Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenBauleistung der DB InfraGO AG zur Erneuerung von Gleisen und Oberbau auf der Bahnstrecke 2200 zwischen Osnabrück und Bohmte. Die Maßnahme umfasst zwei Lose: Los 10 (Bohmte-Ostercappeln) und Los 20 (Osnabrück-Belm). Gebaut wird hauptsächlich im Fließbandverfahren – also maschinell mit Gleisumbauzug, Bettungsreinigung und Planumsverbesserung. Hinzu kommen Tiefenentwässerung, Randwegarbeiten, Bahnübergangsarbeiten, Schweiß- und Stopfarbeiten sowie Weichenumbauten in den Bahnhöfen Bohmte, Ostercappeln, Belm und Osnabrück. Die Vergabe ist offen und im EU-Verfahren; das Angebot wird ausschließlich über das DB-Vergabeportal eingereicht. Zuschlag erhält das wirtschaftlichste Angebot (100% Preis).
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Angebotspreis als alleiniges Zuschlagskriterium
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGleiserneuerung im Fließbandverfahren
Auf rund 18,3 km Strecke werden Schienen und Schwellen mit dem Gleisumbauzug ausgebaut und durch neue ersetzt. Der alte Schotter wird gleichzeitig aufgenommen, gereinigt und wieder eingebaut (Bettungsreinigung, ca. 17 km). Teilweise erfolgt zusätzlich eine Planumsverbesserung mit Aufbau einer Planumsschutzschicht (PSS). Wo die Maschinentechnik nicht einsetzbar ist (Brücken, Bahnübergänge), wird konventionell gebaut. Geschweißt wird im lückenlosen Gleis mit aluminothermischen Verbindungen (SkV).
Weichenerneuerung in den Bahnhöfen
In den Bahnhöfen Bohmte (Gleis 4, ca. 18 Weichen), Ostercappeln (Gleise 2 und 3, ca. 14 Weichen), Belm (Gleis 3, ca. 6 Weichen) und Osnabrück (ca. 6 Weichen) werden Weichen erneuert, gestopft und neu gerichtet.
Tiefenentwässerung und Randwegarbeiten
Verschiedene Streckenabschnitte brauchen eine neue oder gespülte Tiefenentwässerung (Rohrleitungen DN 200-350, Kontrollschächte). Die Grabensohle wird profiliert (ca. 2,2 km), der Randweg neu hergestellt (ca. 18,5 km) und Bahnböschungen modelliert.
Bahnübergangsarbeiten (nur Los 20)
Am Bahnübergang Ickerweg (km 120,887) wird der Belag erneuert: Asphaltschicht, Schottertragschicht und ein Gummiplatten-System (Strail) werden eingebaut, inkl. Markierungen und Schutzrohren.
Brückenschutzmaßnahmen
An mehreren Eisenbahnbrücken entlang der Strecke (u.a. Mittellandkanal) werden Geländer ausgebohrt und Führungs- bzw. Fangschienen ein- und ausgebaut.
Vermessung, Absteckung und Dokumentation
Vor Baubeginn wird die Strecke abgesteckt (zusammen ca. 19,5 km). Nach Bauabschluss erfolgt eine geodätische Abnahmevermessung durch ein unabhängiges Vermessungsbüro. Lichtraum-Engstellen werden dokumentiert, die Bestandsdokumentation wird in das DB-System AVANI eingespielt. Die Lichtraumbestandsdokumentation muss bis 30.06.2027 an das Datenmanagement der DB InfraGO übergeben werden.
Baustellenlogistik und Maschinenbereitstellung
Der Auftragnehmer stellt Gleisumbauzug, Bettungsreinigungsmaschine, Planumsverbesserungsmaschine, Stopf-Richtmaschine und eine zusätzliche Baustellenlok bereit. Dazu kommen Triebfahrzeugführer, Rangierbegleiter, Lotsen, Schienenwege-Nutzungsentgelte und der gesamte Transport von Maschinen, Personal und Material zur Baustelle.
Sicherungs-, Sperrpausen- und Oberleitungsarbeiten
Die Hauptbauarbeiten laufen während festgelegter Streckensperrungen (Sperrpausen), in denen auch die Oberleitung abschnittsweise freigeschaltet wird. Nach Abschluss der Hauptbaumaßnahme folgen Langsamfahrstellen (90 bzw. 140 km/h) als Nachlauf. Sicherungsleistungen (Sipo) werden vom Auftraggeber bereitgestellt.
Entsorgung und Umwelt
Ausgebaute Schienen, Schwellen, Schotter und Bodenaushub werden vom Auftragnehmer an den Auftraggeber übergeben (Ver- und Entsorgung ist AG-beigestellt). Die Einbaudokumentation mineralischer Ersatzbaustoffe erfolgt im System ZEDAL-EBV. Bei Eigen-Transport von Abfällen per Schiene werden Entsorgungsfachbetriebs-Zertifikate und eANV-Verfahren gefordert. Ein Reptilienschutzzaun ist aufzustellen.
