Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDas Landeskriminalamt Thüringen (Dezernat 41) beschafft ein Labor-Informations-Management-System (LIMS). Geboten werden muss eine schlüsselfertige Softwarelösung inklusive Anpassung, Installation, Inbetriebnahme, Schulung sowie Wartung und Support über mindestens 48 Monate. Das System soll die medienbruchfreie Datenübertragung zwischen dem Vorgangsverwaltungssystem ZeSAR, Labor-/Messgeräten (u.a. GC-MS, HPLC/UHPLC) und dem LIMS sicherstellen.
Verfahren: Offenes Verfahren, elektronische Angebotsabgabe über die e-Vergabeplattform des Bundes (www.evergabe-online.de). Angebotsfrist ist der 14.07.2026 um 12:00 Uhr. Mit dem Angebot sind u.a. zwei Referenzen, ein Datensicherungskonzept, ein Supportkonzept, eine Lizenzaufstellung und diverse Eigenerklärungen (u.a. § 14 ThürVgG, Russland-Sanktionen, Sicherheitsüberprüfung Ü2) einzureichen. Das Angebot wird nach dem wirtschaftlichsten Angebot (UfAB VI, einfache Richtwertmethode) bewertet.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Kapitel 2.1 – Allgemeine Anforderungen20%
LIMS soll den Anwender bei der statistischen Auswertung für die Erstellung von Jahresberichten unterstützen (umfangreiche Unterstützung mit flexiblen Abfragen = 20 P, festgelegte Abfragen = 10 P, keine Unterstützung = 0 P).
- Kapitel 2.1.1 – Softwareoberfläche40%
Individuell anordenbare Fenster (10 P), nutzerspezifische Speicherung der Fenstereinstellungen (10 P), einzeln/gesammelt schließbare Ansichten (10 P), Verteilung von Ansichten auf mehrere Monitore unabhängig von der Hauptapplikation (10 P).
- Kapitel 2.1.2 – Benutzerfreundlichkeit60%
Einlesen von Spuren und Vergleichsmaterialien über mobile Barcode-/QR-Codelesegeräte oder Labor-/Messgeräte (30 P), direkter Ausdruck von Barcodierungen/QR-Codierungen als Etiketten in Größe der Probengefäße (30 P).
- Kapitel 2.1.3.1 – Allgemeine Anforderungen qualitative/quantitative Analyse10%
Benutzer-Identifikation über mindestens eine Methode (Face-ID, Fingerabdruck, Passwort).
- Kapitel 2.1.3.2 – Dokumentation und Spurenbeschreibung90%
Wenn-dann-Verknüpfung von Eingabefeldern (70 P), Möglichkeit zur Addition von Gewichten (20 P).
- Kapitel 2.1.3.4 – Geräte-gebundener Analyse-Ablauf225%
Schnittstellen zu Messgeräten: Infrarot-Spektrometrie ThermoFisher (10 P), Röntgen-Pulverdiffraktometrie Bruker (10 P), Flüssigchromatographie-Massenspektrometer ThermoFisher (20 P), Schnittstellenanbindung der Messgeräte mit unterschiedlicher Gewichtung der Umsetzungsmöglichkeiten (105 P, siehe Anlage), Abarbeitung mehrerer Sequenz-Listen in einer Mess-Reihe (30 P), spurenspezifische Rückübertragung qualitativer Messergebnisse (50 P).
- Kapitel 2.1.3.5 – Quantitative Bestimmungen60%
Unterstützung der Erstellung von Kalibrierkurven (20 P), Freigabe der Messergebnisse erst nach Prüfung durch den Nutzer (30 P), Unterstützung der Gehaltsbestimmung mittels Gravimetrie (10 P).
- Kapitel 2.1.3.6 – Qualitätssichernde Maßnahmen60%
Bestimmung von Standardabweichungen sowie Nachweis- und Bestimmungsgrenzen (10 P), Hinterlegung von Kontrollblättern mit Kontroll-/Warngrenzen (10 P), automatisierte Übertragung der Kontrollstandards in Kontrollblätter (10 P), automatisierte Überwachung der Kontrollgrenzen (10 P), Warnmeldung bei Grenzüberschreitung (10 P), automatisierte Gerätefreigabe bei Einhaltung der Spezifikationen (10 P).
