Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDer Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Saalfeld-Rudolstadt (ZWA) schreibt den Neubau eines Trinkwasser-Hochbehälters in Leutenberg öffentlich aus. Der Hochbehälter besteht aus zwei parallelen Wasserkammern aus PE 100 (je 50 m³ Nutzvolumen) und einer Armaturenkammer. Zusätzlich gehören ca. 330 m Außen- und Anschlussleitungen, zwei Entwässerungsschächte, Lüftungsanlagen, die technologische Ausrüstung, Außenanlagen (Einfriedung, Stützwand, Pflaster), EMSR-bauseitige Leistungen sowie der Rückbau des bestehenden Stahlbeton-Hochbehälters (1 x 100 m³) zum Auftrag.
Das Angebot muss elektronisch über die Vergabeplattform Staatsanzeiger eServices eingereicht werden. Angebotsfrist: 02.07.2026, 13:00 Uhr. Die Bauzeit beträgt rund 13,5 Monate (voraussichtlich 17.08.2026 – 30.09.2027). Die Bindefrist endet am 06.08.2026.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel, Instandhaltungsangeboten.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenBauhauptleistung Hochbehälter
Lieferung und Einbau des doppelwandigen Trinkwasser-Hochbehälters aus PE 100 (DN 3000), bestehend aus zwei parallelen Wasserkammern (je ca. 8,0 m lang, Nutzvolumen je 50 m³) und einer quer angeordneten Armaturenkammer (DN 3000, ca. 9,0 m lang).
Enthalten sind die komplette Inneninstallation mit Kugelhähnen und Absperrklappen (DN 50 – DN 125), Kugelhähne mit elektrischem Schwenkantrieb, Rückflussverhinderer, Überlauf- und Entleerungsleitungen, Be- und Entlüftungsanlagen, Disco-Rückschlagklappen, Ultraschallzähler (HYDRUS 2.0 GWZ) und Wanddurchführungen aus PE.
Zugang über Edelstahl-Objektschutztüren (1.000 x 2.000 mm) und ovale PE-Drucktüren (1.200 x 800 mm). Einbau von Treppen, Geländern, Schaugläsern, Waschbecken und Augendusche. Lüftungs- und Entfeuchtungseinrichtungen für Wasserkammern und Armaturenkammer.
Tiefbau, Erdarbeiten und Wasserhaltung
Oberbodenarbeiten inkl. Rodungsarbeiten, Rohrgraben-Aushub mit Verbau nach DIN 4124, Erdarbeiten in Bodenklasse 3–5 mit Zulagen für Homogenbereich C (BK 6–7), Bodenaustausch (frostsicher, Ev2 ≥ 45 MN/m²) und Füllmaterial (Kies-Sand-Gemisch 0/4).
Baugrube mit 515 m³ Bodenaushub, 230 m³ Zulage BK 7 und 515 m³ Hinterfüllung/Überschüttung des PE-Behälters.
Offene Wasserhaltung (Grundwasserhaltung für Rohrgraben, ca. 50 m) bei Antreffen von Schichten- oder Stauwasser.
Kabelschutzrohrverlegung HD-PE (Da 50 und Da 110) inkl. Druckprüfung, Kabelzugschächte, Erdungsanlage gemäß DIN 18014:2023-06.
Rohrleitungsbau außen
Ca. 330 m Außen- und Anschlussleitungen aus PE 100 – RC (125 x 11,4 mm bzw. 110 x 10,0 mm) für Trinkwasser und Entwässerung.
Im Leistungsverzeichnis enthalten: 232 m Dreischicht-Druckrohr PE-100 RC 110 x 10 mm (SDR 11, PN 16), 100 m PE-Abwasserrohr 125 x 11,4 mm.
Formstücke: Elektro-Schweißbögen (11°, 22°, 45°, 90°), Elektro-Schweißmuffen, Einschweißbunde mit Losflansch, Doppelflanschstücke und -bögen, Flanschverbindungen DN 80/DN 100 PN 16.
Armaturen: Absperrschieber DN 80/DN 100 (Düker Typ 4004 EKB), Unterflurhydranten DN 80 (Düker Typ 305), Teleskop-Einbaugarnituren, Straßenkappen DIN 4056, Umrandungsplatten.
Druckprüfung (Innendruckprüfung DIN EN 805), Spülung (3- bis 5-facher Leitungsinhalt) und Desinfektion gemäß DVGW W 291. Dichtigkeitsprüfung Kanäle DIN EN 1610 (5 m Wassersäule, 15 min).
