Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Salus BKK (gesetzliche Krankenkasse mit Sitz in Neu-Isenburg) sucht einen Dienstleister, der die Krankenhausabrechnungen der Versicherten prüft.
Zum Auftrag gehört die fachliche, sachlich-rechnerische und medizinische Prüfung aller stationären Krankenhausrechnungen, das Erkennen und Zurückfordern fehlerhafter Abrechnungen, die Durchführung von Erörterungs- und MD-Verfahren, die Bearbeitung von Sozialgerichtsverfahren sowie ein umfangreiches Berichtswesen.
Pro Jahr fallen bei der Salus BKK rund 38.000 stationäre Behandlungen und ca. 210 Mio. € Krankenhausausgaben an. Der Vertrag startet am 01.12.2026 und läuft zunächst ein Jahr; er verlängert sich automatisch um bis zu drei weitere Jahre (max. bis 30.11.2030).
Angebote können nur elektronisch über das Deutsche Ausschreibungsblatt eingereicht werden, Abgabefrist ist der 11.08.2026 um 12:00 Uhr. Die Bewertung erfolgt zu 50 % nach dem Preis und zu 50 % nach fachlichen Kriterien (Qualität, Prozesse, Controlling, Personal). Eine Aufteilung in Lose ist nicht vorgesehen.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis / Wirtschaftlichstes Angebot50%
Angebotspreis des Bieters (Wertungssumme aus Preisblatt)
- Fachliche Bewertung50%
Gesamtbewertung der vier Fachfragen, jeweils max. 10 Punkte × Faktor 250 = max. 2.500 LP pro Fachfrage, Gesamt max. 10.000 LP
Einfache Richtwertmethode nach UfAB: Z = (L / P) × 100.000. Leistungspunkte (L) ergeben sich aus der Bewertungsmatrix der Fachfragen (max. 10.000 LP). Der Zuschlag wird auf das Angebot mit der höchsten Kennzahl Z erteilt.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenKernleistung: Prüfung von Krankenhausabrechnungen
Qualifizierte Prüfung aller Krankenhausbehandlungen gemäß §§ 39 und 115f SGB V – vollstationär, stationsäquivalent, tagesstationär, teilstationär, vor- und nachstationär, sektorengleiche Vergütung sowie künftige Leistungsausweitungen (z. B. geplante Kurzzeitfallpauschale). Geprüft werden sachlich-rechnerische, medizinische und materiell-rechtliche Aspekte.
Zielgrößen: Erfolgsquote mindestens 50 %, durchschnittliche Einsparung mindestens 1.100 € pro Fall.
DTA-Verfahren & Datenaustausch
Verarbeitung sämtlicher DTA-Nachrichten mit den Krankenhäusern und Kostenträgern: Aufnahmen, Entlassungen, Verlängerungsanzeigen, Mahnungen, Storno, Gutschriften, Änderungen, Fehlerbereinigungen, INKA-Nachrichten sowie Gutachten in DTA- und Papierform. Erstattungsansprüche an/von anderen Versicherungsträgern sind ebenfalls über DTA abzuwickeln.
MD-Verfahren, Erörterung & Sozialgerichtsverfahren
Einleitung, Durchführung und fallabschließende Bearbeitung von MD-Prüfungen. Erörterungsverfahren nach § 10 der Prüfverfahrensvereinbarung (PrüfvV) und § 17c Abs. 2b KHG inklusive Dokumentation. Vorverfahren und Schlichtung nach geltender PrüfvV. Eigenständige Bearbeitung von Sozialgerichtsfällen bis zur Klage, inklusive Zusammenstellung der Unterlagen und Beratung bei medizinisch-inhaltlichen sowie materiell-rechtlichen Fragen.
Geltendmachung & Durchsetzung von Forderungen
Kürzungen, Rückforderungen, Mahnungen und Verrechnungen aus fehlerhaften Rechnungen. Bearbeitung von Erstattungsansprüchen gegenüber anderen Versicherungsträgern. Jährliche Übermittlung einer Liste der Verjährungsfälle in der ersten Septemberhälfte.
Berichtswesen, Controlling & Prüfregelwerk
Monatlicher Controlling-Bericht bis zum 3. Arbeitstag des Folgemonats, quartalsweise Gespräche mit der Auftraggeberin, standardisierte Controllingberichte und Benchmarking. Pflege und Weiterentwicklung des eigenen Prüfregelwerks auf Basis erlösrelevanter Hinweise von GKV-SV, MDS, MD und der BSG/LSG-Rechtsprechung inklusive Dokumentationskonzept. Bereitstellung aller erforderlichen Unterlagen für BAS-Prüfungen auf Anfrage.
IT, Schnittstellen & Zugriffsrechte
Einsatz einer mit iskv 21C kompatiblen Rechnungsprüfsoftware. Aufbau und Betrieb einer VPN-Anbindung an das BITMARCK-Rechenzentrum auf Kosten des Auftragnehmers. Kompatibilität mit den Schnittstellen der BKK-Software, DTA mit MD und BITMARCK sowie Morbi-RSA-Datentransfer mit Lese- und Schreibzugriff. Die Auftraggeberin erhält lesenden Zugriff auf die Abrechnungssoftware – kostenfrei.
