Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Autobahn GmbH des Bundes schreibt im offenen Verfahren die Planung, den Aufbau und den Betrieb eines Schallemissions-Monitoringsystems für das Brückenbauwerk „Hochstraße B" an der A1 aus. Ziel ist die dauerhafte messtechnische Überwachung der Spannglieder, um Spanndrahtbrüche orts- und zeitgenau zu erkennen und den Auftraggeber bei Auffälligkeiten zu alarmieren.
Das System wird in den Hohlkästen der Brücke installiert, kalibriert und über mindestens 2 Jahre betrieben (mit Option auf bis zu 2 weitere Jahre). Daneben sind Temperatursensoren einzubauen und ein Online-Portal bereitzustellen. Gefordert sind ein Messkonzeptentwurf, ein elektronisches Angebot im GAEB-Format, ein digitales Angebot sowie diverse Eigenerklärungen und Nachweise (z.B. Berufshaftpflicht, Referenzen, Personal).
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Honorar/Preis30%
Wertungssumme des Angebotes (in €, netto). Normierung in Punkteskala 0-5: 5 Punkte = niedrigster Preis, 0 Punkte = 2,0-facher niedrigster Preis, lineare Interpolation dazwischen.
- Auftragsbezogene Qualifikation und Erfahrung der Projektleitung70%
Leistungsfähigkeit der Führungskräfte inkl. berufliche Befähigung. Bewertet werden Berufserfahrung (Jahre) und Anzahl der Referenzen für messtechnische Überwachung an Spannbetonbrücken. Unterwichtung: Projektleitung 75%, Stellvertretung 25%; Berufserfahrung 50%, Referenzen 50%.
Preis: Lineare Interpolation 0-5 Punkte (5 Punkte = niedrigster Preis, 0 Punkte = 2,0-facher niedrigster Preis oder höher). Kriterium 2: Projektleitung 75% Unterwichtung, Stellvertretung 25% Unterwichtung, jeweils Berufserfahrung 50% und Referenzen 50% Unterwichtung. Gesamtpunkte: 0-5 Skala, K1=30%, K2=70%.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenPlanung und Konzept
Messkonzept und Konzeptplanung: Erstellung eines Messkonzeptentwurfs bereits mit dem Angebot (Anzahl/Art der Sensoren, Sensoreigenschaften, Netzwirkung, Verteilung im Grundriss, Stromkapazitäten und Übergabestellen). Nach Auftragserteilung Ausarbeitung des Messkonzepts innerhalb von 20 Werktagen, gefolgt von der Freigabe durch den Auftraggeber.
Planungsarbeiten: Insgesamt 10 Werktage nach Auftragserteilung, Konzeptphase 20 Werktage, örtliche Montage 15 Werktage nach Freigabe und Abstimmung mit dem Auftraggeber.
Dokumentation der Installation: Betriebskonzept, Sensorik- und Konfigurationsbeschreibung, Sensorlageplan, Kalibrierungsbeschreibung, Prüf- und Wartungsintervalle, Alarmverfahren, Ansprechpartner, Online-Portal-Zugang. Bedienungshandbuch spätestens 4 Wochen nach Installation.
Installation und Inbetriebnahme
Schallemissions-Messanlage: Lieferung, Montage im Hohlkasten der Brücke, Verkabelung, Kalibrierung, Inbetriebnahme, Alarmstufen-Konfiguration. Laufzeit 2 Jahre ab Inbetriebnahme.
Temperaturmessanlage: Bis zu 8 Brückenachsen mit ca. 4 Messfühlern pro Hohlkastenquerschnitt (2×4 pro Achse). Montage in den Außenecken des Hohlkastens, Aufschaltung auf die Rechen- und Übertragungstechnik der Schallemissionsanlage. Laufzeit 2 Jahre.
