Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDas Land Sachsen-Anhalt schreibt die Beschaffung, Einführung, Migration und Pflege einer neuen Fachsoftware für das Schwerbehindertenrecht-Feststellungsverfahren nach SGB IX aus.
Was passiert hier konkret?
Das Landesamt für Soziales, Jugend und Gesundheit (LAS) braucht eine moderne Standardsoftware, die das komplette Verfahren rund um die Anerkennung einer Schwerbehinderung digital abbildet – von der Antragstellung über die ärztliche Begutachtung bis zum Bescheid und zur Ausstellung des Schwerbehindertenausweises.
Was wird vom Auftragnehmer erwartet?
Was müssen Bieter mitbringen?
Neben einer Berufshaftpflichtversicherung (mind. 500.000 € Personenschäden, 2 Mio. € Sach-/Vermögensschäden) werden mindestens zwei vergleichbare Referenzprojekte aus den letzten fünf Jahren erwartet, nachgewiesene Erfahrung in Schlüsselrollen (Projektleitung, Fachberatung, technische Umsetzung) sowie ein verbindliches Informationssicherheitskonzept nach BSI IT-Grundschutz.
Angebotsfrist: 28. September 2026
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis30%
Bewertung auf Basis des Gesamtbruttopreises aus dem Preisblatt (einschließlich optionaler Positionen wie Pflegeverlängerung sowie 1st- und 2nd-Level-Support). Niedrigster Preis erhält maximale Punktzahl, ab doppeltem Preis 0 Punkte.
- Anwenderfreundlichkeit und fachliche Anforderungen10%
Bewertung der Benutzeroberfläche, Workflow-Optimierung, Unterstützung der Sachbearbeitung, Pflege von Metadaten, Textbausteine, Barrierefreiheit und intuitive Bedienung.
- Digitalisierungsgrad der Anwendung10%
Grad der durchgehenden, medienbruchfreien Digitalisierung, Automatisierung, Rückkanal für Antragsteller, Authentifizierung (Vertrauensniveau hoch), Datenschutz und E-Akte-Konformität.
- DMS / eAkte-Anbindung15%
Integration eines Dokumentenmanagementsystems (DMS) und Anbindung an das E-Aktensystem (VIS/E-Akte ST), Schnittstellen, Rollen- und Zugriffskonzept.
- Schnittstellen15%
Umsetzung und Vollständigkeit der geforderten Schnittstellen (z. B. beBPo, E-Mail, HKR, Finanzverwaltung, Melderegister, Befundübermittlung), Automatisierungsgrad und Interoperabilität.
- Technische und nicht-funktionale Anforderungen10%
Skalierbarkeit, Betrieb im Rechenzentrum, Barrierefreiheit, Modularität, Wartungsintensität, Erweiterungsfähigkeit, Cloud-Migrationskonzept und Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Bundesländern.
- Konzept für Implementierung und Datenmigration inkl. Testung, Pilotierung, Schulung und Rollout10%
Qualität und Detaillierungsgrad des Umsetzungs-, Migrations- und Schulungskonzepts, Zeit- und Maßnahmenplan, Einbindung des Auftraggebers, IT-Sicherheits- und Datenschutzkonzept, Projektsteuerung, Qualifikation und Erfahrung des Projektteams.
Preisbewertung: P = GP × (PG / PA), wobei GP = Gewichtung des Preiskriteriums (1,8 = 30%), PA = Angebotspreis des zu wertenden Angebots, PG = Angebotspreis des günstigsten Angebots. Das günstigste Angebot erhält die maximale Punktzahl (GP); ab dem doppelten Preis des günstigsten Angebots werden 0 Punkte vergeben. Leistungskriterien: Bewertung mit 0-6 Punkten je Kriterium, gewichtete Leistungspunkte = Bewertungspunkte × Gewichtung des Kriteriums. Mindestschwelle: 3,0 von 6 Punkten je Leistungskriterium. Maximal 6 Gesamtpunkte (4,2 Leistungspunkte + 1,8 Preispunkte).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenFunktionale Anforderungen – Feststellungsverfahren SGB IX
Die Software muss folgende Verfahren abdecken:
Allgemeine Module und technische Basisfunktionen
Mandantenfähigkeit, Mehrverfahren-Fähigkeit, NoCode-Workflowmodul, Postfachsystem, integrierte Textverarbeitung, Reportingfunktionen, QM-/Hilfe-System. Schnittstellen zu E-Mail, beBPo, Kassensystem, Druck/Druckdienstleister, Melde-/Sterberegister, Finanzämter. Integriertes DMS, bidirektionale Anbindung an E-Akte VIS, Scannen-Integration, TR-DOR-Scan-konforme Altaktenübernahme. Online-Portal mit App (Android/iOS), Authentifizierung über BundID, 2FA, nPA.
