Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDer Abwasserzweckverband Bühl und Umgebung schreibt die elektrotechnische Ausrüstung (EMSR) für die Ertüchtigung des Mittelhebewerks auf der Kläranlage in 77815 Bühl-Vimbuch öffentlich nach VOB/A aus.
Im Mittelhebewerk (einer Pumpstation, die das Abwasser auf ein höheres Niveau hebt) wird im Rahmen der Sanierung die gesamte maschinen- und elektrotechnische Ausrüstung erneuert. Die Leistung umfasst Lieferung, Montage und Inbetriebnahme einer neuen Niederspannungsschaltanlage, einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS), Messtechnik, Verkabelung, Blitzschutz/Potentialausgleich sowie die Anbindung an die bestehende Prozessleittechnik. Der Auftrag wird in einem Los vergeben.
Angebote können ausschließlich elektronisch eingereicht werden. Angebotsfrist ist der 01.10.2026 um 09:15 Uhr. Die Bindefrist endet am 30.11.2026, die Bauzeit läuft voraussichtlich vom 01.11.2026 bis 01.06.2028.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis (Wertungssumme einschl. evtl. Wartungskosten)100%
Angebotspreis bzw. Wertungssumme einschließlich eventueller Wartungskosten als einziges Zuschlagskriterium
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenNiederspannungsschaltanlage
Lieferung und Aufbau einer Niederspannungsverteilung als Provisorium sowie eines Freiluftschaltschranks (NSV) für das Mittelhebewerk. Inhalt: Sammelschienen, Motorschutzschalter, Hilfsschütze, zwei Frequenzumrichter (15 kW und 11 kW), Bedienpanel, USV-Anlage 3 kVA inklusive Batteriemodul, Bypassmodul und Ethernet-Adapter.
Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS)
Lieferung und Inbetriebnahme einer SPS für die NSV Mittelhebewerk auf Basis Siemens S7-1500 (CPU 1516-3PN/DP) mit Ein-/Ausgabebaugruppen, Bedien- und Beobachtungsgerät (15 Zoll), Netzwerkkomponenten (Switch, LWL-Medienumsetzer, Patchkabel). Ebenfalls enthalten: Programmierung der Steuerung (1 psch) sowie Erstellung des Pflichtenhefts Automatisierung (1 psch).
Prozessleittechnik und Messtechnik
Erweiterung der bestehenden Prozessleittechnik (Prozessbilder, manuelle Steuerung, Ereignis-/Störmeldungen, Protokollierung) als Pauschale. Lieferung und Montage der Niveaumesstechnik (vier Radarsensoren), Ex-Speisetrenner, Halterungen sowie Anschluss der bauseitigen Messungen.
Installationsmaterial und Verkabelung
Vorortsteuerstellen, Not-Aus-Taster, Steckdosenkombinationen CEE 32A. Kabelarbeiten u. a. mit H07RN-F, NYCWY, NYY-J sowie LWL-Spezialaußenkabel 24 Fasern und Ölflex. Verlegung in Kabelrinnen, Kabelsteigtrassen und Stahlpanzerrohr VA.
Blitzschutz und Potentialausgleich
Innerer Blitzschutz mit Anschlüssen und Potentialausgleichsschienen. Äußerer Blitzschutz mit Auffangleitungen, Auffangstangen, Tiefenerder und Korrosionsschutz. Blitzschutzklasse I für explosionsgefährdete Bereiche, Klasse III für die Kläranlage.
Baustelleneinrichtung, Demontage und Inbetriebnahme
Baustelleneinrichtung (1 psch), Gerüst (1 psch), Demontage (1 psch). Dokumentationsunterlagen, Projekt-/Werk-/Montageplanung. Inbetriebnahme (8 h), Einweisung Betriebspersonal (10 h), Steuerungsänderung nach Inbetriebnahme sowie Taglohnarbeiten (Programmierer, Obermonteur, Monteur, Helfer).