Verifizierung der Sensoren: Factory Acceptance Test (FAT) vor Auslieferung, Site Acceptance Test (SAT) nach Installation mit dem Auftraggeber, Verifikation mittels Hsu-Nielsen-Quelle (Bleistiftminenbruch) und Rückprallhammer, Blindtests vorbehalten.
Betrieb, Überwachung und Alarmierung
Dauerhafter Betrieb: Kontinuierliche Messung (24/7) über die gesamte Vertragslaufzeit. Sofortige Datenauswertung und kurzfristige Alarmierung beim Auftraggeber bei auffälligen Ereignissen. Alarmierung spätestens 1 Werktag nach Signaleingang.
Laufzeit: 24 Monate Grundvertrag, optional 2× 12 Monate Verlängerung (insgesamt bis zu 4 Jahre). Kündigungsfrist für den Auftraggeber 3 Monate vor Ablauf.
Reparatur und Wiederherstellung: Komponentenreparatur innerhalb von max. 3 Werktagen, Wiederherstellung nach Gesamtausfall innerhalb von 3 Werktagen.
Wartung und Kalibrierung: Wartungspauschale alle 6 Monate (inkl. Rückprallhammer), quartalsweise Kalibrierungsprüfungen, ggf. zusätzliche Prüfungen bei Auffälligkeiten.
Daten, Berichte und Zugangstechnik
Online-Portal: Dauerhaft zugängliches Portal mit aktuellen Messwerten, Ereignissen und zeitlicher Entwicklung. PDF-Auswertungen, Serverzugang für den Auftraggeber.
Berichte: Halbjährliche Zustandsberichte mit Auswertung der Messdaten und Auffälligkeiten, halbjährliche Besprechungen beim Auftraggeber nach Bedarf.
Datenübergabe: Am Ende der Laufzeit Übergabe aller Roh- und Ergebnisdaten auf digitalem Speichermedium (z.B. USB-Stick oder externe Festplatte). Bestandsdaten in OKSTRA-, IFC- bzw. SHAPE-Format.
Tagespauschale: 2 Personen über 4 Jahre Laufzeit, inkl. Anfahrt, Fachwissen, Gerät und Material.
Zugangstechnik: Bereitstellung, Vorhaltung, Betrieb und Bedienung von Hubsteigern, Hebe- und Arbeitsbühnen sowie Gerüsten durch Fachpersonal. Nachweis über Sondertätigkeiten und Material wird gesondert vergütet.
Rückbau und Sicherheitsanforderungen
Rückbau: Fachgerechte Entsorgung aller Komponenten innerhalb von 30 Werktagen nach Vertragsende. Technik kann in Abstimmung mit dem Auftraggeber im Bauwerk verbleiben.
Sicherheit: Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsplan 2 Wochen vor Installationsbeginn in zweifacher Form (Papier + PDF). Schriftliche Unterweisung der Beschäftigten, Inhalt und Zeitpunkt dokumentiert und unterschrieben.
Eigenverantwortlich durch Auftragnehmer: Baustelleneinrichtung (Fläche unterhalb der Brücke), Notstromversorgung (Konzept vorab mit dem Auftraggeber abstimmen), Diebstahl- und Vandalismusschutz (auch im Hohlkasten), Datensicherung gegen unautorisierten Zugriff und Veränderung.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenWirtschaftliche und finanzielle Eignung
Berufshaftpflichtversicherung (Pflicht):
Mindestjahresumsatz: Nachweis über die letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahre, bezogen auf den Tätigkeitsbereich des Auftrags (konkreter Betrag in der Eigenerklärung zur Eignung).
Eignungsleihe möglich: Wirtschaftliche, finanzielle, technische und berufliche Kapazitäten anderer Unternehmen können genutzt werden, wenn die Verpflichtungserklärung Eignungsleihe (inkl. gemeinsamer Haftung) beigelegt wird.
