BEW-Transformationsplan Wärmenetz Templin Süd
Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenGesucht werden Beratungs-, Modellierungs-, Planungs- und Koordinationsleistungen zur Dekarbonisierung des Wärmenetzes Templin Süd.
Die verbindlichen Positionen 1 bis 3 umfassen die Generalkoordination und Energiesystemmodellierung, die Tiefengeothermieplanung bis einschließlich HOAI-Leistungsphase 4 sowie den prüffähigen BEW-Transformationsplan. Position 4 ist optional und umfasst die HOAI-Leistungsphasen 5 bis 8; sie wird nur bei einem positiven BEW-Modul-2-Zuwendungsbescheid und einem ausdrücklichen Abruf durch die Auftraggeberin beauftragt.
Zunächst ist bis zum 19.11.2026 um 12:00 Uhr ein Teilnahmeantrag elektronisch über den Vergabemarktplatz Brandenburg einzureichen.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Honorar40%
Honorarangebot Pos. 1 bis 3 und Pos. 4 werden getrennt bepunktet (Punkte = 100 × niedrigstes Angebot / Angebot des Bieters) und mit 0,6 (Pos. 1 bis 3) bzw. 0,4 (Pos. 4) gewichtet; Einzelheiten Wertungs- und Zuschlagskriterien Teil B.
- Methodisches Konzept25%
Einzelheiten siehe Wertungs- und Zuschlagskriterien Teil B.
- Verhandlungsgespräch25%
Bei Zuschlag auf das Erstangebot ohne Verhandlung wird die Gewichtung nach Teil B der Wertungs- und Zuschlagskriterien umverteilt.
- Schnittstellen- und Risikomanagement10%
Einzelheiten siehe Wertungs- und Zuschlagskriterien Teil B.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGesamtauftrag und Abgrenzung
Die Positionen 1 bis 3 sind verbindlich und vollständig aus einer Hand zu erbringen. Eine reine Projektsteuerung reicht nicht aus. Position 4 ist optional und darf erst mit einem positiven Zuwendungsbescheid nach BEW-Modul 2 und einem ausdrücklichen textlichen Abruf durch die Auftraggeberin begonnen werden. Nebenangebote sowie Änderungen an Leistungsumfang oder Vergabeunterlagen sind nicht zugelassen.
Generalkoordination und Energiesystemmodellierung
Inhaltlich-konzeptionelle Beratung, Projektstrukturplanung, Schnittstellenmanagement, Datenanforderungen, Entscheidungspunkte, Terminabhängigkeiten, Abstimmungsrunden, Protokollierung, Aufgabenverfolgung und Steuerung von Facharbeits- und Projektgruppen.
Das Energiesystemmodell des Wärmenetzes Süd umfasst den Erzeugerpark, Speicher- und Flexibilitätsoptionen, Spitzen- und Reserveerzeugung, die Wärmebedarfsentwicklung, Netzverdichtungen und Netzanschlüsse sowie einen Dekarbonisierungspfad bis 2045. Untersucht werden insbesondere Tiefengeothermie, ergänzende Wärmeerzeuger, Wärmepumpen, Spitzenlast- und Redundanzkonzepte sowie ein langfristiger Zusammenschluss mit dem Netzgebiet Nord.
Die Netzhydraulik umfasst Temperatur- und Druckniveaus, Massenströme, Engpässe, Netztemperaturabsenkung, erforderliche Netzmaßnahmen und Auswirkungen geplanter Netzanschlüsse. Versorgungsvarianten werden hinsichtlich Investitions- und Betriebskosten, Wärmegestehungskosten, Primärenergie- und Emissionswirkungen, Strombedarf und Förderrelevanz verglichen. Ergänzend sind Sensitivitäts- und Plausibilitätsanalysen sowie ein nachvollziehbarer Modellierungsbericht mit Tabellen, Grafiken, Datenpaketen, Kennwerten und Textbausteinen für den Transformationsplan zu erstellen.
Tiefengeothermieplanung bis HOAI-Leistungsphase 4
Zunächst ist die Machbarkeitsstudie Geothermie hinsichtlich Datenlage, Annahmen, Risiken und offenen Prüfpunkten zu reviewen. Dafür sind eine Review-Notiz mit Änderungsvorschlägen und Priorisierung, die Abstimmung mit der FWG und die Fortschreibung der Projektprämissen zu erstellen.
