Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenWorum geht's?
Die Bundeswehr saniert ihre Wärmeversorgung in der Örtzetal-Kaserne in Munster (Niedersachsen). Dafür wird eine neue zentrale Heizzentrale mit zwei Holzhackschnitzelkesseln gebaut (je ca. 2 MW Leistung). Sie ist Teil eines größeren Wärmeversorgungs-Konzepts mit BHKW, Gaskesseln und Pufferspeicher.
Was wird gebraucht?
Wichtige Fristen: Angebote müssen bis 27.07.2026 um 08:00 Uhr vorliegen. Der Bau ist für 2027 geplant.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebots ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenAnlagenkonzept und Hauptkomponenten
Zwei baugleiche, vollautomatische Holzhackschnitzelkessel (3-Zug-Bauweise mit Rostfeuerung) je ca. 2.000 kW Wärmeleistung (±5 %), ausgelegt auf Brennstoff M35/M40. Modulierender Betrieb zwischen 30 % und 100 % Leistung (Kleinstlast max. 30 %). Feuerungswirkungsgrad mindestens 83 %. Vorlauftemperatur 90 °C, Rücklauftemperatur 70 °C, Abgastemperatur ca. 190 °C (max. 195 °C), Absicherungsdruck 6 bar, Sicherheitstemperaturbegrenzer 105 °C. Schallleistungspegel am Schornsteinkopf max. 80 dB(A). Die Kessel sind Teil der zentralen Wärmeerzeugung mit 3 BHKW (je ca. 260 kWel / 390 kWth), 2 Erdgaskesseln (3,8 MW + 7,2 MW) und einem Pufferspeicher (100 m³). Die Anlage versorgt drei Fernwärmestränge (10 MW, 6,5 MW, 9,7 MW).
Brennstoff- und Ascheförderung
Schubbodenaustragung als Tageslager (ca. 500 Sm³, befahrbar mit Teleskoplader bis ca. 12 t) mit Hydraulikaggregaten, Lichtsignalgeber und Schlüsselschaltern. Brennstoff-Trogkettenförderer (ca. 16 m Gesamtlänge, horizontal/abgewinkelt) mit Kettenradüberwachung und Entlüftung. Sicherheitsschleuse mit Löscheinrichtung und Wasserkühlung als Beschickung der Feuerung. Vollautomatische Entaschung: hydraulische Unterrostentaschung und Brennkammertaschung, Asche-Trogkettenförderer (staubdicht), Asche-Container (staubdicht, mind. 10 m³, für Glutteile bis 300 °C).
Feuerung, Kessel und Abgasreinigung
Vollautomatischer Holzheizkessel mit Glutbettüberwachung, Turbulatoren, Gaszündung, Feuerraumkamera, automatischer Kesselrohrreinigung (pneumatisch mit Druckluftkompressor) und Gewölbeabreinigung. Elektrofilter mit integriertem Multizyklon zur Einhaltung der Grenzwerte gemäß 44. BImSchV, inkl. Bypass-Schieber, automatischem Staubaustrag, Hochspannungs-Regelung und Schaltschrank mit Touch-Display. Rauchgasventilator (FU-Drehzahlregelung, schwingungsentkoppelt, schalldämmend), Rauchgasrezirkulation mit Edelstahl-Leitung (wärmegedämmt) und Rückschlagklappe, Rauchrohrverbindung aus Edelstahl mit Mineralfaser-Wärmedämmung, Abgasschalldämpfer (≤ 80 dB(A) am Schornsteinkopf), Schornsteinanschluss geflanscht. Emissionsgrenzwerte: NOx < 370 mg/Nm³, CO < 220 mg/Nm³, Staub < 20 mg/Nm³, Org. C < 10 mg/Nm³ (bei 6 % Restsauerstoff).
