Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenWorum es geht: Die Autobahn GmbH des Bundes sucht einen Totalübernehmer (Generalunternehmer) für den schlüsselfertigen Ersatzneubau der Autobahnmeisterei Köln an der Dürener Straße 466. Der bestehende Standort ist marode und muss komplett neu errichtet werden – inklusive Verwaltung, Werkstätten, Fahrzeughallen, Waschhalle, Salzsilos, Tankanlage und Außenanlagen.
Was gefordert wird: Ein Bieter, der Planung (inkl. BIM-Methodik) und Bauausführung komplett übernimmt. Die Baumaßnahme muss unter Aufrechterhaltung des 24/7-Meistereibetriebs (Winterdienst, Betriebsdienst, Werkstätten) in 5 Bauabschnitten umgesetzt werden. Zwingend: BNB-Zertifizierung mindestens Silber, CO₂-neutrale Hybrid-Heizung, PV-Anlage (300 kWp), E-Ladeinfrastruktur.
Verfahren: Verhandlungsverfahren mit EU-weitem Teilnahmewettbewerb. Zuerst Teilnahmeantrag mit Eignungsnachweisen und Referenzen; nach Auswahl erfolgt die Angebotsabgabe mit Konzepten und Preis.
Wertung: 70 % Preis, 30 % Qualität (Konzepte zu Bauen unter Betrieb, Organisation, Nachhaltigkeit).
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Gesamtpreis70%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt (nachgerechnete Angebotssumme unter Berücksichtigung preislich günstigerer Grund- oder Wahlpositionen, ggf. monetarisierter Zuschlagskriterien sowie eines eventuellen Nachlasses ohne Bedingungen). 10 Punkte erhält das Angebot mit dem niedrigsten Preis, 0 Punkte ein fiktives Angebot mit dem 2-fachen des niedrigsten Preises. Zwischenwerte werden linear interpoliert (bis zu 3 Stellen nach dem Komma).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenAuftrag und Projektrahmen
Totalübernehmer-Leistung (schlüsselfertig, betriebsfertig, Globalpauschalvertrag/Festpreis) für den Ersatzneubau der Autobahnmeisterei Köln, Dürener Str. 466, 50858 Köln.
Pflicht: Aufrechterhaltung des 24/7-Meistereibetriebs während der gesamten Bauzeit – Winterdienst (Oktober–April), Betriebsdienst, Werkstätten müssen uneingeschränkt einsatzbereit bleiben.
Bauzeit: ca. 30 Monate (Rahmenangabe); geplanter Ausführungsbeginn ca. Mitte 2027, Bauende bis 30.08.2030.
Zertifizierung: BNB-Nachhaltigkeitszertifizierung mindestens Qualitätsstufe Silber (angestrebt Gold).
Planungsleistungen
Vollumfängliche Planung als Totalübernehmer – Objektplanung, Fachplanung, Tragwerksplanung, TGA-Planung, Brandschutzkonzept, Bauphysik, Freianlagenplanung, alle Fachgutachten.
BIM-Methodik zwingend: operative BIM-Autorenrolle + BIM-Gesamtkoordination, Erstellung BIM-Projektabwicklungsplan (BAP), Nutzung der CDE „Thinkproject Infrastructure", modellbasierte Kollisionsprüfung. Übergabe eines As-Built-BIM-Modells als digitaler Zwilling nach Fertigstellung.
Behördenmanagement: Einholung aller Genehmigungen (Bauantrag, HLS, ELT, Tanktechnik, Brandschutz, SiGeKo, Schall-/Wärmeschutz) bis zur schlüsselfertigen Übergabe.
Bauleistungen – 5 Bauabschnitte
Bauabschnitt Süd-Ost: Dreigeschossiger Verwaltungs-/Werkstattbau mit Leitzentrale (24/7), LKW-/PKW-Werkstatt, Ausbildungswerkstatt, Waschhalle (85 % Kreislaufwasser), Sozialbereiche mit Schwarz-Weiß-Trennung, 2 mobile Hebebühnen (8,5 t), Dachterrassen, Holz-Hybridkonstruktion mit Sheddächern.
Bauabschnitt Ost: Halle für Kleinfahrzeuge mit Lager und E-Ladeinfrastruktur; Sanierung des Bestandsuntergeschosses als flüssigkeitsdichte Regenwasserzisterne.
