Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenÖffentliche Ausschreibung des Regierungspräsidiums Tübingen für die Teilinstandsetzung einer 3-Feld-Spannbetonbrücke aus dem Baujahr 1973 über die Landesstraße L1165 bei Ulm/Lehr im Zuge der B 10.
Im Auftrag des Bundes (Bundesrepublik Deutschland, Auftragsverwaltung durch das Land Baden-Württemberg) sind Betoninstandsetzungsarbeiten am Teilbauwerk 2 durchzuführen – betroffen sind Auflagerbank, ein Teilbereich der Widerlagerwand sowie die Überbauunterseite mit zwei Anfahrschäden.
Die Bauarbeiten erfolgen unter halbseitiger Sperrung mit Lichtsignalanlage als Tagesbaustellen zwischen 08:30 und 15:30 Uhr. Baubeginn: 05.10.2026, Bauende: 23.10.2026 (ca. 19 Kalendertage).
Zuschlag erhält das wirtschaftlichste Angebot nach Preis (niedrigster Preis). Angebotsfrist: 23.07.2026, 09:30 Uhr. Bindefrist endet am 21.08.2026.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis
Ermittlung aus der Wertungssumme des Angebotes unter Berücksichtigung nachgerechneter Angebotssumme, preislich günstigerer Grund- oder Wahlpositionen, ggf. monetarisierter Zuschlagskriterien sowie eines eventuellen Nachlasses ohne Bedingungen. Werkstätten für Behinderte erhalten 15% Bonus auf die Wertungssumme.
- Beschleunigungsregelung
Verkürzung der Einzelfristen für Verkehrsbeschränkungen. Bieter gibt verbindliches Bauende und Bauzeitenplan (Balkenplan) ab. Genaue Gewichtung siehe Anlage 'HVA B-StB Gewichtung der Zuschlagskriterien'.
Bewertung über Wertungssumme (Preis) und Zuschlagskriterium 'Beschleunigungsregelung' gemäß HVA B-StB Gewichtung der Zuschlagskriterien (separate Anlage, nicht im Kontext enthalten).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenBaustellenvorbereitung und Sicherheit
Einrichten und Räumen der Baustelle inklusive Aufstellen und Entfernen eines 2,0 m hohen Bauzauns aus Stahlgitter-Fertigteilen.
Vorankündigung gemäß Baustellenverordnung an die zuständige Behörde spätestens 2 Wochen vor Einrichten der Baustelle.
Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan) nach RAB 31 erstellen und mit dem Auftraggeber abstimmen. Während der gesamten Ausführung ist ein SiGe-Koordinator nach RAB 30 zu stellen.
Umweltschutzmaßnahmen umfassen Staub- und Lärmminderung, das Auffangen von Strahlgut und Wasser bei Höchstdruckwasser-Arbeiten sowie biologisch abbaubare Schmierstoffe. Oberflächenwasser ist in Absetzbecken zu sammeln (Gewässerschutz wegen naheliegender Blau).
Verkehrssicherung und Verkehrsführung
Verkehrssicherung längerer Dauer für die gesamte Instandsetzungsmaßnahme auf der L 1165 sowie Tagesbaustellen zwischen 08:30 und 15:30 Uhr. Verkehrsführungslänge ca. 100 m. Aufbau einer transportablen, 2-phasigen Lichtsignalanlage (Typ C), inkl. Signalzeiten-/Phasenfolgeplan.
Markierung Typ II als gelbe Markierungsfolie herstellen und nach Bauende wieder entfernen.
Die Kontrolle der Arbeitssicherung nach ZTV-SA ist werktäglich 2-mal und an arbeitsfreien Tagen 1-mal täglich zu dokumentieren.
Der Antrag auf verkehrsrechtliche Anordnung ist mindestens 4 Wochen vor Baubeginn beim Regierungspräsidium Tübingen zu stellen. Umleitungsbeschilderung erfolgt durch die zuständige Straßenmeisterei in Abstimmung mit dem Auftragnehmer.