- Kapitel 2.1.4 – Berichtswesen80%
Berichtsvorlage Vormerkung der Auslagen/Rechnung (10 P), untersuchungsauftragsübergreifende Berichtserstellung (10 P), Teil-Gutachten (20 P), eigenständig erstell- und veränderbare Berichtsvorlagen (5 P), Freigabeprozess für geänderte Vorlagen (5 P), Übernahme der Dokumente ins ZeSAR in editierbarer Form (10 P), nachträgliche Änderung von Gutachten und erneute Übertragung nach ZeSAR (20 P).
- Kapitel 2.1.5 – Geräteverwaltung50%
Editierbares Geräte-Logbuch je Messgerät (20 P), Abbildung gebundener Verbrauchsmaterialien (5 P), Wartungsintervalle (5 P), Datum der letzten Wartung (5 P), Verlinkung der Wartungsprotokolle (5 P), automatische Warnmeldung vor nächster Wartung (5 P), Datum anstehender Reparaturen (5 P).
- Kapitel 2.1.6 – Reagenzienverwaltung70%
Katalogisierung von Reagenzien/Substanzen inkl. selbst hergestellter Reagenzien (5 P), Zuordnung Hersteller/Artikelnummer (5 P), Chargennummern-/Lot-Nummern-Listen (5 P), Chargen-Nr.-Erstellung bei selbst hergestellten Reagenzien (5 P), Rückführbarkeit auf Ausgangssubstanzen (5 P), Soll-Bestands-Auflistung (5 P), Ist-Bestands-Dokumentation (5 P), Filteroption/Meldeliste für Verfall/Lagerbestände (5 P), Hinterlegung weiterer Informationen (H-/P-Sätze, Gefahrenpiktogramm, Lagerung etc.) (5 P), Übernahme vorhandener Informationen (5 P), Recherchierbarkeit (5 P), Etikettendruck für selbst hergestellte Reagenzien (5 P), Ablage von Datenblättern/Sicherheitshinweisen (5 P), Recherche der Reagenziennutzung anhand Chargennummer (5 P).
- Kapitel 2.2.3 – IT-Anforderungen50%
Single Sign-On-Anmeldung möglich (25 P), Server-Server-Kommunikation in zwei Netzen zur Anbindung der Schnittstellensysteme an LIMS-Server im Polizeinetz (25 P).
- Kapitel 3 – Softwarevorführung / Konzepte450%
Konzepte und Softwarevorführung
Kennzahl (Z) = Leistungspunkte (L) / Angebotspreis (P) * 100.000. Der Bieter mit dem höchsten Z-Wert erhält den Zuschlag. Angebotspreis P = Pauschalpreise + Tagessatz Consultant (remote) x 20 PT + Tagessatz Consultant (vor Ort) x 5 PT + Tagessatz Projektleiter (remote) x 3 PT + Tagessatz Projektleiter (vor Ort) x 2 PT.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenSystemlieferung und Lizenzierung
Lieferung eines schlüsselfertigen, funktionsfähigen LIMS als Web-Anwendung (Plattform: virtualisierte Umgebung, kompatibel mit Windows 11 und Office 2024).
Bereitstellung eines Produktivsystems und eines Testsystems mit identischer Funktionalität (ohne Laborgeräteanbindung).
Lizenzmetrik: concurrent User / floating mit 12 gleichzeitigen Zugriffen. Überlassung der Standardsoftware gegen Einmalvergütung auf Dauer (Verkauf), inklusive Anpassungen auf Quellcodeebene.
Datenhaltung: ausschließlich beim Auftraggeber. Offline-Fähigkeit in ISTPOL und den Sondernetzen der Kriminaltechnik ist zwingend.
Anpassung und Integration
Anpassung des LIMS an die fachlichen Anforderungen der Dezernate D41 (Chemie / BTM-Analytik) und D42 (DNA-Analytik).
Anbindung Laborgeräte: medienbruchfreie Datenübergabe u.a. zu GC-MS (Agilent), HPLC/UHPLC (Shimadzu, ThermoFisher), GC-FID, IR-Spektrometrie, LC-MS, XRD sowie weiteren Analysegeräten.
Anbindung polizeiliche Systeme: REST-API-Schnittstelle zu ZeSAR (Spur- und Auftragsverwaltung), Schnittstelle zu XPolizei (ab v2.5.1) und IMP.
