Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenÖffentliche Ausschreibung der Gemeindewerke Böhl-Iggelheim für die Kanalsanierung in der Rehbachstraße (ca. 390 m). Im Vorfeld einer späteren Straßensanierung werden bestehende Schächte, Schachtbauwerke und Betonrohre abgebrochen und durch neue Kanäle, Schächte und Anschlussleitungen ersetzt. Die Bauarbeiten sind als Wanderbaustelle in 3 Bauabschnitten über insgesamt ca. 7 Monate auszuführen. Das Baufeld liegt im Überschwemmungsgebiet des Rehbachs, was eine geschlossene/offene Grundwasserhaltung und besondere Verbauarbeiten erforderlich macht.
Abgabefrist: 30.09.2026, 11:00 Uhr. Das Angebot ist ausschließlich digital über das Vergabeportal einzureichen.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel, Instandhaltungsangeboten. Bei Werkstätten für Behinderte wird ein Abschlag von 15 Prozent (Inklusionsbetriebe 10 Prozent) auf die Wertungssumme eingeräumt; bei gleicher Wirtschaftlichkeit erhält die Werkstatt für Behinderte den Zuschlag.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenÜberblick und Randbedingungen
Bauabschnittslänge jeweils 20–25 m, Gesamtlänge Rehbachstraße ca. 390 m. Ausführung als Wanderbaustelle in 3 Bauabschnitten (18.01.2027–20.08.2027). Das Baufeld liegt im Überschwemmungsgebiet des Rehbachs (Erdbebenzone 1, Untergrundklasse S, Baugrundklasse C), in einem Mischgebiet aus Wohnbebauung und Gewerbe (u.a. Walter Mühle). Aufgrund hoher Grundwasserstände (0,5–1,5 m über Grabensohle) und nachbrechender Sande ist ein Verbau im Absenkverfahren nach DIN 4124 sowie eine geschlossene Grundwasserhaltung (genehmigungspflichtig) erforderlich. Aushubmaterial ist wegen Schadstoffen (Arsen, Kupfer, Chrom) weitgehend nicht eigenverwertbar (Fremdmassenbedarf); für ca. 1/3–1/2 der Trasse ist Bodenaustausch (ca. 30 cm) einzuplanen. Asphalt wird als nicht pechhaltiger Ausbauasphalt (AVV 17 03 02) eingestuft. Herstellung der Kanalisation nach DIN EN 1610, DWA-A 139 und DIN 4124.
Baustelleneinrichtung und Verkehrsführung
Baustelleneinrichtung umfasst Beschilderung, Umleitungen, Absperrungen, Baustrom, Bauwasser, Sanitär- und Abfallcontainer, Müllabfuhr. Verkehrsführung kleinräumig und weiträumig mit Fußgänger- und Straßenhilfsbrücken. Baustraßenunterhaltung ca. 1.700 m². Sicherung und Schutz bestehender Versorgungsleitungen (Wasser, Gas, Telekom, Vodafone, 20-kV-Strom, SB-Freileitung).
Abbrucharbeiten
Abbruch von 8 Schächten DN 1000 bis DN 1500, 10 Schachtbauwerken und rd. 570 m Betonrohren KR 300 bis KR 1000. Zusätzlich Rückbau von ca. 210 m Anschlussleitungen DN 150, Asphalt fräsen, Pflasterflächen, Bordsteine und Entwässerungsrinne, ein Brückenbauwerk (Stahlbeton, rd. 13 m) sowie Fällung eines Baums und Ausfräsen eines Baumstumpfs.
Erdarbeiten und Sicherung
Rohrgrabenaushub rd. 5.900 m³. Verbauarbeiten umfassen Rohrgrabenverbau (Breiten 1,60–3,00 m, Linearverbau/Alu-Leichtverbau), Schachtgrubenverbau (Dielenkammerverbau, ca. 470 m²) mit Zulagen für Aussparungen, Mehrtiefe und Hindernisse, Leitungsgrabenverbau DN/OD 160 (140 m) sowie stirnseitigen Verbau. Sicherungs- und Kabel-/Leitungssicherungsarbeiten.
