Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) sucht einen Forschungspartner für ein wissenschaftliches Vorhaben zur Straßenbeleuchtung. Ziel ist es, durch gezielte Analyse der Wechselwirkungen zwischen Beleuchtungsniveau, Gleichmäßigkeit und Blendung (sogenannter Trade-off-Ansatz) Wege zu finden, das Beleuchtungsniveau zu senken – bei gleichbleibender Verkehrssicherheit. Damit sollen Energie gespart und Lichtverschmutzung reduziert werden. Die Forschung umfasst Labor- und Feldversuche, die Entwicklung technisch umsetzbarer Beleuchtungslösungen sowie Vorschläge zur Fortschreibung der Norm DIN EN 13201.
Budget: max. 400.000 € brutto
Verfahren: Offenes Verfahren (EU-weit)
Angebotsfrist: 22.07.2026, 06:00 Uhr
Bindefrist: 29.09.2026
Projektlaufzeit: ca. 36–42 Monate
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Problemverständnis15%
Erfassung des Problemfeldes und der Zielsetzung in Tiefe und Breite sowie deren Darstellung in eigenen Worten
- Projektkonzeption – Recherchen und Gesamtgleichmäßigkeit20%
Qualität des konzeptionellen Untersuchungsansatzes im Hinblick auf die Vorgehensweise zu den Recherchen und zur Festlegung der Gesamtgleichmäßigkeit
- Projektkonzeption – Modifikation Beleuchtungsniveau40%
Qualität des konzeptionellen Untersuchungsansatzes im Hinblick auf die Vorgehensweise zur Festlegung der Modifikation des Beleuchtungsniveaus mithilfe eines neuen Abwägungsverhältnisses (Labor- und Feldversuch)
- Projektkonzeption – Konkretisierung Beleuchtungslösungen20%
Qualität des konzeptionellen Untersuchungsansatzes im Hinblick auf die Vorgehensweise zur Konkretisierung für technisch realisierbare ortsfeste Beleuchtungslösungen
- Projektorganisation und Zeitplanung5%
Angemessenheit der Zeitplanung jeweils für die einzelnen Arbeitspakete
Leistungsquotient = (Gewichtete Leistungspunkte / Bewertungspreis) x 1.000. Der Zuschlag wird auf das Angebot mit dem höchsten Leistungsquotienten erteilt. Gewichtete Leistungspunkte ergeben sich aus der Bewertung der qualitativen Kriterien mit 0/2,5/5/7,5/10 Punkten multipliziert mit dem Gewichtungsfaktor.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenForschungsziel und übergeordneter Ansatz
Ziel des Vorhabens ist es, durch systematische Analyse der Wechselwirkungen zwischen den photometrischen Parametern gemäß DIN EN 13201 (Beleuchtungsniveau, Gleichmäßigkeit, Blendung) ein belastbares Trade-off-Verhältnis abzuleiten. Damit soll das Beleuchtungsniveau gesenkt und so Überbeleuchtung reduziert, Energie eingespart sowie Lichtverschmutzung gemindert werden, ohne die Sehsicherheit (Verkehrssicherheit) zu verringern. Berücksichtigt werden auch ökologische Aspekte wie der Schutz nachtaktiver Tiere.
Arbeitspakete (AP 1 bis AP 6)
AP 1 – Regelwerksanalyse und Literaturrecherche:
Analyse einschlägiger Normen (DIN EN 13201, CIE 115) und wissenschaftlicher Veröffentlichungen, Aufarbeitung des Stands von Theorie und Praxis, u.a. bestehende Untersuchungen zur Gleichmäßigkeit und Leuchtdichte.
AP 2 – Definition und Berechnung der Gesamtgleichmäßigkeit:
Festlegung einer Berechnungsmethodik für die Gesamtgleichmäßigkeit für die Klassen M (Straßen), C (Konfliktbereiche) und P (Fußgänger). Durchführung eines Experten-Workshops zur Validierung.
AP 3 – Laboruntersuchungen (statisch und dynamisch):
Mit mindestens 30 Probanden je Alterskohorte wird der Einfluss des Alters auf das Trade-off-Verhältnis zwischen mittlerer Leuchtdichte (Lm) und Gesamtgleichmäßigkeit (U₀) sowie zwischen Beleuchtungsstärke und U₀ untersucht.
AP 4 – Feldversuch:
Validierung der Laborergebnisse auf einer realen Teststraße. Erforderlich: annähernd gerade Strecke, geringe Umwelteinflüsse, mindestens 4 Lichtpunkte, verstellbare Höhen/Abstände oder veränderbare Lichtverteilung.
AP 5 – Technisch realisierbare Leleuchtungslösungen:
Entwicklung konkreter technisch umsetzbarer Lösungen für die Klassen M, C, P; Quantifizierung des Energieeinsparpotenzials; Vergleichsberechnungen.
AP 6 – Norm-Fortschreibung und Wissenstransfer:
Erstellung von Bausteinen zur Fortschreibung von DIN EN 13201 und CIE 115, Entwicklung eines Leitfadens für Kommunen, Durchführung einer Abschlussveranstaltung in der BASt (deutsch/englisch, inkl. Catering).
Projektorganisation und Berichtswesen
Rechtlich-formale Anforderungen an die Bearbeitung
Verbindliche Mindestanforderungen (Abweichung führt zum Ausschluss)
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenBefähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung
Es werden keine Anforderungen an die Befähigung oder Erlaubnis zur Berufsausübung gestellt.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
1. Einschlägige Kenntnisse Lichttechnik – Referenzliste mit mindestens 1 abgeschlossenen Referenzprojekt aus den letzten 5 Jahren.
2. Psychophysiologische Untersuchungen im Außenraum – Referenzliste mit mindestens 1 weiteren, vom ersten abweichenden Referenzprojekt aus den letzten 5 Jahren.
3. Technische Ausrüstung für lichttechnische Messungen zur Lichtwirkung auf Menschen (Eigenerklärung 1).
4. Technische Ausstattung für lichttechnische Berechnungen/Optimierungen nach DIN EN 13201 und Entwicklung neuer Lichtverteilungen (Eigenerklärung 2).
5. Mindestens ein Testlabor für statische und dynamische Untersuchungen (Eigenerklärung 3).
6. Fachpersonal inkl. namentliche Nennung des Projektleiters und der Hauptbearbeiter mit Qualifikation sowie ggf. Gremientätigkeiten (Eigenerklärung 4).
Ausschlussgründe
Vorläufiger Eignungsnachweis und Bietergemeinschaften
Einschlägige Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Lichttechnik (Bewertung von Beleuchtungssystemen und Gütemerkmalen der Beleuchtung)
Abgeschlossenes Referenzprojekt; Vorlage einer Referenzliste gemäß § 46 VgV (Formular 4a)
Kenntnisse und Erfahrung in Planung, Durchführung und Auswertung psychophysiologischer Untersuchungen zur Wirkung von Beleuchtung im Außenraum (z.B. LED-Straßenbeleuchtung, adaptive Straßenbeleuchtung, statische und dynamische Lichtwirkung)
Abgeschlossenes Referenzprojekt, das vom ersten Referenzprojekt abweicht; Referenzliste gemäß § 46 VgV (Formular 4a)