Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Deutsche Bahn AG (im Auftrag der DB RegioNetz Infrastruktur GmbH) erneuert die bestehende Eisenbahnüberführung bei km 57,214 an der Strecke 5700 bei Ecksberg (Landkreis Mühldorf a. Inn, Bayern). Die alte Brücke (Walzträger in Beton, Baujahr 1922) wird komplett zurückgebaut und durch eine neue, ca. 71 m lange Stahl-Fachwerkbrücke (Trogbrücke) ersetzt. Die Bauarbeiten erfolgen unter Aufrechterhaltung des Eisenbahnbetriebs mittels Hilfsbrücken.
Zum Leistungsumfang gehören neben dem Brückenneubau auch Bohrpfahlwände als Stützwände, Rück- und Neubau des Gleisoberbaus, Kabeltiefbau, Straßen- und Landschaftsbau, Umwelt-/Artenschutzmaßnahmen, Beweissicherung sowie die fachgerechte Entsorgung aller anfallenden Bauabfälle (u.a. kontaminierter Altschotter).
Bieter müssen ihre Eignung nachweisen, darunter eine DB-Präqualifikation für mehrere Gewerke (z.B. Oberbau, konstruktiver Ingenieurbau, Spezialtiefbau, Bauen unter Eisenbahnbetrieb). Angebote werden ausschließlich elektronisch über das DB-Bieterportal eingereicht.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Angebotspreis als einziges Zuschlagskriterium (niedrigster Preis)
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenArt der Leistung & Vergabeform
Es handelt sich um eine öffentliche Ausschreibung einer komplexen Bauleistung im Eisenbahninfrastrukturbereich nach VOB/A. Die Vergabe erfolgt im offenen Verfahren ohne Losaufteilung (ein einziger Auftrag). Ein Planfeststellungsbeschluss lag zum Zeitpunkt der Ausschreibung noch nicht vor – eine Auftragserteilung ist nur möglich, wenn dieser zum Zuschlagszeitpunkt vorliegt. Auftraggeber ist die DB RegioNetz Infrastruktur GmbH (Südostbayernbahn); die DB AG, Beschaffung Infrastruktur führt das Vergabeverfahren durch. Die Vergabesprache ist Deutsch, Nebenangebote sind nur in Verbindung mit einem Hauptangebot zulässig.
Bauwerk & Konstruktion
Kernstück ist eine neue, einfeldrige Stahl-Fachwerkbrücke mit untenliegender Fahrbahn (Trogbrücke), ca. 71,51 m lang, 8,08 m breit, Stützweite ca. 70 m, ca. 384 t Stahl. Der Überbau wird als Werkplanung gefertigt, beschichtet, montiert und eingeschoben (Verschub). Die Brücke ruht auf Kalottenlagern (4 Stück) auf neuen Stahlbeton-Widerlagern und Kammerwänden. Im Endzustand gehören auch Übergangskonstruktionen, Brückenlager, Randkappen, Geländer, Abdichtung, Entwässerung, Erdung und Blitzschutz zum Lieferumfang.
Unterbauten, Gründung & Stützwände
Neue kastenförmige Stahlbeton-Widerlager in Ortbeton (C30/37, Sichtbeton SB2), Flügelwände, Kammerwände und Lagersockel mit Vergussbeton. Gründung als Flachgründung mit Verdichtungsnachweis (DPr ≥ 100 %). Zusätzlich Stützwände als überschnittene Bohrpfahlwände (Durchmesser 0,62 m / 0,88 m / 1,18 m, Längen 3–16 m) mit Pfahlkopfbalken, Vorsatzschale, Abdichtung und Drainage. Wasserhaltung mit Absetzcontainern und Wasseraufbereitung für die Baugruben (Baugrubentiefe bis ca. 7,90 m).
Rückbau Bestandsbauwerk
Vollständiger Abriss des bestehenden Bauwerks (ober- und unterirdisch) inkl. Brückenüberbau, Widerlager, Flügel, Abdichtungen, Brückengeländer und Straßenanbindung. Separierender Rückbau mit Schadstoff- und PAK-/Schwermetalluntersuchung der Abbruchmassen. Erschütterungsarme und lärmarme Ausführung. Rückbau der Bestands-Kabelanlagen (Kupfer F4572, LWL F7109), Suchschachtung und Sicherung von Kabeln und Leitungen.