Wasserhaltung
Geschlossene Grundwasserhaltung mit Einrichtung/Vorhaltung/Räumung (je 1 psch), Spülfilteranlage (480 m), Vakuumanlage ein-/ausbauen (1 St) und umsetzen (25 St), geschlossene Abflussleitung (480 m) und Durchführung (480 m). Offene Grundwasserhaltung als Bedarfsposition (Einrichtung/Vorhaltung/Räumung je 1 psch, Durchführung 210 Tage). Schmutzwasserhaltung (Einrichten 2 St, Reservepumpe 210 d, Betrieb 210 d). 17 Vorflutsicherungen für KR 300 bis KR 1000. Genehmigungen für Grundwasserentnahme und Einleiterlaubnis sind durch den AN zu beantragen.
Rohrverlegearbeiten – Hauptkanäle
Kanäle KR 300–400 als HS-Kanalrohrsystem Funke (PVC-U, braun RAL 8011, SN16): 40 m DN/OD 315 und 3 m DN/OD 400 inkl. Formteilen (Gelenkstücke, Passstücke, Überschiebmuffen, Bögen, Varioabzweig), Connex-Anbohrstutzen (10 St) und BI-Adapter (5 St). Kanäle KR 700–900 als FLOWTITE-GFK-Rohre (Amiblu, SN 10.000): 50 m DN 700 und 390 m DN 900 inkl. Formteile, 6 Tangentialschächte DN 1000, Connex-Anbohrstutzen DN 700 (6 St) und DN 900 (40 St) sowie GFK-BI-Adapter. Jeweils Reinigung, Dichtheitsprüfung (DIN EN 1610) und TV-Untersuchung für KR 300–400 (45 m) und KR 700–900 (440 m).
Leitungsverlegearbeiten – Anschlussleitungen
Anschlussleitungen DN/OD 110, 125 und 160 als HS-Kanalrohrsystem Funke: blau (RAL 5015) für Regenwasser (DN/OD 110: 5 m, DN/OD 125: 5 m, DN/OD 160: 120 m), braun (RAL 8011) für Schmutz-/Mischwasser (DN/OD 110: 5 m, DN/OD 125: 5 m, DN/OD 160: 90 m) jeweils inkl. Formteilen. VPC-Rohrkupplungen (100, 125, 150, 200 K), BSM-Adapter DN 150 Universal. Provisorische Schleppleitung (480 m) und provisorische Umleitungen GA/SE (60 St). Erneuerung der Straßenablaufanschlüsse bis 1 m unter GOK und der Hausanschlussleitungen bis zur Grundstücksgrenze; Regenfallrohre werden mittels Abzweigen an die Hausanschlussleitungen angebunden. Reinigung, Dichtheitsprüfung und TV-Untersuchung DN/OD 160 (210 m).
Schachtbauwerke
4 Ortbeton-Schachtbauwerke (S1: 5-eckig, S2: 4-eckig, S8: 6-eckig, 49670557: 5-eckig; lichte Tiefen 3,00–3,28 m; vereinigungsbauwerke) mit Sauberkeitsschicht (70 m²), Betonstahl Bst 500S und Bst 500M (je 3 t Bedarfspos.), Injektions-Verpressschlauchsystem (80 m Bedarfspos.), Steigleitern V2A (9 St), innenliegender Absturz für S13, Fallrohrleitungs-Set DN/OD 200. Beton C 35/45 XD2/XA2/XF4 (wasserundurchlässige Bauwerke). 6 GFK-Tangentialschächte DN 1000 (S4, S5, S6, 49670247, 49670369, 49670559) mit Lastverteilungsring (6 St). Fertigteil-Schachtunterteile DN 1000 (S3, S13), DN 1200 (49672102) und DN 1500 (49670245, S7); Schachtringe, Abdeckplatten, Schachthälse DN 1000/1200/1500 (verschiedene Bauhöhen); Auflageringe (8 St), Schmutzfänger (15 St), Schachtabdeckungen D400 LW 610 (12 St + 3 St selbstnivellierend), Schachtnummerierung (15 St).
