Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenÖffentliche Ausschreibung (VOB/A) des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW für die energetische Sanierung des Gebäudes 104/4 auf dem Gelände der Westfalen-Kaserne in Ahlen.
Was passiert? Das Bestandsgebäude wird umfassend energetisch ertüchtigt: altes Dach, alte Fenster, Bestandsfassade und Schadstoffbelastungen (z. B. Asbest, künstliche Mineralfasern, FCKW-haltige Dämmung) werden zurückgebaut. Danach entstehen ein neues Satteldach, eine hinterlüftete Klinkerfassade mit Dämmung, neue Fenster mit Sonnenschutz sowie eine vollständig erneuerte Haustechnik (Sanitär, Heizung, Lüftung, Elektro) und ein neuer Innenausbau. Eine neue Fluchttreppe aus Stahl ergänzt das Gebäude.
Was ist zu tun? Die Leistung ist als ein einziger Auftrag (keine Losteilung) vergeben. Sie umfasst Baustelleneinrichtung, Rückbau, alle genannten Gewerke sowie eine 4-jährige Wartung der Brand- und Rauchschutztüren. Die Ausführungszeit ist mit 12 Monaten kalkuliert (Bauphase 14.09.2026 – 30.12.2027). Angebote müssen bis zum 27.07.2026 um 10:00 Uhr elektronisch über das Vergabeportal evergabe.blb.nrw.de eingereicht werden.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis (Wertungssumme)100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten. Bei einer Laufzeit bis zu 5 Jahren statische Berechnung (Instandhaltungskosten/Jahr x Laufzeit), bei mehr als 5 Jahren Anwendung des Barwertfaktors nach ImmoWertV.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenBaustelleneinrichtung, technische Bearbeitung und Gerüstbau
Baustelleneinrichtung: Aufstellung beheizter Sanitär- und Unterkunftscontainer (Sanitärcontainer Damen/Herren, Unterkunftscontainer 6x3m wärmegedämmt), gebäudeumlaufender Bauzaun (2,00 m hoch), Herstellung Bauwasser- und Baustromanschluss, Bereitstellung von Bauschutt- und Baumüll-Containern.
Technische Bearbeitung (Werkplanung): Erstellung prüffähiger Werk- und Montagezeichnungen für Podesttreppe, Türen/Fenster/Klinkerfassade, Dacheindeckung und Sonnen-/Blendschutzanlagen – in Papier und digital. Statische Berechnung der Dacheindeckung für die Windsogsicherung. Hydraulische Berechnung der Dachentwässerung nach DIN EN 12056.
Gerüstbauarbeiten: Fassadengerüst als Stahlrohr-Gerüst Lastklasse 4 (~850 m²), Treppenturm an der Südfassade, Dachfanggerüst mit Schutznetzen (~115 m), Schutzgeländer (~25 m). Statischer Nachweis und Zulassungsbescheid des Systemgerüsts sind der Bauleitung vor Gerüststellung vorzulegen.
Rückbau, Schadstoffsanierung und Demontage der Haustechnik
Schadstoffsanierung: Fachgerechte Demontage und Entsorgung von Asbest (fest und schwach gebunden, nach TRGS 519), künstlichen Mineralfasern KMF (TRGS 521), FCKW-haltiger Dämmung, teerhaltigen/bituminösen Baustoffen, PCB-haltigen Kleinkondensatoren, Altholz A IV, HBCD-haltiger Polystyroldämmung sowie ggf. radioaktiver Ionisationsrauchmelder (Rückgabe an Lieferant oder Landessammelstelle Jülich). Aufträge für Asbest und KMF sowie radioaktive Rauchmelder sind nur durch zugelassene Fachfirmen auszuführen. Gefahrstoffarbeiten sind 7 Tage (Bezirksregierung) und 14 Tage (BG Bau) vor Beginn anzumelden.
Demontage Technische Gebäudeausrüstung (TGA):
Abbrucharbeiten Innen/Außen: Innentüren EG/OG/KG inkl. asbesthaltiger Brandschutztüren, 2-flügelige Innentüren mit Oberlicht, Beschilderungen, Sitzbänke, WC-Trennwände (HPL), abgehängte Decken (Gipskarton), Gardinenleisten, Pinnwand, Wandtafel, Spiegel, Kleiderhaken, Bodenbeläge (Nadelfilz, Kautschuk, Linoleum), PAK-belasteter Gussasphalt-Estrich, Wandfliesen, Innenwände (nicht tragend, 115 mm), Estrich mit teerhaltigen Trennpapier-Resten, Kabel (unter Putz und auf Kabelbühnen), Anstriche, Kernbohrungen, Wanddurchbrüche, Kaminschacht und Kaminköpfe (Faserzement), Bestandsdachkonstruktion (Holz + Stahl), Asbest-Wellfaserzementplatten, KMF-Dämmung, Außenleuchten, Kellerzugang-Absturzsicherung/Handlauf, Kiesstreifen, Lüftungshauben (Beton), Kellerlichtschacht, Ausstiegsschacht, Bunkeraußenwand-Beton, Verblendschale (Klinker mit Dämmung), HBCD-Polystyroldämmung.
