Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenWorum geht's?
Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz erneuert an der Rheinwasser-Untersuchungsstation in Mainz-Wiesbaden das Prozessleitsystem und ausgewählte Messeinrichtungen.
Was ist zu tun?
Was müssen Bieter mit dem Angebot einreichen?
Abgabefrist: 16.09.2026, 13:00 Uhr.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten. Ein Bonus von 15 Prozent wird für Werkstätten für Behinderte bei der Berechnung der Wertungssumme eingeräumt.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenOS-Hardware und Server-Infrastruktur
Lieferung und Installation eines 19-Zoll-Rack-Prozessservers (max. 2 HE, redundante Netzteile, Hot-Plug-Festplatten, 5 Jahre Garantie inkl. Vor-Ort-Hardwaresupport und Austausch am nächsten Arbeitstag) sowie Maus/Tastatur-Set und zwei 27-Zoll-TFT-Monitoren. Zusätzlich provisorischer Aufbau und Installation. Lieferung und Einrichtung eines NAS-Storage mit 4 × 4 TB NAS-HDDs, RAID-Konfiguration und Hot-Swap-Fähigkeit als Datensicherung.
OS-Software und Systemzubehör
Installation und Konfiguration von Windows 11 Pro, Microsoft Office (Vollversion ohne Abo), PDF-Software (Vollversion ohne Abo), SIMATIC STEP 7 Professional V19/2021 inkl. TIA Portal. Pflicht: SCADA-System auf HTML5-Basis, branchenüblich für Wasser/Abwasser (Marktüblichkeit: > 3.000 aktive Lizenzen, > 80 zertifizierte Systemintegratoren in Deutschland, 24/7-Support deutschsprachig, qualifiziert). Erforderlich: mindestens 500 Prozessvariablen, mindestens 3 parallele Client-Zugriffe, OPC-DA-/UA-Schnittstelle, Siemens-S7-Kopplung, SMS- und E-Mail-Alarmierung, SQL-Server-Unterstützung. Herstellerunabhängigkeit von Engineering und Support. Ebenfalls zu liefern: Virenscanner (SCADA-freigegeben, zentrale Verwaltung), Whitelisting-Software (SCADA-freigegeben) und Datensicherungssoftware (NAS/RDX-Sicherung).
Installation und Projektierung der Bedienebene
Einrichtung Windows 11, SCADA-Grundinstallation auf dem Prozessserver, STEP 7/TIA Portal, Datensicherung, Virenscanner und Whitelisting. OS-Projektierung mit Analyse des Bestandssystems InTouch, Umstellung auf das neue SCADA-System, Erstellung Prozessbild Gesamtübersicht (ca. 30 Anwahlpunkte, 50 Variablen), ca. 10 Prozessbilder mit 20 Fensterbildern und 360 Variablen, 5 LIMS-Alarmindizes, 100 Kontrollkarten nach AQS, Rufbereitschaftspläne, 5 Parameterbilder mit ca. 120 Variablen, 3 Diagnosebilder mit ca. 150 Variablen, 35 Archive, Protokollierung/Graphen/Meldearchiv. Datenübermittlung per VPN/FTP/ODBC an Oracle-/ADVIS-Datenbankserver in Mainz. Einbindung der neuen Pumpensteuerung (Brunnen) zur Statusanzeige. Anbindung Anlagenbus und externe Datenbank mit automatischem Datentransfer.
Netzwerktechnik
Analyse und Anpassung des Bestandsnetzwerks (Switch, 2 PCs, 4 E/A-Unterstationen, Firewall). Lieferung und Einrichtung eines managebaren Switches (mind. 16 × RJ45, 2 × SFP, VLAN-fähig, MRP) sowie Patchpanel 24 × RJ45 CAT 6A. Einrichtung VLAN (Anlagenbus, Terminalbus, DMZ), Abstimmung und Aktualisierung der bestehenden Firewall, Einrichtung Datentransfer über Datenschleuse auf Transferlaufwerk in DMZ. Lieferung von provisorischen Patchverbindungen (5 Stück), Patchkabeln RJ45 CAT 6 (1,5 m / 3 m / 5 m, je 5 Stück), 200 m LAN-Kabel CAT 6 A sowie 20 RJ45-Steckern.
Energietechnische Verkabelung
Lieferung und Verlegung von NYY-J-Kabeln (3 × 1,5 mm², 5 × 1,5 mm², 5 × 2,5 mm², je 10 m) und Ölflex-Robust-Kabeln (3 × 1,5 mm², 5 × 1,5 mm², 5 × 2,5 mm², je 5 m) sowie Herstellung von 5 Kabel-/Leitungsanschlüssen.
