Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenWorum es geht:
Die Landeshauptstadt Kiel schreibt die Oberflächensondierung einer Gewässersohle auf Kampfmittel aus. Auf einer Fläche von rund 13.000 m² im Bereich der Kiellinie (Kieler Förde) soll vor dem Neubau einer Uferwand geprüft werden, ob sich im Boden Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg befinden.
Was zu tun ist:
Wichtige Termine:
Zuschlag: Es zählt der niedrigste Preis. Abgabe ausschließlich elektronisch über die Vergabeplattform DTVP.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis (Wertungssumme)100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenTechnische Vorbereitung und Behördenanmelung
Eigenverantwortliche Erstellung aller technischen Bearbeitungsunterlagen für die Kampfmittelsondierung (Sondierkonzept, Darstellungen). Anmeldung der Kampfmittelräummaßnahme bei den zuständigen Behörden – inklusive bauablaufbedingter Unterbrechungs-, Wiederan- und Teilabmeldungen. Einholung aller erforderlichen Genehmigungen und Anträge.
Erstellung einer Betriebsanweisung und Gefährdungsbeurteilung gemäß DGUV Information 201-027 (inkl. Verhalten bei Fundmunition, Sicherheitsbestimmungen, Maßnahmen bei Unregelmäßigkeiten, Bränden, Explosionen, Erste Hilfe). Kopie der Gefährdungsbeurteilung ist dem Auftraggeber vor Beginn der Arbeiten zu übergeben. Einweisungsprotokolle der Beschäftigten sind ebenfalls vorzulegen.
Vermessung und Dokumentation
Geordnete Durchführung, Auswertung, Kontrolle und georeferenzierte Dokumentation der Vermessung. Verwendetes Koordinatensystem: UTM Zone 32N (Lagestatus 310), Bezug WGS84. Höhensystem: DHHN2016 (NHN). Lieferung als GIS-/CAD-Zeichnungen in den Formaten SHP, DXF, DWG sowie als Plot/PDF.
Roh- und bearbeitete Messdaten sind spätestens 3 Tage nach Datenaufnahme in den Formaten .mag und .uxo zu übergeben.
Sondierungsarbeiten auf der Wasserfläche
Vollflächige, EDV-gestützte Oberflächensondierung der Gewässersohle mit Geo- und Elektromagnetik (geophysikalische Detektion, geomagnetisch und elektromagnetisch). Spurabstand maximal 0,25 m. Mehrfachsensorik und verfahrensbedingte Mehrfachüberdeckungen sind zulässig. Erstellung einer Belastungskarte. Zugelassene Verfahren: Magnetik, Elektromagnetik oder gleichwertige, vom KRD S-H zugelassene Verfahren; alternative Verfahren bedürfen der vorherigen Zulassung.
Ziel: eingeschränkte Kampfmittelfreigabe auf Abwurfmunition ≥100 kg bis 4 m unter Gewässersohle sowie auf Abwurfmunition >100 kg bei Wassertiefen >8 m gemäß Kampfmittelverordnung Schleswig-Holstein (KmVO). Entschärfung, Vernichtung und Transport von Fundmunition erfolgen ausschließlich durch den Kampfmittelräumdienst Schleswig-Holstein (KRD S-H).
Baustelleneinrichtung und Stillstand
Einrichten, Vorhalten und Räumen der Räumstelle: Bereitstellung aller Geräte, Werkzeuge und Betriebsmittel, Baubüros, Unterkünfte, Werkstätten, Lager, Anschlüsse für Strom, Wasser und Fernsprech, Entsorgung sowie Herstellung und Wiederentfernung der Zufahrt.
Stillstand der Flächensondierung wird vergütet bei vom Auftraggeber veranlasstem Stillstand, bei witterungsbedingtem Stillstand und bei Stillstand wegen Kampfmittelfund. Die Kriterien für witterungsbedingten Stillstand (maximale Windgeschwindigkeit, maximale Wellenhöhe, Wasserstand) sind vom Auftragnehmer zu benennen.
Berichterstattung und Abschlussdokumentation
Arbeitstägliche Bautagesberichte, baubegleitende Freigabe- und Zwischenberichte (mindestens wöchentlich) sowie ein abschließender Endbericht. Übergabe in 3-facher Ausführung und auf CD. Freigabe, Schlussbericht und Zeichnungen in DWG mit UTM-Koordinaten. Lieferung von Objekt- und Fundlisten als XLS und PDF. Alle Berichte sind durch die verantwortliche Person nach §19 SprengG gegenzuzeichnen.
