Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie BEW Berliner Energie und Wärme GmbH sucht einen Rahmenvertragspartner für den Betrieb eines behördlich nutzbaren, nach BImSchV genehmigten Zwischenlagers für mineralische Abfälle (überwiegend Bodenaushub, AVV 170504) am Standort Berlin.
Der Auftrag umfasst die komplette Leistungskette: Annahme, Eingangskontrolle, Verwiegung, Separation, Behandlung, interne Logistik, Analytik, Nachweisführung sowie Lieferung/Abholung. Nicht wieder abgeholte Materialien sind vorrangig zu verwerten, ansonsten zu entsorgen.
Vertragslaufzeit: 01.04.2027 bis 31.03.2032 (5 Jahre), mit Option auf bis zu 3 Verlängerungen von je 1 Jahr.
Verfahren: Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb. Teilnahmeanträge sind bis 08.10.2026, 23:59 Uhr elektronisch über die Vergabeplattform einzureichen. Zuschlagskriterium ist der Preis.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis90%
Angebotspreis auf Basis des Leistungsverzeichnisses (LV Zwischenlager Bodenaushub) mit Positionen für Entsorgung mineralischer Abfälle (ngA, gA), Material Verkauf, Zwischenlagerung, Transporte und Nachweisführung.
- Nachhaltigkeit10%
Bewertung der End-Entsorgerliste: hochwertige Verwertung (5 Punkte) + Einreichung der Liste (5 Punkte). Nicht eingereicht = Ausschlusskriterium. Gewichtungsfaktor: 10.
Freie Verhältniswahl Preis/Leistung (90% Preis, 10% Nachhaltigkeit). Bei der Nachhaltigkeit: End-Entsorgerliste – hochwertige Verwertung = 5 Punkte, eingereicht = 5 Punkte, nicht eingereicht = 0 Punkte (Ausschlusskriterium). Gewichtungsfaktor: 10.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenKernleistung: Bereitstellung und Betrieb des Zwischenlagers
Vorhalten und Betreiben eines geeigneten, nach BImSchV genehmigten Zwischenlagers für mineralische Abfälle am Standort Berlin (Erfüllungsort 10833, Berlin). Das Lager muss behördlich nutzbar sein und über ausreichend Flächen für gefährliche Abfälle (≥ 2.000 m² Bereitstellungsfläche) sowie ggf. eine Halle verfügen.
Zum Betrieb gehören die Annahme der Materialien, die Eingangskontrolle, die Verwiegung über eine amtlich geeichte Waage, die Separation und Behandlung der Abfälle, die interne Logistik/Transporte innerhalb des Lagers sowie die Benennung eines Projektleiters als zentralen Ansprechpartner.
Annahme, Behandlung, Analytik und Chargenbildung
Angenommen werden ausschließlich organoleptisch unauffällige Böden mit maximal 50 % Fremdbestandteilen (AVV 170504 gemäß § 18 ErsatzbaustoffV). Die Chargenbildung erfolgt nach einem vorgegebenen Schema (z.B. BEW-2026-03). Die Analytik je Charge (ca. 500 m³) wird durch einen Rahmenvertragspartner der BEW durchgeführt; der Auftragnehmer stellt die organisatorische Schnittstelle sicher.
Zusätzlich führt der Auftragnehmer interne Prozessanalytik durch und beachtet die jeweils aktuellen Vollzugshinweise, die Ersatzbaustoffverordnung sowie die BBodSchV.
Nachweisführung, Dokumentation und Datenaustausch
Alle Abfälle sind über das elektronische Abfallnachweisverfahren (eANV) zu erfassen; die BEW nutzt hierzu das System ZEDAL. Materialien zum Einbau sind zusätzlich über das EBV-Modul von ZEDAL zu erfassen. Zu jedem Haufwerk ist eine Übersicht der angelieferten und gelieferten Mengen nach AVV-Schlüssel und Entsorgungsweg zu führen; Mengen sind je Bauvorhaben getrennt auszuweisen.
