Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenGesucht wird ein Bieter für den Erwerb einer Liegenschaft mit einer neuen, schlüsselfertigen Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main. Der Auftrag umfasst die Planung, Finanzierung, Errichtung oder Kernsanierung, die hochgesicherte und nachhaltige Ausstattung sowie die Übergabe zum Festpreis.
Zugelassen sind Neubau, Kernsanierung oder eine Kombination. Das Angebot muss unter anderem die bauplanungsrechtliche Machbarkeit, ein abgestuftes Sicherheitskonzept, die barrierefreie Erschließung und die vorgesehenen Arbeitsplätze, Stellplätze und Sonderfunktionen nachweisen.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis35%
Angebotspreis (Festpreis für schlüsselfertige Herstellung der Immobilie gemäß Grundstückskaufvertrag mit Bauverpflichtung)
- Gebäudequalität32%
Gesamtgewichtung der Gebäudequalität (Flächen und Funktionen, Baulich-technische Qualität, Nachhaltigkeit)
- Lage20%
Standortqualität des Grundstücks im Stadtgebiet Frankfurt am Main
- Projektorganisation und Abnahmetermin13%
Projektorganisation und zeitliche Planung
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGesamtauftrag
Erwerb einer Liegenschaft im Stadtgebiet Frankfurt am Main, ausgenommen die Gemarkung Flughafen, mit Grundstück und schlüsselfertiger Immobilie. Der Auftragnehmer plant, finanziert, realisiert und übergibt die neue Zentrale zum Festpreis. Möglich sind Neubau, Kernsanierung oder eine Kombination aus beiden.
Gebäudekapazität und Flächen
Die Liegenschaft muss insgesamt mindestens 2.150 und höchstens 3.000 Arbeitsplätze aufnehmen. Davon sind mindestens 1.800 und höchstens 2.650 Büroarbeitsplätze sowie 350 Arbeitsplätze in Funktions- und Sonderbereichen vorzusehen. Für Funktions- und Sonderbereiche sind 15.000 m² NUF 1 bis 6 nach DIN 277 vorgesehen.
Stellplätze und Erschließung
Auf dem Grundstück sind mindestens 80 Pkw-Stellplätze für die Bundesbank vorzusehen; weitere mindestens 80 können alternativ durch den Verkäufer bereitgestellt werden. 60 Stellplätze benötigen Ladepunkte und 15 müssen behindertengerecht sein. Für Fahrräder sind 420 Stellplätze vorzusehen: 375 Standardstellplätze, 20 Besucherstellplätze und 25 Stellplätze für Lastenräder.
Architektur und bauliche Qualität
Gefordert sind eine zukunftsfähige, flexible und langlebige Gebäudestruktur, eine energetisch hochwertige und wartungsfreundliche Fassade mit Sonnen- und Blendschutz sowie eine Befahranlage. Begehbare Dachflächen sollen nachhaltig optimiert werden. Vorgesehen sind eine repräsentative Vorfahrt, barrierefreie Zugänge, eine leistungsfähige Tiefgarage mit gesicherter Zufahrt, eine separate Laderampe für Logistik, innenliegende Verbindungstreppen sowie hochwertige, sichere und barrierefreie Außenanlagen.
Funktionsbereiche
Die Immobilie umfasst Büroflächen und einen Vorstandsbereich, Besprechungs- und Konferenzräume sowie Gastronomie für Betrieb, Zwischenverpflegung, Vorstand, Veranstaltungen und, soweit darstellbar, Außengastronomie. Weitere Sondernutzungen richten sich nach dem Raum- und Funktionsprogramm.
Sicherheit
Die Liegenschaft benötigt eine gestufte Sicherheitsarchitektur mit hochgesicherten Empfangs- und Pfortenbereichen, einer rund um die Uhr besetzten Sicherheitszentrale, technischer Überwachung, abgestuften Zutrittskontrollsystemen und geschützten Außenhautbereichen.
