Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenUm was geht's?
Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) schreibt umfassende Facility-Services-Dienstleistungen für ihr Objekt „Torhaus" (Brühlstraße 11–13, 30169 Hannover) öffentlich aus. Es handelt sich um ein gemischt genutztes Gebäude mit rund 4.501 m² Fläche, 17 Mieteinheiten und einer Tiefgarage mit 110 Stellplätzen.
Was ist zu leisten?
Der Auftragnehmer übernimmt das komplette technische und infrastrukturelle Gebäudemanagement. Dazu zählen u. a.:
Rahmenbedingungen:
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis60%
Wertungssummen aus den nachgerechneten Angebotssummen unter Berücksichtigung von Nachlässen (ohne Bedingungen). Niedrigstes Angebot erhält max. Erfüllungsgrad (5 Punkte) x 60 = 350 Punkte.
- Qualität und Funktionalität aus Angebot (Leistungskonzept)40%
Bewertung des vom Bieter eingereichten Leistungs-/Servicekonzepts durch eine fachkundige Bewertungsjury anhand von 11 Unterkriterien. Erfüllungsgrad max. 5 Punkte x 40 = max. 150 Punkte.
Preis: Wertungspunkte = (Niedrigstes Angebot / Angebot(n)) x 5 x 60 (max. 350 Punkte). Qualität: Erfüllungsgrad (max. 5 Punkte) x 40 (max. 150 Punkte). Bewertung mit 5-stufiger Punkteskala (0-5 Punkte) je nach Erfüllungsgrad.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenObjektmanagement und Berichtswesen
Der Auftragnehmer stellt eine durchgehende Objektleitung mit Stellvertretung sicher und betreibt ein CAFM-System. Er übernimmt die jährliche Budgetplanung (Abgabe bis 30.06.), die Erstellung des Wartungs- und Prüfplans (Abgabe bis 31.07.), die laufende Dokumentation sowie das Berichtswesen (Monatsbericht bis 5. Arbeitstag des Folgemonats, Quartalsbericht bis 14 Kalendertage nach Quartalsende, Jahresbericht bis 01.02. des Folgejahres). Es sind Störungsanalysen, Gewährleistungsverfolgung, Energiemanagement und Schlüsselverwaltung durchzuführen. Bestellte Betriebsbeauftragte sind zu stellen für Brandschutz, Sprinkleranlagen, Flutschutz und Aufzüge. Eine 24/7-Service- und Rufzentrale ist zu betreiben.
Technisches Gebäudemanagement
Die gebäudetechnischen Anlagen (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro, Aufzüge, Sicherheits- und Brandschutztechnik, Gebäudeautomation etc.) sind regelmäßig zu betreiben, zu warten und zu inspizieren. Es gelten präventive Wartungsstandards (VDMA 24186), Zustandsbewertungen (VDMA 24176) und wiederkehrende Sachverständigenprüfungen. Die Instandsetzung erfolgt nach Wertgrenzen (bis 500 €, 500–5.000 €, 5.000–20.000 €, ab 20.000 € mit Ausschreibung). Im Störungsfall gelten kurze Reaktionszeiten: 30 Minuten nach Meldungseingang; bei sicherheitsrelevanten Vorfällen 2 Stunden Erledigung, sonst 24 Stunden.
Bereitschaftsdienst
Es ist ein 24/7-Bereitschaftsdienst vorzuhalten. Bei sicherheitsrelevanten Meldungen außerhalb der Regelleistungszeit ist der Bereitschaftsdienst innerhalb von 60 Minuten vor Ort. Die erste Stunde vor Ort wird pauschal abgerechnet, weitere Stunden nach Aufwand.
Hauswart- und infrastrukturelle Dienste
Der Hauswart übernimmt regelmäßige Hauswartservices und sonstige Tätigkeiten wie Mieterbetreuung, Schlüsselverwaltung und Kleinreparaturen. Reinigungsleistungen umfassen die Unterhaltsreinigung (Innenräume gemäß Reinigungsmatrix Anlage 4), Sonderreinigung, Schmutzfangmatten-Service, Pflanzenpflege sowie Tiefgaragen- und Garagenreinigung. Glas- und Rahmenreinigung, Fassadenreinigung, Jalousien-/Markisenreinigung und Graffitientfernung gehören ebenso zum Leistungsumfang.
Außenanlagen, Winterdienst und Entsorgung
Die Außenanlagen sind zu pflegen (rund 820 m² Grün-/Pflanzflächen, ca. 122 m² Unkrautflächen, Baumkontrolle, Spielplatzpflege, Schädlingsmonitoring). Der Winterdienst ist jährlich vom 01.11. bis 31.03. sicherzustellen. Die allgemeine Abfallentsorgung (Restmüll, Papier, Verpackungen etc.) wird pauschal übernommen.
Sicherheits- und Empfangsdienste
Es sind Gebäude- und Werkschutz, Revier- und Streifendienst sowie Empfangsdienste vorzuhalten. Der Empfang ist Mo–Fr von 07:30 bis 18:00 Uhr zu besetzen. Revier-/Streifendienste erfolgen 2× täglich (Mo–Sa 305 Tage, So/Feiertag 60 Tage). Nachts und an Sonn-/Feiertagen sind Einsatzleitung und Pfortentätigkeit sicherzustellen.
Mieterbetreuung, Leerstands- und Nachhaltigkeitsmanagement
Mietobjektübergaben und -rücknahmen sowie die Kontrolle und Durchsetzung von Mieterpflichten sind durchzuführen. Leerstände sind stillzulegen, zu verwalten und ggf. wieder in Betrieb zu nehmen. Beim Nachhaltigkeitsmanagement unterstützt der Auftragnehmer ESG-Themen, Energiemanagement und stellt Daten für Zertifizierungen bereit.
