Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) lässt am Hauptverwaltungsgebäude in Peine (Eschenstraße 55) einen fünfgeschossigen Anbau (UG bis 3. OG) schlüsselfertig als Totalunternehmer errichten.
Der Neubau umfasst ca. 215 Büroarbeitsplätze, Besprechungsräume, einen großen Sitzungssaal, ein voll klimatisiertes Kaltarchiv und ein hochverfügbares Rechenzentrum der Verfügbarkeitsklasse 3 (VK3) nach DIN EN 50600. Geplant ist außerdem eine separate Energiezentrale als Nebengebäude.
Die Leistung umfasst die komplette Planung (alle HOAI-Phasen), Koordination, Bauausführung, Inbetriebnahme und Dokumentation. Das Projekt soll nach DGNB Platin zertifiziert werden und mit BIM-Methodik umgesetzt werden. Die vorgesehene Bauzeit beträgt ca. 36 Monate ab Auftragseingung; anschließend ist ein 5-jähriger Wartungsvertrag zu übernehmen.
Das Vergabeverfahren ist ein Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb. Angebote werden nach Preis (40 %), technischem Gesamtkonzept (55 %) und BIM-Abwicklungsplan (5 %) bewertet. Die Teilnahmeantragsfrist endet am 07.09.2026 um 11:00 Uhr.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Angebotspreis40%
Bewertung des Angebotspreises über lineare Interpolation zwischen niedrigstem Preis (40 Pkt.) und dem Doppelten des niedrigsten Preises (0 Pkt.).
- Technisches Gesamtkonzept (Planung + Bau)55%
Bewertung der Gesamtqualität der angebotenen Planung und der technischen Lösungen. Es werden 55 Teilpunkte anhand verschiedener Unterkriterien vergeben.
- BIM-Abwicklungsplan (BAP)5%
Bewertung des vorgelegten BIM-Abwicklungsplans basierend auf Muster-BAP der BGE und AIA. Es werden 35 Teilpunkte anhand verschiedener Unterkriterien vergeben, Umrechnung in 5 Gesamtpunkte.
Preis: P = 40 × (2 − AP/APmin), wobei AP ≥ 2 × APmin zu P = 0 führt. Technisches Gesamtkonzept: Pges = (erzielte Teilpunkte / max. erzielbare Teilpunkte) × 55. BIM-Abwicklungsplan: Pges = (erzielte Teilpunkte / max. erzielbare Teilpunkte) × 5. Gesamt: P(Gesamt) = P_Preis + P_Technisches Gesamtkonzept + P_BIM-Abwicklungsplan.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenProjektrahmen und Gesamtverantwortung
Totalunternehmerleistung schlüsselfertig für den fünfgeschossigen Anbau (UG bis 3. OG) an das bestehende Verwaltungsgebäude sowie für eine separate Energiezentrale als Nebengebäude.
Der Auftragnehmer übernimmt die vollständige Planung über alle HOAI-Leistungsphasen, die Koordination aller Fachplaner und Nachunternehmer, die Behördenabstimmungen, das Schnittstellenmanagement zum Bestand, die komplette Bauausführung, die technische Inbetriebnahme und die Dokumentation bis zur mängelfreien Übergabe. Die Projektabwicklung erfolgt mit BIM-Methodik (CDE Dalux).
Das Gebäude ist nach DGNB Platin zu zertifizieren; die energetische Planung erfolgt nach GEG, die Barrierefreiheit nach DIN 18040-1.
Architektur und Gebäudeaufteilung
Eckdaten: Grundfläche ca. 92,70 × 36,76 m, fünf Geschosse (UG, EG, 1. OG, 2. OG, 3. OG).
Bruttogeschossflächen (ca.): UG 1.470 m², EG 1.480 m², 1. OG 1.460 m², 2. OG 1.460 m², 3. OG Nordflügel 870 m².
Planungs- und Konzeptleistungen
Zu erbringen sind u. a.:
Technische Gebäudeausrüstung (TGA)
Gebäudeautomation/GLT: BACtwin-konform, Siemens Desigo CC (Bestandsfabrikat), MSR-Technik mit Feldbus, Verkabelung, Parametrierung, Inbetriebnahme, Übergabe inkl. aller Datenpunkte und Softwarelizenzen.
Löschanlagen: Gaslöschanlage IG541 (Inergen®) für das Archiv nach VdS 2380, ggf. Sprinkleranlage für das Rechenzentrum; ausschließlich durch VdS-anerkannte Errichterfirmen, inkl. Sachverständigenabnahme.