Nachhaltigkeit und technische Anforderungen
Vorgesehen sind eine Zertifizierung nach BNB-Silber oder alternativ DGNB-Gold sowie QNG-Plus, ausgenommen Gründächer. Der Energiestandard soll den Anforderungen des EEFB und GEG entsprechen, wobei der EEFB vorrangig ist. In Büro-, Aufenthalts- und Flurbereichen ist eine lichte Raumhöhe von mindestens 2,75 m vorzusehen.
Barrierefreiheit
Die Planung muss die Anforderungen der DIN 18040-1 erfüllen. Vorgesehen sind ein taktiles Leitsystem und das Zwei-Sinne-Prinzip.
Bau- und Realisierungsformen
Zugelassen sind ein Neubau, eine Sanierung oder ein Umbau mit Kernsanierung sowie eine Kombination aus Neubau und Sanierung oder Umbau. Eine Kernsanierung muss nach dem Jahr 2020 fertiggestellt worden sein. Denkmalschutzflächen an der Fassade dürfen höchstens 25 % betragen.
Nicht vom Auftrag umfasste Eigenleistungen
Nicht Teil des Auftrags sind aktive IT-Komponenten, WLAN-Access-Points und Patcharbeiten; aktive Komponenten und Monitore der Medientechnik; die Aufschaltung und das Patchen von Sicherheitstechnik, Monitorwand und Leitwartentischen; aktive Komponenten und Kartenleser von Zeit- und Zutrittskontrollsystemen; lose Kunst und Kunst am Bau; lose Möblierung; sowie lose Pflanzen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenTeilnahmevoraussetzungen und Rechtsform
Die Identität des Bieters muss erhalten bleiben. Bei einer Projektgesellschaft ist der Teilnahmeantrag in der Rechtsform einzureichen, in der der Zuschlag entgegengenommen werden soll. Bewerbergemeinschaften sind zulässig und haften gesamtschuldnerisch. Nachunternehmer und Eignungsgeber sind zulässig; ihre Leistungsbereiche sind in Vordruck 1 anzugeben.
Register- und Identitätsnachweise
Für Bewerber, Bewerbergemeinschaftsmitglieder, Eignungsgeber und benannte Nachunternehmer ist ein aktueller Handelsregisterauszug oder ein vergleichbarer Nachweis vorzulegen. Er darf zum Ablauf der Teilnahmefrist nicht älter als sechs Monate sein und muss die Vertretungsberechtigung erkennen lassen. Für ausländische Unternehmen gelten die in Vordruck 7 genannten gleichwertigen Nachweise.
Finanzielle Leistungsfähigkeit
Der Auftragnehmer trägt das Finanzierungs- und Vorfinanzierungsrisiko. Ein aktuelles Term Sheet eines Kredit- oder Finanzierungsinstituts mit Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz muss die Bereitstellung von Finanzierung und Vertragserfüllungsbürgschaft sowie ein geschätztes Projektvolumen von mindestens 600 Mio. EUR brutto bestätigen. Falls Eigenmittel eingeplant sind, ist dafür ein Nachweis vorzulegen. Eine aktuelle Bankauskunft und eine Bonitätsauskunft dürfen nicht älter als ein Monat sein. Bei der Bonitätsauskunft darf der Crefo-Index höchstens 249 betragen; bei einer anderen Auskunftsdatei ist die Gleichwertigkeit nachzuweisen.
Haftpflichtversicherung
Vor Vertragsschluss ist eine Eigenerklärung zur Haftpflichtversicherung mit einer Mindestdeckungssumme von 50.000.000 EUR vorzulegen. Der Abschluss muss binnen sechs Wochen nach Vertragsschluss erfolgen; die Versicherung ist über die gesamte Vertragslaufzeit zu unterhalten. In der Angebotsphase ist ein Versicherungskonzept einzureichen.