Die Untertageplanung umfasst geologische Anforderungen, ein geophysikalisches Messprogramm, die Reservoir-Komplettierung, das Förder- und Injektionskonzept sowie die Planung des hydraulischen Leistungstests. Standortspezifische Risiken wie hochsalinare Wässer, Sandsteinaquifere, Korrosion, Scaling, Injektivität sowie Fündigkeits- und Betriebsrisiken sind zu bewerten. Monitoring-, Betriebs- und Instandhaltungsanforderungen sind zu entwickeln.
Die Bohrplatzplanung umfasst Flächenbedarf, Mengenermittlung, Entwässerungsbemessung, Medien- und Logistikflächen sowie Anlagenfundamente. Zusätzlich sind Casing Design, Anforderungen an Bohranlage, Torque und Drag, Hydraulik, Hebekapazitäten, Bohrlochkontrolle, Bohrlochsicherung und Bohrlochverflanschung, Zeit-Teufen-Diagramm, Bohrprogrammstruktur, Messprogramm und Testphasenschnittstellen sowie die Entsorgung von Bohrklein, Bohrspülung und Thermalwasser zu planen. Eine Kostenermittlung auf Entwurfsplanungs- beziehungsweise Basis-of-Design-Niveau ist mit einer Zielgenauigkeit von etwa ±20 Prozent zu erstellen.
Obertageanlagen und Genehmigungsplanung
Für die Obertageplanung sind der Thermalwasserkreislauf, die Wärmepumpenanlage, das Betriebsgebäude, Gebäude-, TGA-, EMSR- und Tragwerksplanung, Brandschutz, die Fernwärmetrasse bis zum bestehenden Heizhaus sowie die Mittelspannungsanbindung zu planen. Erforderlich sind außerdem ein R&I-Fließschema, Anlagen- und Verfahrensbeschreibung, Energie- und Massenbilanz, Sicherheitskonzept und Pre-HAZOP sowie Anlagenentwurfsplanung, Ausrüstungslisten, Datenblätter, Rohrleitungs- und Stoffstromlisten, Layout- und 3D-Anlagenplanung sowie Inbetriebnahme-, Betriebs- und Instandhaltungskonzepte. Eine Kostenermittlung auf Leistungsphasen-3-Niveau mit einer Zielgenauigkeit von etwa ±20 Prozent ist vorzusehen.
Die Genehmigungsplanung der Leistungsphase 4 umfasst die rechtliche Vorprüfung und Genehmigungsstrategie, die Aufsuchungserlaubnis, den Hauptbetriebsplan, die UVP-Vorprüfung, die wasserrechtliche Erlaubnis, den Bauantrag für die Energiezentrale, Anzeigen und Genehmigungen für Trasse, Mittelspannung, Grundstücksnutzung und Baustellenlogistik sowie das sicherheitstechnische Grundkonzept. Zusätzlich sind ein Genehmigungsterminplan, Behörden- und Stakeholdermanagement, die Übergabe reichungsfähiger Anträge, Betriebspläne, Anzeigen und Gutachten sowie die Bearbeitung behördlicher Nachforderungen bis zum 15.02.2028 zu übernehmen.
BEW-Transformationsplan
Der prüffähige Transformationsplan nach BEW-Modul 1 ist eigenständig zu erstellen. Er umfasst die Bestandsanalyse, das Zielbild, den Maßnahmenpfad, ein Dekarbonisierungsszenario bis 2045 sowie Zeit-, Investitions- und Kostenbetrachtungen sowie eine Risiko- und Umsetzungsbewertung.
Wärmebedarfsentwicklung, Netzverdichtung, Netzanschlüsse, Netzhydraulik, Erzeugervarianten und Tiefengeothermieplanung sind zu einem konsistenten Szenario zusammenzuführen. Auch die Option eines Zusammenschlusses mit dem Netzgebiet Nord ist zu bewerten. Alle erforderlichen Zuarbeiten sind zu koordinieren und laufend auf Plausibilität zu prüfen. Der Bericht ist mit Anlagen, Tabellen, Grafiken und Datenanhängen zu erstellen; editierbare Arbeitsstände und finale Unterlagen sind bereitzustellen und die Ergebnisse sind vorzustellen und abzustimmen.
