Busverkehrsleistungen im Linienbündel 4 im Landkreis Nürnberger Land
Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenWas wird hier vergeben?
Der Landkreis Nürnberger Land schreibt Busverkehrsleistungen im sogenannten Linienbündel 4 europaweit aus. Konkret geht es um drei Buslinien (344, 345, 346) im festen Linienverkehr sowie einen voranmeldepflichtigen Rufbus (Bedarfsverkehr).
Umfang:
Vertragslaufzeit: ca. 12.12.2027 bis 31.08.2037 (rund 9 Jahre und 8 Monate).
Wie wird vergeben? Offenes Verfahren nach EU-Vergaberecht (VgV/GWB). Es handelt sich um EIN Los – keine Aufteilung in Fach- oder Teillose. Auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind zugelassen.
Angebotsabgabe: Elektronisch über die Vergabeplattform (Link siehe Vergabeunterlagen). Angebote müssen bis spätestens 11.11.2026, 13:30 Uhr eingereicht sein.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Wertungspreis (WP) Gesamt100%
Wirtschaftlichstes Angebot: niedrigster Wertungspreis (WP) Gesamt je Los, bestehend aus Wertungspreis Linienbusverkehr (WP-L) und Wertungspreis Rufbusverkehr (WP-R). Im Wertungspreis wird ein Aufschlag von 15 % auf die preissteigerungsrelevanten Preisbestandteile A, C, D bzw. R1 und R2 berücksichtigt. (Aspekte: Wertungspreis Linienbusverkehr (WP-L), Wertungspreis Rufbusverkehr (WP-R))
Wertungspreis WP-L = Gesamtkostenpreis GP-L + (0,15 × A + 0,15 × C + 0,15 × D); Wertungspreis WP-R = Gesamtkostenpreis GP-R + (0,15 × R1 + 0,15 × R2); Wertungspreis WP Gesamt = WP-L + WP-R. Das Angebot mit dem niedrigsten Wertungspreis WP erhält den Zuschlag.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenLinienbusverkehr (fester Fahrplan)
Betrieb der drei Buslinien gemäß Anlage 1 (Fahrpläne):
Die Fahrpläne (Abfahrtszeiten, Linienweg, Haltestellen, Fahrzeugeinsatzvorgaben) sind verbindlich einzuhalten. An bestimmten Schultagen (Schuljahresbeginn, letzte Tage vor Weihnachtsferien, letzter Unterrichtstag) gilt ein angepasster Fahrplan.
Volumen: ca. 334.000 Fahrplankilometer pro Jahr.
Fahrzeuge: Solobusse der Kategorien A und B (Niederflur/Low-Entry, 11,7–13,1 m, mind. 40 Sitzplätze, mind. 80 Gesamtplätze). Neufahrzeuge sind bei Betriebsaufnahme zu beschaffen.
Rufbusverkehr (Bedarfsverkehr)
Voranmeldepflichtiger Bedarfsverkehr mit Kleinbussen (< 6,5 m, 8 Fahrgastplätze, Niederflur mit Rollstuhlstellplatz und Klapprampe).
Volumen: ca. 385.000 Fahrplankilometer pro Jahr.
Anmeldung: Spätestens 60 Minuten vor Abfahrt (Fahrten vor 8 Uhr am Vortag bis 18 Uhr). Ein- und Ausstieg nur an den im Fahrplan angegebenen Haltestellen, Bedienung auf kürzestem Weg. Dauerbestellungen müssen möglich sein.
Subunternehmer-Einsatz (z. B. Taxi-Unternehmen) ist erlaubt, sofern Barrierefreiheit und Landkreis-Design eingehalten werden.
Disposition & Betriebssteuerung
Verpflichtende Nutzung der digitalen Dispositionszentrale des VGN. Anmeldung der Fahrten elektronisch und telefonisch. Einsatz einer Fahrer-App auf Tablets (Android, mind. 10 Zoll, SIM-Karte mind. 10 GB/Monat). Teilnahme an bis zu 2 halbtägigen Präsenzterminen und bis zu 4 Online-Terminen (max. 4 Std.) jährlich.
Erreichbarkeit der Disposition: 10 Minuten vor bis 30 Minuten nach Betriebszeit.
Einsatz eines Intermodalen Transport Control Systems (ITCS/RBL) mit Lieferung von Echtzeitdaten an DEFAS Bayern.
Fahrzeuge und Umwelt
Ausschließlich Neufahrzeuge bei Betriebsaufnahme. Vorgegebene Fahrzeugkategorien je nach Einsatz (Anlage 2).
Antrieb: Klimafreundliche Treibstoffe – insbesondere HVO100 – und Einhaltung SaubFahrzeugeBeschG. Antriebsschlupfregelung (ASR/ESP) und Kommunikationseinrichtung mit Notruffunktion (Polizei/Feuerwehr/Rettung) vorgeschrieben.
Förderung nach BayGVFG: Ist zu beantragen; Angebotspreise sind ohne Fördermittel zu kalkulieren.
Konzept zum Einsatz sauberer Fahrzeuge wird 4 Wochen nach Zuschlag gefordert.
Barrierefreiheit & Fahrzeugausstattung
Low-Entry- oder Niederflurbauweise mit Rollstuhlstellplatz und mechanischer Klapprampe. Klimatisierung, digitale Fahrgastinformation (Anzeigen), akustische Ansagen, Fahrscheindrucker mit Mindestsortiment (Einzel-/Mehrfahrtenkarten, TagesTickets, Wochen-/Monatswertmarken, Bayern-Ticket, 365-Euro-Ticket), USB-Ladeplätze und WLAN-Vorbereitung.
eTicketing: Kontrolle von eTickets (VDV-KA, VDV-Barcode, UIC-Barcode); Anbindung an ION über PRIS des VGN; Zertifizierungsverfahren für E-Ticketing-Kontrolle.