Bauabschnitt Nord: Gebäuderiegel entlang Dürener Straße als Lärm-/Sichtschutz (RC2) – Schilderhalle, UI-Lager, Remise für Anhänger; Salzsilos mit Soleerzeugung (korrosionsbeständig).
Bauabschnitt Mitte: Stützenfreie Multifunktionshalle für Großfahrzeuge mit Sheddach-Fachwerk, digitales Stellplatzmanagementsystem, Tankanlage (HVO, AdBlue, OK), Schwerlastregale, mechanische Abgasanlage mit Wärmerückgewinnung, PV auf Sheddach (300 kWp Gesamtleistung), Vorrüstung für 6 DC-Schnellladepunkte für LKW.
Bauabschnitt West: Remise und Lagermulden (Grünschnitt, Restmüll, Container); begrünte Gabionenwände aus recyceltem Abbruchmaterial; V-förmige Holzstützen; E-Ladeinfrastruktur für Warntafel-Anhänger und Sonderfahrzeuge.
Energie- und Versorgungstechnik
CO₂-neutrale Hybrid-Heizung: Sole-Wasser-Wärmepumpe mit unterirdischem Beton-Eisspeicher (≥ 400 m³) + vollautomatische Holz-Pelletheizung mit Pellet-Lagerraum.
Photovoltaik: installierte Gesamtleistung ≥ 300 kWp, Eigenverbrauchsquote ≥ 51 %.
Batteriespeicher: nutzbare Kapazität ≥ 150 kWh, Notstrom-/Inselfähigkeit.
Soleerzeugungsanlage: 2 Soletanks à 100.000 Liter (200.000 l gesamt).
Kreislaufwasser-Aufbereitung: mind. 85 % Rückgewinnung bei mind. 10 LKW/PKW-Wäschen pro Tag.
E-Ladeinfrastruktur: 25 Wallboxen/Ladesäulen (≥ 22 kW/Ladepunkt) auf östlichem Parkplatz und in Halle Ost; Vorrüstung für 6 LKW-DC-Schnellladepunkte in Multifunktionshalle.
Bauphase, Logistik und Provisorien
Bauphasen- und Logistiksteuerung unter Berücksichtigung Winterdienstbetrieb (Oktober–April) und saisonaler Einschränkungen (z. B. Abriss Streuguthalle nicht in Wintermonaten).
Provisorien, Interimslösungen, temporäre Verkehrs- und Wegeführungen, Zwischenlagerung und Umschlag (ggf. extern).
LEAN-Management/Taktplanung als Steuerungsmethode.
SiGeKo-Leistungen: Erstellung und Fortschreibung des SiGePlans, Koordination unter laufendem Betrieb.
Baugrundrisiko liegt beim Auftragnehmer.
Fassaden, Außenanlagen und Digitalisierung
Fassaden: Hinterlüftete Holzfassade (Lärche, pigmentiert lasiert), vertikale Metall-Profil-Lisenen RAL 5010 (Enzianblau), Sichtbeton-/Faserzementelemente im EG; RC3/RC4-Außentüren; Schließsystem Dormakaba (mechanisch + elektronisch); KRITIS-Anforderungen für sensitive Bereiche.
Außenanlagen: Vollständige Einfriedung, versickerungsfähiger Belag, Regenwasserzisternen, extensive Dachbegrünung, barrierefreie Stellplätze, überdachter Fahrrad-/Motorrad-Unterstellplatz, begrünte Gabionenwände.
Datenarchivierung: Vorhaltung aller projektrelevanten Daten für mindestens 5 Jahre nach Abnahme.
Nicht im Auftrag enthalten (Fachlose)
Folgende Leistungen werden separat vergeben und sind nicht Teil des Totalübernehmerauftrags:
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenVerfahrensart und Bewertung der Teilnahmeanträge
Verhandlungsverfahren mit EU-weitem Teilnahmewettbewerb.
Bewertung der Bewerbungen nach Punktesystem:
Ausschlusskriterium: Werden Mindestanforderungen bei einem Kriterium nicht erfüllt, wird die Bewerbung nicht berücksichtigt.
KMU-Eignung: ja.
Verfahrensbeschleunigung: nein.
