Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenÖffentliche Ausschreibung des Landkreises Lindau (Bodensee) im offenen Verfahren nach VOB für Erd- und Spezialtiefbauarbeiten (Pfahlgründung mit Stahlbeton-Schraubpfählen sowie Erdarbeiten) im Rahmen des Neubaus des Berufsschulzentrums an der Reutiner Straße 10 in Lindau.
Das Auftragsumfang umfasst die Baustelleneinrichtung, Vermessung, Erdarbeiten (Baugrube, Aushub, Arbeitsplanum, Baugrundverbesserung) und die Herstellung von rund 210–700 vorgefertigten Stahlbeton-Schraubpfählen mit Gesamtlängen von ca. 4.073 m bis 11.200 m nach DIN EN 12699/1536 einschließlich zugehöriger Übergangskonstruktionen (GEWI-Stäbe) sowie die fachgerechte Entsorgung des Aushubs mit Deklarationsanalyse.
Bieter müssen die elektronische Angebotsabgabe über die Vergabeplattform staatsanzeiger-eservices.de nutzen und sämtliche in den Vergabeunterlagen geforderten Formblätter (z.B. 213.H, 124, 127, 221/222, 233–235) fristgerecht einreichen. Zuschlagskriterium ist der Preis; die Ausführung ist vom 02.11.2026 bis 26.02.2027 vorgesehen.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenBaustelleneinrichtung und Vorbereitung
Auf-, Um- und Abbau sowie Vorhaltung der kompletten Baustelleneinrichtung inkl. An- und Abtransport der Großgeräte (Bohrgeräte). Vorzuhalten sind unter anderem eine Bautoilette (ca. 10 StWo), ein Bauzaun (ca. 7.000 mW Unterhaltung, 100 m Umsetzen), Baustrom- und Bauwasseranschlüsse sowie Lager- und Verkehrsflächen.
Der Baustelleneinrichtungsplan ist 14 Kalendertage nach Auftragserteilung vorzulegen.
Technische Bearbeitung, Vermessung und Dokumentation
Der Bieter erstellt in Abstimmung mit Architekt, Tragwerksplaner und Hydrogeologe die Ausführungspläne für die Pfähle. Dazu gehören die Herstellungsanweisung für STB-Schraubpfähle nach DIN EN 12699 (mind. 21 Kalendertage vor Herstellungsbeginn), der statische Nachweis der äußeren und inneren Pfahltragfähigkeit, der Pfahlplan mit Schnittkräften am Pfahlkopf (Design-Werte) sowie Schalpläne in digitaler Form (dwg/dxf).
Vermessungsleistungen umfassen das Schnurgerüst, das Einmessen der Pfahlansatzpunkte und die Nachvermessung durch einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur (ÖbVI). Die Schlussdokumentation (Pfahlgründung, Erdbau, Entsorgung, Bestands- und Revisionszeichnungen, GEWI-Stab-Dokumentation) ist 10 Kalendertage vor Schlussabnahme 2-fach in Papier und digital zu übergeben.
Bauausführung – Rahmenbedingungen
Die Herstellung der Bohrpfähle erfolgt im Pilgerschrittverfahren mit einer Wartezeit von mindestens 7 Tagen zwischen benachbarten Pfählen unterschiedlicher Durchgänge. Für die Vorabnahme der Baugrubensohle ist ein Vorlauf von mindestens 2 Werktagen durch den Auftragnehmer sicherzustellen.
Während der Ausführung sind wöchentliche Protokolle nach DIN EN 1536 (Bohrpfähle) und DIN EN 12699 (Verdrängungspfähle) sowie die kontinuierliche Aufzeichnung der Maschinenparameter (Drehmoment, Drehzahl, Vortrieb) zu führen.
Qualitätssicherung und Gütenachweise
Vor Baubeginn sind die Eignungsprüfung des Pfahlbetons, Druckfestigkeitsprüfungen und das IVG-Produktzertifikat (bzw. Baustoffeingangsprüfung) für die geosynthetische Tondichtungsbahn sowie die Eignungsprüfung des Geotextils vorzulegen.
Im Zuge der Erdarbeiten sind mindestens 6 Lastplattenversuche und 10 statische Lastplattenversuche als Verdichtungsnachweise durchzuführen. Prüfzeugnisse dürfen zum Zeitpunkt der Auslieferung nicht älter als 6 Monate sein.