Neubau Dach, Fassade und Fenster
Dacharbeiten (Neubau Satteldach 16°, Pfettendach): Konstruktionsvollholz (KVH C24) und Brettschichtholz (BSH GL24h) für Stiele, Mittelpfetten, Sparren, Fußpfetten, Schubhölzer, Gerberverbindungen, Querdruckverstärkungen; Befestigung mit Winkelverbindern, Lochblechen, Windrispenbändern, Tellerkopf- und Betonschrauben. Rauspundbretter (NH S10, 19 mm) als Schalung, PP-Folie als Unterspannung, Konter- und Traglattung, Flachdachziegel in RAL 7016 mit Sturmklammern, First-/Ortgangziegel, Formziegel, Dunstrohre, Strangentlüfter, Kleintierschutz-Kammleiste (Alu), Traufstreifen und Übergangsbleche aus Titanzink. Dachüberstände mit HPL-Kompaktplatten.
Klinkerfassade (hinterlüftet): Verblendmauerwerk mit Dämmung, konstruktive Mauerwerks- und Schlosserarbeiten, inkl. Konstruktionspläne (Steinformat, Verband).
Fenster und Verglasung: Kunststoff-Fenster mit Sonnenschutzverglasung (g-Wert max. 0,4, U-Wert 0,95 W/m²K, Schalldämm-Maß 39 dB) in verschiedenen Größen für Aufenthaltsräume, Umkleiden/Duschen und Sanitärbereiche. Treppenhausverglasung als Pfosten-Riegel-Konstruktion, 2-flügelige Giebelfenster (DK), Außenfensterbänke aus Alu, Innenfensterbänke aus Terrazzo.
Stahl-Fluchttreppe: Neue Außentreppe aus Stahl mit Gitterrost-Anschlusssteg, inkl. Konstruktions- und Montageplänen.
Innenausbau – Hochbau, Trockenbau, Fliesen, Bodenbeläge, Maler
Hochbaubegleitarbeiten (Maurer/Beton/Estrich/Putz): Verschließen von Wand- und Bodenschlitzen, Wanddurchbrüche in Vollziegelmauerwerk, Innenputz P IV (Q3) auf Unterputz P II, Kalkzementputz P II, Laibungenputz P II–P IV, Prüfung Bestands-Grundleitungen (Kamera/Saug-Spülwagen), Kernbohrungen in Mauerwerk und Fundament (DN 200–250), Kiesfilterschicht, PUR-Hartschaum-Dämmung (WLG 035, 10 cm), Auflagertaschen, Ortbeton-Bodenplatte C35/45 (WU-Beton, 20 cm) mit Bewehrung BSt 500 S/M, schwimmender Estrich DES 55 mm mit Trittschalldämmung.
Trockenbau: Metall-Unterkonstruktionen für Ablage und Vorsatzschalen, doppellagige GKBI-Wandbekleidung (12,5 mm), Mineralplatten-Rasterdecken (62,5/62,5 cm) in Büros/Flur/Sanitär, GKB-Deckenbekleidung in Flur/Treppenraum (A2), Brandschutzabschottungen, GKB-Abkastungen, Dämmung oberste Geschossdecke (200 mm, WLG 035) und Kellerdecken-Dämmplatten aus Steinwolle (12 cm, WLG 0,035).
Fliesenarbeiten: Dünnbett-Wand- und Bodenabdichtung W2-I, weiße Wandfliesen 15x30 cm (glasiert) bis 2,10 m Höhe auf GKBI, Bodenfliesen in Sanitär- (R10) und Duschbereichen (R11), Anplattierung von Ablagen/Laibungen, Fugendichtband, Jollyschienen, Edelstahl-Bodenabschlussprofil, elastische Verfugung Silikon/Acryl, Reservefliesen.
Bodenbelagsarbeiten: Linoleum 2,5 mm Klasse 34 R10 (RAL 7021/7016/7012/7011), elektrostatisch ableitfähiger Linoleumboden (≤10⁸ Ohm) inkl. Messprotokoll, Hohlsockel mit Linoleum, Treppenhaus-Terrazzo (34 Stufungen, 2 Podeste), aufgearbeitete/neu verlegte Terrazzoplatten 400x400x20 mm R10, Sauberlaufzone 2,00x1,50 m R11 Cfl-s1.
Malerarbeiten: Schleifen/Spachteln Q3 (1.400 m²), Anstrich Innenwände 1.400 m² in RAL 9010 Reinweiß (Nassabriebklasse 2, 2x Dispersionsfarbe).
