Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenÖffentliche Ausschreibung (VOB/A) des Wasserverbands Eifel-Rur für den Neubau einer Mittelspannungs- und Niederspannungshauptverteilung (MSHV/NSHV) an der Kläranlage Linnich.
Der Auftrag umfasst die Lieferung und Montage einer neuen NSHV (9 Schaltfelder, 1.000 A, 65 kA) inkl. USV-Anlage (24 V DC, 12 Ah, F90-Schrank), ein Mietcontainer-Provisorium für 8 Wochen während des Umbaus, die Demontage der Bestandsanlage (10 Schaltfelder), Automatisierungs- und Netzwerktechnik (Siemens S7-1516-3PN/DP, PROFINET), Inbetriebnahme und umfangreiche Dokumentation.
Die Angebotsabgabe erfolgt ausschließlich elektronisch über das Vergabeportal der Wirtschaftsregion Aachen. Zuschlagskriterium ist der niedrigste Preis. Nebenangebote und Mehrfachangebote sind nicht zugelassen.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Zuschlagskriterium Preis – einziges Zuschlagskriterium
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenProjektleitung und Koordination
Benennung eines deutschsprachigen, weisungsberechtigten Projektleiters.
Ingenieurmäßige Projektabwicklung mit Detailplanung, Kabelverlegung, Installation und Schnittstellenklärung mit Fremdgewerken.
Erstellung und laufende Aktualisierung eines Terminablaufplans.
Teilnahme an wöchentlichen bzw. nach Absprache stattfindenden Baustellenbesprechungen sowie Besprechungen mit dem Auftraggeber bis zur vollständigen Fertigstellung.
Baustelleneinrichtung und Sicherheit
Baustelleneinrichtung inkl. Fahrzeuge, Maschinen, Bürocontainer, Entsorgung und Baustromverteiler – einmalige Einrichtung plus 1 Woche Vorhaltung.
Absturzsicherungen und Stolperschutz dauerhaft während der gesamten Maßnahme.
Abgabe Baufristenplan innerhalb von 10 Werktagen nach Auftragserteilung; Baustelleneinrichtungsplan innerhalb von 14 Werktagen nach Projektstartgespräch.
Arbeitsschutzkonzept und Gefährdungsbeurteilung erstellen.
Baustelle nach Abschluss räumen und ordnungsgemäß herrichten.
Versorgung während der Umbauphase (Mietcontainer-Provisorium)
Mietcontainer für 8 Wochen als NSHV-Provisorium im Außenbereich (ca. 3.000 x 2.500 x 2.600 mm), ausgelegt für dauerhafte Außenaufstellung bei wechselnden Witterungsverhältnissen.
Einspeiseeingänge (mind. 4): 2x Transformator, 1x BHKW, 1x NEA – jeweils als Leistungsschalter.
Abgänge (mind. 10): NH-Trenner, davon 5x NH00, 3x NH1 und 2x NH2.
24-h-Bereitschaft während des Betriebs des Provisors mit Reaktionszeit 12 Stunden vor Ort.
Maximale Betriebsunterbrechung: 4 Stunden (Umschaltung auf Provisorium).
Neubau Niederspannungshauptverteilung (NSHV)
Bauartgeprüfte Schaltgerätekombination nach DIN EN IEC 61439, stahlblechgekapselt, Schutzart IP 41, für Innenraumaufstellung, 'Rücken-an-Wand'-Aufstellung.
Technische Eckdaten:
Schaltfelder (insgesamt 9):
Einspeisungen und Abgänge:
Schaltschrank 'Erneuerbare Energien': mit Platz für 250 kW PV-Leistungsschalter und differenzstrommessfähigen Messgeräten (UMG für Erzeugungsanlagen, LMG für Lastabgänge).
Komplette interne Verdrahtung für Messung, Steuerung und Meldung.
Anbindung an das Prozessleitsystem (PLS).
Beschilderung (Zweischichtresopal, 4-zeilig, graviert).
Gleichspannungsversorgung (USV)
F90-Schrank (feuerbeständig, mind. 90 Minuten Feuerwiderstand) für die USV-Anlage.
Komponenten:
Rechnerischer Nachweis der USV-Dimensionierung (Mindestautonomie 30 Minuten).
Demontage und Entsorgung der bestehenden USV-Anlage (3 kVA).
Umbau und provisorische Verkabelung
Öffnen Doppelboden (ca. 7–10 m², mehrfach) und Kabelschächte öffnen/schließen.
Provisorische Kabelverlängerungen mit NYY-Kabeln (ca. 25 m Kabelweg) für alle Abgänge (NEA, BHKW, Transformatoren, Biologie u.a.).
