Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenWorum geht's?
Die Fraunhofer-Gesellschaft baut in Garching bei München ein neues Institutsgebäude (EMFT). Für die Außenanlagen des dazugehörigen Parkhauses werden Tiefbau- und Entwässerungsarbeiten ausgeschrieben – also Erdarbeiten, Verlegung von Schmutz- und Regenwasserkanälen, Schächte, Regenwasserspeicher und eine Rigolen-Versickerungsanlage.
Was ist zu tun?
Wie erfolgt die Wertung?
Allein nach dem niedrigsten Preis. Es gibt keine Lose – alles wird in einem Auftrag vergeben.
Wer kann mitmachen?
Geeignet auch für kleine/mittlere Unternehmen (KMU). Voraussetzung sind u. a. 3 vergleichbare Referenzen, eine Eigenerklärung zur Eignung, Tariftreue sowie eine EU-Sanktionserklärung.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Zuschlagskriterium Preis; ermittelt aus der Wertungssumme des Angebotes (nachgerechnete Angebotssummen unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten). Werkstätten für Behinderte erhalten einen Bonus von 15 Prozent auf die Wertungssumme.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenErdarbeiten
Aushub von Rohrgräben und Baugruben bis ca. 4 m unter Geländeoberkante (in Tiefenbereichen bis 1,50 m, 1,50–2,50 m, 2,50–3,50 m und 3,50–4,00 m mit Verbau). Ausführung von Suchschlitzen und Handaushub, Verbau nach DIN 4124 / DIN 18303, Sicherung kreuzender Leitungen bis DN 300, Herstellung der Rohrleitungszone, Verfüllung und Verdichtung, Sauberkeitsschicht, Plattendruckversuche gem. DIN 18134 (Ev2/Ev1 ≤ 2,2) und fachgerechte Bodenentsorgung.
Rohrleitungen (Schmutz- und Regenwasser, Trennsystem)
Verlegung von PP-MD-Abwasserkanälen DN 110 bis DN 400 (SN 8/SN 10) für Schmutz- und Regenwasser. Lieferung und Einbau aller Formstücke (Bögen, Abzweige, Reduzierstücke, Muffenstopfen, Überschiebmuffen), Trassenwarnbänder sowie Dichtheitsnachweise/Druckproben gem. DIN EN 1610. Insgesamt ca. 300 m Kanalleitung.
Schächte, Speicher und Regenwasserbehandlung
Betonfertigteilschächte DN 1000 für Schmutz- und Regenwasser (tagwasserdichte Abdeckungen, Lüftungsöffnungen), Drosselbauwerk (DN 300 Zulauf, DN 250 Ablauf, Q_ab = 38 l/s), Substratfilteranlage mit DIBt-Zulassung (bis 38 l/s, angeschlossene Fläche ca. 4.000 m²) sowie ein Regenwasserspeicher mit 22.000 l Volumen.
Regenwasserversickerung und -nutzung
Rigolenversickerungsanlage nördlich des Parkhauses mit mindestens 165 m³ Speichervolumen (L ≤ 30 m, B ≤ 3,05 m, H ≤ 1,90 m), 450 Rigolenfüllkörpern (PP, je ca. 670 l), Filtervlies GRK 3 (200 g/m², ca. 315 m²), Schachtkomponenten für Inspektion/Spülung und Rohradapter DN 160/250. Zusätzlich eine Tauchpumpe mit schwimmender Entnahme (1.460 l/h, Förderhöhe 40 m) für die bauseitige Regenwassernutzung.
Koordination, Dokumentation und Stundenlohnarbeiten
Termin- und Ablaufkoordination mit Behörden und Versorgungsträgern, Sachverständigenabnahme der Versickerungsanlage nach Art. 65 BayWG, Dokumentation gem. Arbeitshilfen-Abwasser im ISYBAU-Austauschformat (CAD-Revisionspläne, Kamerabefahrung, Geometrieerfassung), Bestandsplan als DWG mindestens 14 Werktage vor Abnahme. Reservierte Stundenlohnarbeiten für Obermonteur, Monteur und Helfer (je 10 h, nur nach Freigabe des Auftraggebers).
Instandhaltung (AMEV-Wartung und Inspektion, KG 410)
Vertrag für Wartung und Inspektion der technischen Anlagen nach AMEV 2018 (KG 410 – Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen) über 4 Jahre ab Abnahme der Bauleistung, davon 24 Monate Festpreis. Inhalt u. a.: regelmäßige Wartung nach beigefügten Arbeitskarten (1-, 3-, 6-, 12- und 24-monatlich), Störungsbeseitigung, kleine Instandsetzungen (Ersatzteile separat vergütet), Arbeitsberichte/Dokumentation in Arbeitskarten, Bereitstellung aller Hilfsmittel und -stoffe sowie Entsorgung ausgetauschter Teile.
