Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Wissenschaftsstadt Darmstadt sucht einen Dienstleister für den Betrieb einer Stadtteilwerkstatt (sozial-integrativer Teil des Quartiersmanagements) im Fördergebiet Waldkolonie/Akazienweg (ca. 50 ha, ca. 6.130 Einwohner). Die Stadtteilwerkstatt ist als niedrigschwellige Anlaufstelle für Bewohnerinnen und Bewohner sowie lokale Akteure gedacht und arbeitet im Tandem mit einem Stadtteilmanagement (baulich-planerischer Teil). Die Leistung ist Teil des Bund-Länder-Programms „Sozialer Zusammenhalt" und umfasst Beteiligung, Aktivierung, Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit, Aufbau und Betrieb eines Quartiersbüros sowie Beratung und Mitwirkung an der Umsetzung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK).
Vertragslaufzeit: 8 Jahre ab Beauftragung (Q4 2026 / Q1 2027), mit Option auf Verlängerung bis zu 5 Jahren. Verfahrensart: Offenes Verfahren (VgV). Angebotsabgabe bis 16.09.2026
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Projektorganisation40%
- Herangehensweise40%
- Effizienter Budgeteinsatz20%
Nachvollziehbare Darstellung des effizienten Budgeteinsatzes über den Projektzeitraum mittels Personaleinsatzkonzept und Budgetkalkulation auf Basis der HEGISS-Leistungsbausteine. Bewertet werden Plausibilität, Angemessenheit und Wirtschaftlichkeit.
Bewertung über Wertungsfaktor (0-5), multipliziert mit Gewichtung ergibt Punkte. Max. 500 Punkte. Zuschlag auf Angebot mit höchster Punktzahl (mindestens 200 Punkte zuschlagsfähig). Basisbewertung = Faktor 4 (hoher Projekterfolg).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenAufgabe und Stellung im Stadtteil
Betrieb einer Stadtteilwerkstatt als niedrigschwellige lokale Anlaufstelle für Bewohnerinnen, Bewohner und Akteure im Fördergebiet Waldkolonie/Akazienweg (ca. 50 ha, ca. 6.130 Einwohner, erhöhter Migrationsanteil 53,4 %, SGB-II-Quote 9,0 %). Die Stadtteilwerkstatt arbeitet im Tandem mit dem Stadtteilmanagement (baulich-planerischer Teil) und ist Teil des interdisziplinären Quartiersmanagements. Fachliche Ausrichtung: soziologische, sozioökonomische und sozialpädagogische Grundsätze der Gemeinwesenarbeit. Grundlage: Leitfaden zum Quartiersmanagement in der Sozialen Stadt (HEGISS).
Beteiligung, Aktivierung und Integration
Konzept zur Aktivierung, Beteiligung und sozialen Integration der Bewohnerschaft. Werbung für Beteiligung an Investitions- und nicht-investiven Maßnahmen – von der Planung bis zur Umsetzung. Durchführung eines niedrigschwelligen Beteiligungsprozesses über die Phasen Initiierung, Förderung und Verstetigung. Aufbau und Stärkung von Selbstorganisation (Stadtteilvereine, Initiativen). Unterstützung bei Konzept- und Projektentwicklung zur Verbesserung der Wohn- und Lebenssituation.
Vernetzung und Gremienarbeit
Vernetzung und Zusammenarbeit mit Akteurinnen und Akteuren im Sozialraum. Aufbau, Begleitung und Ergänzung von Kommunikations- und Kooperationsstrukturen. Enge Kooperation mit bestehenden Gemeinwesenarbeits-Strukturen und der Stadtviertelrunde (besteht seit über 25 Jahren). Abstimmung mit der AG Quartiersentwicklung Waldkolonie und der AG JuWako (Junge Waldkolonie). Konfliktmanagement, Lobbyarbeit für den Stadtteil.
Öffentlichkeitsarbeit und Berichtswesen
Öffentlichkeitsarbeit mit multimedialem Ansatz (inkl. Social Media), zielgruppenorientierte Ansprache. Monitoring, Evaluation und jährliche Berichterstattung. Jährlicher Sachbericht nach ISEK-Handlungsfeldern; jährlicher Verwendungsnachweis zum 31.03. des Folgejahres.
Analysen und Bedarfsermittlung
Analyse der aktuellen Rahmenbedingungen und lokalen Gegebenheiten, der Problemstrukturen und der Akteurslandschaft vor Ort. Bedarfsermittlungsmethode. Methode zur Erfassung der Mitwirkungsbereitschaft lokaler Akteure. Untersetzung der Ergebnisse mit anschaulichen Beispielen.
Prozessgestaltung ISEK
Mitwirkung an der Erstellung und Umsetzung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK). Verfahren und Methoden zum Herbeiführen von Entscheidungen sowie Mitwirkung an der Steuerung des ISEK. Überwachung der ISEK-Ziele. Initiierung und Begleitung geplanter Maßnahmen; städtebauliche und projektplanerische Aufgaben wie Vergabe, Kostenmanagement, Koordination von Gutachten, Wettbewerben und Investitionsvorhaben.