Optionale Leistungsphasen 5 bis 8
Position 4 umfasst optional die Ausführungsplanung, die Vorbereitung und Mitwirkung bei der Vergabe sowie die Objekt- und Bauüberwachung nach HOAI-Leistungsphasen 5 bis 8.
Leistungsphase 5 umfasst die Ausführungsplanung für Untertage- und Obertageanlagen, die Richtbohrplanung, Verrohrungsberechnung, Bohr-, Spülungs- und Zementationsprogramme, Förder- und Testprogramme, Entsorgungsplanung, Anlagenzeichnungen, Funktionsschemata, Material- und Gerätebedarf, Vergabe- und Ausführungsunterlagen sowie die integrierte Bauablaufplanung. Leistungsphase 6 umfasst Vergabeunterlagen, Mengenermittlung, Leistungsverzeichnisse, Kostenermittlung und Kostenkontrolle sowie die Ausschreibung der Wartungsleistungen. Leistungsphase 7 umfasst das Einholen, Prüfen und Werten von Angeboten, Preisspiegel, Vergabevorschläge und die Mitwirkung an Bietergesprächen. Leistungsphase 8 umfasst örtliche Bauüberwachung, eine 24/7-Stellung eines Bohrüberwachers während der Bohrung, Mängelmanagement, Abnahmen, Rechnungsprüfung, Kostenfeststellung, Fortschrittsberichte, Bautagebücher, Einweisungen, Kontrollprüfungen, Terminüberwachung, Unterlagenprüfung und Übergabe der As-built-Dokumentation und Wartungsvorschriften.
Projektorganisation und Förderunterlagen
Für alle Positionen ist ein Terminplan mit kritischem Pfad, Meilensteinen, Abhängigkeiten sowie einem angemessenen Zeitraum für behördliche Nachforderungen vorzulegen. Die Leistungsgrenzen, Schnittstellen, Steuerungsaufgaben und Risiken sind im methodischen Konzept darzustellen.
Die Abgrenzung zwischen eigenen Leistungen und Leistungen von Nachunternehmern oder Partnern muss transparent sein. Der Transformationsplan und zuwendungsbezogene Veröffentlichungen sind mit den vorgegebenen EU-/BMWE- und NextGenerationEU-Angaben zu versehen. Für Mittelabruf und Verwendungsnachweis erforderliche Unterlagen sind bereitzustellen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFormale und wirtschaftliche Eignung
Erforderlich sind die Eintragung in einem Berufs- oder Handelsregister oder ein sonstiger Nachweis über die erlaubte Berufsausübung, Angaben zum Gesamtumsatz und zum Umsatz im Tätigkeitsbereich des Auftrags für die letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre sowie ein Nachweis der Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung mit mindestens 5,0 Mio. EUR für Personen- und Sachschäden und 0,5 Mio. EUR für Vermögensschäden. Der Versicherungsschutz muss während der gesamten Leistungserbringung in dieser Höhe aufrechterhalten oder entsprechend angepasst werden. Eine Mindesthöhe für den Umsatz ist nicht festgelegt.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Die Bewerber müssen ihre Kompetenz in BEW-Transformationsplanung, Tiefengeothermie, fernwärmetechnischer Systemplanung, Fördermittelbearbeitung, Projekt- und Gutachtersteuerung, Daten- und Modellierungsqualitätssicherung sowie Kommunikation mit relevanten Stakeholdern nachweisen. Das Projektteam muss die Positionen 1 bis 3 vollständig abdecken; eine reine Projektsteuerung genügt nicht.
Referenzen und Wertung
Für die Bewerbung sind wesentliche Leistungen der letzten fünf Jahre mit Wert, Zeitraum und Auftraggeber anzugeben. Die Referenzen werden den Kriterien K1 bis K8 zugeordnet und nach BEW-/Transformationsplan-Erfahrung, Tiefengeothermie, Fernwärmesystemkompetenz, Projektsteuerung, Fördermittelkompetenz, Daten- und Modellierungskompetenz, Kapazität sowie Kommunikation gewertet. Bis zu drei geeignete Bewerber werden zur zweiten Stufe aufgefordert.