Automatisierungstechnik
Analyse der Bestandsautomatisierung (bis 344 digitale und 36 analoge Signale). Lieferung und Installation einer SIMATIC S7-1500 CPU 1515-2 PN, eines CP 1545-1 Industrial Ethernet sowie 3 ET 200MP-Peripheriestationen mit IM 155-5 PN. Digitale E/A-Baugruppen: DI 16 (2 Stück), DI 32 (5 Stück), DQ 8 (1 Stück), DQ 32 (4 Stück). Analoge E/A-Baugruppen: AI 8 (6 Stück), AQ 8 (1 Stück). Vier Laststromversorgungen, Installationszubehör (4 Stück) und Montage-Zulage. Erstellung Funktionsbeschreibung, Automatisierungsprogramm inkl. Test und Optimierung. Lieferung Übergabemodule (14-polig: 12 Stück, 50-polig: 9 Stück), Systemkabel (14-polig: 24 Stück, 50-polig: 18 Stück) sowie Umverdrahtung für 344 binäre und 36 analoge Signale. Anbindung Anlagenbus (PLS) und Peripheriebus (Profinet), Anbindung Feldebene (Sensoren, Aktoren), Datenpunkttest, Inbetriebnahme und Rückbau der E/A-Unterbaugruppen.
Messtechnik an beiden Messleitungen
Analyse Bestand, Lieferung und Einbau zweier Multiparameter-Messumformer (DWA-M 256, je mind. 6 Sensoren, Profinet-Schnittstelle) inkl. neuer Messtopf-Anpassung der Verrohrung. Pro Messleitung: Sensor für pH-Wert, Sensor für elektrische Leitfähigkeit/Temperatur, optischer Sensor für Sauerstoff, nephelometrischer Sensor für Trübung (Integration in kontinuierliche Messung), Durchflussmesstopf sowie ein ansteuerbares 2-Wege-Regelventil (4–20 mA). Lieferung von ca. 20 m Rohr DN40 PN10 PVC-U. Einbau, Anbindung und Kalibrierung inkl. Prüfung.
Demontage und Rückbau
Nach erfolgreichem Probebetrieb: Rückbau von 5 komplexen und 5 einfachen Komponenten, Demontage von Installationsleitungen bis Ø 16 mm (25 m) und bis Ø 28 mm (5 m). Fachgerechte Entsorgung von Bau- und Abbruchabfällen gemäß KrWG durch den Auftragnehmer (keine gesonderte Vergütung).
Pflichtenheft
Erstellung eines Pflichtenhefts nach VDI/VDE 3694 inkl. Funktionsbeschreibung, Datenpunktlisten, Antriebs- und Messstellenlisten, Terminplanung und Dokumentation. Berücksichtigung der IT-Sicherheitsrichtlinien des BSI. Revidierte Fassungen sind innerhalb von 5 Werktagen beim Auftraggeber vorzulegen.
Inbetriebnahme, Probebetrieb und Dokumentation
Inbetriebnahme der IT/OS-Infrastruktur, der Bedienebene, der Automatisierungstechnik und der Messtechnik. Anschließend 4-wöchiger Probebetrieb ab vollständiger und mangelfreier Inbetriebnahme aller Anlagenteile – während des Probebetriebs max. 8 Stunden Antrittszeit und max. 24 Stunden Behebung bei Störungen; bei Nichterfüllung erfolgt eine unvergütete Wiederholung. Ingenieurmäßige Projektabwicklung. Umfassende Abschlussdokumentation in EPLAN P8, AutoCAD, MS Office und PDF. Checkliste zur Inbetriebnahme muss spätestens 3 Wochen vor Inbetriebnahmetermin vorgelegt werden.
Baustelleneinrichtung und Stundenlohnarbeiten
Baustelleneinrichtung, -unterhaltung und -räumung inkl. Endreinigung. Bereitstellung von Ingenieurstunden (50 h), Obermonteurstunden (20 h) und Monteurstunden (40 h). Materiallieferungen zum Einstandspreis von 3.000 EUR. Arbeitszeitrahmen vor Ort: Mo–Do 07:30–17:00 Uhr, Fr 07:30–13:00 Uhr (Ausnahmen nur nach Abstimmung mit der Bauleitung). Anlieferungstermine ca. 5 Tage vorher mit Bauleitung und Betriebsleitung schriftlich abstimmen. Stromversorgung: 400 V/230 V, 50 Hz; Anlaufstrom Wechselstrommotoren max. 60 A.
Schulungen
Begleitende Bedienungseinweisung Prozessleitsystem während des Probebetriebs (bis zu 8 Stunden in Blöcken à 2–4 Stunden). SCADA-Basis-Schulung als Herstellerschulung in Deutschland (mind. 2 Tage, 1 Teilnehmer) mit Terminankündigung ca. 3 Wochen vorher samt Tagesordnung und farbigen Schulungsunterlagen ca. 2 Wochen vor Beginn.