Abfallentsorgung und Datenaustausch
Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Bau- und Abbruchabfällen gem. Kreislaufwirtschaftsgesetz: getrennte Erfassung, Führung der Nachweise gem. Nachweisverordnung, Übernahme der Pflichten als Abfallerzeuger. Falls eine andere als die vorgesehene Entsorgungslösung angeboten wird, sind mit dem Angebot entsprechende Berechtigungsnachweise und Bestätigungen vorzulegen. Datenaustausch im Verfahren über GAEB DA XML mit definierter Rangfolge zwischen Datendateien und schriftlicher Fassung.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenAllgemeine Eignung / Ausschlussgründe
Es dürfen keine Ausschlussgründe nach §§ 123–124 GWB vorliegen. Kein anhängiges oder eröffnetes Insolvenzverfahren, kein Antrag mangels Masse, keine Liquidation. Keine schweren Verfehlungen gem. § 6e EU VOB/A (z. B. keine Verurteilung mit Freiheitsstrafe > 3 Monate, Geldstrafe > 90 Tagessätze oder Geldbuße > 2.500 € in den letzten 2 Jahren).
Fachliche und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
Nachweise über PQ-Eintrag oder Eigenerklärung zur Eignung (Formblatt 124) bzw. EEE. Auf Verlangen: Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug, Handwerksrollen- bzw. IHK-Eintragung, Unbedenklichkeitsbescheinigungen der tariflichen Sozialkasse, des Finanzamtes und der Berufsgenossenschaft (mit Lohnsummen), Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG, ggf. Insolvenzplan. Ab Auftragssumme ≥ 30.000 € wird ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister vom Auftraggeber angefordert. Auf Verlangen: Erklärung zur durchschnittlichen Arbeitskräftezahl der letzten 3 Jahre nach Lohngruppen mit gesondert ausgewiesenem Leitungspersonal.
Referenzen
Nachweis von 3 vergleichbaren Leistungen mittels Formblatt 444 (Seiten 1+2 mit Angebot, Seite 3 auf Verlangen). Vergleichbare Leistungen der letzten 5 Kalenderjahre gem. § 6b EU VOB/A. Referenzen müssen Angaben zu Ansprechpartner, Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Personaleinsatz, technische/gerätespezifische Anforderungen, Art der Baumaßnahme und Vertragsrolle enthalten und durch den Auftraggeber vertragsgemäß bestätigt sein.
Nachunternehmer und Eignungsleihe
Bei Einsatz von Nachunternehmern ist Formblatt 233/235 FhG einzureichen (Felder abhängig vom Anteil am Auftragswert; bei Eignungsleihe gem. § 6d EU VOB/A Spalten 1–7). Für Eignungsleihe ist Formblatt 236 (Verpflichtungserklärung) erforderlich; bei Inanspruchnahme wirtschaftlicher/finanzieller Leistungsfähigkeit haftet der Bieter gemeinsam mit dem Dritten.
Rechtliche Erklärungen
Eigenerklärung Tariftreue gem. § 3 BTTG (Bundestariftreuegesetz) sowie Eigenerklärung EU-Sanktionen gem. Verordnung 833/2014 (kein Russland-Bezug; gilt auch für NU/Lieferanten mit Anteil > 10 % des Auftragswerts).
Bonität, Bürgschaften und Versicherung
Auftraggeber behält sich vor, eine Bonitätsauskunft bei Creditreform oder Coface einzuholen. Vertragserfüllungsbürgschaft (5 % der Auftragssumme inkl. USt) ab Auftragssumme ≥ 250.000 € netto, Mängelansprüchebürgschaft (3 % der Abschlagszahlungen zum Abnahmezeitpunkt), ggf. Vorauszahlungsbürgschaft. Für den AMEV-Instandhaltungsteil: Nachweis einer Haftpflichtversicherung mit Mindestdeckung 2,5 Mio € Sachschäden, 1 Mio € Vermögensschäden und 2,5 Mio € Personenschäden je Schadensfall.
Eignung für Instandhaltung (AMEV)
Einsatz qualifizierten Fachpersonals, Leistungserbringung grundsätzlich mit eigenem Betrieb (Nachunternehmer nur mit Zustimmung des Auftraggebers), Bereitstellung aller Hilfsmittel (Messgeräte, Werkzeuge) und Hilfsstoffe (Schmier-, Reinigungsmittel), Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften, allgemein anerkannter Regeln der Technik und einschlägiger DIN-Normen.
3 vergleichbare Leistungen, nachzuweisen mit Formblatt 444 (Seiten 1+2 mit Angebot, Seite 3 auf Verlangen) – Leistungen der letzten 5 Kalenderjahre
vergleichbare Bauleistungen im Bereich Technische Anlagen / Außenanlagen / Tiefbau; Nachweis durch Referenzbescheinigung mit Ansprechpartner, Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Personaleinsatz, Beschreibung und Auftraggeberbestätigung