Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDas Land Baden-Württemberg sucht einen Betreiber für den Rettungshubschrauber „Christoph Odenwald" am Standort Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis).
Was zu beschaffen ist:
Vertragsform: Dienstleistungskonzession über 25,5 Jahre (01.07.2027 bis 31.12.2052).
Wichtigste Frist: Teilnahmeantrag mit Erstangebot bis **14.08.2026
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis / Kosten des Luftrettungsdienstes40%
Bewertet werden die Gesamtkosten des Luftrettungsdienstes für den Zeitraum 01.07.2027 bis 31.12.2028 auf Basis des Preisblatts (Anlage 12). Umrechnung in Punkte mittels Formel P = 100 x (1 – ((WA-GA)/GA)), wobei das günstigste Angebot 100 Punkte erhält.
- Qualität60%
Qualität der angebotenen Leistung, bewertet anhand von vier Konzept-Unterkriterien (1-10 Punkte je Unterkriterium, nur volle Punkte). Maximal 100 Qualitätspunkte, die mit 60 % in die Gesamtwertung eingehen.
Preis: P = 100 x (1 – ((WA-GA)/GA)); wobei GA = Gesamtpreis des günstigsten Angebots, WA = Gesamtpreis des zu wertenden Angebots. Die Bewertungspunkte Preis werden mit 40 % gewichtet, die Qualitätspunkte mit 60 %. Gesamtpunktzahl = (Preispunkte x 0,40) + (Qualitätspunkte x 0,60), maximal 100 Gesamtpunkte. Das Angebot mit der höchsten Gesamtpunktzahl erhält den Zuschlag.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenHubschrauber und technische Ausstattung
Bereitstellung eines Rettungshubschraubers (RTH) als Stamm-Maschine sowie einer baugleichen Ersatzmaschine (max. 10 Jahre alt). Gefordert werden die Muster H 140, H 145 oder ein gleichwertiges Muster mit EASA-CS-27- oder CS-29-Zulassung, Kategorie A, Flugleistungsklasse 1, mindestens 2 Triebwerke, Tragfähigkeit für 5 Personen, Startfähigkeit innerhalb 2 Minuten.
Technische Ausstattung: Vier-Achsen-Autopilot, Kollisionswarnsystem, Terrain-Warnsystem, Wetterradar, digitales Moving Map-System, NVG-kompatibler Suchscheinwerfer, Winde, IFR- und NVG-Tauglichkeit.
Medizinische Ausstattung gemäß DIN EN 13718-1:2020-10 und 13718-2:2020-10 (auch für Kinder und Säuglinge, mit Intensivtransporthubschrauber-/HICAMS-Fähigkeit, ECMO- und Transportinkubator-Transport möglich).
Einsatzzeiten und Einsatzradius
Vorhaltezeit täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr. Im Sommerhalbjahr wird die Bereitschaft auf Sonnenaufgang (wenn vor 08:00 Uhr) bis Sonnenuntergang (wenn nach 20:00 Uhr) erweitert.
Einsatzradius: 20 Flugminuten ab Station Ravenstein für Primäreinsätze.
Ausrückzeit: maximal 180 Sekunden (3 Minuten) ab Eingang des Einsatzauftrags.
Ersatzbereitstellung: Bei Ausfall (technisch, witterungsbedingt oder durch Flugdienstzeit) muss ein Ersatz-RTH gleichen Musters mit identischer Ausstattung innerhalb von 3 Stunden verfügbar sein. Bei Geräteausfall ebenfalls innerhalb von 3 Stunden.
Standorte und Errichtung der Luftrettungsstation
Endstandort: Ravenstein-Merchingen auf einem vom Neckar-Odenwald-Kreis bereitgestellten Erbbaugrundstück. Der Betreiber schließt einen Erbbaurechtsvertrag mit dem Kreis (30 Jahre Laufzeit, jährlicher Erbbauzins 12.000 EUR, wertgesichert). Die Station muss bis spätestens 31.12.2028 betriebsbereit sein und umfasst Hubschrauberlandeplatz, Hangar, Verwaltungsgebäude und Außenanlagen. Baugenehmigung und luftverkehrsrechtliche Genehmigung sind vom Betreiber zu beantragen.
Interimsstandorte: Bis zur Fertigstellung der Station Betrieb ab Flugplatz Walldürn oder Flugplatz Mosbach. Der Interimsstandort ist im Angebot zu benennen; die Kosten des Interimsbetriebs trägt der Betreiber. Umzug zum Endstandort spätestens zum 01.01.2029.
Personal
Mindestens 4 Hubschrauberführer, mindestens 8 Notärzte und mindestens 8 HEMS-Technical-Crew-Members (HEMS-TC). Reserven für Urlaub und Krankheit müssen eingeplant werden.
Anforderungen Hubschrauberführer: Berufshubschrauberführer-Erlaubnis, Musterberechtigung, mind. 2.500 Flugstunden gesamt, davon mind. 1.250 im Luftrettungsdienst oder vergleichbar, mind. 250 Stunden auf angebotenem Muster, Instrumentenflugberechtigung, NVG/NVIS-Berechtigung, Schulung für Außenlandungen unter erschwerten Bedingungen, mind. 20 Std./Woche Festanstellung.