Personal und Sicherheitsanforderungen auf der Baustelle
Während der gesamten Kampfmittelräumarbeiten muss eine verantwortliche Person nach §19 SprengG mit Befähigungsschein nach §20 SprengG dauerhaft vor Ort sein und die Arbeiten überwachen. Personal muss volljährig und der deutschen Sprache mächtig sein; alle Mitarbeiter benötigen eine Erste-Hilfe-Ausbildung. Baugeräte sind – soweit nicht kampfmitteltechnisch freigegeben – mit Schutzverglasung und Splitterschutz auszurüsten. Brandschutz (6-kg-Feuerlöscher, Brandschutzdecke) und Erste-Hilfe-Materialien sind bereitzuhalten. Sondengänger benötigen metallfreie Sicherheitsschuhe mindestens S3.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFormale Zulassung als Kampfmittel-Fachfirma
Die Bieterfirma muss eine Fachfirma für Kampfmittelräumung sein und im Besitz einer gültigen Erlaubnis nach §7 Sprengstoffgesetz sein. Die Zulassung in Schleswig-Holstein erfolgt nach Maßgabe der Technischen Anweisung des Kampfmittelräumdienstes (TA KRD S-H 1/2025, Abschnitt 3.3).
Verantwortliche Person vor Ort
Während der Sondierungsarbeiten muss eine verantwortliche Person nach §19 SprengG mit Befähigungsschein nach §20 SprengG dauerhaft vor Ort anwesend sein und die Arbeiten überwachen. Bei Tauchereinsätzen sind mindestens zwei Befähigungsscheininhaber nach §20 SprengG erforderlich, davon mindestens ein Taucher als verantwortliche Person. Pro Aushubbagger ist zusätzlich mindestens ein Munitionsfacharbeiter mit Lehrgangsnachweis nach §35 (3a) 1. Verordnung zum SprengG einzusetzen.
Technische und regelwerkbasierte Eignung
Verfahrenseignung: Eingesetzte Sondierungsverfahren müssen für stark ferrit-/ferromagnetische Umgebungen geeignet sein (Bestandsbauwerke, Ankerlagen, Altpfähle).
Regelwerke: Vollständige Einhaltung der Technischen Anweisung des KRD S-H (TA KRD S-H 1/2025), der DGUV Information 201-027 sowie der DGUV Vorschrift 40 (Taucherarbeiten). Von der TA KRD S-H abweichende Verfahren sind mit dem KRD abzustimmen.
Normen: Anwendung von ATV DIN 18299 und ATV DIN 18323. Beachtung der Landesverordnung zur Abwehr von Gefahren durch Kampfmittel (KmVO) Schleswig-Holstein.
Wirtschaftliche und technische Leistungsfähigkeit
Umsatz: Angabe des Unternehmensumsatzes bezogen auf die letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre (Bauleistungen und ähnliche Leistungen, inkl. ARGE-Anteile).
Referenzen: Nachweis vergleichbarer Leistungen aus den letzten fünf abgeschlossenen Kalenderjahren (auf Verlangen der Vergabestelle drei Referenznachweise mit Ansprechpartner, Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, maßgeblichem Leistungsumfang inkl. Mengen, eingesetzten Arbeitnehmern, besonderen technischen/gerätespezifischen Anforderungen, Baumaßnahmenart, vertraglicher Bindung und Bestätigung der vertragsgemäßen Ausführung).
Personal: Erforderliche Arbeitskräfte müssen verfügbar sein; bei engerer Wahl Angabe der durchschnittlichen Jahresbeschäftigung nach Lohngruppen inkl. Leitungspersonal.
Registereintragungen: Eintragung in das Berufsregister des Sitzes/Wohnsitzes (Handelsregister, Handwerksrolle oder IHK-Eintragung).
Zuverlässigkeit und rechtliche Anforderungen
Vergleichbare Leistungen – Kampfmittelsondierung/-räumung vergleichbarer Art und Umfang
Werden Referenzen nachgefordert (bei engerer Wahl), sind 3 Referenznachweise mit Ansprechpartner, Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Leistungsumfang/Mengen, eingesetzten Arbeitnehmern, technischen/gerätespezifischen Anforderungen, Baumaßnahmenart, vertraglicher Bindung und Bestätigung des Auftraggebers einzureichen.