Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie DB InfraGO AG erneuert im offenen Verfahren eine rund 270 Meter lange Eisenbahn-Stützwand an der Turnerstraße in Osnabrück (Strecke 2992, km 133,995–134,268). Die alte Stampfbetonwand wird abschnittsweise (Pilgerschrittverfahren) durch eine rückverhängte Stahlbeton-Vorsatzschale mit Mikropfahl-Verankerung ersetzt. Zum Umfang gehören Erdarbeiten, Verbau (Trägerbohlverbau im Gleisbereich), Abbruch und Entsorgung des Bestands, Oberbau- und Gleisarbeiten, Straßen- und Pflasterarbeiten, Kabeltiefbau, Kampfmittelräumung, Monitoring, Beweissicherung sowie umfangreiche Planungs- und Dokumentationsleistungen.
Die Arbeiten finden weitgehend unter laufendem Eisenbahnbetrieb statt, mit zwei eingleisigen Sperrpausen 2027 (ca. 71 Tage) und 2028 (ca. 21 Tage). Bauphase: 08.01.2027–29.09.2028; gesamte Vertragslaufzeit: 07.09.2026–29.12.2028.
Angebote müssen bis 27.07.2026, 09:00 Uhr elektronisch über das DB-Bieterportal eingereicht werden.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis85%
Angebotspreis als Zuschlagskriterium
- Terminplanung15%
Darstellung des Terminplans/Bauablaufplans mit Gesamtplausibilität, kritischem Weg, tagesgenauer Darstellung der Sperrpausen 2027 und 2028, logistischen Abhängigkeiten Schiene/Straße, Pufferzeiten und Zusammenhangsarbeiten
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenBauvorbereitung und Baustelleneinrichtung
Einrichtung und Vorhaltung der Baustelle über die gesamte Bauzeit (ca. 21 Monate) einschließlich Baubüro- und Besprechungscontainern für den Auftraggeber, Bauzaun (ca. 290 m), Schutzeinhausung der Gehwege, Baustellenbeleuchtung, Verkehrssicherung mit Lichtsignalanlage, Baustellenschild, Büro- und IT-Infrastruktur (u.a. EPLASS-Zugang, IT-Fernzugang über DB Systel, ca. 972 EUR/Jahr), Baufeldfreimachung, Kampfmittelsondierung/-freimessung (Bohrlochsondierungen, Feuerwerker) sowie Verkehrsführung.
Monatlich zu aktualisieren: Baustelleneinrichtungs- und Bauzeitenplan. Maßnahmenplan Havariefall ist 6 Wochen vor Ausführungsbeginn zu übergeben.
Technische Bearbeitung und Dokumentation
Erstellung des Schutzkonzepts Überschwemmungsgebiet (Hase), Logistikkonzepts (5-fach), Standsicherheitsnachweise für Bauwerke und Baubehelfe, Ausführungsunterlagen (Prüflauf 10 Kalenderwochen) inkl. Werkpläne, Statik und Rückbaubearbeitung, Abdichtungs- und Instandhaltungskonzept gemäß EBA und DB-Richtlinien (Ril 101, 805, 836, DIN 31051), Vermessung (DB_REF2016, UTM), Bauwerksbuch (3 Wochen vor IBN im Entwurf, 2 Wochen vor Inspektion vor VOB-Abnahme in Endfassung), Fotodokumentation (mind. 99 Fotos), Datenänderungsbelege, IBN-Dossier (EIGV), EG-Prüfheft und CSM-Prüfung.
Vorlagepflichten u.a.: Maßnahmenplan Havariefall 6 Wochen vor Ausführungsbeginn, Schutzkonzept ÜSG, Verkehrsrechtliche Anordnung und Messkonzept jeweils spätestens 16.11.2026, Ausführungsplanung Mikropfähle/Rückbau bis 01.12.2026, Ausführungsplanung Stützwand/Verbau bis 26.03.2027.
Monitoring, Beweissicherung und Umweltschutz
Dauerhaftes Gleismonitoring (kabellose Sensoren, 3 Gleise à 25 m über Eingriffsbereich, jede 5. Schwelle gemäß Ril 883) und Wandmonitoring (15 Messstellen). Konzepte und Messprogramme sind 2 Wochen nach Auftragserteilung vorzulegen; Monitoring beginnt vor Baubeginn und endet 4 Wochen nach Rückbau des Gleislängsverbaus.
