Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDas Land Baden-Württemberg (vertreten durch das Oberlandesgericht Stuttgart – IuK-Fachzentrum Justiz) schreibt eine Rahmenvereinbarung über rund 3 Jahre (voraussichtlich 01.04.2027 bis 31.03.2030, mit optionaler Verlängerung bis max. 31.03.2033) für die Betreuung, Wartung, Fehlerbehebung und Weiterentwicklung des Fachverfahrens „Justus" aus. Justus ist eine seit 2000 entwickelte Java-Anwendung (3-Schichten-Architektur, Oracle-Datenbank), die bei 16 Installationen der Finanz-, Sozial- und Verwaltungsgerichtsbarkeit sowie beim Verfassungsgerichtshof in Baden-Württemberg eingesetzt wird (u.a. 8 Sozialgerichte, 4 Verwaltungsgerichte, je 1 Finanzgericht, Landessozialgericht, Verwaltungsgerichtshof, Verfassungsgerichtshof). Die Anwendung ist an das eAkte-System angebunden und enthält eine Entscheidungssuche auf Elasticsearch-Basis mit ca. 500.000 Dokumenten.
Der Auftragnehmer übernimmt den 3rd-Level-Support (Störungs- und Fehlermeldungen, Fehlerbehebung in Justus und Umsystemen wie eAkte-VIS und Word-Makro), die kontinuierliche fachliche und technische Weiterentwicklung sowie Betriebsunterstützung. Geschätzter Jahresbedarf: 30 PT Betriebsunterstützung, 70 PT Wartung/Fehlerbehebung, 70 PT Weiterentwicklung (davon 50 PT Entwicklungskontingent), 20 PT sonstige Leistungen – insgesamt ca. 190 PT/Jahr.
Die Angebotsabgabe erfolgt elektronisch über den Vergabemarktplatz Baden-Württemberg bis zum 29.09.2026 um 11:00 Uhr (MESZ). Bieterfragen sind bis 17.09.2026 einzureichen. Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot nach Bewertungsmatrix (Anlage 29).
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Personalprofil Programmierer/Entwickler mit Kenntnissen im Support40%
Bewertung der Kenntnisse und Fähigkeiten der eingesetzten Programmierer/Entwickler anhand vorgelegter Personalprofile. Mindestpunktzahl 185 (A-Kriterium).
- Personalprofil Projektleiter10%
Bewertung der Kenntnisse und Fähigkeiten des Projektleiters. Mindestpunktzahl 50 (A-Kriterium).
- Helpdesk – kurzfristige Verfügbarkeit und Organisation10%
Darstellung der kurzfristigen Verfügbarkeit des Projektteams bei Störfällen und der organisatorischen Abarbeitung von Support-Anfragen anhand eines vergleichbaren Projektes. 0/50/100 LP.
- Gesamtpreis40%
Brutto-Endsumme aus dem Leistungsverzeichnis (Anlage 28). Bewertung mit der Formel Px = PreisMin / Preisx × 400. Max. 400 LP.
Preiswertung: Px = PreisMin / Preisx × 400 (Wertungspunkte zwischen 0 und 400). Übrige Kriterien werden über Leistungspunkte (Mindestpunktzahlen als A-Kriterien, gestaffelte Punktevergabe je Kriterium) bewertet. Gesamtleistungspunkte max. 1000.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenBetriebsunterstützung (Ziff. 2.1 der Leistungsbeschreibung)
Der Auftragnehmer unterstützt den Betrieb der Justus-Umgebungen durch Installation, Patching und Konfiguration der Applikationskomponenten in Zusammenarbeit mit BITBW. Der Zugriff erfolgt über das Landesverwaltungsnetz (LVN) per Fernzugriff. Änderungen mit Betriebsauswirkungen müssen BITBW mitgeteilt werden.
Supportzeiten: Montag bis Freitag, 07:00–16:00 Uhr. Geschätzter Bedarf: 30 Personentage pro Jahr.
Wartung und Fehlerbehebung (Ziff. 2.2 der Leistungsbeschreibung)
Entgegennahme, Bearbeitung und Dokumentation von Störungs- und Fehlermeldungen im Fehlermeldungssystem (voraussichtlich Bugzilla). Fehlerbehebung erfolgt in Justus und seinen Umsystemen (eAkte-VIS, MS Office-Schnittstelle, Word-Makro); der Auftragnehmer unterstützt auch bei Analysen, wenn die Ursache nachweislich außerhalb von Justus liegt.
Reaktionszeiten gemäß Anlage 07: Standardrequests 1 Arbeitstag, Blocker/Critical max. 4 Stunden innerhalb der Supportzeiten. Telefonische Benachrichtigung des Projektleiters bei Blocker/Critical.
Halbjährliche Gesamtberichte über alle Requests. Geschätzter Bedarf: 70 Personentage pro Jahr.
Kontinuierliche fachliche und technische Weiterentwicklung (Ziff. 2.3)
Weiterentwicklung auf Basis eines jährlichen Kontingents von 50 Personentagen. Vor jeder funktionalen Anpassung ist eine verbindliche Aufwands- und Zeitplanung zu erstellen und mit dem Auftraggeber abzustimmen. Nicht verbrauchte Kontingente können maximal 25 Personentage ins Folgejahr übertragen werden.