Fördermittelmanagement und Verwaltung
Finanzierungsmanagement und Fördermittelakquise. Effizienter und wirtschaftlicher Einsatz des jährlichen Budgets (netto 163.865,55 €). Mittel- und Finanzmanagement. Verwaltungsaufgaben. Mittelkoordination, Finanz- und Fördermittelabwicklung. Verwaltung eines Verfügungsfonds.
Quartiersbüro – Betrieb und Erreichbarkeit
Aufbau und Betrieb eines Stadtteilbüros in der Waldkolonie (Räume werden von der Stadt gestellt). Angemessene Größe für bis zu 5 Personen, mit geschütztem Rahmen für vertrauliche Gespräche. Mindestpräsenz: 15 Stunden pro Woche, verteilt auf mindestens 3 Wochentage. Tägliche Erreichbarkeit: mindestens 5 Stunden. Wöchentliche persönliche Sprechzeit: mindestens 5 Stunden.
Team, Vergütung und Budgetrahmen
Interdisziplinäres Team mit Personen mit Diplom/Bachelor/Master in Sozialpädagogik, Pädagogik, Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften oder vergleichbarer Qualifikation. Personaleinsatzkonzept mit Aufwandsdarstellung je Leistungsbaustein als Herleitung zur Budgetkalkulation. Vertretungsregelung für zentrale Funktionen. Jährliches Budget (netto): 163.865,55 €; maximale jährliche Brutto-Auszahlung laut Vertrag: 195.000 €. Mittelabruf quartalsweise (15.02., 15.05., 15.08., 15.11.). Leistungen müssen effizient und wirtschaftlich innerhalb des Budgets erbracht werden.
Laufzeit und Vertrag
Projektstart Q4 2026 / Q1 2027 direkt nach Beauftragung. Feste Vertragslaufzeit: 8 Jahre, mit Option auf Verlängerung um bis zu 5 Jahre (maximal 13 Jahre). ISEK-Beschluss vorgesehen Ende 2026. Bindefrist des Angebots: 105 Tage (bis 30.12.2026).
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenWirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Mindestnetto-Umsatz von 300.000 € für vergleichbare Leistungen (Stadtteilwerkstatt/Quartiersmanagement) im Mittel der letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahre. Beruht auf Eigenerklärung zur Eignung (Formblatt VHB 124 LD) und/oder Präqualifikationsnachweis (z.B. HPQR, AVPQ). Möglichkeit, sich zum Nachweis der Kapazitäten anderer Unternehmen zu bedienen (Verpflichtungserklärung VHB 236, ggf. gemeinsame Haftung).
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Mindestens 1 Referenzprojekt über Umsetzung von Gemeinwesen-/Stadtteil-/Quartierarbeit mit einer Mindestdauer von 1 Jahr innerhalb der letzten 10 Jahre. Referenzen müssen in leitender Position erbracht sein (Bestätigung des früheren Auftraggebers). Bieter mit fehlender Erfahrung können Bietergemeinschaften bilden oder Nachunternehmer im Rahmen der Eignungsleihe einsetzen.
Qualifikation des Projektteams
Interdisziplinär aufgestelltes Team mit pädagogisch-fachlichen Anforderungen und Verwaltungs-/Fördermittelmanagement. Qualifikation: Diplom/Bachelor/Master in Sozialpädagogik, Pädagogik, Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften oder vergleichbar. Anforderungen an das Stadtteilmanagement: programmbezogene, organisatorische, städtebauliche und stadtplanerische Kompetenz. Nachgewiesen u.a. über die Viten der zentralen Leistungserbringer (Qualifikation, Berufserfahrung, Referenzprojekte, Stellenumfang, Unternehmenszugehörigkeit).
Haftpflichtversicherung
Weitere Eignungsanforderungen und Nachweise
Haftpflichtversicherung mit Deckungssumme bis 3.000.000 € für Personen- und Sachschäden. Verpflichtungserklärung zur Tariftreue und zum Mindestentgelt. RUS-Eigenerklärung (Sanktionen EU-VO 833/2014) zu Russland-Bezügen von Unternehmen und Nachunternehmern >10 %. Eigenerklärung zur Eignung (VHB 124 LD) bzw. Präqualifikationsnachweis (HPQR oder AVPQ) oder Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE). Erklärung zur Verwendung von Holzprodukten (VHB 248). Ausschluss bei Nichterreichen der Mindesteignung. Ab Auftragssumme > 30.000 € wird für den Zuschlagsbieter ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister angefordert.
Eignung – sonstige Hinweise
KMU-Eignung ist gegeben. Zuschlagskriterien (Qualität, gewichtet): Projektorganisation 40 %, Herangehensweise 40 %, Effizienter Budgeteinsatz 20 %. Mindestens 200 von 500 Punkten für die Zuschlagsfähigkeit. Nebenangebote sind nicht zugelassen.
Umsetzung Gemeinwesen-/Stadtteil-/Quartierarbeit
freie Form mit Pflichtangaben (Projektbezeichnung, Ort, Leistungserbringer/in, erbrachte Leistungen, Leistungszeitraum, Projektbeschreibung); zusätzlich Bescheinigung des früheren Arbeitgebers/Auftraggebers, dass die Referenz in leitender Position erbracht wurde; bei fehlender eigener Eignung Bietergemeinschaft oder Eignungsleihe möglich