Rohrmarkierung mit Trassenwarnband-Ortungsband (Kupferdraht), Hinweisschilder DIN 4067/4066, Markierungssäulen Aluminium 2,50 m.
Schacht- und Kanalbauwerke
Zwei Entwässerungsschächte (DN 1000 und DN 800, befahrbar Klasse D400), Kontrollschacht E2 aus PP/PE.
Beton-Fertigteilschacht DN 1000 (Kontrollschacht E1) mit Schachtabdeckung BEGU D400 und Ringschmutzfänger.
Dränage und Dränleitung (DN 100, Schächte DN 425) mit Nachweis der Dränspende nach DIN 4095.
Kanalbau HDPE/PVC-U inkl. Dichtigkeitsprüfung.
Außenanlagen und Stützbauwerke
Stahlbeton-Stützwand (Fundament 23 m³, bewehrter Beton C30/37 = 36 m³) mit Sandsteinverblendung (Denkmalschutz, gelber Sandstein, 86 m²) im Bereich Süd-Ost-Seite des Behälterstandorts.
Einfriedung mit grünem Stabgitterzaun (1,83 m hoch, 68 m), Drehflügeltor zweiflügelig (4,00 x 1,84 m, Adronit SWING oder gleichwertig) und Sicherungspfosten DN 150 (blau).
Pflasterdecke Kleinpflaster Granit (105 m², Reihenverband), Betonpflaster im Bereich Armaturenkammer-Zugang, Schottertragschicht 0/32 (30 m³), Deckschicht Kies-Sand 0/8 (220 m²), Kastenrinne NG 200 (2.500 m), Zufahrtsbereich/Parkplatz mit Schotterrasen.
Böschungsgestaltung (Gefälle max. 1:1,5) und Böschungstreppen (Blockstufen). Kranstandort als Abstellmöglichkeit, Kanalrohr DN 250 im Zufahrtsweg.
EMSR-bauseitige Leistungen (Titel EMSR)
Fundament für Zähleranschlusssäule (ca. 585 x 280 mm) und Hülsenfundament für Mast Außenbeleuchtung (bis LPH = 6 m).
Verlegung von HD-PE-Kabelschutzrohren (40 m Da 50, 60 m Da 110) inkl. Druckprüfung (KRV A 535) und Kalibrierung, Bögen 15°/30° und Schnellkupplungs-Muffen.
Kabeldurchführungen, Kabelgrabenaushub (132 m³), Füllmaterial Sand für Kabelzone (26 m³), Trassenwarnbänder (Fernmelde- und Starkstromkabel).
Kunststoffkabelschacht 400 x 800 x 240 mm (D400) mit Zwischenrahmen. NS-Kabel NAY2Y 4 x 50 mm² (120 m) verlegen.
Erdungsanlage mit V4A-Erderband 30 x 3,5 mm (Ringerder, 68 m), Runddraht V4A Ø 8 mm, Kreuzstücke, Erdeinführungsstangen V4A Ø 10 mm (1,5 m lang), Korrosionsschutzbinden und Erder-Wanddurchführung M12.
Betonarbeiten für Palisaden (C12/15 oder C20/25), Palisaden Beton 18 x 12 cm, 1,6 m lang (22 Stück).
Stundenlohnarbeiten für Polier, Facharbeiter, Bagger bis 0,8 m³, Motorwasserpumpe bis 10 m³/h und LKW-Kipper mit Allrad bis 15 t Nutzlast.
Rückbau Bestand und Stilllegung
Außerbetriebnahme, Stilllegung und Demontage des vorhandenen westlichen Hochbehälters (Stahlbeton-Einkammerbehälter, 6,80 m Durchmesser, 2,83 m Höhe, Baujahr 1940er/1895) inklusive Schieberhaus.
Stilllegung und Ausbau der Trinkwasserleitung DN 100 PP (ca. 45 m) und der bestehenden Trinkwasserleitungen im Trassenbereich.
Trennung des vorhandenen Trinkwassersystems am Anbindepunkt DN 100.
Während der Bauzeit ist die östliche Altanlage (Baujahr 1895) zur Interimsversorgung weiter zu betreiben.
Probebetrieb, Inbetriebnahme und Dokumentation
Interne Inbetriebnahme, komplexe Funktionsprobe mit Medium, 14-tägiger störungsfreier Probebetrieb (Leistungsfahrt) und Rufbereitschaft (Reaktionszeit 8 Stunden).
