Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) schreiben einen Rahmenvertrag für LWL-Schaltarbeiten (Lichtwellenleiter/Glasfaser) in ihrem Glasfasernetz aus. Die Leistung umfasst das Schalten, Spleißen und Messen von Glasfaserverbindungen sowie Kabelverlegearbeiten, Rückbau und Dokumentation an U-Bahnhöfen, in Tunneln und auf Betriebsgeländen der BVG in Berlin.
Die Ausschreibung ist in 4 Lose aufgeteilt (Wertgrenzen 236.500 / 192.500 / 71.500 / 49.500 EUR, Gesamt 550.000 EUR). Pro Bieter wird maximal ein Los vergeben; Bieter mit Mehrlos-Angeboten müssen eine Priorisierung (A–D) abgeben.
Verfahren: Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb. Zuschlagskriterium: niedrigster Preis. Angebote sind bis 19.08.2026, 10:00 Uhr elektronisch über die Vergabeplattform einzureichen.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Nettogesamtsumme Los 1 LWL Schaltarbeiten (Wertungssumme). Niedrigster Preis erhält den Zuschlag.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenKernleistung: Schalt-, Spleiß- und Messarbeiten
Schaltarbeiten: Patchen von LWL-Verbindungen (bis 10 m, bis 15 m, ab 15 m), Trennen und Ausbau bestehender LWL-Verbindungen.
Spleißarbeiten und Montage der Abschlusstechnik: LWL-Fusionsspleiß gemäß BVG-Mess- und Montagerichtlinie, Montage von Patchboxen (12-/24-/48-fach Standard ETSI und 19"), Spleißboxen, Wandverteilern, FiberCom-Einheiten, Pigtails, Bündeladern, Einzelspleißbrücken, Öffnen/Verschließen und Lieferung/Montage von Glasfasermuffen (bis 96 / bis 384 / über 384 Fasern), Austausch von LWL-Ports.
Messungen: SM-OTDR-Messung bidirektional bei 1310 nm und 1550 nm, Pegel- und Dämpfungsmessung beidseitig, besondere Glasfasermessungen (OSA, CD/PMD), Reinigung für die Abnahmemessung.
Verlege-, Montage- und Nebenleistungen
Kabelabholung beim AG (i. d. R. Gleisdreieck oder Usedomer Str. 24), Einsatzpauschalen für Nachtschicht (Tunnel/Bahnhof), Verlegung von LWL-Universalkabeln (bis 48 / bis 192 Fasern), Kabelvorbereitung, -demontage und -umverlegung, Montage von LWL-Racks inkl. Elektroanschluss und Erstprüfung nach DIN VDE 0100 Teil 600, Öffnen/Schließen von Kabelschächten und Betonkabeltrassen, Brandschutzabschottungen, Bohrungen, Verlegezubehör (C-Profilschiene, Bügelschellen, Gitterrinne GR 60.100/200/300, Hängestiel-/Wandausleger, Schutzkappen, Kabelkanäle, Schutzrohre, Kabelschilder).
Lieferung von LWL-Material (in Teilen)
Material wird grundsätzlich durch den AG beigestellt. Bei Bedarf beschafft der AN vereinzelt Komponenten und liefert sie: ETSI Fiberrack 64 SU, Patchboxen/Spleißboxen (12-/24-/48-fach), Wandverteiler BUDI 1S (24F) und BUDI M (48F), Patchcords LSH-HRL / DIN-HRL (2 m / 10 m / 15 m), Pigtails, OBO-Bettermann-Kennzeichnungsschilder (KS-S DE), Hauff-Technik-Kabeldurchführungen, Niedax-Gitterrinnen, PUK-Kabelschellen. Planungsfabrikate: Kabel CORNING A-DQ(ZN)H(SR)H, Muffen FIST / FIST-GC02, ETSI-Schranksysteme FOC, Steckverbinder E2000 LSH-HRL mindestens Class A nach IEC 61754-15.
Stundenlohn, Anfahrt und Dokumentation
Stundenlohnarbeiten: Obermonteur/in und Monteur/in (mit/ohne Nachtzuschläge); Stundenlohnzettel spätestens 2 Werktage nach Leistung in zweifacher Fertigung bei der Bauleitung.
Anfahrt/Abholung: U-Bahnhof im Stadtgebiet, Anfahrt zwischen zwei Bahnhöfen (max. 3 Stationen), Anfahrt außerhalb U-Bahnnetz; pro Standort/Arbeitstag wird nur eine Anfahrt vergütet.
Dokumentation/Abnahme: Enddokumentation pro Netzweg (Excel-Schaltunterlage, Messprotokolle .sor, Fotodokumentation, Muffenpläne/Schranklayouts), CAD-Zeichnungen (1 h Kalkulation), Übergabe 10 Werktage vor Abnahmetermin digital. Stichprobenartige Abnahme bei Schaltarbeiten, vollständige Abnahme bei Kabelverlegearbeiten (ca. 6 h inkl. Anfahrt).