Wartungs- und Servicevertrag (4 Jahre)
Stellung eines Wartungs- und Servicevertrags für die Jahre 1 bis 4 ab Abnahme (jedes Jahr einzeln als Position 14.1–14.4 kalkuliert). Inhalte: 12-Stunden-Antrittszeit nach Aufforderung, Vor-Ort-Service, Ersatzteilvorhaltung, vorbeugende Wartung alle 12 Monate (kostenfrei während Gewährleistung), Störungsbeseitigung, Preise nach Preisgleitklausel, Telefon-Servicezeit 0–24 Uhr (Mo–So, inkl. Feiertage). Regelarbeitszeiten für Instandsetzung: Mo–Do 07:00–16:00 Uhr, Fr 07:00–12:00 Uhr. Wartungsumfang gemäß Wartungsplan: Sichtprüfung und Funktionsprüfung an Server/Client, Automatisierungsebene und Netzwerk; Installation freigegebener Sicherheitsupdates und SCADA-Updates; Backup des SCADA-Projekts; Firmware-Updates und Konfigurations-Backup. Wartungstermine mindestens 4 Wochen vorher mit dem Betriebspersonal abstimmen. Stundennachweise spätestens 4 Wochen nach Abschluss der Arbeiten vorlegen. Angebote ohne wertbares Wartungsvertragsangebot werden ausgeschlossen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenTechnische und berufliche Leistungsfähigkeit
Mindestens 3 vergleichbare Referenzprojekte aus dem Bereich Elektro-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik (EMSR) aus den letzten 6 Jahren, die mit Angebotsabgabe abgeschlossen und abgenommen sind. Nachweis je Referenz über Formblatt 311. Mindestens eine Referenz muss die Programmierung mit Siemens SIMATIC Step 7 und TIA-Portal belegen. Verfügbarkeit qualifizierten Personals für Arbeiten an elektrischen Anlagen (z. B. Elektrofachkraft gemäß DIN VDE 1000-10 oder vergleichbar); Personenzertifizierungen sind nach Zuschlagserteilung unaufgefordert vorzulegen. Verfügbarkeit von Mess-, Prüf- und Programmiergeräten für EMSR-Systeme gemäß Leistungsbeschreibung (Eigenerklärung Formblatt 304). Personal mit nachgewiesenen Kenntnissen in DIN EN 60204-1, IEC 60664, DIN EN 50178, IEC 62103, IEC 60870-5-101/-104, VDI/VDE 3694 und BSI-Richtlinien (Eigenerklärung Formblatt 304).
Qualitätssicherung
Vorlage eines Zertifikats über ein Qualitätsmanagementsystem gemäß DIN EN ISO 9001 (EMSR) bereits mit dem Angebot.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Nachweis einer Betriebs-/Berufshaftpflichtversicherung mit Deckungssummen von mindestens 5.000.000 € je Schadensfall für Personenschäden sowie mindestens 5.000.000 € je Schadensfall für Sach- und Vermögensschäden. Alternativ: Bereitschaft, im Auftragsfall eine entsprechende Versicherung abzuschließen. Die Bescheinigung ist spätestens zum Vertragsbeginn beizubringen.
Zuverlässigkeit und rechtliche Eignung
Eigenerklärung, dass keine Ausschlussgründe gemäß § 6e EU VOB/A vorliegen und keine Verurteilungen über 90 Tagessätze/3 Monate bestehen. Erklärung zu Insolvenz/Liquidation (ggf. rechtskräftig bestätigter Insolvenzplan). Bei Auftragssumme ab 30.000 € wird ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister (§ 150a GewO) angefordert.
Registereinträge und steuerliche Eignung
Vorlage von Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug und Handwerksrolle/IHK-Eintrag auf Verlangen. Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Sozialkasse, Finanzamt, Berufsgenossenschaft (mit Lohnsummen) und Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG auf Verlangen.
Tariftreue und Mindestentgelt
Eigenerklärung Tariftreue gemäß § 4 Abs. 1 oder Abs. 2 LTTG Rheinland-Pfalz (Formblatt 305 a oder 305 b) mit dem Angebot. Verpflichtung zur Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns, sorgfältige Auswahl und Überwachung von Nachunternehmern und Verleihern, Vorlage prüffähiger Unterlagen auf Verlangen. Ausnahme nur bei ausschließlicher Leistungserbringung durch Arbeitnehmer mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat oder durch Auszubildende.
Bietergemeinschaften und Nachunternehmer
Umsatz und Personalkapazität
Angaben zu Bauleistungen/vergleichbaren Leistungen der letzten 3 Geschäftsjahre sowie zu den durchschnittlich beschäftigten Arbeitskräften der letzten 3 Jahre (gegliedert nach Lohngruppen, mit Leitungspersonal) – auf Verlangen der Vergabestelle.
Vergleichbare Referenzprojekte im Bereich Elektro-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik (EMSR) mit SPS-Hardware, Automatisierungsgeräten, Verdrahtung inkl. Sensorik/Aktorik sowie SPS-Programmierungen
Mindestens eine Referenz muss Programmierung mit Siemens SIMATIC Step 7 und TIA-Portal nachweisen. Nachweis je Referenz über Formblatt 311 (mit Auftraggeber, Projektbezeichnung, Ausführungszeitraum, Abnahmestatus, Projektbeschreibung, eingesetzter SPS-Hardware und -Software).