Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie 50Hertz Transmission GmbH beschafft ein autarkes mobiles Umspannwerk (AMU) im Höchstspannungsbereich (380/110 kV) inklusive Wartung. Das Verfahren ist ein Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb und betrifft eine Kritische Infrastruktur.
Wichtige Fristen:
Vertragsstruktur: Mit Zuschlag werden zwei Verträge abgeschlossen — Lieferung des AMU sowie ein Wartungsvertrag (Grundlaufzeit 36 Monate ab Inbetriebnahme Q1/2031, Verlängerung 5×12 Monate, max. 96 Monate).
Hinweis zur Einreichung: Die Ausschreibung ist nicht für KMU geeignet. Es werden umfangreiche Eignungsnachweise gefordert (u.a. Mindestumsatz ≥ 100 Mio. € p.a., mind. 3 Höchstspannungs-Referenzen, Sprachkenntnisse C1, Zertifizierungen).
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Wertungspreis50%
Bewertet wird der Netto-Gesamtwert im Preisblatt (ID 05.00), Spalte D, Zeile 16. Niedrigste geprüfte Angebotssumme erhält 50 Zuschlagspunkte, Angebote bis zum Zweifachen des Bestpreises werden linear interpoliert.
- Vertrag20%
Bewertet wird das Maß der Akzeptanz der Vertragsentwürfe 'Lieferung und Leistung' (ID 03.00) und 'Wartung, Transport, Montage' (ID 03.01) anhand der Vertragskommentierungen der Bieter. Es wird vertragsscharf bewertet.
- Konzepte30%
Bewertung der eingereichten technischen und HSE-Konzepte der Bieter anhand eines Punktesystems.
Preis: P = 50 × (2×B − A) / B, wobei B = Bestpreis (niedrigste geprüfte Angebotssumme), A = geprüfte Angebotssumme des zu bewertenden Angebots. Bestpreis = 50 Zuschlagspunkte, Zweifacher Bestpreis = 0 Zuschlagspunkte, dazwischen lineare Interpolation. Gesamtbewertung erfolgt durch Addition der gewichteten Zuschlagspunkte aller Kriterien (Wertungspreis 50%, Vertrag 20%, Konzepte 30%).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGesamtsystem und Liefergegenstand
Das AMU umfasst primär- und sekundärtechnische Komponenten sowie Container-, Transport- und Nebeninfrastruktur. Der Liefervertrag (ID 03.00) umfasst die konzeptionelle Auslegung und technische Planung des AMU auf funktionaler Basis, die Fertigung, Lieferung und werkseitige Prüfung der wesentlichen Anlagenkomponenten, die Montage, Prüfung und Inbetriebnahme am vorgesehenen Einsatzort sowie die vorbereitete Demontage, den Rücktransport und die Einlagerung nach Einsatzende.
Wartung, Transport und Montage
Der zweite Vertrag (ID 03.01) deckt Wartung, Transport und Montage des AMU ab. Der Wartungsvertrag hat eine Grundlaufzeit von 36 Monaten ab Inbetriebnahme (voraussichtlich Q1/2031) mit der Option zur Verlängerung fünf Mal um jeweils 12 Monate (maximale Gesamtlaufzeit 96 Monate). Die Maßnahmen zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft im eingelagerten Zustand sowie ein Service- und Wartungskonzept sind Teil des Auftrags.
Technische Anforderungen und Standards
Technische Spezifikation 380/110 kV, Einsatz-, Lager- und Servicekonzepte sind zu erarbeiten. Es gelten die Korrosionsschutzvorgaben (TRN 06-28-01 werksseitig; TRN 24-01-11 für Freileitungen/Umspannwerke), die Dokumentationsrichtlinie (02.09), die Projektabwicklungsrichtlinie (02.08), die QS-Kriterienkataloge für Elektromontage und Stahlbau (04.03–04.05), die Mindestanforderungen Ölhandling (04.07), die Anforderungen CO2-Tracking (04.08) sowie Entsorgungsleistungen gemäß AEB (04.06).
Konzepte zur Angebotsphase
Bieter haben ein Technisches Konzept (Projektorganisation, Schlüsselpersonal, Projektmanagement, Kommunikations-/Berichtswesen, Schnittstellenmanagement, Risikomanagement, Qualitätsmanagement, Vertrags-/Nachunternehmermanagement; max. 30 DIN A4), ein Personal- und Einsatzkonzept (Einsatzorganisation, Personalverfügbarkeit, 24/7-Mobilisierung, Aufbau-/Inbetriebsetzung, Wartung, Schulungs-/Wissensmanagement, Nachweis des Manngebirges; max. 100 DIN A4) und ein Logistikkonzept (Mobilisierung, Transportkonzept, Umlade-/Lagerkonzept, Lade-/Entladekonzept, Ressourcen-/Verfügbarkeitskonzept, Subunternehmerkonzept, Ladungssicherung VDI 2700, Störungs-/Notfallmanagement; max. 100 DIN A4) einzureichen. HSE-Konzepte: Arbeitssicherheit (Arbeitsmethodenbeschreibung, Gefährdungsbeurteilung, Vorfallerfassung, Freigabeverfahren, Rettungskonzept, Sicherungssysteme; max. 15 DIN A4 exkl. exemplarische WMS/Risikoanalysen), Umweltschutz (Umweltrisiken, Präventivmaßnahmen, Notfallequipment, Entsorgungskonzept, hydraulische Maschinen mit biologischen Ölen, projektspezifische Nachweise WHG/AwSV, SF6; max. 15 DIN A4) und HSE-Logistik (Zusammenarbeit mit Subunternehmern, VDI 2700-Schulung, Umladepunkte, Ladetätigkeiten, PSAgA, Hebe-/Schwenkvorgänge, Ladungsträger; max. 15 DIN A4). Jedes Konzept muss mindestens 3 Bewertungspunkte erreichen (sonst Ausschluss).
