Sanierung, Ertüchtigung und Erweiterung der Gemeinschaftskläranlage Silberstedt
Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDas Los umfasst die vollständige Planung, Lieferung, Montage, Inbetriebnahme und betriebsbereite Übergabe einer solar unterstützten, SPS-gesteuerten Klärschlammtrocknungsanlage.
Die Anlage besteht unter anderem aus Schlammannahme, Vorlagebunkern, einer Trocknungshalle mit Lüftungs- und Wendetechnik, MSR-Technik, Trockengutförderung sowie den zugehörigen Bau- und Medienanschlüssen. Mit dem Angebot sind prüffähige technische Unterlagen, ausgefüllte Angabenblätter, Preise und eine vollständige Dokumentation einzureichen.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis40%
Angebotspreis (Wertungssumme). Punktebewertung 0 bis 10 nach linearer Interpolation zwischen niedrigster Wertungssumme (10 Punkte) und dem zweifachen davon (0 Punkte).
- Technischer Wert40%
Bewertet werden Langlebigkeit und Robustheit der Module sowie die technische Ausführung der Anlagenteile wie Gestelle und Wechselrichter. Punkte: Angebot wie LV 7,5; Besser als LV 10; Mindestanforderungen 5.
- Energieeffizienz/Flächennutzung20%
Bewertet wird die Energieeffizienz der Module und in diesem Zuge die Flächennutzung, da schwächere Module mehr Fläche benötigen. Punkte: Angebot wie LV 7,5; Besser als LV 10; Mindestanforderungen 5.
Preis: Punkteskala 0 bis 10. 10 Punkte für das Angebot mit der niedrigsten Wertungssumme, 0 Punkte ab dem zweifachen der niedrigsten Wertungssumme, dazwischen lineare Interpolation mit drei Nachkommastellen. Punktezahl je Kriterium = Gewichtung (v.H.) x erreichte Punkte. Die Gesamtpunktzahl aller Kriterien entscheidet über die Rangfolge. Bonus: Werkstätten für Behinderte erhalten 15 v.H. Bonus auf die Wertungssumme.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGesamtanlage und Funktionsziele
Die Anlage ist funktional auszuschreiben und so zu planen, liefern, montieren, in Betrieb zu nehmen und zu übergeben, dass sie den auf etwa 20–25 % TS entwässerten Klärschlamm verarbeitet.
Angestrebte Jahresverdunstungsleistung ist eine Garantie von etwa 1.470 t Wasser/a; der Endtrockenrückstand soll mindestens 65–75 % TS betragen. Der Klärschlammeintrag liegt bei etwa 2.155 t/a, der Trockensubstanzdurchsatz bei etwa 400–500 t TS/a. Die Fördertechnik ist auf etwa 2.200 t/a Nassschlamm einschließlich erhöhter Mengen von März bis April auszulegen. Im Vorlagebunker muss eine Zwischenspeicherung von Oktober bis März möglich sein.
Schlammannahme, Vorlagebunker und Trocknungshalle
Die Schlammannahme übernimmt den Schlamm aus der maschinellen Entwässerung und führt ihn kontinuierlich und SPS-gesteuert dem Vorlagebunker zu. Der Vorlagebunker benötigt mindestens 600 m³ Gesamtvolumen, maximal drei Einheiten mit jeweils etwa 200 m³, automatische Entleerung, austragstechnisch wirksamen Brückenschutz und eine auf die Abstimmung mit der bauseitigen Austragsschnecke ausgelegte Dosierung.
Die Trocknungshalle ist mit etwa 1.935 m² nutzbarer Trocknungsfläche zu planen. Ihre Entwässerung, forcierte Belüftung, Schutzeinrichtungen, Höhen, Verkehrswege, Tore, Anschlusspunkte und konstruktiven Übergänge sind gemäß Lageplan, Baubeschreibung und D83/X83-Leistungsverzeichnis auszuweisen. Sicherheitsglas mit 4 mm Einscheibensicherheitsglas sowie die Anforderungen an Wind- und Schneelasten sind zu berücksichtigen.
Lüftung, Wendetechnik und Trockengutbehandlung
Die Lüftung ist so auszulegen, dass die Feuchte abgeführt und die geforderte Verdunstungsleistung erreicht wird. Luftströmung, Regelstrategie, Sensorik, Schottwände, forcierte Belüftung, Energiebedarf, SPS- und Visualisierungsschnittstellen sowie Alarmmanagement sind darzustellen.
Die Wendetechnik muss vollautomatisch, flächendeckend und krustenvermeidend arbeiten. Das Austragssystem für Trockengut und die Fördertechnik zum Containerbereich sind mit geeigneter Staubminderung, Automatisierung und Sensorik auszuführen. Für Komplettleistungen sind Bauart und Ausführung der Komponenten einschließlich Hauptvertrag, ARGE-Bindung oder Nachunternehmerbindung sowie eingesetzter eigener Kräfte darzustellen.
Steuerung, Sensorik und Schnittstellen
Die MSR-Technik umfasst ein Prozessleitsystem mit Automatisierungskonzept, Steuerungsstruktur, Prozesslogik, Sicherheitsfunktionen, Schaltschränken im EMSR-Raum des Entwässerungsgebäudes sowie Sensorik für unter anderem Feuchte, Temperatur, Strahlung und Füllstand. Typ, Kommunikationsprotokolle und Datenlogging sind anzugeben.
Alle konstruktiven, elektrischen, wasserseitigen, logistischen, MSR- und Kommunikationsschnittstellen zur bestehenden Kläranlage sind darzustellen und – soweit nicht ausdrücklich bauseitig – einzukalkulieren. Druckrohrleitung, maschinelle Entwässerung, Austragsschnecke und die Leistungen des Haupt-Leistungsverzeichnisses Maschinentechnik bleiben bauseitig.
