Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenIm Zuge des Ersatzneubaus der Krefeld-Uerdinger Rheinbrücke (B 228 zwischen Duisburg und Krefeld) sucht die DEGES GmbH ein Umweltplanungsbüro, das fünf Fachgutachten erstellt: Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), Landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP), Artenschutzbeitrag, FFH-Verträglichkeitsprüfung und Fachbeitrag zur Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Die Ausschreibung erfolgt im offenen Verfahren ohne Lose, die Vertragslaufzeit ist ca. 36 Monate (Beginn 01.01.2027). Angebote werden elektronisch über das Bietercockpit eingereicht, Angebotsfrist ist der 29.09.2026 um 12:00 Uhr. Maßgeblich sind neben dem Konzept der Projektabwicklung (Gewichtung 60 %) auch der Preis (40 %); das Konzept ist nicht nachreichbar – bei Fehlen erfolgt Angebotsausschluss.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Honorar/Preis40%
Der Preis (in €, netto) wird ermittelt aus der Wertungssumme des Angebotes (nachgerechnete Angebotssumme). Normierung auf 0-5 Punkteskala: 5 Punkte = niedrigster Preis, 0 Punkte = 2,0-faches des niedrigsten Preises, lineare Interpolation dazwischen.
- Konzept der Projektabwicklung60%
Bewertet wird ein eingereichtes Konzept zur Projektabwicklung (max. 10 DIN A4-Seiten) mit folgendem Inhalt: Benennung der erforderlichen Arbeitsschritte, grober Terminplan mit Abhängigkeiten und Meilensteinen, personalbezogener Einsatzplan mit namentlicher Benennung von Projektingenieur und Projektleiter, Organigramm, Zusammenarbeit mit weiteren Planern, Konzept der Qualitätssicherung. Bewertung 0-5 Punkte, nur volle Punktwerte, einzelne Fragestellungen gleichwertig gewichtet. Höhere Bewertung als Preis, da für Projekterfolg maßgebend.
Preis: 5 Punkte = niedrigster Preis, 0 Punkte = 2,0-faches des niedrigsten Preises, dazwischen lineare Interpolation (bis 3 Nachkommastellen). Qualitative Kriterien: Bewertung 0-5 Punkte, nur volle Punktwerte. Gesamtpunktzahl = gewichtete Summe. Bei Punktgleichheit: niedrigster Preis gewinnt.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenProjektkontext und Aufgabe
Die bestehende, denkmalgeschützte Krefeld-Uerdinger Rheinbrücke (erbaut 1933–1936, seit 1987 in der Denkmalliste) führt die B 288 zwischen Duisburg-Mündelheim und Krefeld-Zentrum. Sie ist mit rund 24.000 Kfz/Tag belastet (ca. 15 % Schwerverkehr) und muss ersetzt werden, weil ein sicherer Betrieb nur noch bis ca. 2035 möglich ist. Im Projekt ist zudem eine Deichrückverlegung im Mündelheimer Rheinbogen vorgesehen (Bauzeit voraussichtlich 2026–2030).
Zu erbringen ist ein Bündel umweltplanerischer Fachgutachten für die Vorplanung sowie die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Die Leistungen sind eng miteinander und mit dem Fachplanungsteam (Straße, Brücke, Schall, Luftschadstoff, Bodenschutz, Entwässerung) abzustimmen und werden voraussichtlich bis Q3 2027 in der abgestimmten Fassung fertiggestellt.
Leistungsbestandteile im Überblick
Die Vergabe umfasst fünf Fachbeiträge, die alle nach demselben Prinzip strukturiert sind (Leistungsphasen analog HOAI/HVA F-StB):
1. Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) – Anlage C_02
2. Landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP) – Anlage C_04
3. Artenschutzbeitrag – Anlage C_06
4. FFH-Verträglichkeitsprüfung – Anlage C_07
5. Fachbeitrag zur Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) – Anlage C_08
Zusätzlich sind Honorarermittlungen (Grundleistungen und Besondere Leistungen) zu erstellen.
Inhalt der fünf Fachbeiträge
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP): Schutzgutbezogene Prüfung nach § 2 UVPG (Mensch/Gesundheit, Tiere/Pflanzen/biologische Vielfalt, Fläche/Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, kulturelles Erbe, sonstige Sachgüter, Wechselwirkungen). Bis zu drei planerische Lösungen (Hauptvarianten) sind zu untersuchen. Berücksichtigung von Bau-, Anlagen- und Betriebswirkungen sowie Vermeidungs-/Verminderungsmaßnahmen und Ausgleichbarkeit. Leistungsphasen (Bewertungsanteile): Klären der Aufgabenstellung (3 %), Grundlagenermittlung (37 %), vorläufige Fassung (48,75 %), abgestimmte Fassung (10 %).
Landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP): Bestandsaufnahme und Bewertung von Naturhaushalt, Biotoptypen und Schutzstatus; Konfliktanalyse; Konfliktminderung; Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen; Natura-2000-Maßnahmen; Kostenermittlung. Leistungsphasen: Klären der Aufgabenstellung (3 %), Grundlagenermittlung (37 %), vorläufige Fassung (50 %), abgestimmte Fassung (10 %). Vorläufiger Untersuchungsraum rund 250 ha. Anzuwenden u. a.: RE 2012, RLBP 2011, Musterkarten LBP 2011, BNatSchG, FFH-Richtlinie sowie Regelwerke des Landes NRW.