Gleisoberbau & Kabeltiefbau
Rückbau und Neubau des eingleisigen Schotteroberbaus auf der Strecke 5700 (Streckenklasse III, Regionalverkehr 50–120 km/h). Schiene 54E4, Schwellen B70-2,4 / B90 / B93, Schienenauszug, Schweiß- und Spannungsausgleichsarbeiten, maschinelle Stopf- und Richtarbeiten mit Messkapazität. Im Bereich der Hilfsbrücken kommt ein verstärkter Oberbau zum Einsatz. Kabeltiefbau umfasst Kabelgraben, Kabeltrog Größe II im Randweg, Medien-Hilfsbrücke sowie Sicherung und ggf. Neuverlegung von LWL- (60/96 Fasern) und Kupferkabeln (20 DA).
Straßen- und Landschaftsbau
Rückbau und Neubau der Straßenanbindung im Bereich der Staatsstraße 2352 (Bordsteine, Asphalt-, Pflasterflächen, Schächte, Anprallschutz/Stahlkonstruktionen). Neubau Randweg (0,80 m breit) und Übergangsrampen. Landschaftsbauarbeiten mit Oberbodenauftrag, Böschungsbefestigung und Pflasterung.
Umweltschutz, Artenschutz & Entsorgung
Aufstellung und Unterhaltung von Biotopschutzzäunen (1.603 m), Reptilien-/Amphibienschutzzäunen (283 m) und Wurzelschutzmaßnahmen. Beachtung der Rodungszeiten (kein Fällen zwischen 1. März und 30. September). Erstellung eines Entsorgungskonzepts; umfangreiche Beprobung und Deklarationsanalytik von Boden, Altschotter, Beton, Bauschutt, Asphalt und Schwellen. Fachgerechte Entsorgung in unterschiedlichen Klassen (EPP Z 0 bis Z 2, Deponieklassen DK 0 bis DK III) – inkl. gefährlicher Abfälle (PAK-haltig, teerölimprägniertes Holz). Baulärmverantwortlicher und lärm-/erschütterungsarme Bauverfahren.
Vermessung, Dokumentation & Bestandspläne
Vermessung im Bezugssystem DB_REF2003. Erstellung Bauwerksbuch und Entwässerungsheft, Bestandsdokumentation in DB AVANI (CAD: AutoCAD/Microstation), Fotodokumentation (mind. 500 Fotos), Webcam-Langzeitüberwachung, Inbetriebnahme-Dossier gemäß EIGV Anlage 6, Kabel- und Leitungsbestandspläne. Beweissicherung (allgemein und nach BBodSchV) durch zertifiziertes Büro vor und nach Bauausführung. Schlussvermessung mit Soll/Ist-Vergleich.
Technische Bearbeitung & Qualitätssicherung
Sämtliche Planungsleistungen für das Bauwerk und die Baubehelfe, soweit nicht vom Auftraggeber beigestellt: Standsicherheitsnachweise, Ausführungszeichnungen, Rückbauplanung, SiGe-Plan, Messprogramm für die Gleisüberwachung. Elektronische Planprüfung im EPLASS (inkl. IT-Fernzugang über DB Systel). Qualitätssicherungsplan, interner Qualitätsprüfer (Ingenieur mit mind. 3 Jahren Planungserfahrung) und 4-Augen-Prinzip. Anwendung BIM-Methodik (AIA/BAP) sowie LEAN-Leistungen. Beachtung DB-Regelwerke und ZTV.
Baustelleneinrichtung & Logistik
Einrichtung und Vorhaltung der gesamten Baustelleninfrastruktur: Baustraßen, Bauzaun (ca. 2.360 m inkl. Tore), Bürocontainer für den AG, Beleuchtung, Gleisüberfahrten für Baugeräte, Arbeitsebenen, Bereitstellungsflächen. Aufstellung Bauschild ca. 2 Wochen vor Baubeginn, Vorhaltung bis ca. 2 Wochen nach Bauende. Übernahme und Transport von zwei Hilfsbrücken ZH 14 ab Lagerort Konz. Aufrechterhaltung Eisenbahnbetrieb über Hilfsbrücken mit erforderlicher Sperr- und Sicherungsplanung (Betra).