Bauleistungen, Ausführung und Umfeld
Alle erforderlichen Fundamente, Bodenplatten, Entwässerungen, Kabeltrassen, Durchführungen sowie Strom- und Wasseranschlüsse sind zu liefern und zu errichten. Lastannahmen, Fundamentabmessungen und Anschlusspunkte gehören zum prüffähigen Angebot.
Die Ausführung ist mit dem laufenden Kläranlagenbetrieb und parallelen Baumaßnahmen abzustimmen. Baustelleneinrichtung, Schutzmaßnahmen, Verkehrssicherung, Transportwege, Zwischenlagerflächen,personelle Schutzausrüstung, Hygienemaßnahmen und Gasmessungen sowie die Entsorgung von Verpackungen und Bauabfällen sind zu berücksichtigen. Konstruktive Bestandteile, Überstände, Fundamentbereiche und Wartungswege müssen innerhalb der im Lageplan vorgegebenen Baufeldgrenzen liegen.
Inbetriebnahme, Probebetrieb, Abnahme und Übergabe
Nach Fertigstellung sind Funktionsprüfung, Inbetriebnahme, Parametrierung und Optimierung der MSR-Technik durchzuführen. Der zusammenhängende Probebetrieb muss mindestens 14 Tage dauern; die Abnahme erfolgt erst nach erfolgreichem Probebetrieb und Vorlage aller Abnahmeunterlagen.
Zu liefern sind Bedienungs- und Wartungsanleitungen, Funktions- und Prozessbeschreibungen, CE-Konformitätserklärung einschließlich Risikobeurteilung, Stromlauf- und Schaltpläne, MSR-Dokumentation mit Messstellenliste, statische Nachweise, Prüf- und Inbetriebnahmeprotokolle sowie As-built-Unterlagen. Die Dokumentation ist digital als PDF, DWG und DXF sowie zusätzlich zweifach in Papierform bereitzustellen. Das Betriebspersonal ist für Bedienung, Wartung, Störungsmanagement und Sicherheitsfunktionen zu schulen; ein Schulungsprotokoll ist zu erstellen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenUnternehmenseignung und Präqualifikation
Präqualifizierte Unternehmen können ihren Eignungsnachweis über das Präqualifikationsverzeichnis des Vereins für die Präqualifikation von Bauunternehmen e. V. führen; ergänzend können auftragsspezifische Nachweise verlangt werden. Nicht präqualifizierte Unternehmen müssen mit dem Angebot die ausgefüllte Eigenerklärung zur Eignung einreichen.
Umsatz und vergleichbare Leistungen
Es sind vergleichbare Bauleistungen oder andere vergleichbare Leistungen mit Umsatz in den letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahren nachzuweisen. Bei gemeinsam mit anderen Unternehmen ausgeführten Leistungen ist der eigene Anteil gesondert zu berücksichtigen. Ein Mindestumsatz ist nicht festgelegt.
Vergleichbare Leistungen müssen in den letzten drei Kalenderjahren ausgeführt worden sein. Bei Eingang in die engere Wahl sind hierfür drei Referenznachweise vorzulegen.
Personal und technische Leistungsfähigkeit
Das Unternehmen muss über die für die Ausführung erforderlichen Arbeitskräfte verfügen. Bei Eingang in die engere Wahl sind die jahresdurchschnittliche Beschäftigtenzahl der letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahre nach Lohngruppen und das technische Leitungspersonal gesondert anzugeben.
Falls die Leistungsbeschreibung einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator verlangt, sind dieser mit der geforderten Qualifikation und sein Stellvertreter zu benennen.
Register, Steuern und Berufsgenossenschaft
Der zutreffende Registerstatus ist anzugeben, gegebenenfalls für Handelsregister, Handwerksrolle, Handwerkskarte, Industrie- und Handelskammer oder die Eintragung in keiner dieser Stellen. Auf Verlangen sind Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug, Handwerksrollen- oder IHK-Eintragungsnachweise vorzulegen.
Die ordnungsgemäße Zahlung von Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen sowie die Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft sind zu erklären. Zutreffende Unbedenklichkeitsbescheinigungen und eine Freistellungsbescheinigung sind nach Aufforderung vorzulegen.
Zuverlässigkeit und Insolvenz
Es sind Angaben zu einer schweren Verfehlung, die die Zuverlässigkeit infrage stellen könnte, sowie zu Insolvenzverfahren, einem Insolvenzplan und einer Liquidation abzugeben. Das Unternehmen muss zuverlässig sein; Ausschlussgründe sind zu berücksichtigen. Eine erfolgte Selbstreinigung ist gegebenenfalls anzugeben.
Bietergemeinschaften und Nachunternehmer
Bei einer Bietergemeinschaft ist eine Erklärung aller Mitglieder über die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft, die vollständige Mitgliederliste, die vertraglich bevollmächtigte Vertretung, die rechtsverbindliche Vertretung und die Haftung als Gesamtschuldner einzureichen.
Art und Umfang der Nachunternehmerleistungen sind im Angebot anzugeben. Namen und Eigenerklärungen der Nachunternehmer sowie deren Präqualifikationsnachweise können auf Verlangen verlangt werden.
Bei Eingang in die engere Wahl sind drei Nachweise über vergleichbare, in den letzten drei Kalenderjahren ausgeführte Leistungen vorzulegen.
Die Leistungen müssen mit der zu vergebenden solaren Klärschlammtrocknung vergleichbar sein. Bei Komplettleistungen sind zusätzlich Bauart, vertragliche Bindung, koordinierte Gewerke und Ausführungseigenheiten darzustellen; der Auftraggeber muss die vertragsgemäße Ausführung bestätigen.
Wettbewerb & Angebotsprognose
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