Rahmenbedingungen zur Ausführung
Leistungsort: Berlin (10179), U-Bahnhöfe, Tunnel und BVG-Liegenschaften. Kernarbeitszeiten für lärmintensive Arbeiten: öffentliche Bereiche täglich 22:00–06:00 Uhr, Bahnsteig/Gleis So.–Fr. 01:30–03:30 Uhr, nicht öffentliche Bereiche ohne Einschränkung. Lärmintensive Arbeiten sind mind. 48 h vorher bei der Bauüberwachung anzuzeigen. Nach Abrufauftrag: Benennung des Umsetzungszeitraums innerhalb 2 Wochen, Arbeitsbeginn innerhalb 4 Wochen. Wöchentliche Einsatzplanung an AG; wöchentliche Statusberichte und Regelmeetings (30–60 min/Woche) auf Wunsch des AG. Vor-Ort-Begehung vor Angebotsabgabe nach Absprache möglich. Vor-Ort-Einweisung nach Zuschlag durch AG (in deutscher Sprache); nicht unterwiesenes Personal darf nicht unbeaufsichtigt arbeiten.
Vertragsrahmen und Lose
Rahmenvertrag mit Einzelabrufen (keine Mindestabnahmemenge, kein Anspruch auf Ausschöpfung der Obergrenzen). Vorlaufzeit Einzelbestellungen mindestens 5 Kalendertage (Standard) bzw. mindestens 10 Tage (restliche Baumaßnahmen). Maximale Vertragsstrafe 5 % der Nettoauftragssumme.
Wertgrenzen je Los (netto):
Vertragslaufzeit jeweils bis 31.12.2029. Pro Bieter wird max. 1 Los zugeschlagen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenAusschlussgründe und Zuverlässigkeit
Keine Verurteilungen/Geldbußen wegen Straftaten nach §§ 123, 124 GWB (z. B. Bestechung, Betrug, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Menschenhandel). Keine Steuerschulden, keine Öko-Sozial-Verstöße, keine Insolvenz, keine schweren Verfehlungen, keine Wettbewerbsabsprachen, kein Interessenkonflikt, keine mangelhafte Auftragsausführung. Eintrag im Wettbewerbsregister und Erklärung zu vergangenen Auftragsmängeln erforderlich. Ausschluss wegen Russland-Bezug gem. Art. 5k Abs. 1 VO (EU) 2022/576 (eigene Erklärung von Bieter, BG-Mitgliedern, Nachunternehmern und eignungsleihgebenden Unternehmen).
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Im Eignungsbogen explizit keine Mindestanforderungen an Umsatz oder Bonität definiert. Nachzuweisen ist eine Berufshaftpflicht mit mindestens 2.000.000 EUR für Personen-/Sachschäden und mindestens 1.000.000 EUR für Vermögensschäden je Schadensfall.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Personal: LWL-Schaltarbeiten dürfen nur durch fachkundiges und vom AG speziell eingewiesenes Personal ausgeführt werden. Mindestens 2 Personen mit praktischer LWL-Schulung (Mess- und Spleißtechnik) und mindestens 2 Elektrofachkräfte mit VDE-/DGUV-Berechtigung. Für Abnahmemessungen mindestens 2 unterwiesene Mitarbeiter. Unterweisung in deutscher Sprache; nicht unterwiesene Personen dürfen nicht unbeaufsichtigt arbeiten.
Technische Mindestausstattung: Fusionsspleißgerät (SM/MM), OTDR-Messgerät, Leistungsmessgerät + Lichtquelle, Faserreinigungs- und Inspektionswerkzeuge, Patch- und Montagewerkzeuge (LC, SC, E2000), Transport- und Schutzsysteme, mobile IT-Dokumentation, persönliche Schutzausrüstung. Einsatz von 3-Achsen-Spleißgeräten mit Präzisions-Kernzentrierung (V-Nut-Spleißgeräte nicht zulässig).
Tariftreue und Mindestlohn
Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns und/oder des Branchenmindestlohns nach AEntG, Tariftreue gem. § 9 BerlAVG (Branche Elektro- und Informationstechnisches Handwerk), Zahlung des BerlAVG-Mindeststundenentgelts von 13,69 EUR brutto sowie der tariflichen Entgeltbestimmungen für Berlin/Brandenburg. Bei mehreren Verpflichtungen gilt das Günstigkeitsprinzip für die Beschäftigten. Vertragliche Verpflichtung von Unterauftragnehmern gem. § 15 Abs. 1 Nr. 6 BerlAVG.
Frauenförderung und Lieferkettenverantwortung
Frauenförderung gem. Frauenförderverordnung (Frauenförderbogen) sowie Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Einhaltung des Supplier Code of Conduct zu menschenrechts- und umweltbezogenen Erwartungen in der Lieferkette (LkSG).
Bietergemeinschaften und Eignungsleihe
Bietergemeinschaften haften gesamtschuldnerisch; jedes Mitglied und ggf. jedes eignungsleihgebende Unternehmen hat die Eigenerklärung zur Eignung separat abzugeben. Aufnahme in das BVG-Qualifizierungssystem möglich; in diesem Fall entfällt die erneute Eignungsnachweispflicht.
Mindestens 2 Unternehmensreferenzen: (1) Schaltarbeiten im Glasfaserbereich an Glasfaserverteiler oder Muffen mit Auftragsvolumen > 50.000 EUR (auch über mehrere Bestellungen) in den letzten 3 Jahren; (2) Messarbeiten mit Singlemode-Glasfaser über einen geschalteten Netzweg mit mindestens 5 Übergängen (Messprotokoll beizufügen).
Pro Referenz: Bezeichnung, Auftraggeber mit Ansprechperson und Kontaktdaten, Leistungszeitraum (von/bis), Status (abgeschlossen ja/nein), Kurzbeschreibung des Leistungsumfangs. Messprotokoll für Referenz 2 bzw. Verweis auf bereits vorgelegte Unterlagen.