Türen, Trennwände, Sonnenschutz, Betonsanierung und Außenanlagen
Türen: Sicherheitsglas-Haupteingangstür BRM 3,30/2,95 m (RAL 7016), Windfang-/Zugangstür, Außentür Nebeneingang/Fluchttreppe, Technikraumtür, T30RS-2-flügelige Innentüren mit Rauchmeldesystem, T30RS-Innentüren HPL (RW≥39 dB) und Standard-Innentüren HPL (RW≥32 dB), Kellertüren anthrazit (mit/ohne T30RS), Innentüren Nassbereiche, Scherentreppe T30 (1,20/0,60 m, Raumhöhe 2,92 m). Inkl. Dichtigkeitsprüfung nach Einbau.
Trennwände: WC-Trennwände HPL (RAL 9003/7016, 2,25 m hoch), Schamwände Urinale (0,50x2,00 m), Schamwände Waschtische (0,80x2,00 m).
Sonnen- und Blendschutz: 29 Außenraffstores + 1 größere Anlage, 30 Vertikal-Jalousien als Blendschutz für Aufenthaltsräume. Inbetriebnahme zusammen mit der Elektro-Installationsfirma, Übergabe der Steckerkupplungen ist zu protokollieren.
Wartung Brand-/Rauchschutztüren: 4 Jahre Wartung und Inspektion gemäß Vertragsmuster (1-, 3-, 6-, 12-, 24-monatliche Intervalle).
Betonsanierung und Dichtungsarbeiten (Keller/Sockel): Bockgerüst, Staubschutzwand, Schutzbelag, Untergrundvorbereitung (Strahlen), Bewehrungs-Strahlen und Korrosionsschutz nach DIN EN ISO 12944, Betonersatzsystem PCC II, Rissinjektion, Oberflächenschutzsystem, Mauerwerksreinigung, Grundputz, Fugen schließen, Dichtungskehle, Mauerwerksabdichtung mit Dickbeschichtung, Noppenbahn im Sockelbereich, Dampfsperre, Gefälledämmung EPS/PIR, bituminöse Abdichtung.
Sonstige Leistungen und Außenanlagen: Beschilderung (Wegweiser, Gebäude-, Raumbeschilderung, Türaufkleber), Anschlusssteg mit Gitterrost, Erdarbeiten (Sieben, Verfüllen), Herstellung Grünflächen (150 m² Rasen), Pflasterflächen (Gehwege, Fassadenabschluss), Ablage mit Kleiderhaken (4 Stück).
Baureinigung: Bauschlussreinigung aller Oberflächen.
Stundenlohnarbeiten (auf Anordnung BLB NRW): Kontingente für Meister (25 h), Gesellen (45 h), Spezialbaufacharbeiter (65 h), Bauhelfer (90 h), Lehrling (25 h).
Logistik auf militärischem Liegenschaft
Arbeitszeiten: Mo–Do 07:00–15:30 Uhr, Fr 07:00–12:30 Uhr.
Zutrittsregelung: Zutritt zur Westfalen-Kaserne nur mit gültigem Personalausweis oder international anerkanntem Reisedokument; nicht-NATO-Staatsangehörige können zurückgewiesen werden. Personalanmeldung (Vor-/Zuname, Geburtsort, Wohnsitz, Personalausweis-Nr., Zeitraum) und Fahrzeugkennzeichen-Liste müssen mind. 2 Werktage vor Betreten beim Kassenleiter vorliegen. Zutrittserlaubnis wird durch die Bundeswehr ausgestellt, Liegenschaftsausweis ist im Ausweiswechselverfahren an der Wache zu erwerben.
Bauleitung/Abstimmung: Wöchentliche Baubesprechungen mit fachlich ausgebildetem, deutschsprachigem Vertreter des Auftragnehmers; Freischaltung Elektroanlage nach den 5 Sicherheitsregeln in Abstimmung mit Bauleitung, BwDLZ und BWI.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenPersönliche Lage (Zulassung als Bieter)
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Eignung speziell für Schadstoff- und Asbestsanierung
Eignung speziell für Betonsanierung
Eignung der Nachunternehmer
3 vergleichbare Referenznachweise über energetische Sanierungen/Bauleistungen vergleichbarer Art und vergleichbarem Umfang (z. B. Dach, Fassade, Haustechnik-Rückbau und -Erneuerung)
Pro Referenz sind 11 Pflichtangaben vorzulegen: Ansprechpartner, Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, maßgeblicher Leistungsumfang mit eigenen Mengen, eingesetzte Arbeitnehmerzahl, technische/gerätespezifische Besonderheiten, Art der Baumaßnahme (Neubau/Umbau/Denkmal), vertragliche Bindung (Hauptauftragnehmer/ARGE/Nachunternehmer), ggf. koordinierte Gewerke, Bestätigung des Auftraggebers über vertragsgemäße Ausführung. PQ-Unternehmen müssen nur dann Referenzen vorlegen, wenn die im PQ-Verein hinterlegten Referenzen nicht von Art und Umfang her mit dem Auftragsgegenstand vergleichbar sind.