Allgemeine Eignung und Rechtskonformität
Eignungsnachweis durch:
Zwingend: Eigenerklärung Bezug Russland gemäß Art. 5k VO (EU) Nr. 833/2014 (Sanktionserklärung).
Keine Ausschlussgründe gemäß §§ 123, 124 GWB.
Auf Verlangen: Bescheinigungen zuständiger Stellen (Handelsregister, Gewerbeanmeldung, Handwerksrolle/IHK, Unbedenklichkeitsbescheinigungen Sozialkasse/Finanzamt/Berufsgenossenschaft, Freistellungsbescheinigung § 48b EStG).
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Nachweis der wirtschaftlichen und finanziellen Leistungsfähigkeit.
Eignungsleihe möglich: Bei Bedarf können Kapazitäten anderer Unternehmen genutzt werden – dann Verpflichtungserklärung + ggf. gemeinsame Haftungserklärung erforderlich.
Auf Verlangen: Bestätigung des Umsatzes durch Wirtschaftsprüfer/Steuerberater oder testierte Jahresabschlüsse/Gewinn- und Verlustrechnungen.
Bereits im Teilnahmeantrag: HVA B-StB Eignungsleihe wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit (falls relevant).
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Kernbereiche, in denen Erfahrung nachzuweisen ist:
SiGeKo-Qualifikation: Benennung eines Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinators + Stellvertreter mit Qualifikation gemäß RAB 30.
BIM-Schlüsselperson: mindestens eine namentlich benannte Person mit buildingSMART-Zertifikat „Practitioner openBIM Koordination" oder nachweisbar gleichwertiger Fortbildung (für Zuschlagskriterium 2.a).
Eignungsleihe technische und berufliche Leistungsfähigkeit möglich (HVA B-StB Eignungsleihe technische und berufliche Leistungsfähigkeit).
Auf Verlangen: Erklärung zur durchschnittlichen Arbeitskräfteanzahl der letzten 3 Jahre (gegliedert nach Lohngruppen, mit Leitungspersonal).
Referenzprojekte (Mindestanforderungen Teil I)
Alle Referenzen müssen innerhalb der letzten 5 Jahre erbracht worden sein. Für jedes Referenzprojekt sind Pflichtangaben auf einem Referenzblatt (formlos) zu machen: Name des Projekts, Auftraggeber (Name, Anschrift, Ansprechpartner, Telefon), Kurzbeschreibung des Leistungsumfangs, Zeitraum der Leistung, Bestätigung der Referenzbescheinigung. Zusätzlich ist je eine Bestätigung des Auftraggebers (formlos) beizufügen.
Mindestanforderungen:
Formale Anforderungen
Angebot in deutscher Sprache.
Vorgaben-Vordrucke der Vergabestelle verwenden.
Alle Eintragungen dokumentenecht (bei schriftlicher Abgabe).
Preise in Euro mit max. 3 Nachkommastellen, ohne Umsatzsteuer; USt.-Betrag am Schluss hinzufügen.
Keine Mischkalkulation, keine negativen Einheitspreise (führen zum Ausschluss).
Bei Bietergemeinschaften: Erklärung aller Mitglieder in Textform (Bildung ARGE, bevollmächtigter Vertreter, Gesamtschuldner-Haftung).
Bei Einsatz von Unterauftragnehmern/Eignungsleihe: Benennung der Teilleistungen/Kapazitäten im Angebot, Verpflichtungserklärungen vorlegen.
Schlüsselfertiges Bauen
Je Referenz ein ausgefülltes Referenzblatt (formlos) + Bestätigung des Auftraggebers (formlos) mit Projektbeschreibung, Ansprechpartner, Leistungszeitraum
Objektplanung Gebäude
Anlage 1.2 A–B; Pflichtinhalt: Name, AG, Kurzbeschreibung Leistungsumfang, Zeitraum, Bestätigung
Totalübernehmererfahrung
Anlage 1.3 A–B; Nachweis TÜ-Erfahrung inkl. Bestätigung des AG
BIM-Referenzprojekt (für Zuschlagskriterium 2.a)
Modellbasierte, fachgewerkübergreifende Koordination über mindestens zwei HOAI-Leistungsphasen; kann identisch mit einer der Hauptreferenzen sein