Technische Bearbeitung und Bestandsunterlagen
Bestandsunterlagen nach ZTV-ING Teil 1 Abschnitt 2 herstellen und das Bauwerksbuch nach DIN 1076 führen. Bestandsübersichtszeichnungen als CAD-Pläne (Längs-/Querschnitt, Draufsicht, Ansichten) anfertigen und Übergabe als .CAB-, .TIF-, .PDF- und .DXF-Dateien (2-fach Prüf-Fertigungen).
Ausführungszeichnungen und Standsicherheitsnachweise für sämtliche Baubehelfe je 3-fach. Verankerungen sind nach Rückbau mindestens 5 cm tief zu verfüllen.
Für die Ausführungsplanung dürfen nur im Brückenbau erfahrene Ingenieurbüros beauftragt werden; ein Koordinator für statisch-konstruktive Bearbeitung ist namentlich zu benennen.
Gerüste und Hubpressen
Arbeitsgerüste an Widerlager, Auflagerbank und Überbauunterseite herstellen, vorhalten und nach Abschluss rückbauen.
Schutzgerüste mit wasserdichter und windgeschützter Abdeckung zur L 1165 und B 10 herstellen. Verankerungen der Gerüste sind mindestens 5 cm tief zu verfüllen.
Hubpresseneinsatz in 2 Phasen zur Lagerentlastung:
Eingesetzt werden 2 Hubpressen mit einer maximalen Vertikallast von Fz = 1030,1 kN (min. Fz = +61,3 kN). Pro Phase jeweils einmalige Lagesicherung des Überbaus.
Betoninstandsetzung
Auflagerbank: Betonabbruch (Stahlbeton C20/25–C45/55) in Schichtdicken 2–3 cm, 3–6 cm und 6–10 cm, Betonstahl vorbereiten und bis Reinheitsgrad Sa 2½ beschichten, Verbundanker Ø 12 mm, Länge 0,90–1,20 m (Epoxidharz), Haftbrücke herstellen, Reprofilierung mit RM/RC-Mörtel in den oben genannten Schichtdicken.
Widerlagerwand (Teilbereich Nordwest, ca. 4 m breiter Streifen ab WiLa-Ecke): Pflasterdecke aufnehmen, Baugrube mit Handaushub bis 30 cm unter Gelände, Betonabbruch im Höchstdruckwasser-Verfahren 8–10 cm tief bis zur 1. Bewehrungslage, Betonstahl vorbereiten/beschichten, Verbundanker Ø 12 mm, Länge 1,60–2,00 m, bewehrter Spritzbeton C30/37 (XF4/XC4/XD3, 8–10 cm), Haftbrücke, Feinspachtelung bis 2 mm, OS-B-Beschichtung in Kieselgrau, Pflasterdecke mit H-Steinen wiederherstellen.
Überbau-Unterseite (2 Anfahrschäden, Ausbrüche > 0,25 m²): Betonabbruch in Tiefen 3–5 cm und 5–10 cm, Unterlage vorbereiten, Haftbrücke, Reprofilierung mit RM/RC-Mörtel in 3–5 cm und 5–10 cm; Schalungsstruktur gemäß ZTV-ING 3.4.
Sonstige Bau- und Nebenarbeiten
Wartungssteg auf etwa 6 m Länge rückbauen, lagern, nach den Instandsetzungsarbeiten unter Feuerverzinkung und Beschichtung wiederherstellen (Stahl, Breite ca. 1,0 m, Geländerhöhe ca. 1,0 m). Kontaktkorrosionsschutz durch nicht leitende Trennschichten.
Kabelumlegung: Fernmeldekabel (ca. DN 15 mm, bis 1 kg/m, ca. 28 m Länge) auf der Auflagerbank Nord auslegen, sichern und nach den Arbeiten zurücklegen. Kabelabdeckung durch verzinkte Stahlblech-Halbschalen (mind. 1/2 DN 50 mm).
Entwässerungsleitung des Brückenwiderlagers im Hochdruck-/Vakuumumspülverfahren reinigen (DN/ID bis 300).
Schutzplanken: Abbau und Neuerrichtung 'Einfache Schutzplanke' (Holm Profil B), Pfosten Sigma 100 in Längen 1900–2500 mm, Pfostenabstand 2,0 m, zwei Kurzabsenkungen herstellen und wieder abbauen.