Schlüsselpersonal
Die Bewerbung muss die verbindlich benannte Projektleitung, eine Stellvertretung sowie Fachrollen für Geothermie, Fernwärme, Wirtschaftlichkeit und Fördermittel enthalten. Qualifikationsprofile, verfügbare Personentage und die Ausfallsicherheit sind anzugeben.
Ausschlussgründe und Erklärungen
Formular 4.1 EU zu den Ausschlussgründen sowie Formular 6.1 zu den Russland-Sanktionen sind vorzulegen. Bei einem Bewerbergemeinschafts-, Unterauftrags- oder Eignungsleihverfahren gelten zusätzlich die Formulare 4.2, 4.3 und 4.4 EU. Die rechtsverbindlich unterzeichnete Vereinbarung nach Formular 5.3 EU ist dem Angebot beizufügen; bei Nachunternehmern oder Verleihern ist Formular 5.4 EU zu verwenden.
Mindestanforderungen an die Angebotsgestaltung
Die Leistungen der Positionen 1 bis 3 sind vollständig und aus einer Hand anzubieten. Position 4 ist gesondert und optional darzustellen. Eigene Leistungen sowie Leistungen von Nachunternehmern oder Partnern sind inhaltlich und preislich transparent abzugrenzen. Nebenangebote, Vorbehalte, Änderungen der Vergabeunterlagen und eigene Haftungsklauseln sind unzulässig. Preise sind netto zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer darzustellen.
Referenzen zu abgeschlossenen oder weit fortgeschrittenen BEW-Transformationsplänen für Bestandswärmenetze mit Zielbild 2045, Zwischenzuständen 2030, 2035 und 2040, Maßnahmenpaketen, Wirtschaftlichkeit und Förderfähigkeit.
Leistungsumfang, eigene Rolle und bei laufenden Projekten der Bearbeitungsstand müssen erkennbar sein.
Referenzen zur Potenzialanalyse und Planung mitteltiefer und tiefer Geothermie, einschließlich Untergrundbewertung, Seismik, Hydrogeologie, Fündigkeits- und Bohrungsrisiko, genehmigungsrechtlichen Schnittstellen, Dubletten- und Bohrkonzepte sowie Einbindung in Wärmenetze.
Für die volle Punktstufe müssen ein Projekt im Norddeutschen oder Nordostdeutschen Becken, eine Begleitung bis in den Betrieb und Erfahrung in HOAI-Leistungsphasen 1 bis 8 nachgewiesen werden.
Referenzen zur fernwärmetechnischen Systemplanung mit Netzmodellierung, Netzhydraulik, Temperaturabsenkung, Erzeugerpark-Transformation, Speicherintegration, Großwärmepumpen sowie Spitzenlast- und Redundanzkonzepten.
Leistungsumfang, eigene Rolle, Zeitraum, Wert und Auftraggeber sind je Referenz anzugeben.
Referenzen zur Antrags- und Fördermittelbearbeitung, insbesondere BAFA-/BEW-Anträge der Module 1 bis 4 sowie Mittelabrufe und Verwendungsnachweise.
Die jeweils erbrachten Förder- und Antragsleistungen müssen nachvollziehbar beschrieben sein.
Referenzen zur Steuerung interdisziplinärer Gutachterteams mit Geologie, Bohrtechnik, Genehmigung, Netzplanung, Wirtschaftlichkeit, Fördermitteln und Kommunikation.
Die eigene Rolle bei der Steuerung und Koordination des Teams sowie die eingesetzten Fachbereiche sind darzulegen.
Referenzen zur Kommunikation und Stakeholder-Steuerung bei Wärme- und Geothermieprojekten, insbesondere mit Stadtwerken, Kommunen, Behörden, Grundstückseigentümern, politischen Gremien und Bürgerinnen und Bürgern.
Die Art der Kommunikation, die beteiligten Stakeholder und die eigene Rolle sind je Referenz darzulegen.
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