Steuerung, Schaltanlage und Mess-Einrichtungen
SPS-Steuerung beider Kessel mit 10"-Bedienpanel und Busschnittstelle zur übergeordneten Gebäudeautomation (Protokolle: Modbus RTU, Profibus DP, Bacnet IP). Frequenzumrichter für alle relevanten Antriebe, EMV-Filter gem. EN 55011 Klasse C1/B. Motoren ≥ 0,75 kW in IE3-Klasse nach IEC 60034-30. Mess-/Stellgliedsensorik: O₂-Regelung, Lambda-Sonde, Brennstoff-Wassergehalt, Glutbettüberwachung. Schaltschrankdokumentation 3-fach Papier plus digital, E-Plan-Dateien, Kabellisten, Prüfprotokolle, Wartungsplan. Kontinuierliche Abgas-Emissionsmessung für CO und Staub gemäß 44. BImSchV, Abgasmessstellen nach DIN EN 15259, Kalibrierprotokolle.
Stahlbau und Bedienbühnen
Wartungs-, Reinigungs- und Bedienungsbühnen in feuerverzinktem Stahlbau, Gitterroste, Geländerhöhe ca. 1 m, lichte Breite mind. 1 m, Punktlast mind. 400 kg. Inklusive Treppen, Leitern und Hebezeug-Anschlagpunkten. Dämmstärken gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG). Alle Bauteile müssen in das Bestandsgebäude einbringbar sein (Haupteingangstor ca. 4,5 × 5,0 m, Schubbodenzufahrt ca. 4,0 × 4,5 m).
Baustelleneinrichtung, Montage und Inbetriebnahme
Baustelleneinrichtung mit Mannschafts-/Büro- und Werkstattcontainern, Wasser- und Stromverteilung, Beleuchtung. Montagegerüste (im Kesselraum bis 7,5 m, im Freien bis 6,0 m über Gelände). Lieferung und Einbringung aller Komponenten inkl. Krangestellung. Krangestellung separat. Arbeitszeiten: Mo–Do 06:00–18:00 Uhr, Fr 06:00–12:00 Uhr. Inbetriebnahme und Einregulierung durch Sachkundige: Einstellung MSR/Automation, Gebläse, Elektrofilter, Abgasrezirkulation, Brennstoff- und Aschesysteme; Messung von CO₂, O₂, CO, NOx, Staub und Abgastemperatur. Probebetrieb über 2 Wochen (Dauerregelbetrieb mind. 6 Tage, max. 3 h Einzelstörung, max. 4 × 1 h, max. 3 × wiederholte gleiche Störung), inkl. Nacht-Rufbereitschaft. AN führt die Anlage bis zur abgeschlossenen Einweisung. Baustellensprache Deutsch, wöchentliche Bautageberichte (Formblatt 411).
Dokumentation, Nachweise und Abnahme
CE-Konformitätserklärung inkl. Risikobeurteilung und Technischer Dokumentation, deutschsprachige Betriebsanleitung. Leistungs- und Emissionsnachweis nach 44. BImSchV / TA-Luft: 24-Stunden-Messung bei Nenn- und Minestleistung; bei Nichterfüllung weitere Messungen zulasten AN. Sicherheitstechnische Beurteilung durch Sachverständigen (z. B. TÜV) inkl. Antragstellung, TÜV-Abnahme und Nachabnahmen. Inbetriebnahmeprotokoll mit Datum, Ort, Anlage, Bauteilen, Prüfungen, Einstellungen, Messwerten, Verantwortlichen. Schlussdokumentation: 2-fach Papier in schwarzen Ordnern DIN A4, 2-fach digital als PDF und bearbeitbare Formate (Gliederung mit AG abstimmen, alle Unterlagen deutschsprachig). Vorabzug 4 Wochen vor Abnahme, endgültige Fassung 3 Tage vor Abnahme. Wartungs- und Bedienungsanleitung, Revisionszeichnungen 1:50 als CAD/DWG, Stahlbaupläne, statische Berechnungen, Ersatzteillisten, Kabellisten, Anschlusspläne. Detailabstimmung mit anderen Gewerken: Anlagenbauer (Verrohrung, übergeordnete Steuerung), Gebäudeautomation, Hochbau (Fundamente, Durchbrüche).