DGNB-/QNG-Nachhaltigkeitsanforderungen (bauökologisches Pflichtenheft)
Für die Zertifizierung nach DGNB-Nutzungsprofil NBI23 sind alle eingesetzten Bauprodukte (Bodenaufbauten, Wand-/Decken-/Dachaufbauten, Tiefgarage, fertig gelieferte Produkte) über das Freigabeblatt (Anlage 03) mit Produktdatenblättern und Sicherheitsdatenblättern zu deklarieren und 4 Wochen vor Anwendung freigeben zu lassen. Es gelten Qualitätsstufe 3 (ENV1.2), Ausschluss von SVHC-Stoffen gemäß REACH, FSC-/PEFC-Nachweis für Holz (kein biozid-chemischer Holzschutz), Nachweis von mind. 30 Masse-% Recyclinganteil bei Beton/Erdbaustoffen sowie bei Natursteinen CE-Kennzeichnung (EU) bzw. XertifiX/Fair Stone (Nicht-EU).
Ökologischer Baustellenbetrieb (Lärm-/Staubminderung, Boden-/Grundwasserschutz, Abfalltrennung, Ressourcenmonitoring, Schimmelpilzprävention, Anwohnerkommunikation) ist einzuhalten. Nach Fertigstellung ist eine Raumluftmessung (TVOC ≤ 500 µg/m³, Formaldehyd ≤ 30 µg/m³) sowie je Gewerk eine unterzeichnete QNG-Firmenerklärung (Anlage 04) abzugeben. Anforderungen sind an Subunternehmer weiterzugeben.
Stundenlohnarbeiten
Im Leistungsverzeichnis sind Stundenlohnarbeiten für Bauvorarbeiter (ca. 16 h), Baufacharbeiter (ca. 40 h), Bauhelfer (ca. 24 h) sowie Anfahrten (ca. 5 St) vorgesehen – z.B. für Leistungen, die im LV nicht erfasst sind.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenZuverlässigkeit / Ausschlussgründe
Keine Ausschlussgründe nach § 6e EU VOB/A; keine Eintragungen im Wettbewerbsregister; kein laufendes oder beantragtes Insolvenzverfahren (bzw. rechtskräftig bestätigter Insolvenzplan). Kein Bezug zu Russland im Sinne der EU-Verordnung 2022/576 (Formblatt 127).
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Nachweis des Umsatzes in den letzten 3 Geschäftsjahren (2023–2025) für vergleichbare Bauleistungen – Bestätigung durch Wirtschaftsprüfer/Steuerberater oder testierte Jahresabschlüsse/G+V-Rechnungen (auf Verlangen).
Technische und personelle Leistungsfähigkeit
Verfügbarkeit geeigneter Arbeitskräfte; Nachweis der Lohngruppen und des technischen Leitungspersonals (letzte 3 Jahre). Benennung des SiGeKo mit geforderter Qualifikation gemäß RAB 30 sowie der Geschäftsführer-/Prokuristendaten (Name, Geburtsdatum/-ort) auf Verlangen. Nachweis einer Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherung auf Verlangen.
Rechtliche und steuerliche Voraussetzungen
Eintragung in Handelsregister und/oder Handwerksrolle und/oder IHK (je nach Unternehmensart). Ordnungsgemäße Zahlung von Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen; Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Sozialkasse, Finanzamt und Berufsgenossenschaft. Freistellungsbescheinigung gemäß § 48b EStG. Verpflichtung zur Einhaltung von Mindestlohn, AEntG, AGG, EntgTranspG sowie Tariftreue. Eigenerklärung zur Eignung gemäß Formblatt 124 – alternativ PQ-Nachweis oder Einheitliche Europäische Eigenerklärung.
Referenzen
Mindestens 3 vergleichbare Referenznachweise aus den letzten 5 Kalenderjahren gemäß Formblatt 444 (Referenzbescheinigung); Anforderung wird im Rahmen der Eignungsprüfung bzw. bei Engere Wahl auf Verlangen der Vergabestelle geltend gemacht.
Mindestens 3 vergleichbare Referenznachweise
Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Mengen/Leistungsumfang, durchschnittliche Arbeitnehmerzahl, besondere technische/gerätespezifische Anforderungen, Art der Baumaßnahme (Neubau/Umbau/Denkmal), vertragliche Bindung (Hauptauftragnehmer/ARGE/Nachunternehmer); Auftraggeberbestätigung über vertragsgemäße Ausführung. Vorlage erst auf Verlangen der Vergabestelle (Engere Wahl).