Fachkunde und technische Referenzen
Für die Projektentwicklung mit Projektmanagement und Projektsteuerung sind mindestens zwei vergleichbare Referenzen erforderlich. Für Objektplanung, Fachplanung Technische Ausrüstung und Rohbau ist jeweils mindestens eine vergleichbare Referenz erforderlich. Jede Referenz muss ein Büro- oder Verwaltungsgebäude mit mindestens 20.000 m² BGF betreffen. Für Projektentwicklung werden Neubau, Kernsanierung oder Kombination, Leistungen gemäß AHO Heft 9 und AHO Heft 19 sowie eine Fertigstellung nach dem 01.01.2016 gefordert. Objektplanung und Fachplanung Technische Ausrüstung müssen die Leistungsphasen 2 bis 4 mit Abschluss nach dem 01.01.2016 abdecken. Bei der Fachplanung Technische Ausrüstung müssen mindestens drei der Anlagengruppen 1 bis 8 enthalten sein. Rohbau-Referenzen müssen nach dem 01.01.2021 fertiggestellt worden sein. In jeder Referenzkategorie muss mindestens ein Referenzprojekt in Deutschland liegen.
Grundstückseignung
Das angebotene Grundstück muss im Auswahlgebiet liegen. Innerhalb von 1.000 Metern Luftlinie von der Grundstücksgrenze müssen eine U-Bahn-, eine S-Bahn- und eine Regionalzug-Haltestelle erreichbar sein. Zusätzlich darf die nächstgelegene Haltestelle mindestens einer dieser drei ÖPNV-Varianten höchstens 500 Meter entfernt sein. Zur nächstgelegenen oberirdischen Bahntrasse, ausgenommen Straßenbahn, müssen mindestens 50 Meter Luftlinie Abstand eingehalten werden.
Bauplanungsrecht und Eigentum
Mit Vordruck 4 ist die Genehmigungsfähigkeit der Liegenschaft darzulegen. Zusätzlich ist nachzuweisen, dass eine Realisierung ohne Wohnnutzung bauplanungsrechtlich möglich ist. Der Bewerber muss über die Verfügungsbefugnis am Grundstück verfügen; bei Dritteigentum ist die Fremdeigentümererklärung erforderlich.
Sanktionen, Subventionen und Staatsangehörigkeit
Die geforderten Erklärungen zu Russlandsanktionen, Drittstaatensubventionen, der Staatenliste und der Finanzsanktionsliste müssen von Bewerbern, Bewerbergemeinschaftsmitgliedern, Eignungsgebern und Nachunternehmern eingereicht werden. Erforderlichenfalls ist das FS-PP-Formular beizufügen. Bei Personal sind die Staatsangehörigkeit vor dem Einsatz zu prüfen und die Vergabestelle bei betroffenen oder geänderten Staatsangehörigkeiten unverzüglich schriftlich zu informieren.
Sonstige Nachweise
Auf Verlangen sind Nachweise der Berufsgenossenschaft, der Krankenkassen und Unbedenklichkeitsbescheinigungen für Steuern und Sozialversicherung vorzulegen. Die Auftraggeberin kann das Wettbewerbs- oder Gewerbezentralregister abfragen.
Projektentwicklung mit Projektmanagement und Projektsteuerung
Neubau, Kernsanierung oder Kombination eines Büro- oder Verwaltungsgebäudes; Leistungen gemäß AHO Heft 9, Handlungsbereiche A bis E und Projektstufen 1 bis 5, sowie AHO Heft 19; mindestens ein Referenzprojekt in Deutschland.
Objektplanung
Büro- oder Verwaltungsgebäude; Leistungsphasen 2 bis 4 gemäß § 34 HOAI; mindestens ein Referenzprojekt in Deutschland.
Fachplanung Technische Ausrüstung
Büro- oder Verwaltungsgebäude; Leistungsphasen 2 bis 4 gemäß § 55 HOAI; Fachplanung für mindestens drei der Anlagengruppen 1 bis 8 gemäß § 53 HOAI in Verbindung mit Anlage 15.2 HOAI; mindestens ein Referenzprojekt in Deutschland.
Bauleistungen Rohbau
Errichtung eines Büro- oder Verwaltungsgebäudes; Ausführung der Rohbauleistungen; mindestens ein Referenzprojekt in Deutschland.