Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenWas wird ausgeschrieben?
Die OEW Breitband GmbH sucht einen Netzbetreiber, der ein bereits gebautes (bzw. im Bau befindliches) passives Glasfasernetz in fünf baden-württembergischen Kommunen pachtet, mit aktiver Technik ausstattet und in Betrieb nimmt. Der Betreiber soll Telekommunikationsdienste (Internet, Telefonie, ggf. TV/Rundfunk) für Privat- und Geschäftskunden anbieten, offenen Netzzugang für Dritte gewähren und das Netz über die gesamte Vertragslaufzeit warten und instandhalten.
Zwei Lose:
Verfahren: Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb; Auftraggeber behält sich Vergabe auf das Erstangebot vor.
Finanzierung: Refinanzierung über Endkundeneinnahmen und Pacht an OEW Breitband GmbH. Das Projekt wird durch Bund (Gigabit-Richtlinie 2.0) und Land Baden-Württemberg gefördert.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Pacht100%
Die Höhe der Pacht ist das wesentliche Zuschlagskriterium.
Lineare Interpolation: Zwischen dem höchsten Gebot (100 Punkte) und einer 100%igen Unterschreitung (0 Punkte) wird linear interpoliert.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenPassives Netz – Überlassung durch OEW BB
Das passive Glasfasernetz (Leerrohre, Glasfaserkabel, Muffen, Schächte, Verteiler, Schaltpunkte, Hausanschlüsse) bleibt Eigentum der OEW Breitband GmbH und wird dem Netzbetreiber pachtweise überlassen – je nach Baufortschritt bauabschnittsweise gegen Übergabeprotokoll. Vor der Übergabe gibt OEW BB mindestens einen Monat Vorlauf.
Der Netzbetreiber hat innerhalb von 4 Wochen nach Zuschlag eine Anforderungsliste für die Netzplanung sowie eine Beschreibung der vorhandenen eigenen Infrastruktur (inkl. möglicher PoP-Standorte) vorzulegen. Übergabeprotokolle können innerhalb von 21 Werktagen (bzw. 15 Werktagen bei Nichtteilnahme) gerügt werden.
Aktiver Netzbetrieb
Der Netzbetreiber installiert die aktive Technik (Layer 2/3, ONT beim Endkunden, aktive Komponenten im PoP) innerhalb von 12 Wochen nach Übergabe einer mangelfreien passiven Infrastruktur und nimmt das Netz vollständig in Betrieb. Zielbandbreite: mindestens 1 Gbit/s symmetrisch am Abschlusspunkt im Gebäude (homes passed).
Technologien: FTTB oder FTTC. Die Klima- und Sicherheitstechnik in den PoP-Standorten ist vom Netzbetreiber zu liefern und einzubauen; Kollokationsflächen (Main-PoP, Mini-PoP) werden von OEW BB bereitgestellt. Die Netzebene 4 (Hausanschlüsse/Inhouse) ist eigenverantwortlich durch den Netzbetreiber sicherzustellen.
Telekommunikationsdienste und Vermarktung
Erbringung von Telekommunikationsdiensten gemäß TKG für die Öffentlichkeit: Internet-Zugangsdienste, Telefonie, ggf. Rundfunk/IP-TV – auch als Bündelangebot. An jedem Anschluss müssen sowohl Privatkunden- als auch Geschäftskundentarife verfügbar sein. Aktive und passive Vorleistungsprodukte (Dark Fiber, Leerrohre, Geschäftskundenprodukte) sind nach den Vorgaben des Bundes (Stand 31.03.2026) anzubieten.
Open Access und Netzzugang
Gewährung eines diskriminierungsfreien, offenen Netzzugangs auf Vorleistungsebene für andere Telekommunikationsanbieter – spätestens 6 Monate vor Markteinführung der eigenen Endkundendienste. Jährlich (bis Ende Januar) ist eine Übersicht über eingegangene Zugangsnachfragen an OEW BB zu übermitteln.