Allgemeine technische Vorgaben (Lastenheft EMSR)
Schaltanlagen nach VDE 0660-600 und DIN EN 50178/VDE 0160. Niederspannungsunterverteilungen (NSUV) in TN-S-Netzform. SPS mit Alarm- und Störmeldung. Bedienebenen: Vorortbedienstelle (Priorität 1), Schaltschrank (Priorität 2), Prozessleitsystem (Priorität 3). Anlagenkennzeichnung nach Vorgabe des AZV Bühl. Not-Halt-System und Staffelanlauf nach Netzausfall. Verfahrensbilder mit RAL-Farbschema. Dokumentation mit Stromlaufplänen nach DIN EN 61346, Kabellisten und Stücklisten.
Ausführung in zwei Bauabschnitten (BA1 und BA2)
BA1: provisorische Sicherheitsabdeckung, Wasser abpumpen und Reinigung des Hebewerks, EMSR-Stilllegung RÜB-Schnecken, Ausbau RÜB-Hebeschnecken und Motoren, Stahl- und Betonsanierung, Installation Schnecken, Fettpumpen und EMSR-Provisorium, Inbetriebnahme RÜB-Hebeschnecken.
BA2: provisorische Absperrung der Wasserwege am Belebungsbecken, Reinigung und Wasser abpumpen, EMSR-Stilllegung der Hebeschnecken, Ausbau der Schnecken und Motoren, Betonsanierung, Installation Schnecken/Fettpumpen/Dachkonstruktion, EMSR-Kabeltrasse, Schaltschrank und Kabelzug, Inbetriebnahme Hauptschneckenpumpen und RÜB-Schnecken.
Der Weiterbetrieb der Anlage ist während der gesamten Bauzeit sicherzustellen. Provisorium-Betriebsdauer: mehrere Monate (witterungsabhängig).
Sicherheits-, Umwelt- und Qualitätsanforderungen
EX-Schutz-Bestimmungen sind einzuhalten, Geräte im EX-Bereich benötigen gültige Bescheinigungen. Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften der Unfallkasse Baden-Württemberg und der zuständigen Berufsgenossenschaften. Hygieneanforderungen (Infektionsschutz bei Kontakt mit Abwasser). Absturzsicherung mit Zweitperson und Rettungsausrüstung. Entsorgungsnachweise für Bau- und Abbruchabfälle. SiGe-Plan wird im Auftragsfall nachgereicht.
Spezifizierte Komponenten und Hersteller
SPS Siemens S7-1500 (CPU 1516-3PN/DP). Frequenzumrichter Danfoss FC302 (15 kW und 11 kW). Leitsystem Schraml / AQASYS V12. Blitzschutzmaterial u. a. Dehn, Niveausensoren u. a. VEGA.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenVerfahren zum Eignungsnachweis
Präqualifizierte Unternehmen können den Nachweis durch Eintrag in die Liste des Vereins für Präqualifikation von Bauunternehmen e.V. erbringen. Nicht präqualifizierte Unternehmen geben das Formblatt 'Eigenerklärung zur Eignung' (KEV 179 AngErg Eignung) ab. Alternativ kann eine PQ-Nummer im Angebotsschreiben oder eine Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE) abgegeben werden. Bei Angeboten in der engeren Wahl werden Bescheinigungen zuständiger Stellen nachgefordert.
Persönliche Lage
Eintragung im Handelsregister, in der Handwerksrolle oder bei der IHK (bzw. keine Eintragungspflicht). Kein Insolvenzverfahren und keine Liquidation (oder rechtskräftig bestätigter Insolvenzplan). Keine schwere Verfehlung gemäß § 6e EU VOB/A; keine Verurteilungen mit mehr als 90 Tagessätzen oder mehr als 2.500 € in den letzten zwei Jahren; Selbstreinigungsmaßnahmen sind anzugeben.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Angabe der Unternehmensumsätze (Bauleistungen und vergleichbare Leistungen) der letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre. Verpflichtung zur gemeinsamen Haftung mit etwaigen anderen Unternehmen, deren wirtschaftliche/finanzielle Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen wird (Verpflichtungserklärung KEV 178).
