Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenWas wird gebaut?
Für die Sanierung von Haus 15 des Ökumenischen Hainich Klinikums in Mühlhausen wird ein neues Gebäudeautomationssystem (GA) geliefert, montiert und in Betrieb genommen.
Umfang (Kurzüberblick):
Wichtigste Frist: Angebote müssen bis 15.07.2026 um 13:00 Uhr (MESZ) elektronisch über evergabe.de eingereicht sein. Zuschlag erhält das preisgünstigste Angebot. Es gilt VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen).
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis (Wertungssumme)100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten. Bei Instandhaltung werden die angebotenen Preise für die vertraglich vorgesehene Laufzeit zugrunde gelegt (bei >5 Jahren mit Barwertfaktor nach ImmoWertV).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenProjektrahmen und Geltungsbereich
Der Auftrag umfasst die gesamte Gebäudeautomation (Kostengruppe 480) für den Umbau und die Sanierung von Haus 15 des Ökumenischen Hainich Klinikums gGmbH in Mühlhausen (Pfafferode 102, 99974 Mühlhausen). Es handelt sich um ein dreigeschossiges, unterkellertes Gebäude in Massivbauweise (ca. 46 × 23 m).
Die Leistung ist im laufenden Klinikbetrieb zu erbringen. Erschwernisse durch den Krankenhausbetrieb (Lärm, Staub, Sicherheitsauflagen, Schutz von Patienten) sind einzuplanen.
Geltende Regelwerke: VOB/A, VOB/B, VOB/C sowie die Technischen Anschlussbedingungen Gebäudeautomation (TAB-GA) des ÖHK.
Hauptkomponenten – Mengen und Übersicht
Automationssystem und Bus-Integration
Das System ist BACnet-basiert (BACnet/IP, Revision 1.10 B-BC) und muss nach DIN EN ISO 16484-5 zertifiziert sein. Die DDC-Unterstation muss zudem das AMEV-Profil AS-B erfüllen und bei BIG-EU gelistet sein.
Integriert werden:
Die DDC-Station muss 20 % Ausbaureserve bei Verarbeitungs- und I/O-Kapazität bieten (DI 104, DO 40, AI 32, AO 8, CI 0).
Bediengeräte und Software
Pro ASP ist ein grafikfähiges Bediengerät (Touchpanel ≥ 10 Zoll) vorzusehen, browserbasiert und netzwerkfähig. Zusätzlich ist ein WEB-Client bzw. eine Remotesoftware für Bedienung und Beobachtung über das Intranet bereitzustellen.
Im Leistungsumfang enthalten: Anlagenschemata (CAD/Mustervorlagen), GLT-Parametrierung aller Datenpunkte (DDC, M-Bus, Modbus, KNX), Generierung dynamischer Einblendungen (Soll-/Istwerte, Alarme, Trends) sowie die Programmierung, Parametrierung und Inbetriebnahme inkl. Trend- und Alarmfunktionen.
Schaltschränke (MSR) und Schutzmaßnahmen
2 Standschränke in IP 54, Maße 1800 × 800/600 × 400 mm mit 200 mm Sockel, Farbe RAL 7035, inkl. Beleuchtung, Lüfter, Haupteinspeisung, Überwachungsbaugruppen, Motorbaugruppen, Leistungsabgängen, Steuerbaugruppen für Stellglieder und Überspannungsschutz.
Die Not-/Vorrangbedienebene (NBE/LVB) ist hardwareseitig getrennt vom DDC-Controller auszuführen. Für alle Netzwerk- und Versorgungsleitungen ist ein Überspannungsschutz-Konzept (Mittel-/Feinschutz) vorzusehen. Die Installation muss EMV-gerecht erfolgen.
Kabelverlegung und Installation
Kabel und Leitungen gemäß EU-Bauprodukteverordnung und DIN EN 50575 (Brandklasse Eca) sind in den vorgesehenen Installationszonen zu verlegen. Beschriftung, Kabelmarkierung und Schilderlisten sind Teil des Auftrags. CAT 6/7-Patchkabel (max. 2 m) und Datenanschlüsse (CAT6a-RJ-45) in den MSR-Schaltschränken inkl. Messprotokoll sind einzuplanen.
Programmierung, Inbetriebnahme und Dokumentation
Vor Beginn der Programmierung ist eine Funktionsbeschreibung zu erstellen und mit dem Auftraggeber abzustimmen. Die Inbetriebnahme umfasst die Applikation der Software, die Parametrierung, einen Probebetrieb und den Nachweis der vollen Funktionalität auf Management- und Bedienebene.
Erforderliche Dokumentation: Schaltpläne, Adressenkatalog, Klartextliste/Moduladressen-Übersicht im Schaltschrank, Werkstatt- und Montagezeichnungen (spätestens 4 Wochen nach Auftragserteilung abzugeben), Datenblätter, Konformitätsnachweise (DIN EN 60529, DIN EN 61439, DIN EN 62208) sowie Wartungs- und Inspektionsunterlagen.
Ausführungszeiträume und Bauablauf
Die Bauausführung gliedert sich in zwei Hauptphasen:
Mit Auftragserteilung ist unverzüglich mit der Kabel- und Leitungsinstallation zu beginnen. Ein Bauablaufplan mit örtlicher und zeitlicher Leistungsplanung sowie Terminplan für benötigte Ausführungsunterlagen ist bis zum Baubeginn zu erstellen. Es besteht Teilnahmepflicht an wöchentlichen Bauberatungen, Bautagesberichte sind zu führen und mit Abschlagsrechnungen zu übergeben.
