Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenWas wird gebaut?
Die Stadt Gerlingen saniert das denkmalgeschützte Alte Rathaus (Hauptstraße 40, 70839 Gerlingen). Ausgeschrieben sind Zimmerer-, Holzbau-, Abbruch- und Dachdeckungsarbeiten sowie Klempnerarbeiten und der Einbau von Dachflächenfenstern.
Was muss der Bieter tun?
Was wird konkret gemacht?
Sanierung des historischen Dachstuhls, Abfangarbeiten, Biberschwanz-Doppeldeckung, Holzschindeln am Glockenturm, Kupferklempnerei (Rinnen, Fallrohre), 11 flächenbündige Elektro-Dachflächenfenster, Fachwerkinstandsetzung, vorbeugender Holzschutz, Wärmedämmung.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Wertungsschema: Standard-Wertungsschema, einziges Kriterium ist Preis
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenBaustelleneinrichtung und Schutzmaßnahmen
Baustelleneinrichtung: Auf-, Um- und Abbau eigener Gerüste (ausgenommen bauseitiges Fassadengerüst), verkehrsrechtliche Anordnungen und Verkehrssicherung, Beleuchtung der Arbeits-, Wege- und Aufenthaltsbereiche, sukzessive Anlieferung großer Bauteile zur Montage. Baustelleneinrichtungsplan ist 30 Arbeitstage vor Maßnahmenbeginn mit dem Auftraggeber abzustimmen.
Schutzmaßnahmen: Witterungsschutzplanen (ca. 300 m²), Witterungsschutz aus Mehrschichtholzplatten (ca. 150 m²), Seitenschutz/Geländer (ca. 80 m), Abdeckungen (ca. 20 m²).
Abruf/Bestellung: Leistungen werden mit einer Frist von 14 Tagen im Voraus abgerufen.
Arbeitszeiten: Montag bis Samstag 07:00–20:00 Uhr; während Bauferien ist mit voller Besetzung weiterzuarbeiten. Teilnahme an wöchentlichen Jour-Fixe-Terminen auf Aufforderung der Bauleitung.
Technische Bearbeitung und Dokumentation
Werkplanung mit Standsicherheitsnachweisen für Baubehelfe, Absprießungen und Montagekonzepte.
Ausführungsunterlagen und Werkstattzeichnungen (Maßstab 1:20 bis 1:1) für Dachstuhl, Wärmedämmung, Deckung, Dachflächenfenster, Dachstuhlsanierung, Deckensanierung und Fachwerksanierung – mindestens 4 Wochen vor Ausführung oder Materialbestellung zur Freigabe vorzulegen.
Bemusterung von Bauteilen und Ausführungsdetails (Dachziegelsortimente, Klempnerarbeiten, Dachdetails) zur Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege.
Dokumentation bauhistorische Befunde: Kartierung der Abbund- und Zimmermannszeichen, Flößerzeichen, Jagd-/Schleifzapfen, historische Verbindungstechniken, dekorative Elemente und Reparaturhistorie.
Revisionsunterlagen / Schlussdokumentation: Bautagesberichte nach KEV 320 (arbeitstäglich, wöchentliche Übergabe), Fachbauleiter-/Konformitäts-/Fachunternehmererklärungen, Bauartnachweise, Zulassungen, Prüfzeugnisse, Bauprodukt- und Sicherheitsdatenblätter, Pflegeanweisungen, Hersteller- und Fabrikatsverzeichnis, Revisionspläne, Fotodokumentation, EUTR-Bestätigung und Zertifikate zur Holzherkunft.
Abbruch- und Demontagearbeiten
Rückbau von 5 Gauben, Fenstern, Holztreppe, Dämmstoffen, Schüttung, ca. 310 m² Dachdeckung Biberschwanzziegel, Lattung, Holzschalung Glockenturm, Klempnerbauteilen, Holzsparren, Fachwerk-/Balkendecken-/Dachstuhl-Holzteilen. Entsorgung inkl. Schadstoffen (KMF-haltige Mineralwolle, Altholz A IV) gemäß TRGS 519/521/524.
Zimmer- und Holzbauarbeiten
Abfang- und Verstärkungsarbeiten: temporäre und permanente Absprießungen/Abfangungen, Unterzugverstärkungen, Abfangträger HEB 240, L-Schweißprofile.
Bauholzlieferung: Bauschnittholz C24 (Fichte/Tanne) in verschiedenen Querschnitten, Brettschichtholz GL28c, Eiche D30 für Fachwerkinstandsetzung.
Verzimmerungen im Bestand: Sparren, Kehlbalken, Deckenbalken, Mittelpfetten, Auflagerschwellen, Mauerlatten, Schiftersparren, Wechselträger, Aufschiebling, Stützen, Knaggen, Beiholz/Aufdopplung, Fußschwellen.
