auftragswert (Anteil eigenes Unternehmen), Ausführungszeitraum, Auftraggeber mit Kontaktdaten. Der Auftraggeber akzeptiert grundsätzlich auch ältere Referenzen (> 5 Jahre).