Elektrotechnik: neue redundante 20 kV/10 kV-Mittelspannungsversorgung mit 2 Trockentransformatoren (je mind. 1,6 MVA), redundante NSHV, KNX-Beleuchtungs-/Verschattungs-/Einzelraumregelung, Sicherheitsbeleuchtung gem. EN 1838/ASR A3.4/7, Netzersatzanlage (NEA) für mind. 72 h Überbrückung, optional 2. NEA (Optionspreis), Photovoltaik vollflächig auf Dach, Blitzschutzklasse 1, EMV-Anforderung 50 Hz-Magnetfeldschutz mind. 20 dB, Brandmeldeanlage Kategorie 1 (DIN 14675, DIN 0833-2, DIN EN 54-3), Zutrittskontrolle passend zum Bestand, Einbruchmeldeanlage VdS Klasse C, Lautsprecheranlage (Sti mind. 0,6), Videoüberwachung mind. 15 Standorte, strukturierte Verkabelung Cat7/LWL Erdungswiderstand ≤ 0,2 Ohm, digitale Türschilder (E-INK und farbige Displays, Integration in anny-Buchungssystem).
HLSK: Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Kältetechnik inkl. Energiezentrale und Außenanlagen-Technik.
Rechenzentrum VK3 (Schwerpunkt)
Errichtung eines hochverfügbaren Rechenzentrums der Verfügbarkeitsklasse 3 (VK3) nach DIN EN 50600, Schutzklasse 3, Granularitätsniveau 2, Umweltzeichen Blauer Engel DE-UZ 228 oder gleichwertig.
Planung / Inbetriebnahme / Prüfung: Ausführungs- und Werkplanung für VK3-Nachweis, Quality Gates in Planung und Bau, unabhängige Prüfung durch akkreditierte Stelle (z. B. TÜV NORD), Zertifizierung VK3 als Abnahmekriterium, Wartung 5 Jahre ab Abnahme.
Aufbau: 2 brandabschnittsgetrennte Compartments (F90), je mind. 20 IT-Racks, gegenseitige Redundanz. Mengengerüst: 40 Serverracks. Racks mind. 42 HE, 800×1200 mm, 13 kN statische Last, RAL Anthrazit/Schwarz. VS-NfD-Racks (1 je Compartment) mit 2-Faktor-Zutrittskontrolle, MeetMe-Racks räumlich getrennt.
KI-Racks (1 je Compartment): flüssigkeitsgekühlt (Direct-to-Chip bzw. Rear-Door-Heat-Exchanger), ASHRAE H2, redundante Stromversorgung A/B, nichtredundante Anschlussleistung 80 kW, vollständige Sensorik, Leckageüberwachung.
Leistungswerte: Je Standardrack mind. 8 kW nichtredundant, je KI-Rack 80 kW nichtredundant, je Compartment IT-Last 240 kW, Gesamt-IT-Last 480 kW.
Technische Infrastruktur: Sprinkleranlage mit Voralarmkonzept (mind. je 4 IT-Racks ein Bereich), Pumpensümpfe, Gaslöschanlage nach VdS 2380, Zutrittskontrolle 2-Faktor (PIN+Karte), EMA Grad 3 / VdS Klasse C, lückenlose Videoüberwachung, differenzstromüberwachte (RCM allstromsensitiv) und halbleitergeschützte (ECPD) Stromverteilung, DCIM-Anbindung, Cold/Warm-Aisle-Konzept, Systemboden mind. 800 mm, Cold-Aisle-Containment, Sollwert Kaltgang 23,5 °C, USV nur für Rechenzentrum und Videoüberwachung.
Verkabelung: LWL-Backbone OS2 (zw. Compartments je 96 Fasern, Serverracks je 24 Fasern), OM5 50/125 µm für Serverracks (je 48 Fasern), Kupfer Cat6A/Cat7, wegredundante Trassenführung, OTDR-Messungen LWL, Kupfermessung Klasse EA.
Energieeffizienz und Monitoring
PUE ≤ 1,2 dauerhaft nachzuweisen, spätestens 2 Jahre nach Inbetriebnahme (gemäß § 11 EnEfG, Bußgeld bis 50.000 € bei Verstoß ab 01.07.2026).
Viertelstündliches Monitoring für Leistungswerte und Energiemengen (Gesamt, IT, Kühlsystem); Kennzahlen PUE, CER, ERF, WUE; Power-Quality-Monitoring nach DIN EN IEC 61000-2-4 Klasse A (DIN EN 61000-4-30); zentrale Datenbank für Energie-, Power-Quality-, Betriebs- und Ereignisdaten; 24-V-DC-Stegspannungsnetz mit mind. 1 min Pufferung; halogenfreie Kältemittel, keine SF6-Schaltanlagen gemäß AVV-Klima; Pflicht zur Untersuchung der Abwärmenutzung (Vorzugsvariante Wärmepumpensystem); jährliche externe Auditierung.
Außenanlagen und Energiezentrale
Errichtung einer separaten Energiezentrale als Flachdachgebäude (kein NEA-Container) mit BImSchG-, TA-Lärm-, TA-Luft-, WHG-, AwSV- und TAB-konformer Genehmigungslage; inkl. EMV-Anforderungen, Dieselpest-Schutz und Vorrat für mind. 72 h Überbrückung.