Beweissicherung durch zertifiziertes Büro vor und nach Bauausführung. Baulärm- und Bauerschütterungsprognose (quartalsweise, durch unabhängiges Sachverständigenbüro), dauerhafte Schwingungsmessungen, Messkonzept Lärm/Erschütterung 2 Wochen vor Baubeginn.
Umwelt-/Artenschutz: Schutzkonzept Überschwemmungsgebiet, Gewässer-, Boden- und Artenschutz (Gehölzfällung 01.10.–28.02., Fledermausschutz), Baulärmmessungen, Anwohnerinformation 7 Tage vor lärmintensiven Phasen, Havariefall-Maßnahmenplan Gewässerschutz.
Erd- und Verbauarbeiten
Oberbodenabtrag/-andeckung, Baugrubenaushub in verschiedenen Tiefen (bis ca. 5,50 m), Bauwerkshinterfüllung mit Magerbeton und Erdstoff, Planumsherstellung.
Verbau: Trägerbohlverbau/Gleislängsverbau im Abschnitt km 134,1+14,5 bis km 134,2+67,0 (Bohlträger, Holzausfachung), Mikropfähle 15–16 m Länge, Ø mind. 18 cm, Querverbau im Bereich der EÜ Brahmscher Straße.
Abbruch und Rückbau der Bestandswand
Rückbau Füllstabgeländer (ca. 276 m), Kappe/Attika (27 m³ unbewehrter Beton), Querwand bei km 134,267 (4 m³) inkl. Fundament, Sandstein-Vorsatzschale (130 m²) und vorgesetzter Wandsockel (230 m²) im Bereich km 133,995–134,100 (Rückbauhöhe bis 6,00 m), Spritzbetonausbesserungen, vertikale Betonschnitte (920 m, 50 cm tief), Teilabbruch Bestandswand im Pilgerschrittverfahren (656 m³, 50 cm Dicke, Abschnittsbreite max. 1,70 m), Aussparungen für Pfahlköpfe (378 Stück), Abbruch Schleppplatte EÜ Brahmscher Straße. Schutzmaßnahmen bei Abbruch PAK-/schwermetallhaltiger Materialien gemäß MLV-MBR.
Stützwanderneuerung – Rückverankerung und Stahlbeton
Mikropfähle nach DIN EN 14199 als GEWI-Pfähle mit doppeltem Korrosionsschutz, verschiedene Längen und Neigungen (Gesamtmenge ca. 6.198 m, davon 378 Stück); inkl. Zulage für Durchbohren der Bestandswand (842 m), Hindernisse (60 m), Mehrverbrauch Zement (15 t). Temporäre Pfahlköpfe demontieren/lagern/wieder montieren, Endverankerungen herstellen, Probebelastungen an mind. 3 % der Pfähle.
Stahlbetonarbeiten: Ortbeton Vorsatzschale (656 m³, C30/37, XC4, XD2, XF2, WA, Sichtbeton SB2/SB1), Mastkonsole, einhäuptige Wandschalung (1.310 m²), Bewehrung B500B (100 t), Schraubanschlüsse (5.850 St.), Injektionssystem für Arbeitsfugen (440 m), Attika/Randkappe (52 m³ C25/30 LP), Winkelstützwand-Fertigteile (2,9 m³, h=200–375 cm), Sauberkeitsschicht.
Einbauteile, Ausstattung, Kabel und Oberleitung
Fugeneinlagen (230 m²), Fugenabschlussbänder (460 m + 65 m Randkappe), Mineralfaserplatten (48 m², A1), Noppenbahn (HDPE), Erdseitige Abdichtung (Fugenband/Bitumenbahn DIN 18533), EPDM-Kompressionsprofil, Füllstabgeländer (S235 JR, feuerverzinkt gem. Ril 804.9060A01/ZTV-ING, Höhe 1,0 m), Graffitischutz auf Sichtbetonflächen, Erdung.
Kabeltiefbau: Sicherung und Umverlegung von Kabeln Dritter (SWO Netz, Telekom, Vodafone) und DB-eigener Kabel, Kabelkanäle, Kabelschutzrohre; Kabelschneidearbeiten nur nach Kabelschneideprotokoll (Anlage 3.20).