Start-up- und Explementierungsphase
Vor Regelbetriebsbeginn ist eine 3-monatige Start-up-Phase durchzuführen: Personal- und Ressourcenplanung, Übernahme und Sichtung der Dokumentation, Datenaufnahme und Schnittstellenmatrix, Risiko- und Notfallanalyse, Erstellung des Objekthandbuchs, CAFM-Einrichtung, Bestandsaufnahme und Einarbeitung. Bei Vertragsende sind im Rahmen der Explementierung Terminplanung, Rückgabe von Materialien, Schlüsseln und Unterlagen, Datenübergabe, Einarbeitung des Nachfolgers und eine Abschlussdokumentation sicherzustellen.
Vergütung, Stundensätze und Nachunternehmer
Die Vergütung erfolgt über Stundensätze für 29 verschiedene Personal-/Qualifikationskategorien (Objektleiter, Elektriker, Sanitär, MSR, Aufzug, Hausmeister etc.) sowie Zuschläge für Nacht- und Sonn-/Feiertagsarbeit. Material >100 EUR wird zum Nettoeinkaufspreis zzgl. Handlingsfee abgerechnet; Material <100 EUR fällt unter Hausmeisterservices. Für Nachunternehmerleistungen gelten Handlingsfees (gestaffelt bis 2.000 €, bis 5.000 €, über 5.000 €). Der Auftragnehmer übernimmt zudem die Ausschreibung, Vergabe und Überwachung von Nachunternehmern (mind. 3 Angebote).
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenAusschlussgründe
Der Bieter darf nicht von zwingenden Ausschlussgründen gem. § 123 GWB oder fakultativen Ausschlussgründen gem. § 124 GWB betroffen sein. Dazu zählen u. a.: keine Eintragung im Gewerbezentralregister aufgrund von Verstößen mit Freiheitsstrafe >3 Monate oder Geldstrafe >90 Tagessätzen in den letzten 2 Jahren, ordnungsgemäße Erfüllung der Steuer- und Sozialversicherungspflichten, Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft, keine Abgabe einer Insolvenzantragstellung, Eröffnung oder Abweisung mangels Masse und keine Liquidation. Der Auftraggeber behält sich vor, Eigenerklärungen durch Drittbescheinigungen zu belegen und fehlende Unterlagen nachzufordern.
Befähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung
Der Bieter muss im Handels- oder Berufsregister des Sitzes/Wohnsitzes eingetragen sein oder die Nichtverpflichtung zur Eintragung nachweisen (Gewerbeanmeldung, Handwerksrolleneintragung, IHK-Eintragung o. Ä.).
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Erforderlich sind Nachweise zu Gesamtumsatz und Umsatz mit vergleichbaren Leistungen in den letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahren. Bei Bietergemeinschaften/Nachunternehmern werden die Angaben addiert. Eine Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung muss bestehen oder spätestens unverzüglich nach Zuschlag abgeschlossen werden; der Versicherungsschutz muss bis Vertragsende, mindestens bis zur Verjährung der Mängelansprüche, aufrechterhalten werden. Auf Verlangen sind testierte Jahresabschlüsse bzw. Bestätigungen eines Wirtschaftsprüfers/Steuerberaters vorzulegen.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Der Bieter muss über die erforderlichen Fachkräfte für die Ausführung verfügen (z. B. Staatlich geprüfter Techniker oder Meister für die Objektleitung) und die Zahl der in den letzten 3 Geschäftsjahren jahresdurchschnittlich beschäftigten Arbeitskräfte bezogen auf den Ausschreibungsgegenstand angeben. Er muss ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001 (oder gleichwertig) nachweisen und über Umweltmanagementmaßnahmen während der Auftragsausführung Auskunft geben. Es sind vergleichbare Referenzen aus den letzten 3 Geschäftsjahren über Facility Services einzureichen.
Eignungsleihe, Bietergemeinschaften und Sanktionen
Bei Einsatz von Nachunternehmern oder Eignungsleihe sind die entsprechenden Verpflichtungs- und Haftungserklärungen (Formulare 1.1.6 und 1.1.7) abzugeben. Bietergemeinschaften müssen das Formular 1.1.5 einreichen, alle Mitglieder haften gesamtschuldnerisch. Der Bieter muss eine Eigenerklärung zum Russland-Bezug (Formular 1.1.4.1) gemäß EU-Verordnung 2022/576 abgeben – kein Bezug zu Russland bei Bieter, Mitgliedern, Nachunternehmern, Lieferanten oder Eignungsverleihern (bzw. deren Anteil ≤10 % des Auftragswerts).
Facility Services (vergleichbar mit dem ausgeschriebenen Leistungsumfang: technisches & infrastrukturelles Gebäudemanagement)
Referenzen müssen mit der ausgeschriebenen Facility-Service-Leistung vergleichbar sein. Pflichtangaben je Referenz: Bezeichnung der Leistung, Auftraggeber (Name, Anschrift, E-Mail), vertragliches Verhältnis (Hauptauftragnehmer, BG-Partner oder Nachunternehmer), Ort der Ausführung, Ausführungszeitraum, stichwortartige Beschreibung der erbrachten Leistungen, besondere technische/gerätespezifische Anforderungen, Zahl der durchschnittlich eingesetzten Arbeitnehmer, eigener Auftragswert, Darstellung der Vergleichbarkeit. Auftraggeber behält sich Prüfung beim Referenzkunden vor.