Provisorische Abdichtung der Kabeldurchführungen (z.B. Roxtec).
Provisorische Klemmkästen (630 A, 400 A, 250 A, 125 A, 63 A sowie Steuerleitungen).
Umschwenken und Abklemmen diverser Kabel (Querschnitte 185, 150, 120 mm², 16–50 mm², bis 12x 2,5 mm²).
Abverdrahtung digitaler (130 Stück) und analoger (25 Stück) Signale.
Einklemmen der Bestandskabel an die neue NSHV und Verdrahtung neuer Signale auf die bestehende SPS.
Entleerungspumpe für den Schacht vorsehen.
Demontage und Rückbau
Bestandsaufnahme der bestehenden 10 Schaltanlagen (inkl. Fehlerquote ca. 20%), Abgleich mit Stromkreislisten.
Demontage Schaltanlagenfelder (2.000 x 800 x 800 mm) abschnittsweise.
Entsorgung über bereitgestellte Container des WVER; nicht gefährliche Abfälle durch den Auftragnehmer, werthaltige Abfälle (z.B. Schrott) durch WVER.
Automatisierungs- und Netzwerktechnik
2x managebare Siemens IE Switches (8 Port, PROFINET-fähig, redundant).
LAN-Patchkabel Cat.7 (11x 1 m, 7x 5 m, 3x 10 m).
LWL-Patchkabel Multimode 50/125 OM4, 10 m (5 Stück).
Hard-/Softwareanalyse der Bestands-SPS (Siemens S7-1516-3PN/DP): bis ca. 130 digitale und 25 analoge Signale, 1 PROFINET-IO, 2 SIPROTEC-Schutzgeräte.
Rückprojektierung der SPS aus dem WinCC-Leitsystem.
Prozessbilderstellung (6 Bilder mit bis zu 15 Bildvariablen).
Inbetriebnahme, Probebetrieb und Schulung
Inbetriebnahme gemeinsam mit dem Auftraggeber, veranschlagt mit 5 Arbeitstagen à 10 Stunden.
Vorlage der Checkliste Inbetriebnahme spätestens 3 Wochen vor Inbetriebnahmetermin.
Datenpunkttest und ausführliche Inbetriebnahmeprotokolle mit Befehlen, Meldungen, Sollwerten.
Probebetrieb: 2 Wochen zusammenhängend nach Funktionsprüfung; Reaktionszeit bei Störungen 24 Stunden am Standort Linnich; abschnittsweise Probebetriebe nach Umschaltung Felder 01–04 und 06–10 sowie erweiterter Probebetrieb nach Zuschaltung Kupplungsfeld.
Schulung Bedienung und Instandhaltung für ca. 2 Personen am Standort Linnich (1 Tag); Schulungsankündigung mit Tagesordnung ca. 3 Wochen vorab, Schulungsunterlagen ca. 2 Wochen vorab.
Dokumentation und Engineering
Pflichtenheft nach VDI/VDE-Richtlinie 3694 (inkl. Datenpunktlisten, Konfiguration, Detailterminplan); Revisionen innerhalb von 5 Werktagen nach Rückmeldung des Auftraggebers.
Übersichtsschaltbilder im Format DIN A1, in Plexiglas gerahmt.
Komplette Beschilderung nach Kennzeichnungssystem des Auftraggebers und DGUV.
Revision und Neuerstellung der Bestandsdokumentation in EPLAN P8 (Stromlaufpläne, Klemmenpläne, Kabellisten, ca. 15 Seiten).
Stromschienensystem-Projektierung (CAx/AutoCAD, maßstabsgerechte Pläne, 3D-Isometrie).
Schlussdokumentation 3-fach DIN A4 plus digital (Word, Excel, PDF, AutoCAD, EPLAN).
Dokumentation Automatisierungstechnik (Datenpunkttest, Kalttest, Probebetrieb, Checklisten) und Prozessleittechnik (HW/SW-Dokumentation, Backups, Handbücher).
Patchbelegungs-Dokumentation (LWL-Netzwerk und kupferbasiert) inkl. Prüfprotokolle.
Technische Unterlagen, Betriebs- und Wartungsanleitungen aller gelieferten Teile, Anwenderhandbuch für Wartenfahrer, Störungsbehebungsanweisungen, Desaster-Recovery-Dokumentation.
Übergabeprotokoll Einweisung (vom Auftraggeber/Betriebsabteilung bestätigt).
Stundennachweise: Vorlage zur Unterschrift spätestens 4 Wochen nach Abschluss der Arbeiten.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenPersönliche Lage und Zuverlässigkeit
Eintragung im Berufsregister (Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug oder Handwerkskarte).