Technische Leistungsfähigkeit und Referenzen
Mindestens drei Referenzen über vergleichbare EMSR-Leistungen aus den letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahren mit Angabe von Baumaßnahme, Bauherr/Auftraggeber, Leistung, Auftragswert, Ort und Zeitraum, Rolle, eingesetzte Arbeitskräfte und besondere Anforderungen. Auf Verlangen: schriftliche Bestätigung des damaligen Auftraggebers sowie Benennung eines Ansprechpartners.
Verfügbare Arbeitskräfte
Nachweis der Verfügbarkeit der erforderlichen Arbeitskräfte; auf Verlangen Angabe der durchschnittlichen Beschäftigtenzahl der letzten drei Jahre. Während der Montage ist mindestens ein sachverständiger Vertreter (Richtmeister/Monteur) auf der Baustelle einzusetzen.
Steuern, Abgaben, Sozialversicherung und Berufsgenossenschaft
Ordnungsgemäße Erfüllung der Verpflichtungen zur Zahlung von Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen. Auf Verlangen: Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts und der tariflichen Sozialkasse. Mitgliedschaft in der zuständigen Berufsgenossenschaft; auf Verlangen: qualifizierte Unbedenklichkeitsbescheinigung mit Lohnsummen.
Tariftreue und Mindestlohn
Verpflichtungserklärung gemäß LTMG-BW (KEV 179.3 AngErg Tariftreue/Mindestlohn).
Sanktionen
Eigenerklärung zu RUS-Sanktionen gemäß Art. 5k VO (EU) 2022/576.
Rechtliche und normative Vorgaben
Einhaltung der VOB (Teile A, B und C). Einhaltung einschlägiger VDI-, VDE- und DIN-Vorschriften. Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften. Verpflichtung zur Einhaltung der UVV der Unfallkasse Baden-Württemberg. Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen gemäß Stand der Technik sowie geltender Vorschriften zum Gesundheits- und Arbeitsschutz.
Nachunternehmer und Bietergemeinschaften
Bei Einsatz von Nachunternehmen: Nachweis der Präqualifikation oder Eigenerklärung (KEV 179) auf gesondertes Verlangen. Nachunternehmer müssen fachkundig, leistfähig und zuverlässig sein; Art und Umfang der Teilleistungen sind anzugeben (KEV 176.1/176.2). Nachunternehmer müssen gesetzliche Verpflichtungen zur Zahlung von Steuern und Sozialabgaben erfüllen. Auf Verlangen des AG: Nachunternehmerleistungen zu mindestens 70 % mit Stammarbeitskräften. Bietergemeinschaften dürfen sich nicht erst nach Aufforderung zur Angebotsabgabe gebildet haben (gilt für nicht öffentliche Ausschreibung). Mischkalkulationen führen zum Ausschluss.
Vertragliche Mitwirkungs- und Dokumentationspflichten
Bauüberwachung durch Architekten/Ingenieur des Auftraggebers (Weber-Ingenieure GmbH, Pforzheim, als örtliche Bauüberwachung). Vorankündigung gemäß § 2 BaustellV. Beauftragung eines SiGe-Koordinators durch einen Dritten. Vorlage des Baustelleneinrichtungsplans vor Beginn der Baustelleneinrichtung; Baufristenplan spätestens 18 Werktage nach Auftragserteilung (2-fach); Bautagesberichte arbeitstäglich nach Vordruck KEV 320 mit wöchentlicher Übergabe. Namentliche Liste der eingesetzten Arbeitskräfte vor Baubeginn unaufgefordert. Externe Sicherheits-/Gesundheitsschutzkoordinator überwacht die Baustelle.
Mindestens drei vergleichbare Referenzen aus den letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahren über elektrotechnische Ausrüstung (EMSR), vergleichbar mit der ausgeschriebenen Leistung
Vergleichbare EMSR-Leistungen; auf Verlangen schriftliche Bestätigung des damaligen Auftraggebers über auftragsgemäße Erbringung sowie Benennung eines Ansprechpartners; je Referenz Angabe von Baumaßnahme, Bauherr/Auftraggeber, Leistung, Auftragswert, Ort und Zeitraum, Rolle (Haupt-/Nachunternehmer/ARGE-Partner), eingesetzte Arbeitskräfte, besondere Anforderungen