Instandhaltung, Wartung und Entstörung
Wartung, Instandhaltung und Instandsetzung des passiven Netzes (inkl. Ersatzteilen, Stromversorgung und Reparaturen) obliegen dem Netzbetreiber ohne gesonderte Vergütung durch OEW BB. Es gelten Service-Level: 60 Stunden Entstörzeit, 24 Stunden Reaktionszeit, 2 Stunden Meldepflicht bei größeren Störungen. Eine Störungs-Hotline und eine Kundenhotline für Privat- und Gewerbekunden sind einzurichten.
Dokumentation, GIS und Reporting
Das passive Netz ist lagegenau, georeferenziert und fortlaufend zu dokumentieren (Rohrbelegung, Faserverbindungen, Schächte, Verteiler, Muffen, OTDR-Messungen, Spleiß-/Patchfeldpläne, Hausanschlüsse, homes passed). Auf Verlangen ist die Dokumentation binnen 10 Werktagen zu liefern. Jährlich zum 30.04. sind Veränderungen des Vorjahres an OEW BB zu übergeben. Die Netzauskunft/Trassenauskunft übernimmt der Netzbetreiber ab Unterzeichnung des Übergabeprotokolls.
Pacht, Förder- und Nachweispflichten
Pacht an OEW BB besteht aus:
Abschlagszahlungen quartalsweise (15.03. / 15.06. / 15.09. / 15.12.); jährliche testierte Pachtermittlung bis 28.02. des Folgejahres. Mitwirkung an Monitoring, Verwendungsnachweisen und Publizitätspflichten (z. B. Pressemitteilungen, Bauschild, Plakette) gemäß BNBest-Gigabit.
Projektmanagement und Konzepte
Bei Zuschlag ist ein webbasiertes FTTX-Projektmanagement-Tool kostenlos bereitzustellen. Der Netzbetreiber benennt einen Projektleiter nebst Vertreter spätestens nach Vergabe der Planung. Pro Los ist ein eigenes Angebot abzugeben. Es ist ein Konzept zu Anzahl Betriebsfasern, Lage der Übergabepunkte (inkl. Optimierungsvorschlägen) und zum Netzbetrieb vorzulegen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenVerfahrensart und Zuschlag
Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb (neg-w-call). Zuschlagskriterium: Preis. Bieter-Anforderungstyp: late-all – alle geforderten Nachweise und Erklärungen sind mit dem Angebot einzureichen. Der Auftraggeber behält sich ausdrücklich die Vergabe auf das Erstangebot vor. Es gelten Konzessionsvergabeverordnung (KonzVgV) und Teil 4 GWB.
Zulassung als Netzbetreiberin
Bewerber müssen Betreiberin eines öffentlichen Telekommunikationsnetzes nach dem TKG sein. Eine entsprechende Netzbetreibererklärung ist mit dem Teilnahmeantrag vorzulegen.
Ausschlussgründe (§§ 123, 124 GWB)
Keine Ausschlussgründe dürfen vorliegen
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Mindestens 3 Referenzen über vergleichbare TK-Netz-Projekte der letzten 5 Jahre mit mehr als 30 % aktiv ausgestattetem Netzanteil und Erbringung von Endkundendiensten (Internet, Telefon, TV). Ausreichende Mitarbeiterkapazitäten (Vollzeitäquivalente 2023, 2024, 2025).
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Sonstige Anforderungen
Aufbau der aktiven Technik und aktiver Betrieb eines Telekommunikationsnetzes mit angeschlossenen Endkunden und Erbringung von Endkundendiensten (Internet, Telefon, Fernsehen)
mehr als 30 % des TK-Netzes der jeweiligen Referenz muss mit aktiver Technik betriebsbereit ausgestattet sein; nur eigene Leistungen des Bewerbers/der Bietergemeinschaft; je Referenz Angabe Auftraggeber, Haushalte/Standorte, Auftragshöhe, Zeitraum, Open Access, Technik (FTTB/FTTC), Förderprogramm, Leistungsbeschreibung, % aktive Technik, % Endkundenpotenzial, Anzahl versorgter Kunden