Personen-Notsignal-Anlage auf DECT-Basis und redundantes Sprach-Gateway
Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenBeschaffung einer einheitlichen Gesamtleistung für Planung, Lieferung, Montage, Inbetriebnahme, Abnahme, Instandhaltung und Service einer normgerechten Personen-Notsignal-Anlage und eines redundanten Sprach-Gateways.
Das Angebot umfasst unter anderem die DECT-Funkversorgung, BLE-Ortungsinfrastruktur, 600 mobile Notrufundgeräte samt Ladetechnik, Alarmserver, Alarmarbeitsplätze, die Anbindung an die vorhandene Telekommunikationsanlage, Migration, Rückbau, Schulung, Dokumentation sowie 60 Monate Systemservice.
Das Verfahren läuft in einem Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb. Zunächst sind Teilnahmeantrag, Eigenerklärungen und Nachweise einzureichen; das eigentliche Angebot wird erst nach Aufforderung in der zweiten Stufe abgegeben.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis40%
Wertungsrelevanter Angebotspreis aus Anlage 07 einschließlich Kauf, Inbetriebnahme und Dienstleistungen sowie 60 Monaten Instandhaltung, Optionen und Bedarfspositionen; bei den gleichrangigen Querverbindungsvarianten S2M und SIP wird der niedrigere wertungsrelevante Preis zugrunde gelegt.
- Qualität60%
Preispunkte = niedrigster wertungsrelevanter Angebotspreis / wertungsrelevanter Angebotspreis des Bieters × 40; Qualitätspunkte = erreichte B-Punkte / 245 × 60; Gesamtpunktzahl = Preispunkte + Qualitätspunkte, bei Gleichstand entscheidet die höhere Qualitätspunktzahl.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenSystemlieferung und Funkversorgung
Planung, Lieferung, Errichtung und Inbetriebnahme einer DECT-basierten Personen-Notsignal-Anlage nach DIN VDE V 0825-1 für allgemeinpsychiatrische Bereiche und Maßregelvollzug/Forensik. Die Funkversorgung umfasst 300 Basisstationen, 20 Gateways für leitungsgebundene Basisstationen, 25 externe Rundstrahlantennenpaare sowie Schutzhauben für patientenzugängliche Bereiche. Der Zielausbau muss mindestens 2.000 Mobilteile, 1.000 Basisstationen und 1.000 Ortungssender ermöglichen.
Mobile Endgeräte, Ortung und Alarmsystem
Lieferung von 600 Personen-Notsignal-Geräten mit Sprachfunktion, 600 Teilnehmerlizenzen, 100 Wechselakkus sowie 30 Ersatzendgeräten und fünf Ersatzakkus. Die Ladeinfrastruktur umfasst 130 Einzelladeplätze, 100 kaskadierbare Mehrfachlader für Endgeräte und 17 Mehrfachlader für Akkus. Die BLE-basierte Ortungsinfrastruktur umfasst 622 dauerhaft versorgte und 25 batteriebetriebene Ortungssender, 150 stationäre Empfangseinheiten, zehn zentrale Spannungsversorgungen, 900 Lokalisierungspunkte und 35 Zonen. Zusätzlich sind ein virtualisierter Alarmserver, ein zentrales Teilnehmer- und Gerätemanagement sowie PNEZ, vier Pforten-Arbeitsplätze, ein Einsatzkräfte-Arbeitsplatz, ein Prüfplatz und sechs Sprechstellen zu liefern.
Redundantes Sprach-Gateway und Bestandsanbindung
Lieferung und Aufstellung zweier redundanter Sprach-Gateway-Instanzen in getrennten Technikräumen. Die Anbindung an die vorhandene Unify HiPath/OpenScape-4000-Telekommunikationsanlage ist als zwei getrennt auszupreisende Varianten zu realisieren: Variante A über QSIG/S2M mit bis zu vier Primärmultiplexanschlüssen je Instanz und Variante B über QSIG/SIP. Beide Varianten müssen 120 gleichzeitige Gespräche unterstützen. Für die Instanzumschaltung sind höchstens 60 Sekunden, als Ziel höchstens 30 Sekunden mit Gesprächserhalt, gefordert.
Planung, Montage und Migration
Durchführung von Bestandsaufnahmen, Bestandsberichten, messtechnischer Funkfeld- und Ortungsplanung, Fotodokumentation, Pflichtenheft, Terminplanung sowie Haus- und Bereichsplanung. Die Umsetzung erfolgt zuerst für zentrale Komponenten und anschließend für Haus 2 und die weiteren Häuser. Die bestehende drahtlose Sprachversorgung wird mit Parallelbetrieb, Rückfallstrategie und Migration der Teilnehmer abgelöst. Die vorhandene Telekommunikationsanlage und ihre Konfiguration sind vor Änderungen zu sichern und fortlaufend zu dokumentieren.