Oberleitung (durch Fachfirma, koordiniert mit AN): Rückbau Mast 133-31 inkl. Ausleger und Erdung in Sperrpause 2027, Wiederherstellung als Rahmenflachmast U120 auf Sonderfundament/Konsole.
Oberbau- und Straßenbauarbeiten
Straßenbau- und Pflasterarbeiten: Wiederherstellung Turnerstraße mit Naturbord, Pflaster, Gehweg, Asphaltflächen (Feuerwehrzufahrt), Schottertragschicht, Asphalttragdeckschicht, Baggermatratzen/Fahrplatten.
Oberbau (Gleisbau): Gleisrückbau, Bettung, Planumsschutzschicht, Schottereinbau, Schwellen B70 W-60/54, Schienen 60E2, Schienenschweißung (aluminotherm), Stopf- und Richtarbeiten mit Weichenstopfmaschine – Ausführung in den beiden Sperrpausen 2027 (71 Tage) und 2028 (21 Tage) auf Strecke 2992 (Gegenrichtungsgleis) inkl. Belastungsstopfgänge.
Entsorgung, Abfallmanagement und Verwertung
Erstellung Entsorgungskonzept AN (Entwurf 4 Wochen nach Zuschlag, Vollversion 6 Wochen vor technischem Baubeginn). Beprobung und Deklarationsanalytik durch akkreditiertes Labor (DIN EN ISO/IEC 17025) gemäß EBV, LAGA PN 98, RuVA-StB 01-2005.
Mengenübersicht (ca.): Boden 1.430 t nicht gefährlich + 55 t gefährlich, Beton/Bruch 840 + 100 t, Bauschutt 720 + 100 t, Gleisschotter 30 t, Ausbauasphalt 180 t (PAK ≤ 10 mg/kg). Abfallverantwortlicher mit Sachkundenachweis LAGA PN 98, Entsorgungsnachweise über eANV/ZEDAL, Nachunternehmer für Entsorgung als Entsorgungsfachbetrieb namentlich benennen.
Anlieger- und Nachbarschaftsleistungen
Während der Bauzeit sind zusätzlich zu übernehmen: Mülltonnentransport Stüvestraße ↔ Turnerstraße, Lebensmittelliefertransport zur KiTa, Sperrmüllentsorgung, Verkehrssicherungspflicht und Winterdienst/Reinigung der Umleitungsstrecke, Benennung eines Anwohner-Ansprechpartners, 24-h-Erreichbarkeit Feuerwehr-Ansprechpartner, einmal jährlich Zuwegung Kanalreinigung Düker Hase.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFachliche Eignung – Präqualifikation und technische Anforderungen
Präqualifikation bei der DB AG (PQ-Bahn) in den Kategorien:
Alternativ PQ-VOB-Eintrag oder vorläufige Eigenerklärung mit Nachforderungsmöglichkeit einzelner Nachweise innerhalb von 6 Kalendertagen.
Technische Ausrüstung muss für die Leistungsausführung verfügbar sein (Kapazitätsnachweis). Bei Gleisbau/Schweißarbeiten: Eignungsbescheinigung für Schweißarbeiten am Oberbau des DB-Konzerns sowie Schweißaufsicht für aluminothermische Schweißung.
Persönliche und rechtliche Eignung
Compliance und Sanktionen
Referenzen und personelle Anforderungen
Referenzen: vergleichbare Bauleistungen, ausgeführt in den letzten 5 abgeschlossenen Kalenderjahren (Nachweis über Referenzliste Anlage 3 zum Anschreiben).
Personal Mindestanforderungen:
Weitere Eignungsanforderungen
Vergleichbare Bauleistungen im Eisenbahnbau / Stützwand-/Ingenieurbau unter Eisenbahnbetrieb
Über die Referenzliste (Anlage 3 zum Anschreiben). Zusätzlich wird über die DB-Präqualifikation in Kategorien wie Oberbau konventionell-Schotter, Konstruktiver Ingenieurbau (Massive Stützbauwerke, Bauen unter Eisenbahnbetrieb), Allgemeiner Erd- und Tiefbau, Spezialtiefbau (Pfähle, Untergrundverbesserung, Stützbauwerke, Verankerungen, Bauen unter Eisenbahnbetrieb) und Bauleistungen für Kabel implizit Referenznachweis gefordert.