Dichtigkeitsprüfung des Behälters (12 h Prüfzeit, 5 m Wassersäule), Nachweis der Druckdichtheit der Ringraumdichtungen über neutrales Prüfinstitut (z. B. TÜV).
Bestandsdokumentation gemäß ZV-Handbuch ZWA Saalfeld-Rudolstadt (Stand 06/2023) als *.dwg/*.pdf + Papierfassung, Abschlussdokumentation 4 Wochen vor VOB-Abnahme.
Erstellung der Anlagendokumentation (Herstellerunterlagen, Bedienungsanleitung, Wartungsvorschrift), Konformitätserklärung, Revisionszeichnungen, Rohrbuch (DVGW-Muster), Druckprüf- und Dichtigkeitsprotokolle, Protokolle TV-Untersuchung, Hygienefreigabe Gesundheitsamt (DVGW W291, W263), Inbetriebnahmeprotokolle, Bautagebuch, statische Berechnungen inkl. Prüfstatik.
Übergabe der Bestandspläne spätestens 1 Woche vor VOB-Abnahme (wasserwirtschaftliche und elektrotechnische Anlagen getrennt, nach DIN 2425).
Einweisung und Schulung des Betriebspersonals vor Leistungsfahrt.
Abfallwirtschaft und Umweltschutz
Ordnungsgemäße Trennung, Erfassung und Entsorgung der Bau- und Abbruchabfälle gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und Nachweisverordnung (NachwV). Bieter ist Abfallerzeuger und -besitzer ab Aufnahme der Tätigkeit.
Kosten der Abfallverwertung in Einheitspreise eingerechnet; Kosten der Abfallbeseitigung benannt und vom Auftraggeber unmittelbar tragbar.
Nachweise der zugelassenen Verwertungs-/Beseitigungsanlage (Berechtigung, Abnahmebestätigung), bei Andienungspflicht zusätzliche Bestätigung der Abfallwirtschaftsbehörde.
Abstimmung mit Unterer Naturschutzbehörde zu artenschutzrechtlichen Auflagen (Amphibienzaun, Amphibienumsetzung, Überprüfung geschützter Tiere). Archäologische Begleitung der Baumaßnahme (Bürocontainer, Materialcontainer, Toilettenanlage).
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFachliche Eignung (Fachkunde, Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit)
Der Bieter muss die erforderliche Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit für die Ausführung der ausgeschriebenen Bauleistung nachweisen.
Ausschlussgründe (dürfen NICHT vorliegen):
Selbstreinigung möglich: Falls Ausschlussgrund nach § 6e EU Abs. 1-4 vorliegt, können Maßnahmen zur Selbstreinigung die Zuverlässigkeit wiederherstellen.
Ab Auftragssumme ≥ 30.000 €: Auftraggeber fordert Auszug aus dem Gewerbezentralregister gemäß § 150a GewO an.
Gütesicherung und Zertifizierungen
DVGW-Bescheinigung nach Arbeitsblatt GW 301 W3 (oder gleichwertiger Fremdüberwachungs-Nachweis) für Trinkwasserleitungen und wassertechnische Anlagen – Pflichtnachweis.
RAL-Gütezeichen Kanalbau RAL-GZ 961 mindestens Beurteilungsgruppe AK2 (oder Fremdüberwachungsvertrag mit Eigenüberwachungsverpflichtung gemäß RAL-GZ 961) für Kanalbauleistungen.
Gültige Schweißerzeugnisse für das eingesetzte Personal bei PE-Rohrschweißarbeiten.
DVGW-Zulassung für verwendete Stoffe und Bauteile gemäß DIN-Normen (Güteüberwachung).
Eintragungen und Nachweise
Tariftreue und ThürVgG-Erklärung:
Sanktionen bei Verstoß: Vertragsstrafe (§ 13 Abs. 1), fristlose Kündigung (§ 13 Abs. 2), Ausschluss von Vergabeverfahren bis 3 Jahre (§ 13 Abs. 3 ThürVgG).
Sonstige Eignungsanforderungen
Vergleichbare Bauleistungen im Trinkwasser-/Kanalbau in den letzten 5 Kalenderjahren (z.B. Hochbehälterneubau, Trinkwasserleitungsbau, Kanalbau, erdverlegte PE-Druckrohrleitungen)
Vergleichbare Leistungen mit Bestätigung des Auftraggebers über vertragsgemäße Ausführung; Angaben zu Art der Baumaßnahme (Neubau/Umbau/Denkmal), vertraglicher Bindung (Hauptauftragnehmer/ARGE/Nachunternehmer) und besonderen technischen Anforderungen