Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDas Land Berlin sucht ein Unternehmen, das als treuhänderische Bewilligungsstelle die Fördermittel im Bereich Gleichstellung von Frauen in Arbeitswelt und Wirtschaftswelt verwaltet. Der Auftrag umfasst Antragsprüfung, Bewilligung, Auszahlung, Verwendungsnachweisprüfung und Rückforderung von Zuwendungen für rund 51 Projekte mit einem Fördervolumen von ca. 8,5 Mio. Euro jährlich.
Die Leistung wird vom 01.01.2027 bis 31.12.2029 (36 Monate) erbracht. Geschätzter Auftragswert: 1.341.402 Euro. Zuschlagswertung: Qualität 60 %, Preis 40 %. Angebote müssen elektronisch über die Vergabeplattform eingereicht werden.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis40%
Preiswertung auf Grundlage des Angebotsblatts; maßgeblich sind Grundpauschale und treugutbezogene Vergütung (Wertungspreis). Lineare Interpolation: 3 Punkte für niedrigsten Wertungspreis, 0 Punkte ab dem 1,5-fachen des niedrigsten Wertungspreises.
- Qualität (Umsetzungskonzept)60%
Qualitative Bewertung des Umsetzungskonzepts anhand der Kriterien K1 bis K6; Bewertung je Kriterium auf einer Skala von 0 bis 3 Punkten.
Gesamtpunktzahl = Qualitätspunktwert × 60% + Preispunktwert × 40%. Qualitätspunktwert = K1×15% + K2×20% + K3×20% + K4×20% + K5×15% + K6×10% (je Kriterium 0-3 Punkte). Preispunkte = MAX(0; MIN(3; ((1,5 × niedrigster Wertungspreis − Wertungspreis des Angebots) / (1,5 × niedrigster Wertungspreis − niedrigster Wertungspreis)) × 3)).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenTreuhänderische Rolle und Bewilligungsfunktion
Der Auftragnehmer übernimmt die Rolle einer treuhänderisch tätigen und – soweit die rechtlichen Voraussetzungen vorliegen – beliehenen Bewilligungsstelle für die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung des Landes Berlin. Er gewährleistet die Umsetzung der in den Förderanlagen FA1 bis FA4 beschriebenen Förderinstrumente sowie künftiger Instrumente, die diese ersetzen oder fortführen. Gegebenenfalls können hoheitliche Tätigkeiten (Bewilligung, Widerruf, Rückforderung, Verwendungsnachweisprüfung) auf Nachunternehmer nur mit schriftlicher Zustimmung des Auftraggebers übertragen werden.
Antragsbearbeitung, Bewilligung und Auszahlung
Prüfung, Vorbereitung und Erlass von Bewilligungs-, Änderungs- und Ablehnungsbescheiden. Verwaltung der Treugutkonten, Mittelabrufe, Rückflüsse sowie kassenwirksame Auszahlung der Fördermittel an die Zuwendungsempfangenden. Kommunikation mit Antragstellenden und Zuwendungsempfangenden.
Verwendungsnachweisprüfung
Kursorische Prüfung von Verwendungsnachweisen innerhalb von drei Monaten nach Vorlage prüffähiger Unterlagen. Vertiefte Prüfung sowie Vor-Ort-Prüfungen bei Prüfbedarf, Auffälligkeiten oder risikoorientierter Auswahl.
Rückforderungen, Widerruf und Widerspruchsbearbeitung
Bearbeitung von Rückforderungen, Erlass von Widerrufs- und Rücknahmebescheiden, Geltendmachung von Erstattungsansprüchen und Zinsen. Bearbeitung von Widersprüchen.
Elektronische Förderdatenbank
Bereitstellung, Betrieb und Pflege einer elektronischen Förderdatenbank für Antragserfassung, Antragsprüfung, Bewilligung, Auszahlung, Mittelbewirtschaftung, Verwendungsnachweisbearbeitung, Rückforderungsbearbeitung, Berichtswesen, Dokumentation und Archivierung. Datenübergabe nach Vertragsende in maschinenlesbarer, Open-Data-konformer Form.
Berichtswesen und Dokumentation
Monatliche und quartalsweise Berichte, indikatorengestützte Auswertungen, jährliche Rechnungslegung bis 1. Februar des Folgejahres, jährliche Übersicht zum Stand 31. Dezember bis Ende Februar sowie Vorlage eines Wirtschaftsprüfertestats bis 30. Juni des Folgejahres. Archivierung mit zehnjähriger Aufbewahrungsfrist ab letzter Bearbeitung.
Förderinstrumente (Orientierung Förderjahr 2027)
Vier Förderinstrumente mit rund 51 Projekten und einem Fördervolumen von insgesamt ca. 8.527.000 Euro: Beratung von Frauen zu Beruf, Bildung und Beschäftigung sowie Vereinbarkeit (8 Projekte plus 4 Stellen mobile Bildungsberatung, ca. 2.758.000 Euro); Förderung von Frauen unter spezifischen Aspekten einschließlich ehemaliger FIS-Stellen (27 Projekte, ca. 3.204.000 Euro); Landesprogramm Alleinerziehende – Koordinierungs- und Beratungsstellen (13 Projekte, ca. 2.306.000 Euro); Hinführung von Mädchen zu technischen Berufen (3 Projekte, ca. 259.000 Euro).