Artenschutzbeitrag: Auswertung vorliegender faunistischer Daten (Höhlen/Spalten, Brutvögel, Horstbäume, Rastvögel, Fledermäuse, Amphibien, Reptilien, Libellen, Falter, Dachs). Inhalte: Relevanzprüfung, Art-für-Art-Konfliktanalyse mit Vermeidungs- und CEF-Maßnahmen, Prüfung von Ausnahmevoraussetzungen (FCS-Maßnahmen, Alternativenprüfung, zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses) sowie abgestimmte Endversion. Grundlage: BNatSchG, Anh. IV FFH-RL, Vogelschutzrichtlinie.
FFH-Verträglichkeitsprüfung: Prüfungen gemäß § 34 BNatSchG für drei FFH-Gebiete:
Bestandsaufnahmen, Wirkungsanalysen, Schadensbegrenzungsmaßnahmen, Kohärenzsicherung, ggf. FFH-Vorprüfung und FFH-Ausnahmeprüfung. Ortsbesichtigungen und Behördenabstimmungen erforderlich.
Fachbeitrag Wasserrahmenrichtlinie (WRRL): Vereinbarkeit mit den Zielen der EG-WRRL (umgesetzt in §§ 27 und 47 WHG). Betroffen sind der Rhein als Oberflächenwasserkörper sowie die Grundwasserkörper 27_09 und 27_10 „Niederung des Rheins". Inhalte: Bestandsaufnahme und Bewertung, Salzfrachtberechnung (Taumittel-Einsatz und -Verbleib, MQ, Ausgangssalzbelastung, Mittel-/Spitzenbelastung), Vorhabenbeschreibung hinsichtlich gewässerrelevanter Wirkungen, Prüfung Verschlechterungs- und Verbesserungsverbot (ggf. Ausnahmen nach § 31 WHG), Gesamteinschätzung. Rechtliche Grundlagen: LWG NRW, OGewV, GrwV.
Übergreifende Aufgaben und Zusammenarbeit
Übergabe von Ergebnissen
Alle Gutachten sind digital und analog zu übergeben:
Honorar und Vertragsmodalitäten
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenBerufsqualifikation
Nachweis gemäß § 75 (1) bis (3) VgV: Ausbildungs- und Befähigungsnachweise sind mit dem Angebot vorzulegen.
Unternehmens-Referenz
Mindestens ein Referenzprojekt aus den letzten 5 Jahren (ab 2021) im Bundesfernstraßenbau, das alle vier Leistungsbestandteile UVP, LBP, Artenschutzbeitrag und WRRL umfasst. Alternativ: ein Referenzprojekt aus den letzten 5 Jahren zum Neubau oder Ersatzneubau einer Mehrfeldbrücke im Zuge einer mind. 2-streifigen Straßenbrücke über eine Bundeswasserstraße im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens mit denselben vier Leistungsbestandteilen. Nachweis additiv auch über max. drei Referenzprojekte möglich.
Personelle Anforderungen
Mitarbeiter 1 (Projektingenieur):
Mitarbeiter 2 (Projektleiter):
Beide Mitarbeiter müssen namentlich benannt werden; Personenidentität zwischen MA 1 und MA 2 ist unzulässig.
Formale Eignungsnachweise
Konzept der Projektabwicklung (zwingend – nicht nachreichbar)
Vorlage eines Konzepts der Projektabwicklung (max. 10 DIN A4-Seiten) inklusive Organigramm und Personaleinsatzplanung. Das Konzept ist zwingend mit dem Erstangebot einzureichen; fehlt es, ist es nicht nachforderbar und führt zum Angebotsausschluss.
Wichtiger Hinweis zur Nachreichung
Fehlende Angaben oder Unterlagen werden nicht nachgefordert und führen zum Angebotsausschluss. Das betrifft insbesondere das Konzept der Projektabwicklung sowie sämtliche Eignungs- und Referenznachweise.
Mindestens ein Referenzprojekt aus den letzten 5 Jahren (2021 ff.) im Bundesfernstraßenbau, das UVP-Bericht UND Landschaftspflegerische Begleitplanung UND Artenschutzfachbeitrag UND Fachbeitrag Wasserrahmenrichtlinie umfasst – alternativ: Neubau/Ersatzneubau einer Mehrfeldbrücke im Zuge einer mind. 2-streifigen Straßenbrücke über eine Bundeswasserstraße im Planfeststellungsverfahren mit denselben vier Leistungsbestandteilen
über Projektdatenblatt/Referenzbescheinigung; Anrechnung auch über Eignungsleihe möglich
Mitarbeiter 1 (Projektingenieur): mind. 1 Referenzprojekt aus den letzten 7 Jahren mit mindestens einer der Leistungen UVP-Bericht, Landschaftspflegerischer Begleitplan, Artenschutzfachbeitrag, FFH-Verträglichkeitsprüfung (inkl. Vorprüfung) oder Fachbeitrag WRRL
über Referenzbescheinigung
Mitarbeiter 2 (Projektleiter): mind. 1 Referenzprojekt aus den letzten 5 Jahren mit mind. einer der genannten Leistungen UND entweder Bundesfernstraßenprojekt mit Länge > 3 km ODER Ersatzneubau/Neubau/Sanierung Mehrfeldbrücke im Zuge einer mind. 2-streifigen Straßenbrücke über eine Bundeswasserstraße
über Referenzbescheinigung