Tarif, Vertrieb & Design
Tarif: Ausschließlich VGN-Tarif; Unterzeichnung des VGN-Assoziierungsvertrages verpflichtend (sofern nicht ohnehin Gesellschafter der VGN GmbH).
Busdesign: Einheitliche Gestaltung gemäß Anlagen 3.1 und 3.2 (Landkreis-Design); Werbeflächen ausschließlich für den Landkreis.
Haltestellen: Ausstattung, Unterhalt und Pflege gemäß VGN-Standards.
Datenlieferung & Berichtswesen
Fahrplandatenlieferung an VGN GmbH (bis 15.10. jährlich, bei unterjährigen Änderungen mind. 21 Tage vorher; Printmedien mind. 5 Wochen) und an DEFAS Bayern (bis 31.10. jährlich, bei unterjährigen Änderungen mind. 14 Tage vorher) in standardisierten Formaten (u. a. VDV 452, DINO, Infopool).
Unterzeichnung des Datenüberlassungsvertrages mit der BEG (DEFAS Bayern) ist verpflichtend.
Berichte:
Personal & Betriebsstätte
Betriebsstätte: Max. 30 km Fahrstrecke von der nächstgelegenen Haltestelle; Betriebsleiter nach §4 BOKraft mit mind. 30 Std./Woche Präsenz.
Fahrpersonal: Mindestens Sprachniveau A2 (GER), regelmäßige Schulungen (mind. 1× jährlich), Lohntarifvertrag Nr. 31 (allgemeinverbindlich für Lohngruppen 2aa–2ad).
Beschwerdemanagement: Servicestelle Mo–Fr mind. 35 Std./Woche; Reaktion innerhalb 3 Tagen, abschließende Bearbeitung innerhalb 2 Wochen.
Betriebsaufnahme-Vorbereitung: Bis zu 4 halbtägige Arbeitstreffen vor Betriebsaufnahme; wöchentliche Treffen im 1. Monat; monatliche Treffen Monat 2–6.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenWirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Nachweis über ausreichende Mittel zur Erfüllung der laufenden finanziellen Verpflichtungen inklusive Vorlaufkosten und Anlaufverluste dieses Auftrags. Auf Verlangen der Vergabestelle sind Unterlagen gemäß §45 VgV (Absätze 4 und 5) vorzulegen. Bei Bietergemeinschaften können die Anforderungen in Summe der Mitglieder erfüllt werden.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit – Referenzen
Mindestens eine Referenz über das Betreiben von Linienverkehren nach §42 PBefG (oder vergleichbar) als Genehmigungsinhaber oder Betriebsführer mit mindestens 100.000 km/Jahr in den letzten 3 Jahren.
Bei Bietergemeinschaften reicht es, wenn mindestens ein Mitglied die Referenz vorlegt. Wird die Referenz nur von einem Teil der Mitglieder erbracht, muss das entsprechende Personal dieses Mitglieds auch bei der Leistungserbringung eingesetzt werden.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit – Fachkräfte
Angabe von Fachkräften in verantwortlicher Position für Planung und Organisation. Akzeptierte Qualifikationen:
Erforderliche Tätigkeitsbereiche (Erfahrung kann auf mehrere Personen verteilt sein):
Erfahrung als Busfahrer/Betriebspersonal ist nicht gefordert.
Ausschlussgründe
Eigenerklärung, dass keine Ausschlussgründe vorliegen:
Falls Ausschlussgründe nach §§123, 124 GWB vorliegen: Erklärung zu Selbstreinigungsmaßnahmen nach §125 GWB abgeben.
Russland-Sanktionen: Kein Bezug zu Russland gemäß Art. 5k) VO (EU) 2022/576 und EU-VO 269/2014.
Berufung auf Drittkapazitäten
Berufung auf Kapazitäten Dritter ist möglich. Voraussetzungen:
Bei Übertragung an eine Projektgesellschaft (§3 (3) Verkehrsvertrag): 100%iges Eigentum des Bieters, unbeschränkter Zugang zu finanziellen Ressourcen, unbeschränkte Gesamthaftung.
Versicherungen
Haftpflichtversicherung mit Mindest-Deckungssummen:
Pro Fahrzeug; Nachweis im Original vor Betriebsaufnahme. Rechtsverbindliche Bestätigung der Versicherung zugunsten des Auftraggebers, inklusive Informationspflicht bei Kündigung oder Zahlungsverzug.
Linienverkehr nach §42 PBefG als Genehmigungsinhaber oder Betriebsführer (oder vergleichbar)
Nachweis über Vordruck 4 (Anlage 12). Angabe von Fachkräften in verantwortlicher Position für Planung/Organisation mit Qualifikation (Hochschulabschluss, gesetzliche Vertretungsmacht oder BOKraft-Betriebsleiter) und Erfahrung in Personalakquise, Fahrzeugbeschaffung, Wartung/Instandhaltung, Betriebsplanung/Disposition, Abrechnung. Bei Bietergemeinschaften reicht es, wenn mindestens ein Mitglied die Referenz vorlegt.
Wettbewerb & Angebotsprognose
Erwartete Konkurrenz auf Basis vergleichbarer VergabenAuf einen Blick
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