Optionale Restabwicklung
Auf gesonderten Abruf des Auftraggebers in Textform: Restabwicklung von Förderverfahren, Verwendungsnachweisprüfungen, Rückforderungsverfahren oder sonstige Abschlussarbeiten aus früheren Bewilligungen. Kein Anspruch auf Beauftragung; Vergütung nach Stundensatz, fließt nicht in den Wertungspreis ein.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenBefähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung
Eigenerklärung des Bieters zur Befähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung; gegebenenfalls Registerauszüge (Handelsregister, Vereinsregister, Gewerbeanmeldung). Keine Eintragung im Wettbewerbsregister (bzw. Bereitschaft zur Auskunft).
Ausschlussgründe
Es dürfen keine Ausschlussgründe vorliegen, insbesondere keine strafrechtlichen Verurteilungen (u. a. §§ 129, 129a, 129b, 261, 263, 264, 299, 333, 334, 232–233a StGB), keine Verletzung von Steuer-, Abgaben- oder Sozialversicherungspflichten, keine schweren Verfehlungen, Wettbewerbsabsprachen oder Interessenkonflikte, keine Verstöße nach AEntG, MiLoG, SchwarzArbG oder LkSG.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Nachweis einer Berufs- bzw. Betriebshaftpflichtversicherung einschließlich Vermögensschäden mit einer Mindestdeckungssumme von 2.000.000 Euro je Schadensfall. Alternativ verbindliche Erklärung des Versicherers über Abschluss im Auftragsfall. Bieter mit Präqualifikation im ULV (Amtliches Unternehmer- und Lieferantenverzeichnis des Landes Berlin) können alternativ die ULV-Nummer angeben.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit – Referenzen
Mindestens drei einschlägige Unternehmensreferenzen über vergleichbare Leistungen im Bereich der treuhänderischen Bewirtschaftung von Förder- bzw. Zuwendungsmitteln. Jede Referenz muss mindestens ein Jahr Laufzeit umfassen und darf nicht älter als zehn Jahre ab Bekanntmachung sein. Vergleichbarkeit insbesondere in Bewilligung, Mittelbewirtschaftung, Mittelabruf und Verwendungsnachweisprüfung. Nachweis über Formblatt Unternehmensreferenz; zunächst Eigenerklärung gem. § 122 Abs. 3 GWB ausreichend.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit – Leitungspersonal
Namentliche Benennung von Leitungspersonal und mindestens einer Stellvertretung über das Formblatt Persönliches Profil. Erwartet werden Kenntnisse im Zuwendungs- und Verwaltungsrecht, praktische Erfahrung mit öffentlich geförderten Programmen, Erfahrung in der Zusammenarbeit mit öffentlichen Auftraggebern, betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse der Haushalts- und Fördermittelsteuerung, Erfahrung in Leitung oder stellvertretender Leitung vergleichbarer Projekte sowie Erfahrung in operativen Förderverfahren (Antragstellung, Bewilligung, Mittelabruf, Verwendungsnachweisprüfung). Ein akademischer Abschluss ist keine zwingende Voraussetzung.
Datenschutz und Informationssicherheit
Eigenerklärung zur Einhaltung des Berliner Datenschutzgesetzes, zur Vertraulichkeit und zur Informationssicherheit. Verschwiegenheitserklärungen aller eingesetzten Personen vor Tätigkeitsaufnahme; datenschutzrechtliche Einwilligung des Personals mit händischer Unterschrift.
Tariftreue und soziale Verpflichtungen
Verbindlichkeit der Besonderen Vertragsbedingungen zu Mindeststundenentgelt und Tariftreue (Wirt-214), ILO-Kernarbeitsnormen (Wirt-2140), Verhinderung von Benachteiligungen (Wirt-2143), Frauenförderverordnung (Wirt-2141), Kontrollen und Sanktionen (Wirt-2144) sowie Umweltschutzanforderungen (Wirt-2145).
Unterauftragnehmer und Eignungsleihe
Einsatz von Nachunternehmen nur wie im Angebot erklärt; Austausch nur mit schriftlicher Zustimmung des Auftraggebers. Bei Eignungsleihe Verpflichtungserklärung des anderen Unternehmens (Wirt-236). Übertragung hoheitlicher Leistungsbestandteile auf Nachunternehmer bedarf stets der schriftlichen Zustimmung.
Verpflichtung nach Verpflichtungsgesetz
Förmliche Verpflichtung der eingesetzten Personen gemäß § 1 Verpflichtungsgesetz nach Zuschlagserteilung (Wirt-240). Das Protokoll sollte nicht vorsorglich mit dem Angebot eingereicht werden.
Mindestens drei einschlägige Unternehmensreferenzen über vergleichbare Leistungen im Bereich der treuhänderischen Bewirtschaftung von Förder- bzw. Zuwendungsmitteln
Bezug zu Bewilligung, Mittelbewirtschaftung, Mittelabruf, Verwendungsnachweisprüfung; Mindestdauer je Referenz: 1 Jahr; Nachweis über Formblatt Unternehmensreferenz; zunächst Eigenerklärung gem. § 122 Abs. 3 GWB ausreichend