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFachliche Eignung (Präqualifikation & Referenzen)
Bieter müssen nachweisen, dass sie vergleichbare Eisenbahn-/Brückenbauarbeiten bereits ausgeführt haben (Referenzen der letzten 5 Jahre gemäß allgemeiner DB-Bewerbungsbedingung). Zwingend ist eine gültige Präqualifikation bei der DB AG – alternativ PQ-VOB oder vorläufige Eigenerklärung mit Nachlieferung der Nachweise innerhalb von 6 Kalendertagen. Die Präqualifikation muss mehrere Gewerke abdecken: Oberbau konventionell-Schotter (Strecken III, 50–120 km/h), konstruktiver Ingenieurbau (Stahlüberführungen, Stützbauwerke, Bauen unter Eisenbahnbetrieb), HPQ/EXC3DB nach DBS 918005, Kabelführungssysteme inkl. Tiefbau, Spezialtiefbau (Pfähle, Stützwände, Bauen unter Eisenbahnbetrieb).
Zuverlässigkeit & rechtliche Eignung
Erklärungen zur Berufsgenossenschaftsmitgliedschaft (auch für ausländische Bieter), Eintragung in Handwerksrolle/Berufsregister/IHK-Register, keine Sperrung durch die DB AG, keine schweren Verfehlungen (§ 124 GWB), keine relevanten Verurteilungen (§ 123 GWB), keine relevanten Einträge im Gewerbezentralregister, keine laufenden Insolvenz- oder Liquidationsverfahren, Erfüllung der Pflichten zu Steuern, Sozialversicherung, Mindestlohn und Lieferkettensorgfaltspflichten. Ausschluss von Unternehmen, die Sanktionen gem. Art. 5k VO (EU) 2022/576 (Russland-Sanktionen) unterliegen.
Compliance & Verhaltenskodex
Verbindliche Erklärung zur Einhaltung des DB-Verhaltenskodexes (oder BME-/VDB-Verhaltensrichtlinie bzw. gleichwertig). Erklärungen zur kartellrechtlichen Compliance (keine Verstöße in den letzten 10 Jahren), zur Korruptionsprävention, zu keinen wesentlichen Mängeln bei früheren DB-Aufträgen und zu keinen unzulässigen Beeinflussungsversuchen im Vergabeverfahren. Erklärung über gesellschaftsrechtliche/verwandtschaftliche oder wirtschaftliche Verbindungen zu den beauftragten Ingenieurbüros IGEWA GmbH, SCHLOTHAUER & WAUER und MAURER SE.
Leistungsfähigkeit & Nachhaltigkeit
Nachweis der wirtschaftlichen und finanziellen Leistungsfähigkeit (Umsatz der letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahre mit vergleichbaren Bauleistungen), der personellen Leistungsfähigkeit (durchschnittliche Mitarbeiterzahl der letzten 3 Jahre) und der technischen Ausrüstung. Gültige Nachhaltigkeitsbewertung eines unabhängigen Anbieters (z.B. EcoVadis), nicht älter als 2 Jahre, spätestens nach Zuschlagserteilung. Eignungsbescheinigung Schweißarbeiten am Oberbau (DB-Konzern) bei Schweißleistungen. Für Eisenbahnfahrzeugeinsatz: Nachweis eines zugelassenen EVU mit gültigem G-INV-Vertrag.
Tariftreue & Mindestlohn
Verpflichtung zur Einhaltung der Mindestarbeitsbedingungen gemäß Bundestariftreuegesetz (BTTG) vom 27.04.2026, gültig ab 15.06.2026. Verstoß kann zu Vertragsstrafe bis 5 % des Nettoauftragswerts und zur außerordentlichen Kündigung führen. Einhaltung AEntG, Mindestlohn und Bekämpfung von Schwarzarbeit.
Nachweis vergleichbarer Arbeiten (Eisenbahn-/Brückenbau, Oberbauarbeiten) – Bewerber müssen nachweislich vergleichbare Leistungen ausgeführt haben. Konkrete Mindestanforderungen (z.B. Anzahl, Volumen, Zeitraum) sind in der konkreten Bewerbungsbedingung nicht beziffert.
Vergleichbare Bauleistungen im Bahnbau/Brückenbau; Nachweis über Referenzliste (Anlage 3 zum Anschreiben) und auf Verlangen über Eignungsnachweise (PQ, Umsatz, Personal, technische Ausrüstung).