Personal & Qualifikation
Einsatz qualifizierten, festangestellten Personals (keine geringfügig Beschäftigten ohne Hinweis): Sozialversicherungsfachangestellte oder medizinische Fachausbildung mit Weiterbildung zur medizinischen Kodierfachkraft, ersatzweise mindestens 3 Jahre Berufserfahrung in den ausgeschriebenen Arbeitsfeldern. Verhandlungssichere Deutschkenntnisse, einfaches polizeiliches Führungszeugnis auf Anfrage, DSGVO- und § 5 BDSG-Einweisung. Mindestens ein festangestellter Beratungsarzt mit Erfahrung in stationärer Abrechnung. Vorlage eines Personalentwicklungskonzepts (Gewinnung, Einarbeitung, Vertretung).
Sonstige Pflichten & Fallmanagement
Archivierung gemäß Aufbewahrungs- und Löschfristen; Rückgabe der Unterlagen bei Vertragsende. Vergleichsberechnungen für Wirtschaftlichkeitsprüfungen (z. B. Auslandsbehandlung). Selektion und Weiterleitung bestimmter Behandlungsdaten an die Auftraggeberin (Fallmanagement). Kommunikation mit Krankenhäusern zu Behandlungs- und Rechnungsfragen. Softwareupdates für DKR und gesetzliche Anpassungen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenBefähigung & Rechtliche Zuverlässigkeit
Gültige Eintragung im Berufs- oder Handelsregister (oder gleichwertige Bescheinigung). Erfüllung der gewerberechtlichen Voraussetzungen. Keine strafrechtlichen Verurteilungen nach §§ 123, 124 GWB, keine Einträge im Landeskorruptionsregister. Keine Verurteilungen wegen illegaler Beschäftigung in den letzten 2 Jahren (keine Freiheitsstrafe > 3 Monate, keine Geldstrafe > 90 Tagessätze, keine Geldbuße ≥ 2.500 €). Erfüllung der Steuer-, Abgaben- und Sozialversicherungspflichten. Kein Insolvenz- oder Liquidationsverfahren. Einhaltung von Mindestlohn (MiLoG), AEntG und TVöG.
Wirtschaftliche & Finanzielle Leistungsfähigkeit
Nachweis von drei anteiligen Jahresumsätzen (netto) der letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre aus Krankenhausabrechnungsprüfung. Ungekündigte Betriebs-, Industrie- oder Berufshaftpflichtversicherung mit Haftungssumme ≥ Auftragswert (Betrag in € netto angeben). Durchschnittliche Beschäftigtenzahl der letzten drei Jahre (gesamt + Führungskräfte).
Fachliche & Technische Leistungsfähigkeit
Zwei Referenzen aus gesetzlichen Krankenkassen der letzten drei Jahre, Vertragsdauer jeweils mind. 18 Monate, inhaltlich und mengenmäßig vergleichbar; mind. eine Referenz aus einem geteilten Verfahren, mind. eine aktuelle Referenz. Bundesweite Erfahrung in der Krankenhausabrechnungsprüfung. Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 9001 zum Leistungsbeginn (oder gleichwertig). Umweltmanagement-Zertifikat (Spezifikation vom Bieter auszufüllen). Software-Fachkonzept (Prozessablauf, Prüffristen, Doppelzahlungen, MD-Abläufe, Qualitäts- und Ausstiegsszenario). Nutzung einer iskv-21C-kompatiblen Prüfsoftware, VPN-Anbindung an BITMARCK, Kompatibilität mit DTA/MD/Morbi-RSA-Schnittstellen. Management von Interessenkonflikten.
Personal & Qualifikation
Mindestens ein festangestellter Beratungsarzt mit Erfahrung in stationärer Abrechnung. Fachpersonal mit abgeschlossener Ausbildung als Sozialversicherungsfachangestellte/r oder medizinischer Fachausbildung plus Weiterbildung zur Kodierfachkraft – ersatzweise mind. 3 Jahre Berufserfahrung. Verhandlungssichere Deutschkenntnisse. Einfaches polizeiliches Führungszeugnis (auf Anfrage). DSGVO- und § 5 BDSG-Einweisung und -Verpflichtung. Personalentwicklungskonzept (Gewinnung, Einarbeitung, Vertretung).
Fachliche Mindestpunktzahl
Erreichen von mindestens 50 % der möglichen Gesamtpunktzahl in der fachlichen Bewertung. Andernfalls erfolgt ein Ausschluss aus dem Vergabeverfahren.
Besondere Erklärungen
Scientology-Erklärung (Verpflichtung zur Nicht-Anwendung der L.-Ron-Hubbard-Technologie). Erklärung gemäß EU-Verordnung 2022/576 (keine Russland-Bezüge bei Bieter, Unterauftragnehmern, Lieferanten und Kapazitätsunternehmen > 10 % Auftragswert, auch während der Vertragslaufzeit).
Referenzen über Krankenhausabrechnungs- und Abrechnungsprüfung für gesetzliche Krankenkassen, inhaltlich und mengenmäßig vergleichbar zur ausgeschriebenen Leistung (ca. 38.000 stationäre Fälle / Jahr, ca. 210 Mio. € Umsatz).
Mind. 1 Referenz aus einem geteilten Verfahren (stationäre Rechnungsprüfung in Teilbereichen) und mind. 1 aktuelle Referenz. Pro Referenz sind Referenzpartner, Ansprechperson inkl. Telefonnummer, Art der Dienstleistung, Zeitraum (von/bis), Abrechnungsfälle und Rechnungsvolumen anzugeben.