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenBefähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung
Nachweis der Eintragung im Handelsregister (Auszug, nicht älter als 6 Monate ab Ablauf Teilnahmefrist) oder gleichwertiger Nachweis. Alternativ: Online-Link zum Handelsregister (kostenloser, uneingeschränkter Direktabruf) oder Erklärung, dass keine Registerpflicht besteht, mit Angabe der Rechtsform und Nachweis der erlaubten Berufsausübung auf andere Weise (z.B. Partnerschafts-/Vereinsregister oder Mitgliedschaft in wirtschaftsständischer Vereinigung).
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Erklärung des Gesamtumsatzes und des spezifischen Umsatzes im Tätigkeitsbereich des Auftrags für die Jahre 2023, 2024 und 2025. Mindestanforderung: Umsatz im Auftragsbereich ≥ 100.000.000 € pro Jahr (für 2023, 2024 und 2025).
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Nachweis durch mindestens 3 Unternehmensreferenzen aus dem Höchstspannungsbereich ≥ 380 kV – darunter die erfolgreiche Inbetriebnahme eines Projekts ≥ 380 kV sowie die erfolgreiche Lieferung von Schaltelementen und/oder Transformatoren ≥ 380 kV. Angabe der Produktionsstätte(n) inkl. Adresse, Ausstattung und technischer Ausrüstung. Relevantes Personal muss Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau C1 (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen) nachweisen. Nur selbst erbrachte Leistungen können die Leistungsfähigkeit belegen; Eignungsleihe ist möglich.
Managementsystem-Zertifizierungen
Vorlage gültiger Zertifizierungen von akkreditierter Stelle mit Geltungsbereich des Auftrags für: Qualitätsmanagementsystem (DIN EN ISO 9001:2015 oder gleichwertig), Arbeitsschutzmanagementsystem (DIN EN ISO 45001:2018 oder gleichwertig, z.B. SCC) und Umweltmanagementsystem (DIN EN ISO 14001:2015 oder gleichwertig). Gültigkeit muss für die Dauer der Vertragslaufzeit aufrechterhalten werden. Falls Zertifizierung nicht fristgerecht beschaffbar (kein Verschulden), Vorlage einer gleichwertigen Bescheinigung mit Verpflichtung zur Nachreichung bis 31.03.2027.
Ausschlussgründe
Eigenerklärung zum Nichtvorliegen von Ausschlussgründen nach § 123 GWB und § 124 GWB, § 124 Abs. 2 i.V.m. § 21 Abs. 1 i.V.m. § 23 Arbeitnehmer-Entsendegesetz, § 124 Abs. 2 i.V.m. § 98c Abs. 1 Aufenthaltsgesetz, § 124 Abs. 2 i.V.m. § 19 Abs. 1 i.V.m. § 21 Mindestlohngesetz, § 124 Abs. 2 i.V.m. § 21 Abs. 1 Satz 1 & 2 Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz sowie § 124 Abs. 2 i.V.m. § 22 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Bei Vorliegen von Ausschlussgründen: Nachweis von Selbstreinigungsmaßnahmen nach § 125 GWB. Eigenerklärung zu RUS-Sanktionen.
Sonstige Anforderungen
Verschwiegenheitserklärung (Anlage 9) ist verpflichtend. Die Ausschreibung ist nicht für KMU geeignet. Vertragskommentierungen zu den Vertragsentwürfen (03.00 und 03.01) sind in Textform einzureichen; türkis hinterlegte Regelungen sind unverhandelbare Mindestbedingungen. Nachprüfungsverfahren: zuständig ist die Vergabekammer des Landes Berlin.
Mind. 3 vergleichbare Referenzen – u.a. erfolgreiche Inbetriebnahme eines Projekts im Höchstspannungsbereich ≥ 380 kV sowie erfolgreiche Lieferung von Schaltelementen und/oder Transformatoren ≥ 380 kV
Art, Umfang und Schwierigkeit vergleichbar; Einwilligung des Referenzauftraggebers erforderlich; je Referenz Anlage 7.1 (00.08.01) ausfüllen, nummeriert (z.B. '00.08.01.01_Referenz_1_[Name]'); max. 5 DIN-A4-Seiten ergänzende Unterlagen pro Referenz