Schnittstellen zu externen Systemen
Folgende Schnittstellen sind gefordert – bidirektional, automatisiert und medienbruchfrei:
Technische und nicht-funktionale Anforderungen
Skalierbarkeit, Lastverteilung, Performanz, modularer Aufbau, Cloud-Tauglichkeit (Mindestanforderung). Rechenzentrumsbetrieb. Barrierefreiheit nach EU-RL 2016/2102, BGG LSA und BGGVO LSA; bei Novellierung der Barrierefreiheits-Norm Anpassung innerhalb 12 Monaten nach EU-Amtsblatt-Veröffentlichung. Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Bundesländern. Medienbruchfreie Ende-zu-Ende-Digitalisierung mit Rückkanal für Antragstellende, automatisierter Vorgangsbearbeitung und Authentifizierung mit Vertrauensniveau „hoch" (BundID, eID).
Einführung, Migration und Rollout
Ersteinrichtung beim Hoster, Altdatenmigration in zwei Phasen (laufende Verfahren + Stammdaten; danach abgeschlossene Fälle) aus dem Altsystem ELVISweb, Anpassung der Standardsoftware an LAS-Anforderungen, Planung/Organisation/Auswertung der Tests, Pilotierung (mindestens 4 Wochen) und Rollout, Inbetriebnahme Produktivsystem nach Abnahme, Fehlerbeseitigung nach Abnahme in der Anlaufphase. Schulung der Sachbearbeiter und Administratoren inkl. Reise-/Spesenkosten.
Laufende Pflege, Wartung und Weiterentwicklung
Softwarepflege über die Vertragslaufzeit: Störungshotline, Aktualisierung und Anpassung an aktuelle gesetzliche Regelungen, Anpassung an neue Betriebssystemversionen. Bereitstellung gewichtetes Kontingent für Weiterentwicklung (50 PT Entwickler, 10 PT Senior Entwickler, 15 PT Consultant, 5 PT Senior Consultant). Informationssicherheitsmanagement für Softwareentwicklung nach BSI IT-Grundschutz CON.8; Mitwirkung am Fachsicherheitskonzept, Bereitschaft zu Penetrationstests.
Vertragslaufzeit und Optionen
Feste Vertragslaufzeit 48 Monate ab Abnahme des Gesamtsystems. Einseitige Verlängerungsoption durch den Auftraggeber um 2 × 12 Monate (Preise verbindlich mit Angebotsabgabe). Optionale Bereitstellungspflicht für 1st-/2nd-Level-Anwendersupport über 24 Monate (Mo–Do 8–16:30 Uhr, Fr 8–15 Uhr).
Datenschutz und Sicherheit
Verarbeitung besonders sensibler Sozial- und Gesundheitsdaten für ca. 840.000 Feststellungsverfahren. Auftragsverarbeitungsvereinbarung nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO i.V.m. § 80 SGB X mit technisch-organisatorischen Maßnahmen, Benennung Datenschutzbeauftragter, Verschwiegenheitsverpflichtung der Mitarbeitenden, ausschließlich EU/EWR-Verarbeitung. Informationssicherheitskonzept nach BSI IT-Grundschutz verbindlich erforderlich.
Nicht im Leistungsumfang
Hardware-Beschaffung; digitaler Posteingang (Scannen der Eingangspost über Dienstleister); Scannen der Altakten.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenBefähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit – Schlüsselrollen
Projektleitung (namentlich zu benennen):
Fachanwendungs-/Fachberater:in (namentlich zu benennen):
Technische Umsetzung (Softwareentwicklung, Systemintegration):
Schulungs- und Supportpersonal:
Personelle Austauschklausel: Wechsel der benannten Personen nur mit Zustimmung des Auftraggebers und bei mind. gleichwertiger Qualifikation; personelle Bindung beschränkt auf Einführungsphase.
Referenzen
Sonstige Eignungsanforderungen
Mindestens zwei Referenzaufträge der letzten 5 Jahre; Einführung, Weiterentwicklung oder Migration von IT-Fachverfahren im öffentlichen Sektor – vorzugsweise Sozial-/Gesundheitsverwaltung; Gesamtschau beider Referenzen muss Konzeption, Implementierung, produktive Einführung oder umfangreiche Weiterentwicklung einer Fachanwendung mit mehreren Modulen und Schnittstellen, Integration in bestehende IT-Infrastrukturen (DMS, AD, HKR), Datenschutz/IT-Sicherheit auf hohem Niveau, Schulungen/Support, Rollout/Inbetriebnahme sowie Wartung/Pflege über mindestens ein Jahr abdecken
Öffentliche Verwaltung oder öffentlicher Träger (Sozialversicherungsträger ebenfalls zulässig); mind. 50 Anwender; mind. 3 Schnittstellen zu unterschiedlichen Systemen