Einweisung, Schulung und Brennstoffversorgung
Formelle Einweisung des Betriebspersonals nach Probebetrieb: 3 Tage (Mo–Fr), je 4 Stunden/Tag. Inhalte: Kalt-/Warmstart, Dauerregelbetrieb, Störungsbeseitigung. 1 Woche vor Einweisung Übergabe der Betriebsanweisungen. Schulung des Personals: 1-malig nach Inbetriebnahme/Probebetrieb, vor Ort, bis 6 Teilnehmer, Inhalte: Betrieb, Gefahrenabwehr, Störungsbeseitigung, Wartung, Dokumentation. Auf Anforderung: Zweiteinweisung, Nachregulierung nach 1–12 Monaten. Beistellung von Referenzbrennstoff (für Inbetriebnahme/Einregulierung und Emissionsmessung) und Betriebsbrennstoff (Menge basiert auf 14 Tagen Probebetrieb bei 70 % Kesselleistung je Kessel), jeweils inkl. Ascheentsorgung und Lieferantennachweis.
Wartung und Instandhaltung (separater Vertrag mit BwDLZ Munster)
Inspektion, Wartung und kleine Instandsetzungsarbeiten an der HHS-Kesselanlage einschließlich Peripherie. Regellaufzeit 24 Monate ab Abnahme, mit Verlängerungsoption um jeweils 1 weiteres Jahr (max. 60 Monate). Kündigungsfrist 3 Monate zum Laufzeitende. Reaktionszeit bei Störungen: 24 Stunden. Wartungsintervalle gemäß Ergänzungs-Arbeitskarte: 1-, 3-, 6-, 12- und 24-monatlich sowie bei Bedarf. Arbeitskarten ohne Änderungen anzubieten. Jährliche Vergütung als Netto-Festpreis, Stundenverrechnungssätze (Monteur, Obermonteur, Helfer), Zuschläge für Mehrarbeit, Fahrtkosten, Ersatzteilregelung, Preisgleitklausel (Allgemeinkostenanteil PA, Entgeltkostenanteil PE, maßgebender Tarifvertrag und Entgeltgruppe). Pflicht zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung (Sachschäden mind. 500.000 €/1.000.000 €, Vermögensschäden mind. 500.000 €/500.000 €, Personenschäden mind. 500.000 €/1.500.000 €).
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenAllgemeine Teilnahmebedingungen
Offenes Verfahren nach VOB/A (EU). Angebotssprache: Deutsch. Verwendung der vorgegebenen Vordrucke ist Pflicht. Preise in Euro, max. 3 Nachkommastellen, ohne USt. Keine Mischkalkulationen. Preisnachlässe ohne Bedingungen als Prozentwert an vorgesehener Stelle, sonst keine Wertung. Bietergemeinschaften haften gesamtschuldnerisch und benennen einen bevollmächtigten Vertreter. Bei Eignungsleihe: Verpflichtungserklärung der anderen Unternehmen und ggf. gemeinsame Haftung.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Eigenerklärung über Umsatz der letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre mit vergleichbaren Leistungen. Bei engerer Wahl: Unbedenklichkeitsbescheinigungen der tariflichen Sozialkasse (falls beitragspflichtig), des Finanzamts (Bescheinigung in Steuersachen), Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG sowie qualifizierte Unbedenklichkeitsbescheinigung der Berufsgenossenschaft mit Lohnsummen. Für Aufträge ab 30.000 € wird für den vorgesehenen Zuschlagsbieter ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister gem. § 150a GewO angefordert.