Stundenlohnarbeiten für Spezialbaufacharbeiter (Lohngruppe III 3), Bagger über 1,0 m³ und LKW-Kipper mit ca. 12 t Nutzlast.
Abfallentsorgung: Separierung und Entsorgung von teer-/pechhaltigen Straßenausbaustoffen (Abfallschlüssel 17 03 01*) sowie Strahlschutt.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenPersönliche und rechtliche Eignung
Ausschlussgründe: Eigenerklärung, dass keine schweren Verfehlungen gemäß § 6e EU VOB/A vorliegen (keine Verurteilungen wegen Freiheitsstrafe > 3 Monate, Geldstrafe > 90 Tagessätze oder Geldbuße > 2.500 € in den letzten 2 Jahren). Selbstreinigungsmaßnahmen können angegeben werden.
Steuern und Abgaben: Erklärung zur ordnungsgemäßen Zahlung von Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen. Auf Verlangen: Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Sozialkasse und Finanzamt.
Insolvenz: Kein laufendes Insolvenzverfahren, kein Eröffnungsantrag, keine Ablehnung mangels Masse und keine Liquidation; ggf. rechtskräftig bestätigter Insolvenzplan.
Russland-Sanktionen (Art. 5k EU-VO 2022/576): Erklärung, dass weder das eigene Unternehmen noch Nachunternehmer, Lieferanten oder Eignungsverleiher mehrheitlich russisch kontrolliert werden; eine Beteiligung > 10 % ist offenzulegen.
Fachliche Eignung und Referenzen
Registereintragungen: Handelsregister, Handwerksrolle oder IHK-Eintragung – je nach Gewerbeart; ansonsten Erklärung zur fehlenden Eintragungspflicht. Auf Verlangen: Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug.
Berufsgenossenschaft: Mitgliedschaft in der zuständigen BG; auf Verlangen Unbedenklichkeitsbescheinigung mit Lohnsummen.
Referenzen: Mindestens 3 vergleichbare Bauleistungen aus den letzten 5 Kalenderjahren mit Bezeichnung, eigenem Auftragswert, Ausführungszeitraum und Auftraggeber; bei Zuschlag in die engere Wahl Referenzbescheinigungen vorlegen.
Verkehrssicherungs-Verantwortlicher: Nachweis über den Besuch mindestens eintägiger RSA-/ZTV-SA-Seminare (nicht älter als 5 Jahre); Erreichbarkeit Tag und Nacht innerhalb 1 Stunde.
Ingenieurbüro: Für die Ausführungsplanung nur im Brückenbau erfahrene Büros.
Optionale Nachweise (auf Verlangen, z.B. QM-/Umweltmanagementmaßnahmen, technische Ausrüstung, Geräte, Studiennachweise, Lieferkettenmanagement) gemäß Auswahl des Auftraggebers.
Wirtschaftliche und tariftreue Eignung
Mindestjahresumsatz: Eigenerklärung zum Gesamtumsatz und zum Umsatz im Tätigkeitsbereich (konkrete Mindestwerte sind in den Vergabeunterlagen vom Auftraggeber eingesetzt); auf Verlangen Bestätigung durch Wirtschaftsprüfer/Steuerberater oder testierte Jahresabschlüsse.
Arbeitskräfte: Erklärung zur Verfügbarkeit der erforderlichen Arbeitskräfte; auf Verlangen jahresdurchschnittliche Beschäftigtenzahl der letzten 3 Jahre, gegliedert nach Lohngruppen und technischem Leitungspersonal.
Tariftreue und Mindestentgelt (LTMG BW): Besondere Vertragsbedingungen sowie Verpflichtungserklärung zur Einhaltung sind Pflichtbestandteile des Angebots.
Arbeitnehmer-Entsendegesetz: Verpflichtungserklärung auf gesondertes Verlangen.
Mindestens 3 vergleichbare Bauleistungen (Brücken-/Ingenieurbau)
Bezeichnung, Auftragswert (Anteil des Unternehmens), Ausführungszeitraum, Auftraggeber; Referenzbescheinigungen nur auf gesondertes Verlangen