Erklärung, dass keine schwere Verfehlung gem. § 6a VOB/A begangen wurde und kein Ausschlussgrund nach § 22 LkSG vorliegt.
Keine Verurteilung in den letzten 2 Jahren wegen Straftaten (Geldwäsche, Betrug, Bestechung u.a.) mit Freiheitsstrafe > 3 Monate, Geldstrafe > 90 Tagessätze oder Geldbuße > 2.500 €.
Kein Insolvenzverfahren, keine Liquidation, keine Eintragung im Wettbewerbsregister (WRegG).
Erfüllung der Zahlungspflichten (Steuern, Sozialversicherung, Mindestlohn/MiLoG/AEntG/AÜG/SchwarzArbG).
Gesetzliche Voraussetzungen zur Berufsausübung (Befähigung und Erlaubnis) erfüllt.
Bei Bietergemeinschaften: gesamtschuldnerisch haftend mit Benennung eines gesetzlichen Vertreters.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Betriebshaftpflichtversicherung: mindestens 1,5 Mio. € Deckungssumme je Schadensfall, mind. 2 Schäden/Jahr; während der gesamten Vertragslaufzeit aufrechtzuerhalten; gilt auch für Unterauftragnehmer.
Umsatz: Eigenerklärung zum Gesamtumsatz der letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahre.
Freistellungsbescheinigung gem. § 48b EStG, nicht älter als 1 Jahr.
Unbedenklichkeitsbescheinigung Finanzamt, nicht älter als 1 Jahr.
Der Auftraggeber (WVER) führt Regelabfragen bei Creditreform durch.
Wettbewerbsregister-Auszug wird vom WVER angefordert.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Referenzliste VOB (EU): vergleichbare ausgeführte Leistungen der letzten 5 Jahre – bevorzugt Elektroanlagen auf Kläranlagen in der ausgeschriebenen Bauweise und im vorgesehenen Umfang (Nachweise auf Anforderung).
Beschäftigte Arbeitskräfte: Eigenerklärung zur jahresdurchschnittlichen Zahl der beschäftigten Arbeitskräfte der letzten 3 Jahre, gegliedert nach Lohngruppen mit extra ausgewiesenem Leitungspersonal.
Unbedenklichkeitsbescheinigung Berufsgenossenschaft, nicht älter als 1 Jahr.
Unbedenklichkeitsbescheinigung Sozialkasse, falls beitragspflichtig, nicht älter als 1 Jahr.
Hersteller des Energieverteilers: zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem nach EN/ISO 9001 (Nachweis).
Sprachkenntnisse: Projektleiter muss der deutschen Sprache in Wort und Schrift sicher mächtig sein; Einweisungen und Dokumentation in deutscher Sprache.
Erreichbarkeit: Auftragnehmer muss für Inbetriebnahme und Probebetrieb in Notfällen jederzeit erreichbar und verfügbar sein.
Materialqualität: Alle Schraubverbindungen in feuchter und chemisch belasteter Umgebung in geeigneter Qualität; elektrische Trennung verschiedener Materialien; Korrosionsschutz.
Erleichterung für präqualifizierte Unternehmen
Bei Eintragung im Präqualifikationsverzeichnis des Vereins für Präqualifikation von Bauunternehmen e.V. wird auf die Vorlage der meisten Nachweise verzichtet, sofern die PQ-Nummer im Angebot angegeben wird und die Nachweise dort hinterlegt sind.
Für Nachunternehmer reicht bei präqualifizierten Unternehmen die Angabe der PQ-Nummer.
Haftung
Bei schuldhaftem Eingriff trägt der Auftragnehmer alle Kosten einschließlich Ersatzvornahme und eventuelle Folgekosten (z.B. erhöhte Abwasserabgabe).
Vergleichbare ausgeführte Leistungen – bevorzugt Elektroanlagen auf Kläranlagen in der ausgeschriebenen Bauweise und im vorgesehenen Umfang
Referenzliste mit: Art der Leistung, Ausführungsort, Ausführungszeitraum, Auftragssumme, Auftraggeber (mit Ansprechpartner und Telefonnummer), maßgeblicher Leistungsumfang mit eigenen Personal und Mengenangaben, durchschnittliche Arbeitnehmerzahl, besondere technische/gerätespezifische Anforderungen, Art der Baumaßnahme (Neubau/Umbau/Denkmal), vertragliche Bindung (Hauptauftragnehmer/ARGE/Nachunternehmer), ggf. koordinierte Gewerke