Ebenfalls zu bearbeiten sind Entsorgungsnachweise, Annahmeerklärungen, Begleitpapiere, Registerbelege, Übernahmescheine und Lieferscheine. Maut und CO₂-Steuer sind in Transportangeboten einzeln auszuweisen. Beauftragung und Datenbereitstellung laufen über die App 'Erdaushub'.
Transport, Verwertung und Entsorgung
Lieferung und Abholung erfolgen innerhalb von Berlin und Brandenburg. Nicht wieder abgeholte Materialien sind vorrangig zu verwerten (Recycling/Verwertung vor Beseitigung). Andernfalls sind sie fachgerecht zu entsorgen; alle Entsorgungswege, AVV-Schlüssel, Entsorger, Endentsorger und Entsorgungsverfahren sind nachvollziehbar zu dokumentieren. Eignungsnachweise, Produktionskontrollen und Fremdüberwachung nach Anlage 4 Tabelle 1 ErsatzbaustoffV und BBodSchV sind sicherzustellen.
Materialverkauf / Lieferleistungen (Eventual- und Bedarfspositionen)
Im Rahmen des Auftrags können auch aufbereitete Materialien verkauft bzw. geliefert werden, z.B. Oberboden, RC-Füllboden, gesiebter Sand, RC-Schottertragschicht/-Frostschutzschicht, HGT RC oder Natur unter Asphalt/Beton, RC1-Bauschutt sowie Natur-Schotter- und Frostschutzschichten. Mengen und Bedarf richten sich nach dem tatsächlichen Baufortschritt; eine Mindestliefermenge wird nicht zugesichert.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenPersönliche Lage und Ausschlussgründe
Es dürfen keine Eintragungen im Wettbewerbsregister (WRegG) bestehen und keine Ausschlussgründe gemäß §§ 123, 124 GWB, § 21 AentG, § 98c AufenthG, § 21 SchwarzArbG, § 19 MiLoG und § 22 LkSG vorliegen. Der BEW-Verhaltenskodex für Lieferanten und Partner ist zu befolgen, und es dürfen keine Verstöße gegen die Russland-Sanktionen (VO 2022/833) vorliegen.
Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
Vorlage einer aktuellen Wirtschaftsauskunft (Register F) sowie Nachweis eines durchschnittlichen Jahresumsatzes von mindestens 2.000.000 EUR in den letzten drei Geschäftsjahren (Register G).
Fachliche und technische Eignung
Nachgewiesen werden müssen:
Für HSE sind zusätzlich BG-AMS-, ISO-45001- oder SCC-Zertifizierung (oder gleichwertig) sowie ein vollständiges H&S-Managementsystem mit Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen, Rahmenunterweisungsplan und einem Muster zur Unfalluntersuchung (RCA) vorzulegen.
Bietergemeinschaften und Eignungsleihe
Bietergemeinschaften sind zugelassen, sofern erklärt wird, dass kein Tatbestand gemäß § 1 GWB erfüllt wird. Die Bewerbung muss von allen Mitgliedern unterschrieben werden, ein federführendes Mitglied mit Vollmacht ist zu benennen, und es besteht gesamtschuldnerische Haftung. Eignungsleihe ist möglich; eingesetzte Nachunternehmer müssen sofort benannt werden. Die Vergabestelle kann eine persönliche Vorstellung oder Betriebsbesichtigung verlangen.
Vergleichbare Referenzprojekte über Zwischenlagerung und/oder Behandlung von mineralischen Abfällen / Bodenaushub
Pro Referenz sind anzugeben: Auftraggeber, Vergabedatum, Auftrags- und Schlussrechnungswert, Projektgröße und -volumen, Hauptleistungsinhalte, Leistungszeitraum, Anzahl der eingesetzten Mitarbeiter, Eigen-/Nachunternehmeranteil, technische Schlüsseldaten (z.B. Nennweiten, Leistungen), Kontaktdaten des Referenzauftraggebers. Einzureichen auf Formblatt 'Register I_Referenzblatt'.