Anforderungen Notärzte: Approbation, Facharzt (Anästhesiologie, Chirurgie oder Innere Medizin), Zusatzbezeichnung Notfallmedizin, mind. 3 Jahre Erfahrung im bodengebundenen Notarztdienst mit >300 eigenständigen Einsätzen, Zusatzbezeichnung Klinische Akut- und Notfallmedizin oder Spezielle Intensivmedizin, mind. 100 endotracheale Intubationen, mind. 45 supraglottische Atemwege, Erfahrung mit pädiatrischen Notfällen (mind. 50 Kinder < 5 Jahre), DIVI-Intensivtransport-Kurs, ALS/ACLS, PALS/EPALS, ATLS oder vergleichbar, Fachkunde Leitender Notarzt, Einweisung gemäß VO (EU) 965/2012.
Anforderungen HEMS-TC: Notfallsanitätererlaubnis, HEMS-TC-Qualifikation gemäß VO (EU) 965/2012, mind. 3 Jahre Erfahrung als Notfallsanitäter, DIVI-Intensivtransport-Kurs, Reanimations- und Trauma-Management-Kurse, NVIS/NVG- und BOS-Sprechfunkberechtigung.
Sprache: Deutsch mind. C1 für alle Einsatzkräfte, Englisch mind. C1 für Piloten.
Einsatzarten und Koordinierung
Durchführung von Primäreinsätzen (Notfallrettung) und Sekundäreinsätzen (Intensivtransporte) im Dual-Use-Modell gemäß Rettungsdienstplan 2026.
Koordinierung: Primäreinsätze über die Integrierte Leitstelle (ILS) Neckar-Odenwald; Sekundärtransporte über die Zentrale Koordinierungsstelle für Intensivtransporte (ZKS) Rheinmünster.
Prognostizierte Einsatzzahlen laut Gutachten: ca. 972 Primäreinsätze und 100–200 Sekundäreinsätze pro Jahr. Durchschnittliche abrechenbare Flugzeit 25 Minuten inkl. Vor- und Nachlauf.
Wartung, Dokumentation und Qualitätssicherung
Wartung und Instandhaltung: durch eigene oder fremde lizenzierte luftfahrttechnische Werft; 24-Stunden-Bereitschaftsdienst. Zugriff auf eine jederzeit betriebsbereite Betankungsanlage (JET-A1) ist nachzuweisen.
Dokumentation und Berichtswesen: Monatliche Einsatzstatistik (Gesamteinsätze, Flugzeiten primär/sekundär/Fehleinsätze, anfordernde Leitstelle, aufnehmende Kliniken); halbjährliche Auswertungen zu Ausfallzeiten, Ausrückzeiten und Personalverfügbarkeit. Eigene Datenauswertung als Teil des Qualitätsmanagements; Daten sind monatlich an den Auftraggeber zu übermitteln.
Ausfallmeldung: Sofortige Meldung an ILS Neckar-Odenwald, ZKS und alle Leitstellen im Status- und Standortübermittlungssystem.
Ansprechpartner: Geschäftsführung/Buchhaltung, Stationsleiter (Hubschrauberführer), Leitender HEMS-TC, Ärztlicher Leiter, Qualitätsmanagement, Hygiene/Desinfektion – erreichbar während der Betriebszeiten sowie innerhalb 5 Stunden für Ortstermine.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenBefähigung und Ausschlussgründe
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
• Halterhaftpflichtversicherung gemäß § 43 Abs. 2 LuftVG i. V. m. VO (EG) 785/2004,
• Haftpflichtversicherung für Fluggastschäden als Luftfrachtführer (mind. 4 Plätze, 250.000 Rechnungseinheiten pro Person gemäß § 103 LuftVZO),
• Betriebshaftpflichtversicherung (mind. 5 Mio. EUR Personen-/Umweltschäden, mind. 3 Mio. EUR Sachschäden, zweifache Maximierung pro Jahr).
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Konzepte als Bestandteil des Erstangebots
Vorab einzureichende Konzepte (jeweils max. 5 DIN-A4-Seiten, Schriftgröße ≥11, Zeilenabstand ≥1,5, Arial oder Times New Roman, Seitenränder ≥1 cm, keine Grafiken/Bilder, Deckblatt und Inhaltsverzeichnis zählen nicht zum Seitenlimit):
Durchführung von Luftrettung für einen öffentlichen Auftraggeber
Aufgabenbeschreibung, Auftraggeber, Ansprechpartner, Leistungszeitraum (Beginn/Ende), Beschreibung der Aufgaben des Bewerbers. Anzahl der Referenzen ist zugleich Wertungskriterium mit 60 % Gewichtung.
Mindestanzahl durchgeführter Rettungseinsätze
Auslandsrückholungen zählen nicht. Nachweis über Anlage 8.