Holzverbindungen: traditionelle Zimmermannsverbindungen (Zapfen, Blatt, Kamm, Gerberstoß, Verblattungen, Verzapfungen, Aufkämmungen) – in bestandsgleicher Holzart und unter Wiederholung der historischen Techniken. Kein Konstruktionsvollholz; Vollgewindeschrauben nur auf das absolut notwendige Maß reduziert. Systemdarstellungen für neue Holzverbindungen sind vorzulegen.
Stahl-/Holzverbindungen: Stabdübel, Vollgewindeschrauben, Balkenschuhe, Betonschrauben, Flachstahl, Windrispenband, Winkelverbinder.
Trauf-/Ortgang-/Verkleidungsarbeiten: Traufbohle Kiefer, Traufkasten Eiche, Ortgangbrett, Windbrett, hinterlüftete Holzschalung Glockenturm.
Fußböden und Unterkonstruktionen: OSB-Platten, Schüttung, Nadelholz-Fußboden, Waben-Dämmsystem für Schallschutz, Trockenestrich Gipsfaser mit Holzfaser (F30), Ausgleichsschüttung, Randdämmstreifen.
Vorbeugender Holzschutz: Borsalzbasis-Imprägnierung; Bohrlochtränkung für schwer zugängliche Hölzer.
Reinigung: Kniestockbereich, Deckenbalkengefach, sichtbare Holzbauteile reinigen/schleifen.
Bauteilöffnungen verschließen (Wand-/Deckendurchbrüche) mit F30-Brandschutzanforderung.
Dachdeckungsarbeiten
Dampfsperr- und Luftdichtheitsschichten (adaptive Dampfbremse, ca. 268 m²) inkl. Anschlüsse an Traufe, First, Grat, Schacht, Kehlbalken und Rohrdurchführungen.
Wärmedämmung: Holzfaser, Mineralfaser, Unterdeckplatten, Unterspannbahn, Schubholz, Dachschalung.
Lattungen: Grundlattung, Traglattung, Dreikantleisten an Fachwerkwänden.
Dachziegel: Biberschwanz Doppeldeckung (naturrot, engobe kupferbraun, Knickziegel) inkl. Traufen-, First- und Gratdeckung, Lüfter- und Lüftungsziegel, Nockenblech-Wandanschluss, Wetterschutzgitter. Holzschindeln Lärche/Zeder dreilagig am Glockenturm.
Klempnerarbeiten (Kupfer)
Hängedachrinne Kupfer (ca. 48 m) mit Traufblech, Bewegungsausgleichern, Laubfangkorb, Rinnensieb, Rinnenablaufstutzen, Rinnenwinkel und Rinnenendstück. Regenfallrohre Kupfer (ca. 28 m) mit Revisionsöffnung, Schwanenhals, Regenstandrohr und provisorischer Entwässerung. Traufbleche, Ortgangverkleidung, Glockenturmbekleidung in Kupfer. Sicherheitsdachhaken und Schneefanggitter.
Dachflächenfenster
11 Stück Elektro-Klapp-Schwing-Fenster (groß 2,8 × 1,52 m, klein 0,9 m), 3-fach Wärmeschutzverglasung, mit Motoren, Steuerung WCC320plus und KNX-Anbindung, inkl. Eindeckrahmen und Sonnenschutzlamellen. Alternativ Denkmalschutz-Ausführung mit außenliegenden Lamellen als Sonnenschutz.
Stundenlohnarbeiten
Vorgesehen für nicht vorhersehbare Leistungen: Meister/Polier/Obermonteur (30 h), Monteur/Baufacharbeiter (100 h), Bauwerker/Hilfsarbeiter (50 h).
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenDenkmalerfahrung (Pflicht)
Die Zimmererarbeiten müssen von einem denkmalerfahrenen Zimmereibetrieb ausgeführt werden (Auflage aus der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung). Die Maßnahmen dürfen nur durch Betriebe ausgeführt werden, die in der Ausführung auf einen Restaurator im Zimmerhandwerk zurückgreifen können. Historische Hölzer sind nur soweit gesund zu schneiden und substanzschonend zu reparieren, wie die Schäden es erfordern.
Fachliche und technische Qualifikationen
Referenzen und Umsatz
Registereintragung, Zuverlässigkeit, Steuern/Sozialversicherung
Bietergemeinschaften und Nachunternehmer
Vergleichbare Leistungen zu Zimmermann- und Dachdeckerarbeiten
Je Referenz: Baumaßnahme, Ort, Bauherr/Auftraggeber, Auftragswert gesamte Leistung, eigener Leistungsumfang (€), Ausführungszeitraum, eingesetzte Arbeitskräfte/Leitung, besondere technische/gerätespezifische/zeitliche Anforderungen, Rolle (Hauptauftragnehmer/ARGE/Nachunternehmer). Auf Verlangen: schriftliche Bestätigung des damaligen Auftraggebers inkl. Ansprechpartner.