Tests, Abnahme, Rückbau und Dokumentation
Nach vollständiger Montage sind alle Schnittstellen, Alarme, Eskalationen, Ortung, Redundanz, Funkversorgung und Stromversorgungsfunktionen zu testen. Erforderlich sind dokumentierter Integrationstest, Abnahmemessungen für Versorgungsgüte und Ortungsgenauigkeit sowie ein Abnahmeprotokoll mit Mängelliste. Abgelöste Komponenten sind fachgerecht zurückzubauen, zu entsorgen und nach ElektroG zu entsorgen; personenbezogene Daten sind nachweislich zu löschen. Die Anlagendokumentation wird zweifach in Papierform und einmal editierbar digital geliefert. Eine SBOM nach BSI TR-03183-2 im CycloneDX-Format ist bei Abnahme und jedem neuen Programmstand bereitzustellen.
Schulung und Informationssicherheit
Durchführung von sechs Schulungstagen: je zwei Tage für Endnutzer, Alarm- und Bedienpersonal sowie Administration und technische Abteilung. Ein optionaler zusätzlicher Einweisungstag ist gesondert anzubieten. Unterlagen werden getrennt digital und in Papierform bereitgestellt. Management-, Administrations- und Bedienoberflächen sowie Meldungen, Protokolle und Hilfetexte sind deutschsprachig. Netzsegmentierung, Zugriffskontrolle, Protokollierung, Patch-Management, Notfallkonzept, Sicherheitsupdates und Meldung von Sicherheitsvorfällen innerhalb von 24 Stunden sind umzusetzen.
Instandhaltung, Support und Service
Systems-service über mindestens 60 Monate mit deutschsprachiger 7×24-Stunden-Hotline, Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft und präventiven Maßnahmen. Jährlich sind eine DGUV-Prüfung und eine präventive Inspektion durchzuführen. Für Störungsklasse A gelten eine Reaktion innerhalb von zwei Stunden und ein Vor-Ort-Einsatz innerhalb von vier Stunden, für Klasse B vier beziehungsweise acht Stunden und für Klasse C acht Stunden beziehungsweise sieben Kalendertage. Mobile Endgeräte sind innerhalb von zwei Arbeitstagen zu bearbeiten oder auszutauschen. Der Auftraggeber kann den Service zweimal um zwölf Monate verlängern.
Optionale Leistungen
Gesondert zu bepreisen sind ein mobilfunkgestützter Ersatzweg mit vier oder acht gleichzeitigen externen Gesprächen, acht Endgeräte für den begleiteten Ausgang, Nutzung vorhandener BLE-fähiger Access Points, serielle Schnittstellenmodule, Kontaktmodule, eine Schnittstelle zu einem übergeordneten Alarmserver, vier Arbeitsplatzrechner mit Touchmonitor, ein deutsches Schulungsvideo, ein einwöchiger Probebetrieb und erweiterte Servicezeiten.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenRegistereintragung und Ausschlussgründe
Eintragung im Berufs- oder Handelsregister mit HRB-/HRA-Nummer und Registergericht; bei fehlender Eintragungspflicht ist ein alternativer Nachweis zu erbringen. Anlage 05 ist vollständig auszufüllen und für Bewerbergemeinschaften sowie eignungsverleihende Unternehmen gesondert abzugeben. Zudem ist Anlage 12 zur Einhaltung restriktiver Maßnahmen auszufüllen.
Umsatz und Versicherung
Über die letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre vor Ablauf der Teilnahmeantragsfrist sind mindestens 2.000.000 EUR netto Gesamtumsatz im Jahresmittel und mindestens 1.000.000 EUR netto Umsatz im Leistungsbereich Planung, Lieferung und Inbetriebnahme von Kommunikations-, Alarmierungs- oder Sicherheitstechnik einschließlich Instandhaltung nachzuweisen. Bei Bewerbergemeinschaften und Eignungsleihe werden die Umsätze addiert. Die Betriebshaftpflichtversicherung muss je Schadensfall mindestens 5.000.000 EUR abdecken und pro Versicherungsjahr zweifach maximiert sein; bei noch fehlendem Nachweis ist die Beschaffung nach Zuschlag zuzusagen.