Bei komplexen Weiterentwicklungen ab 10 Personentagen für die Konzeption ist ein separates Angebot zu erstellen. Maximal 4 Versionen pro gerichtsspezifischer Version pro Jahr.
Monatliche Aufwandsaufstellung über das verbrauchte Weiterentwicklungskontingent erforderlich. Geschätzter Bedarf: 70 Personentage pro Jahr (50 PT Entwicklungskontingent + 20 PT Abstimmungen, Beratungen, Aufwands- und Zeitplanungen).
Sonstige Leistungen (Ziff. 2.4)
Versionsbildung und -verwaltung inklusive Sicherung der letzten 3 nicht mehr aktiven Versionen, Unterstützung bei Dokumenterstellung und -aktualisierung, Bereitstellung und Betrieb des Fehlermeldungssystems (Kosten ca. 15 €/Monat) sowie Qualitätssicherung (Fehlerreduzierung, Quellcode-Optimierung, ergonomische Gestaltung inklusive Homeoffice-Tauglichkeit).
Bereitstellung von Test- und Entwicklungsumgebungen durch den Auftragnehmer sowie Dokumentation in PDF und bearbeitbaren Office-Formaten (ab Version 2016) bei neuen Versionen. Geschätzter Bedarf: 20 Personentage pro Jahr.
Technische Komponenten (Anlage 06)
JUSTUS-Server: Java JDK 25, Apache TomCat 11 (WAR-Deployment), Oracle-Datenbankanbindung.
JUSTUS-Client: Windows-Integration mit Protokoll- und FileType-Handler, 64-Bit-Word-Makro, URL-basierter Start, Single-Sign-On mit E-Akte.
Entscheidungssuche-Server: Elasticsearch 9.3.0 (Port 9000), Kibana 9.3.0 (Port 5601), Lucene-basierte Suchdatenbank mit ca. 500.000 Dokumenten.
Postleitzahlensuche: eigener Web-Server (Port 9095), Datenbezug von der Fa. Datapuls.
Bug-Tracking: Bugzilla (gehostet bei Strato, Domain nls-sag.de), SSL-Zertifikat gültig bis ca. Juli 2027.
Windows-Services: Tomcats als Windows-Dienste mit automatischem Start und Logfile-Management; Monitoring über Windows-Ereignisanzeige und Log-Datei-Inspektion.
Rahmenvereinbarung und Mengen
Vertragslaufzeit voraussichtlich 01.04.2027 bis 31.03.2030 (36 Monate), mit optionaler einseitiger Verlängerung durch den Auftraggeber um maximal 3 × 1 Jahr bis längstens 31.03.2033.
Geschätzte Gesamtabnahmemenge: 130 Personentage pro Jahr. Maximalabnahmemenge: 190 Personentage pro Jahr. Keine verpflichtende Mindestabnahme.
Leistungsort primär Stuttgart, bei Bedarf andere Orte in Baden-Württemberg; Präsenztermine in Stuttgart oder Mannheim.
Vergütung: Pauschale pro Vertragsjahr (Position 1) und Tagessatz für Einzelaufträge (Position 2, 190 Tagessätze verfügbar). Bei Change Requests außerhalb des Kontingents gilt eine Bindefrist von mindestens 8 Wochen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenWirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Persönliche Eignung / Ausschlussgründe
Zwingende Ausschlussgründe (§ 123 GWB): Keine Verurteilung wegen Straftaten wie Bestechung, Diebstahl oder Betrug; kein Insolvenzverfahren; keine schwerwiegende berufliche Verfehlung; keine ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge oder Steuern/Abgaben.
Fakultative Ausschlussgründe (§ 124 GWB): Keine schwerwiegenden Verstöße gegen berufliche Pflichten, keine Wettbewerbsabsprachen, keine erheblichen oder dauerhaften Mängel bei früheren Aufträgen.
Weitere Pflicht-Eigenerklärungen:
Eignungsleihe und Unterauftragnehmer
Eignungsleihe (§ 47 VgV) ist zulässig. Bei Inanspruchnahme von Kapazitäten Dritter für die wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit besteht gesamtschuldnerische Haftung.
Bei Einsatz von Unterauftragnehmern: gesonderte Eigenerklärung zu Ausschlussgründen (Anlage 21) und Verpflichtungserklärung (Anlage 22) erforderlich.
Sprache und Formalien
Zuschlags- und Wertungskriterien
Zuschlag auf das Angebot mit dem niedrigsten Preis (Hauptkriterium); zusätzlich Anwendung der Bewertungsmatrix (Anlage 29) mit A-Kriterien zur Bewertung. Der Bieter bestätigt die A-Kriterien mit Anlage 29.
Vergleichbare Projekte zur Betreuung, Wartung und Weiterentwicklung einer Fachanwendung (idealerweise Justiz-/Verwaltungsverfahren)
Pro Auftraggeber: Name, Projektbezeichnung, Leistungszeitraum (von/bis), Rechnungswert, Anzahl eingesetzter Projektmitarbeiter, detaillierter Leistungsumfang (eigener Anteil), Ansprechpartner mit Name, E-Mail und Telefon. Auftraggeber darf Referenzen überprüfen. Formular Anlage 19 verwenden.