Single Sign-On über das bestehende Identitätsmanagement (WK). Integration gemäß den Architekturbetrachtungen Anlagen 2.1–2.3 sowie den ISTPOL-Rahmenbedingungen (Anlage 3).
Funktionale Kernanforderungen
Schulungen und Dokumentation
Nutzerschulungen vor Ort beim Auftraggeber: Schulung mehrerer Mitarbeitender des LKA in Bedienung, eigenständigem Management statistischer Daten, Berichtswesen und Erstellung von Berichtsvorlagen. Bis zu 15 Teilnehmer, 1 Schulungstag, Erfurt. Reisekosten trägt der Auftragnehmer.
Support in deutscher Sprache.
Bereitzustellende Dokumentation:
Service, Support und Betriebsunterstützung
Abschluss eines EVB-IT Supportvertrags mit folgenden Mindestinhalten:
Mindestvertragsdauer Systemservice: 48 Monate ab Abnahme des Gesamtsystems. Ordentliche Kündigung erst nach Ablauf der Mindestvertragsdauer mit Frist 12 Monate zum Ablauf eines Kalendermonats.
Die operative Durchführung der Datensicherung/Backups liegt beim Auftraggeber; der Auftragnehmer liefert das Konzept und stellt die Wiederherstellungsfunktionen bereit.
Infrastruktur und Hardware werden vom Auftraggeber bereitgestellt.
Projektmeilensteine
Sicherheits- und Compliance-Anforderungen
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFachliche Eignung und Tätigkeitsbereich
Der Bieter muss auf dem Gebiet der IT tätig sein und insbesondere über Erfahrung in der Entwicklung und Einführung von Labor-Informations-Management-Systemen (LIMS) verfügen. Die Firma muss in der Lage sein, qualifiziertes Personal bereitzustellen, das die in der Leistungsbeschreibung geforderten Aufgaben vollumfänglich erfolgreich umsetzen kann. Das angebotene Personal muss die geforderte Erfahrung im Aufgabenschwerpunkt gemäß Leistungsbeschreibung nachweisen.
Referenzen
Vorlage von mindestens 2 Referenzen über Projekte mit folgenden Inhalten: Software, Change Requests, Unterstützungsleistungen, Support und Service.
Pro Referenz sind anzugeben: Projektname und Aktenzeichen, Auftraggeber mit Kontaktdaten (Name, Telefonnummer, E-Mail), Jahr des Vertragsschlusses, Laufzeit/Ende der Vertragslaufzeit, Auftragswert pro Jahr (netto) sowie eine kurze Projektbeschreibung. Die Referenzen dürfen nicht älter als 3 Jahre (Datum der Projektbeendigung) sein und sollen aus dem deutschsprachigen Raum stammen. Idealerweise stammen sie von einer Sicherheitsbehörde bzw. einem Referenzlabor. Der Auftraggeber behält sich vor, weitere Informationen bei den genannten Auftraggebern einzuholen.
Persönliche Zuverlässigkeit und Ausschlussgründe
Sicherheitsüberprüfung und Geheimschutz
Haftpflichtversicherung
Nachweis einer bestehenden Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung (oder vergleichbar) mit folgender Mindestdeckung:
Liegt keine entsprechende Versicherung vor, ist eine unwiderrufliche Bereitschaftserklärung zum Abschluss sowie eine Erklärung eines Versicherers beizufügen. Auf Verlangen sind Verträge/Bescheinigungen bis zur Zuschlagserteilung vorzulegen.
Hinweise zu Bietergemeinschaften und Nachunternehmern
Mindestens 2 Referenzen über Software, Change Requests, Unterstützungsleistungen, Support und Service für ein Labor-Informations-Management-System (oder vergleichbar). Idealerweise bei einer Sicherheitsbehörde / Referenzlabor. Pro Referenz: Projektname, Aktenzeichen, Auftraggeber mit Kontaktdaten (Name, Telefon, E-Mail), Jahr des Vertragsschlusses, Laufzeit/Ende, Auftragswert pro Jahr (netto), Projektbeschreibung.
Deutschsprachiger Raum; Auftraggeber darf zur Überprüfung weitere Informationen einholen dürfen.