Wartung und Instandhaltung (optional)
Für die Anlagenteile der KG 480 ist ein Wartungsvertrag über 5 Jahre Bestandteil der Ausschreibung und fließt in die Wertung ein. Der Wartungsbeginn ist der Tag nach Abnahme der Bauleistung.
Inhalt:
Abfallentsorgung und Baustellenlogistik
Der Auftragnehmer wird Abfallerzeuger und -besitzer der Bau- und Abbruchabfälle und übernimmt die Entsorgungspflichten gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und Nachweisverordnung (NachwV). Abfälle sind getrennt zu erfassen und sortenrein zu lagern. Die Nachweisführung ist sicherzustellen.
Auf Verlangen sind Verwertungs-/Beseitigungsträger und Anlagen zu benennen, Berechtigungen nach § 53/54 KrWG nachzuweisen und Einverständniserklärungen zur Auskunftserteilung durch die Abfallwirtschaftsbehörde vorzulegen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFachliche und technische Eignung
Die Bieter müssen nachweisen, dass sie Gebäudeautomation in vergleichbarem Umfang fachgerecht ausführen können. Das umfasst insbesondere Erfahrung mit BACnet-zertifizierten Systemen (DIN EN ISO 16484-5), AMEV-Profil AS-B, BIG-EU-listeten Geräten sowie der Integration in Desigo CC als Leittechnik.
Die DDC-Unterstation muss von einem anerkannten BACnet Test Labor (z. B. WSPCert) zertifiziert sein. Zudem ist die Konformität zum AMEV-Profil AS-B gemäß AMEV BACnet 2017 zu belegen. Auf Verlangen ist eine Testinstallation einer Muster-Automationsstation bereitzustellen, in Betrieb zu nehmen und ein Funktionstest zu begleiten.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Nachzuweisen ist der Umsatz des Unternehmens in den letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahren, insbesondere mit vergleichbaren Bauleistungen. Bei Auftragssummen ab 250.000 € netto ist eine Vertragserfüllungsbürgschaft in Höhe von 5 % der Brutto-Auftragssumme innerhalb von 18 Werktagen nach Zuschlag zu stellen.
Persönliche Lage und Zuverlässigkeit
Es dürfen keine Ausschlussgründe vorliegen (z. B. Insolvenzverfahren, schwere Verfehlungen, Verstöße gegen Vorschriften mit Eintrag im Gewerbezentralregister in den letzten zwei Jahren, Verstoß gegen Steuern/Sozialversicherungspflichten). Mit dem Angebot sind Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Krankenkasse, Finanzamt und Berufsgenossenschaft sowie der Nachweis einer Betriebshaftpflichtversicherung (mind. 1 Mio. € Deckungssumme) vorzulegen. Eine Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG ist beizubringen (sonst 15 % Einbehalt).
Referenzen und personelle Leistungsfähigkeit
Bei engerer Wahl sind drei Referenznachweise aus den letzten fünf Kalenderjahren über vergleichbare Leistungen vorzulegen. Dazu zählen Angaben zu Ansprechpartner, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, maßgeblichem Leistungsumfang, eingesetzter Mitarbeiterzahl, besonderen technischen Anforderungen und eine Bestätigung des Auftraggebers über vertragsgemäße Ausführung.
Zusätzlich ist die Verfügbarkeit der erforderlichen Arbeitskräfte darzustellen (Jahresdurchschnitt der letzten drei Kalenderjahre, gegliedert nach Lohngruppen mit ausgewiesenem Leitungspersonal). Benannt werden muss ein verantwortlicher Fachbauleiter gemäß gültiger Bauordnung.
Registereintragungen und Mitgliedschaften
Erforderlich sind je nach Rechtsform:
Zudem ist die Mitgliedschaft bei der zuständigen Berufsgenossenschaft nachzuweisen. Präqualifizierte Unternehmen können ihre PQ-Nummer angeben.
Verpflichtungen nach Thüringer Vergabegesetz
Mit dem Angebot ist eine Eigenerklärung gemäß § 8 Abs. 1 S. 1 ThürVgG abzugeben. Damit verpflichtet sich der Bieter zur:
Verstöße können zu Vertragsstrafen, fristloser Kündigung und Ausschluss von Vergabeverfahren bis zu drei Jahren führen.
Bietergemeinschaften und Nachunternehmer
Bietergemeinschaften müssen eine Erklärung in Textform mit ARGE-Bekenntnis, Mitgliederliste, bevollmächtigtem Vertreter und gesamtschuldnerischer Haftung abgeben. Auf Verlangen ist eine von allen Mitgliedern unterschriebene/signierte Fassung vorzulegen.
Beim Einsatz anderer Unternehmen ist das Verzeichnis VHB 235 mit Art und Umfang der Teilleistungen, Unternehmensname und überlassener Eignung einzureichen. Auf Verlangen sind Verfügbarkeitsnachweise, Eignungsnachweise, Kontaktdaten und Verpflichtungserklärungen vorzulegen. Bei Eignungsleihe haftet der Bieter gemeinsam mit.
Vergleichbare Referenzen aus dem Bereich Gebäudeautomation (BACnet-basierte GA-Systeme, MSR-Technik), letzte 5 Kalenderjahre
nur auf Verlangen bei engerer Wahl; mit Ansprechpartner, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, eingesetzten Arbeitnehmern, technischen Anforderungen, Bestätigung des Auftraggebers über vertragsgemäße Ausführung