Fachliche Eignung – Schallemissionsprüfung
Vergleichbare Leistungen (Unternehmen): Mindestens 1 Referenzprojekt für Schallemissionsprüfung aus den letzten 5 Jahren (abgeschlossen nach 01.01.2020), inklusive Angaben zu Verfahren, Schallemissionsanalyse und Ziel (orts- und zeitgenaue Detektion von Spanndrahtbrüchen). Alternativ anerkannt: Begleitung einer Spanndrahtentnahme, bei der künstlich herbeigeführte Spanndrahtbrüche mittels Schallemission aufgezeichnet wurden.
Technische Fachkräfte: Mindestens 1 technische Fachkraft mit abgeschlossenem Studium (Bachelor oder Dipl.-Ing. (FH)) im Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Konstruktiver Ingenieurbau oder vergleichbar. Nachweis über Referenzprojekt Schallemissionsprüfung (ab 01.01.2015) oder Zertifizierung nach DIN EN ISO 9712 oder gleichwertig. Verhandlungssichere Deutschkenntnisse erforderlich.
Führungskräfte (Projektleitung und Stellvertretung): Mindestens 1 qualifizierte Leitung plus Stellvertretung, verfügbar für den gesamten Überwachungszeitraum. Fundierte Kenntnisse in Messtechnik, Software und Analyseverfahren. Nachweis über Referenzprojekt Schallemissionsprüfung (ab 01.01.2015) oder Zertifizierung nach DIN EN ISO 9712 oder gleichwertig. Verhandlungssichere Deutschkenntnisse erforderlich.
Rechtliche und organisatorische Anforderungen
Compliance: Erklärung zur Einhaltung von Anti-Korruptions- und Anti-Geldwäschevorschriften, Menschenrechts- und Umweltschutz, Tariftreue und Lohnvorschriften. Regelmäßige Prüfung europäischer und nationaler Sanktions- und Embargolisten. Bei Verstößen drohen Vertragsstrafe (5 % des Vertragspreises), Rücktritt/Kündigung und Schadenersatz.
Russland-Sanktionen: Eigenerklärung zum Bezug zu Russland gemäß Art. 5k VO (EU) Nr. 833/2014.
Unterauftragnehmer: Eigene Eigenerklärungen und Verpflichtungserklärungen der benannten Nachunternehmer sind vorzulegen; benannte Unterauftragnehmer müssen die Mindeststandards für die übernommenen Leistungen erfüllen.
Bietergemeinschaften: Erklärung aller Mitglieder, Benennung eines Bevollmächtigten, gesamtschuldnerische Haftung.
Verpflichtung nach Verpflichtungsgesetz: Nachweis für Mitarbeiter, nicht älter als 3 Jahre, gemäß § 6 AVB F-StB.
Zuschlagskriterium 2 – Qualifikation Projektleitung und Stellvertretung
K2.1 Berufserfahrung (messtechnische Überwachung Spannglieder an Brücken oder vergleichbar):
K2.2 Messtechnische Erfahrung (Referenzen für vergleichbare Tätigkeiten):
Gewichtung: Projektleitung 75 %, Stellvertretung 25 %. Mehrfachnachweise fließen in die Wertung ein. Berufserfahrung in Jahren und Referenzen sind mit dem Formblatt Zuschlagskriterium 2 einzureichen.
Schallemissionsprüfung an Brückenbauwerken (messtechnische Überwachung der Spannglieder, Verfahren, Schallemissionsanalyse, Ziel: orts- und zeitgenaue Detektion von Spanndrahtbrüchen)
Referenzliste A2; alternativ Begleitung einer Spanndrahtentnahme mit künstlich herbeigeführten Spanndrahtbrüchen, die per Schallemission aufgezeichnet wurden
Schallemissionsprüfung – Referenz für technische Fachkräfte
Referenzliste A1; alternativ Zertifizierung nach DIN EN ISO 9712 oder gleichwertig
Schallemissionsprüfung – Referenz für Projektleitung und Stellvertretung (Führungskraft)
Referenzlisten A3.1 und A3.2; alternativ Zertifizierung nach DIN EN ISO 9712 oder gleichwertig