Tiefbau/Logistik: Erd- und Gründungsarbeiten, Baugrubensicherung mit Wasserhaltung, Medienverlegung, Außenentwässerung, Verkehrswege und Wiederherstellungsarbeiten, Baustellen-, Vorhaltungs- und Räumungsarbeiten, Baustrom/-wasser, Sicherung und Verkehrsleitung.
Vertragliche Leistungsdauer und Wartung
Voraussichtliche Bauzeit ca. 36 Monate ab Auftragseingang. Inbetriebnahme-Dokumentation mind. 40 AT vor Inbetriebnahmebeginn; Inbetriebsetzungskonzept mind. 20 AT vor IB; Mitteilung an AG mind. 10 AT vor Inbetriebnahmetermin.
Wartung und Service: 5 Jahre ab Abnahme (60 Monate, mit Start zur rechtsgeschäftlichen Abnahme); jährliche Wartung mind., kürzere Intervalle bei Herstellervorgaben; Instandsetzungsbeginn spätestens nächster Werktag; 24h-Notdienst erforderlich. Umfasst alle TGA-Gewerke des Rechenzentrums (Elektro, USV, NEA, Schaltanlagen, Überspannungsschutz, RCM, Erdung, BMA/Löschtechnik, Zutritt, EMA, Video, Leckage, GLT, Kälte/Lüftung).
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFachliche und persönliche Eignung
Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit sind nachzuweisen (Eigenerklärung gemäß VHB-Formblatt 124). Der Bewerber/die Bietergemeinschaft muss die Bauvorlageberechtigung besitzen (Eintragung bei der zuständigen Architekten-/Ingenieurkammer als Architekt oder Ingenieur), nachgewiesen durch Kammer-Nachweis inkl. Stempel.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Nachweis des durchschnittlichen Jahresumsatzes gemäß VHB-Formblatt 124 (Eigenerklärung).
Qualitäts- und Arbeitsschutzmanagementsystem
Gesetzestreue und Sanktionskonformität
Kapazitäten und Bietergemeinschaften
Bei Kapazitätsberufung auf Dritte (z. B. Nachunternehmer) muss das Drittunternehmen selbst eignungskonform sein und eine Verpflichtungserklärung (z. B. VHB-Formblatt 236EG) abgegeben werden.
Bei Bewerber-/Bietergemeinschaften (Formblatt 234) füllt jedes Mitglied ein eigenes Bewerbungsformular aus; auf Verlangen der Vergabestelle ist eine von allen Mitgliedern unterzeichnete bzw. fortgeschritten oder qualifiziert signierte Erklärung in Textform abzugeben.
Referenzprojekte
Drei schlüsselfertige Verwaltungs-/Bürogebäude (mind. 1.500 m² BGF) mit BIM-Nachweis aus den letzten 10 Jahren; drei Rechenzentren nach DIN EN 50600 (davon mind. 2 mit VK3 bzw. mindestens bis LP3 HOAI geplant, VK3 nachgewiesen durch Zertifikat/Zwischenzertifizierung/Quality-Gates/Eigenerklärung); ein Rechenzentrum mit PUE/dPUE ≤ 1,2 (Referenz oder Eigenerklärung). Vorgaben zu Projektbeschreibung, Ausführungszeit, Auftraggeber, Ansprechpartner und Auftragssumme sind zu beachten; Referenzschreiben sind beizufügen, soweit keine Vertraulichkeitsvorgaben entgegenstehen.
Verfahrensrahmen
Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb (Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb). Die Eignungskriterien dienen der Auswahl der Bewerber für die 2. Phase; es werden mindestens 3 Bewerber zur Verhandlungsphase zugelassen. Nachforderungen von Unterlagen erfolgen über die Bieterkommunikation der Plattform subreport.de; Nachfrist für nachgeforderte Unterlagen 6 Kalendertage. Zuschlagskriterien: Angebotspreis 40 %, Technisches Gesamtkonzept 55 %, BIM-Abwicklungsplan 5 % (Details in Formblatt 227). Die Auftraggeberin behält sich vor, über alle Vertragsinhalte zu verhandeln (ausgenommen nur die festgelegten Zuschlagskriterien). Sprache: Deutsch.
Schlüsselfertiges Verwaltungs-/Bürogebäude mit BIM-Methodik
Projektbezeichnung, -beschreibung (Wort + Bild), Ausführungszeit, Auftraggeber (mind. Branche bei Vertraulichkeit), Ansprechpartner, Auftragssumme; Nachweis BIM-Anwendung; ggf. Referenzschreiben
Rechenzentren nach DIN EN 50600
Davon mind. 2 Projekte nach DIN EN 50600 (Planung mind. bis LP3 HOAI abgeschlossen); VK3-Nachweis durch Zertifikat, Zwischenzertifizierung, Quality-Gates oder Eigenerklärung
Rechenzentrum mit PUE/dPUE ≤ 1,2
Nachweis Planung/Umsetzung/Inbetriebnahme eines Rechenzentrums mit PUE/dPUE ≤ 1,2 per Referenz oder Eigenerklärung