Qualitätssicherung und Prüfungen
Der Auftragnehmer führt Eigenüberwachungsprüfungen durch und übergibt Protokolle. Schweißarbeiten erfordern DB-Konzern-Eignungsbescheinigungen und Berechtigungsnachweise des Fachbauleiters. Stopf-Richtarbeiten benötigen ein MKS/DAS-Zertifikat. Prüfungen umfassen u.a. Dichtebestimmungen, Kornverteilungen und Schienenkopfprofilmessungen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenPräqualifikation
Der Bieter muss nachweisen, dass er für die ausgeschriebene Leistung qualifiziert ist. Akzeptiert werden: gültige Präqualifikation bei der DB AG, Eintragung im Präqualifikationsverzeichnis PQ-VOB oder eine vorläufige Eigenerklärung (auf Verlangen Nachreichung der Nachweise innerhalb von 6 Kalendertagen). Für die Leistung 'Oberbau konventionell-Schotter; Gleise, Strecken I; HGV/Schnellverkehr >160 km/h' ist die DB-Präqualifikation zwingend.
Fachliche Eignung und Referenzen
Der Bieter muss vergleichbare Bauleistungen im Eisenbahn-Oberbau (Gleis- und Weichenbau) nachweislich ausgeführt haben. Referenzen aus den letzten 5 abgeschlossenen Kalenderjahren werden verlangt (Anlage 3 zum Anschreiben). Konkretisierende Anforderungen sind den Bewerbungsbedingungen und der Eignungsuntersuchung (Anlage 2.30) zu entnehmen.
Wirtschaftliche und personelle Leistungsfähigkeit
Auf Verlangen sind Nachweise zum Umsatz der letzten 3 Geschäftsjahre (Bauleistungen, vergleichbar), zur durchschnittlichen Zahl der Beschäftigten der letzten 3 Jahre (ggf. gegliedert nach Berufsgruppen) sowie zur technischen Ausrüstung und zum technischen Leitungspersonal vorzulegen.
Zuverlässigkeit und gesetzliche Pflichten
Erklärungen zu: Berufsgenossenschafts-Mitgliedschaft, Handwerksrolle/IHK-Eintragung, keiner DB-Sperrung, keinen Verfehlungen gemäß § 124 Abs. 1 Nr. 3 GWB, kartellrechtlicher Compliance und Korruptionsprävention, keinen wesentlichen Mängeln bei früheren DB-Aufträgen, Gewerbezentralregister, keiner unzulässigen Beeinflussung des Vergabeverfahrens, Einhaltung DB-Verhaltenskodex (oder vergleichbar), Einhaltung von Steuer-, Sozialversicherungs-, Mindestlohn- und Lieferkettenpflichten, keinem Insolvenzverfahren, Ausschlussgründen §§ 123 f. GWB und Eignung gemäß § 122 GWB sowie Verbindungen zum Ingenieurbüro.
Sanktionsausschluss
Bieter, die unter die Sanktionen gemäß Art. 5k der EU-Verordnung 2022/576 fallen, sind vom Vergabeverfahren ausgeschlossen.
Kapazitäten Maschinen und Geräte
Der Bieter muss nachweisen, dass er die nötigen Gleisbaumaschinen (Gleisumbauzug, Bettungsreinigungsmaschine, Planumsverbesserungsmaschine, Stopf-Richtmaschine, Baustellenlok) und das entsprechende Bedienpersonal (Triebfahrzeugführer, Rangierbegleiter, Lotsen) bereitstellen kann (Anlage 2.10 Kapazitätsnachweis).
Tariftreue
Verpflichtung zur Einhaltung der Arbeitsbedingungen gemäß Bundestariftreuegesetz (BTTG); gilt auch für Nachunternehmer und Verleiher. Verstöße werden mit Vertragsstrafe belegt (1% des Nettoauftragswerts pro Verstoß, max. 5%) und können zur Kündigung führen.
Gemeinschaftsbieter
vergleichbare Bauleistungen im Eisenbahn-Oberbau (Gleis- und Weichenbauarbeiten)
Nachweis über ausgeführte Leistungen, die mit der zu vergebenden Leistung vergleichbar sind; Referenzliste gemäß Anlage 3 zum Anschreiben; konkrete Anforderungen in Bewerbungsbedingungen und Eignungsuntersuchung (Anlage 2.30)
Präqualifikation DB AG für Oberbau konventionell-Schotter; Gleise, Strecken I; HGV/Schnellverkehr >160 km/h
Eintragung in DB-Präqualifikationssystem oder PQ-VOB oder vorläufige Eigenerklärung mit Nachreichung innerhalb 6 Kalendertagen