Straßenwiederherstellung
Planum herstellen (150 m² Bedarfspos.), Frostschutzschicht (150 m² Bedarfspos.), Schottertragschicht (150 m² Bedarfspos.), Pflasterbett und Pflasterfläche wiederherstellen (je 150 m² Bedarfspos.). Schieber- und Hydrantenkappen anpassen (8 St), Schachtabdeckungen anpassen (2 St), Plattendruckversuche (2 St), Kontrollprüfung Sieblinien (2 St). Tiefbordsteine (10 m), Bordsteine quer trennen (5 St), Bordsteine regulieren (5 m), 3-Stein-Muldenrinne (10 m), Pflaster/Rinne schneiden und regulieren – alles Bedarfspositionen.
Tagelohnarbeiten
Sämtliche Gruppen des Bauhaupt- und -nebengewerbes (10 h Bedarfspos.). Maschinenstunden auf Anordnung des AG inkl. Bedienungspersonal, Betriebs- und Vorhaltekosten: Bagger, Minibagger, Meiselbagger, Frontlader, Kleintransporter (1,0–1,5 t), LKW/Kipper rd. 9 t Nutzlast, Kompressor mit Hammer(n), Rüttelplatte (z.B. AT 6000) – je 10 h Bedarfspos.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFachliche Eignung und Qualifikationsnachweise
Bieter müssen vor Auftragsvergabe und während der Werkleistung die erforderliche Qualifikation (Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit) nachweisen. Die Anforderungen der Gütesicherung Kanalbau RAL-GZ 961, Gruppe AK2, sind zu erfüllen. Die Herstellung der Kanalisation hat nach DIN EN 1610 und ATV-DVWK Arbeitsblatt A 139 zu erfolgen.
Nachunternehmer und Bietergemeinschaften
Bei Einsatz von Nachunternehmern sind deren Präqualifikation oder die Erfüllung der Eignungsvoraussetzungen nachzuweisen (bei PQ: Angabe der PQ-Nummer). Bietergemeinschaften müssen eine Erklärung in Textform abgeben (ARGE-Bildung, Mitglieder, bevollmächtigter Vertreter, gesamtschuldnerische Haftung).
Allgemeine Nachweise und Sprache
Präqualifizierte Unternehmen: Eintrag im PQ-Verzeichnis des Vereins für Präqualifikation von Bauunternehmen e.V. (ggf. einzelfallbezogene Nachweise). Nicht präqualifizierte Unternehmen: Eigenerklärung zur Eignung (VHB 124) bzw. Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE) mit dem Angebot, ggf. einzelfallbezogene Nachweise. Auf Verlangen sind Eigenerklärungen durch Bescheinigungen zuständiger Stellen zu bestätigen. Nicht-deutsche Bescheinigungen sind mit Übersetzung vorzulegen.
Tariftreue und Mindestentgelt (LTTG RLP)
Abgabe der LTTG-Erklärung 1 (Tariftreue- und Mindestentgelterklärung): Zahlung von Tariflohn gemäß AEntG an erfasste Beschäftigte sowie Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns (ab 01.01.2026: 13,90 €/h; ab 01.01.2027: 14,60 €/h) an nicht vom AEntG erfasste Beschäftigte. Sorgfältige Auswahl von Nachunternehmern und Verleihern; Vorlage entsprechender Erklärungen der NU; Bereithaltung prüffähiger Unterlagen über eingesetzte Beschäftigte. Ausnahme nur, wenn ein Bieter mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat den Auftrag ausschließlich durch dort beschäftigte Arbeitnehmer ausführt.
Versicherung und vertragliche Anforderungen
Bauleistungsversicherung ist abzuschließen (Höhe = Angebotssumme, Selbstbeteiligung bis 300 EUR). Vertragsgrundlage sind Allgemeine, Zusätzliche, Technische und Besondere Vertragsbedingungen. Sicherheit: 10 % vom Rechnungsbetrag (Erfüllungsbürgschaft). Skontovereinbarung und Vertragsstrafe vorhanden.