Fachliche und technische Leistungsfähigkeit
Eintragung in Handwerksrolle (HwK) oder bei der Industrie- und Handelskammer (IHK), Gewerbeanmeldung und Handelsregisterauszug. Eigenerklärung, dass in den letzten fünf Kalenderjahren vergleichbare Leistungen ausgeführt wurden, mit Nachweis der erforderlichen Arbeitskräfte (bei engerer Wahl: jahresdurchschnittliche Arbeitskräftezahl der letzten 3 Jahre, gegliedert nach Lohngruppen, mit Leitungspersonal). Drei Referenzbescheinigungen vergleichbarer Projekte (s. Referenzprojekte). Produktdatenblätter benannter Fabrikate und Urkalkulation auf Verlangen. SiGeKo muss gem. RAB 30 qualifiziert sein.
Zuverlässigkeit und Ausschlussgründe
Eigenerklärung, dass kein Insolvenzverfahren läuft und keine Liquidation stattfindet. Keine schweren Verfehlungen gem. § 6e EU VOB/A, die die Zuverlässigkeit in Frage stellen (inkl. Selbstreinigungsmaßnahmen). Ordentliche Zahlung von Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen. Mitgliedschaft in der zuständigen Berufsgenossenschaft.
Technische Mindestanforderungen an die Anlage
Die Eignung wird zusätzlich über die Einhaltung folgender technischer Mindestanforderungen geprüft: Wirkungsgrad mind. 83 %, Leistungsbereich 30–100 %, Emissionsgrenzwerte gem. 44. BImSchV, Schallleistungspegel ≤ 80 dB(A) am Schornsteinkopf, Dämmstärken gemäß GEG, SPS mit GA-Schnittstelle (Modbus RTU / Profibus DP / Bacnet IP), IE3-Pflicht für Motoren ≥ 0,75 kW, CE-Konformität, Risikobeurteilung, Einbringbarkeit in das Bestandsgebäude, Mindestabstände ca. 1,0 m für Bedienung und Wartung. Vorlage eines maßstäblichen Aufstellungskonzepts.
Einsatz von Fachpersonal und Organisation
Erstinbetriebnahme, Einregulierung und Einweisung/Schulung dürfen nur durch Sachkundige/Fachkräfte des AN erfolgen (gem. VOB-C). Einweisung und Schulung in deutscher Sprache. Nach Auftragserteilung sind namentlich zu benennen: bevollmächtigter Projektbearbeiter, SiGeKo-Koordinator, Person mit Leitungsfunktion und ausreichenden Deutschkenntnissen (ständig auf der Baustelle). Personalliste aller auf der Liegenschaft tätigen Personen ist vor Baubeginn beim Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Emminger Weg 61 einzureichen. Arbeitszeiten auf der Baustelle: Mo–Do 06:00–18:00 Uhr, Fr 06:00–12:00 Uhr. Für die spätere Wartung: Mo–Do 07:00–16:00 Uhr, Fr 07:00–13:00 Uhr.
Sicherheits- und Liegenschaftsbestimmungen
Besondere Vertragsbedingungen für militärisch genutzte Liegenschaften: Melde- und Zutrittsregelungen, Sicherheitsbelehrungen, Fotografierverbot, Ausschluss von Personen aus bestimmten Staaten. Verpflichtungserklärung zum Verhalten bei Sicherheitsvorfällen. Nutzung der Anwendung tpCDE (thinkproject) für den digitalen Dokumentenaustausch. HBCD-freie Kennzeichnung von Polystyrol-Bauprodukten. Nur normkonforme Bauprodukte und regelkonforme elektrische Betriebsmittel (Formblätter Prüfzeichenbestätigung und CE-Bestätigung vor Abnahme).
Drei Referenzbescheinigungen vergleichbarer Projekte (Holzhackschnitzel-/Biomasse-Heizkesselanlagen vergleichbarer Größenordnung)
Vergleichbare Leistungen gem. § 6a EU VOB/A; bei Teilnahmewettbewerb Referenzliste; bei engerer Wahl drei Referenznachweise mit Ansprechpartner, Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Leistungsumfang inkl. Mengenangaben, eingesetzte Arbeitnehmer, besondere technische Anforderungen, Art der Baumaßnahme, vertragliche Bindung, Bestätigung des Auftraggebers über vertragsgemäße Ausführung