Referenzen
Nachzuweisen sind zwei Referenzen für Personen-Notsignal-Anlagen nach DIN VDE V 0825-1 mit DECT-Funkversorgung und Lokalisierung, eine Referenz für die Anbindung eines Sprach-Gateways an eine Telekommunikationsanlage eines anderen Herstellers, zwei Referenzen mit Auftraggebern aus dem Gesundheitswesen oder einer Sicherheitseinrichtung sowie eine auftragsbezogene Referenz für die Zusammenarbeit mit einem öffentlichen Auftraggeber. Die Referenzen müssen wesentliche Leistungen aus den letzten fünf Jahren betreffen und nach Art, Größe und Umfang vergleichbar sein. Ein Mindestauftragswert ist nicht festgelegt; eine Referenz kann mehrere Merkmale abdecken.
Technische Systemnachweise
Das Angebot muss ein gültiges Gesamtsystemzertifikat nach DIN VDE V 0825-1 in der geforderten Ausgabe, die Betreibbarkeit nach DGUV Regel 112-139, IK10-Schutz, die Funktionen S-1 bis S-7, mindestens acht Jahre Nachrüstbarkeit, CE-Konformität, Sicherheitsupdates, Patch-Management und die Qualifikation für die Bestands-Telekommunikationsanlage nachweisen. Bei Abweichungen von ausdrücklich benannten Vorgaben sind Gleichwertigkeitsnachweise beizubringen.
Informationssicherheit
Nachzuweisen ist ein Informationssicherheits-Managementsystem, beispielsweise durch ein Zertifikat nach ISO/IEC 27001 oder VdS 10000, ein laufendes Zertifizierungsverfahren oder einen gleichwertigen Bericht über einen medizinischen Sicherheitsstandard beziehungsweise IT-Grundschutz. Das Konzept muss Netzsegmentierung, Zugriffskontrolle, Protokollierung, Patch-Management und Notfallbehandlung berücksichtigen. Eine SBOM im CycloneDX-Format, die ausschließlich in der EU erfolgende Verarbeitung personenbezogener Daten und die Meldung von Sicherheitsvorfällen innerhalb von 24 Stunden sind nachzuweisen.
Personal und Qualifikation
Projektleitung und Vertretung müssen deutsche Sprachkompetenz mindestens C1 oder muttersprachliches Niveau besitzen. Dasselbe gilt für Personal mit Kontakt zu Beschäftigten, Patientinnen und Patienten oder sicherheitsrelevanten Abstimmungen sowie für Nachunternehmer, Hotline und Remote-Service. Das eingesetzte Personal muss fachkundig und für die angebotene Lösung zertifiziert sein. Vor dem ersten Einsatz in gesicherten Bereichen sind die geforderte Sicherheitsüberprüfung und Sicherheitserklärung vorzulegen.
Eignungsleihe und Bewerbergemeinschaften
Bei Eignungsleihe sind Anlage 08, je Unternehmen die Anlagen 04, 05 und 12, der Eignungsnachweis, Anlage 09 und ein Nachweis der gemeinsamen Erfüllung der gestellten Anforderungen vorzulegen. Bei Bewerbergemeinschaften sind sämtliche Mitglieder, der bevollmächtigte Vertreter und Anlage 10 anzugeben. Die wirtschaftliche und finanzielle sowie die technische und berufliche Leistungsfähigkeit werden bei Bewerbergemeinschaften insgesamt bewertet; die Befähigung zur Berufsausübung muss jedes Mitglied erfüllen.
Planung, Errichtung und Inbetriebnahme einer Personen-Notsignal-Anlage nach DIN VDE V 0825-1 mit DECT-Funkversorgung und Lokalisierung alarmauslösender Endgeräte
Wesentliche Liefer- oder Dienstleistungen; vergleichbar nach Art, Größe und Umfang. Auftraggeber mit Kontaktdaten, Projektbezeichnung, Auftragswert, Leistungszeitraum und Leistungsbeschreibung angeben.
Anbindung eines Sprach-Gateways an eine Telekommunikationsanlage eines anderen Herstellers
Wesentliche Liefer- oder Dienstleistung; Nachweis der Art und des Umfangs der Gateway-Anbindung.
Referenz mit Auftraggeber aus dem Gesundheitswesen oder einer Sicherheitseinrichtung und erhöhten Anforderungen nach DSGVO und Krankenhausgesetzgebung
Der Auftraggeber muss aus dem Gesundheitswesen oder einer Sicherheitseinrichtung stammen; Art, Größe und Umfang müssen vergleichbar sein.
Auftragsbezogene Zusammenarbeit mit einem öffentlichen Auftraggeber nach § 99 GWB
Auftragsbezogene Zusammenarbeit mit einem öffentlichen Auftraggeber nachweisen; einzelne Referenz muss nicht mehrere Merkmale zugleich erfüllen.
Wettbewerb & Angebotsprognose
Erwartete Konkurrenz auf Basis vergleichbarer VergabenAuf einen Blick
Erfüllungsort
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